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Nachlese LFT 2017

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08.06.2017 13:50
von:
bandra
Status: offline  

Wie habt Ihr das LFT erlebt? Ich würde gerne eine Diskussion darüber hier beginnen, Ich setze mal die im Forum "Der Frühling ist da" begonnene Diskussion hier fort, vielleicht gibt´s hier mehr Resonanz..

Die Diskussion, welche FrauenLesben explizit eingeladen werden gibt es übrigens auf jedem LFT. Diesmal kulminierte sie in der Forderung nach Umbenennung des LFT in L*FT, über die bis zum nächsten LFT 2018 in Göttingen nachgedacht und dort in Veranstaltungen vielfältig diskutiert werden soll.

Aber es sind eher die jüngeren queeren Frauen, die sich eine Veränderung wünschen, auch weil sie sich oft nicht als lesbisch definieren, während für viele Ältere genau diese Selbstbezeichnung ein wichtiger und unverzichtbaren Schritt auf ihrem Weg zu lesbischem Selbstbewußtsein und einer Selbstermächtigung war. Ich zähle mich hierbei zu den Älteren.

Wichtig auf den LFTs für mich ist vor allem die Vielfalt von lesbischem Selbstausdruck, der ich hier begegne, die vielen Lesben, die sich nicht herrschenden Körpernormen und Geschlechterbildern anpassen. Da merke ich dann selbst auch, dass ich manchmal noch stutze und eigene Vorurteilen bemerke und ihnen neue Begegnungen entgegensetzen kann und so dazulerne.

Schade fand ich, dass diesmal keine Veranstaltungen zu alternative Wirtschaftsformen stattfanden, aber da muss ich mich natürlich selbst an meine Nase packen- ich habe auch keine angeboten. Vielleicht bei einem der nächsten LFTs wieder. Aber das Gesamtkonzept, jede gibt und trägt bei, was sie kann, ist natürlich ein großer Schritt hin zu einem anderen Wirtschafts- und Wertesystem.

Wie ging´s Euch auf dem LFT? Was hat Dir gefallen, was weniger?

09.06.2017 19:55
von:
Lieblingskind..
Status: mobile  

Ich frage mich (ernsthaft) was LFT bedeutet? Bestimmt nicht Lehrstuhl für Technologie. Das hat mit Google ausgespuckt.

09.06.2017 19:59
von:
Weirdo2013
Status: offline  

Lesbenfrühlingstreffen

10.06.2017 16:21
von:
Lieblingskind..
Status: mobile  

Danke dir

12.06.2017 15:38
von:
bandra
Status: offline  

Das ist jetzt aber doch seltsam, dass keine inhaltlichen Beiträge kamen bisher in diesem Thread.
Ist die Schnittmenge zwischen LFT-Besucherinnen und Lesarion-Nutzerinnen wirklich so klein??
Ratlose Grüße
Anna

Edit: oder liegt´s daran, dass ich gleich wieder offline bin und erst am nächsten Tag wieder reinschaue?

editiert am 12.06.2017 15:54 Beitrag melden Zitatantwort
12.06.2017 21:25
von:
maluca
Status: offline  

Wenn du da warst, erzähl doch mal, wie es war. Ich war dieses Jahr nicht da, davor die Jahre eigentlich immer...

14.06.2017 13:59
von:
bandra
Status: offline  

Zitatmaluca schrieb am 12.06.2017 um 21:25:

Wenn du da warst, erzähl doch mal, wie es war. Ich war dieses Jahr nicht da, davor die Jahre eigentlich immer...


Das habe ich doch im ersten Post versucht??! Was interessiert Dich denn konkret?

14.06.2017 17:26
von:
ramirez
Status: offline  

Ich finde diese Veranstaltung grauenhaft. Insbesondere wegen der dort immer noch herrschenden Intoleranz.
Wer Kinder männlichen Geschlechts ab 12 Jahre hat, darf die nicht mitbringen... - mittelalterliches Denken!!!

Wollte ich nur loswerden. Habe keine Lust auf Diskussion diesbezüglich.

14.06.2017 18:13
von:
swich
Status: offline  

Ist das denn überhaupt so?
Meines Wissens gibt es dazu keinen bindenden Beschluß; ergo kann die jew. Orga das handhaben wie sie mag...?

Ich meine, wir haben damals gesagt: Wir wollen halt keine halbstarken Jungmänner da rumspringen haben, nur weil Mama lesbisch ist. (Haben aber, hätte es wirklich vierzehnjährige gegeben, die nicht alleine zu Hause bleiben können, wenigstens mal kurz angedacht, sowas wie eine Kinderbetreuung nebenan, also nicht auf dem eigentlichen LFT-Ort, zu haben.

Das Problem ist aber meiner Erfahrung nach so oder so keins: Abgesehen von ein paar Säuglingen (bei denen höchstens interessierte Kinderwagenguckerinnen evtl. nach dem Geschlecht gefragt haben) hab ich kaum je Kinder da gesehen. Ist ja auch so nich tder spannendste Ort für Kinder, so daß ein wochenende bei Oma, Schulfreund etc. vermutlich für Mütter und Kinder die bessere Option ist.

14.06.2017 21:34
von:
ramirez
Status: offline  

Das war vor ca. 15 Jahren so und ist zumindest bis vor 2 Jahren immer noch so gewesen.

15.06.2017 13:50
von:
swich
Status: offline  

https://lesbenfruehling.d [...] sse.html

Stand 2014 gab es keinen bindenden Beschluß dazu.
Ich wage sehr zu bezweifeln,. daß ein solcher seitdem eingeführt wurde.
Wenn das 2016 so geregelt war, dann war das die Entscheidung der konkreten Orga für dieses eine LFT.
Soweit ich mich erinnere, war das in zahlreichen letzten Jahren auch nicht kommuniziert. (Ich bin allerdings seit einigen Jahren raus und hab das daher nur sporadisch verfolgt). Bis vor zwei Jahren ist also falsch.

M3nsch kann das LFT finden, wie willste - aber das ist für mich ein Prinzessin-auf-der-Erbse-Argument, sorry.

18.06.2017 06:08
von:
maluca
Status: offline  

Ja, sowas kann wirklich jede Orga-Gruppe entscheiden, wie sie will. Oft werden halt die Regelungen vom Vorjahr übernommen, wenn es keine Beschwerden gab. Und für nichtlesbische Kinder in der Pubertät ist die Veranstaltung wohl nicht wirklich spannend und auch schwer, da eine Betreuung zu organisieren...

Ich fand's ein bisschen schade, dass der Behinderten/Andersfähigen Bereich nicht mehr so gut organisiert zu sein scheint, meine Freundin sitzt im Rollstuhl und wir sind deshalb dieses Jahr nicht mehr hingefahren.



18.06.2017 11:18
von:
Polarstern
Status: offline  

Zitatramirez schrieb am 14.06.2017 um 17:26:

Ich finde diese Veranstaltung grauenhaft. Insbesondere wegen der dort immer noch herrschenden Intoleranz.
Wer Kinder männlichen Geschlechts ab 12 Jahre hat, darf die nicht mitbringen... - mittelalterliches Denken!!!

Wollte ich nur loswerden. Habe keine Lust auf Diskussion diesbezüglich.


JA, das hat mich damals auch sehr frustriert!! Und ich bin echt betrübt. dass das immer noch so ist.
In Hannover 2002 und München 2003 habe ich lange Diskussionen mit den Orga-Teams geführt, leider ergebnislos.
Für mich das Ende meiner LFT Besuche, ich fühlte mich in meiner Familiensituation abgelehnt.

18.06.2017 13:56
von:
Antikoerperr
Status: offline  

ZitatPolarstern schrieb am 18.06.2017 um 11:18:

Zitatramirez schrieb am 14.06.2017 um 17:26:

Ich finde diese Veranstaltung grauenhaft. Insbesondere wegen der dort immer noch herrschenden Intoleranz.
Wer Kinder männlichen Geschlechts ab 12 Jahre hat, darf die nicht mitbringen... - mittelalterliches Denken!!!

Wollte ich nur loswerden. Habe keine Lust auf Diskussion diesbezüglich.


JA, das hat mich damals auch sehr frustriert!! Und ich bin echt betrübt. dass das immer noch so ist.
In Hannover 2002 und München 2003 habe ich lange Diskussionen mit den Orga-Teams geführt, leider ergebnislos.
Für mich das Ende meiner LFT Besuche, ich fühlte mich in meiner Familiensituation abgelehnt.


Habt ihr mal eure pubertierenden Söhne gefragt, wie sie sich auf so einer Veranstaltung fühlen?

Ich kenne es von anderen Frauen/Lesbentreffen mit Altersgrenze für Jungs, dass diese schon weit vor dem Alter von 13 irritiert sind und eigentlich nur wegwollen.

18.06.2017 17:02
von:
Polarstern
Status: offline  

Natürlich habe ich ihn damals gefragt und auch die Situation für ihn beurteilt. Er war damals 11 Jahre alt, also kurz noch vor der "Altersgrenze", aber er sah schon immer deutlich älter aus und ich wollte keine Diskussion vor ihm, ob das angegeben Alter denn auch so stimme.

Ich kann den Refugiumsgedanken mehr als gut nachvollziehen, aber dann verstehe nicht die Einladung von Gruppen wie den Kingz of Berlin, die gewollt männlicher Aussehen als jeder pubertierende Jüngling es je kann.

18.06.2017 17:34
von:
Antikoerperr
Status: offline  

Was hat er denn gesagt? Hat/hätte er sich wohlgefühlt zwischen all den Lesben? Gerade in einem Alter, in dem sich der Körper wandelt und die Hormone durchdrehen?

Den Bezug zu Drag Kings kann ich nun wieder gar nicht verstehen. Das ist doch etwas gänzlich anderes.

Insgesamt versteh ich auch nur so halb, dass du dich selber (in deiner Familiensituation) abgelehnt fühlst. Es gibt doch auch für Heteros zig Angebote, wo die Kinder anders untergebracht werden müssen, bzw. wo nur bestimmte Kinder mitgenommen werden können. Deswegen wirst du als Mutter ja nicht abgelehnt.

18.06.2017 17:39
von:
LoveElefantsA..
Status: offline  

tja..
Wenn, dann war ich nur einmal 2005 in Berlin kurz mal auf dem LFT
ich provoziere lieber nicht, jedoch scheinen die LFT-forumsladies eher sandkasten-lesbisch zu denken..da alles Engagement freiwillig als e.V. organisiert wird, scheinen weder Lesben mit Söhnen als auch Gehandikapte bedacht zu werden..
die Familie ist jedoch für einige relevanter als Events.. wenn Lesben (die eben Söhne haben oder gehandikapt sind) dort überhaupt hinkommen..
hm..muss jede für sich wissen, was am besten für sie ist..
ich bemerke aber auch, dass es schwierig ist, alle Arten/Varianten einzubeziehen und für Gehandikapte zu planen erfordert, großzügigere Platz-planungen.. wenn frau/man schwerbehinderte Verwandte hat, weiß frau/man dass viele locations im Keller ohne Fahrstuhl ihre sanitären Anlagen haben.. also viele Räumlichkeiten sind dort eben noch nicht gerecht vorgegeben..
naja. sollen alle selbst ihr Konzept machen.. und die, die gesund sind und keine pubertieren Söhne haben, haben sich dort in Kiel sicher wohlgefühlt..
LG


18.06.2017 17:58
von:
Antikoerperr
Status: offline  

Jedes Planungsteam plant anders, deswegen kann ich zu 2017 nichts sagen. Ich kenne es bisher aber so, dass sehr großer Wert darauf gelegt wurde, alle möglichen Arten von Handicaps mitzudenken. Das ist teilweise auch mit erheblichem finanziellem Aufwand verbunden und wenn es dann gar nicht genutzt wird, dann verstehe ich schon die Entscheidung, die Gelder nächstes Mal anders einzusetzen. Natürlich wäre es schöner, alles für alle immer offen zu halten und auch keine Voranmeldungen zu erwarten, die für Lesben ohne Handicap auch nicht zwingend notwendig sind. Natürlich steigen dann aber die Kosten, was auch wieder ausgrenzend ist, auch wenn gilt, dass jede nur bezahlen soll, was sie kann, ein Richtwert wird ja vorgegeben.

Letztlich ist es egal was du machst und wie du es machst, die Beschwerden sind immer zahlreich, das Lob verhaltener. Das ist einer der Gründe, warum ich mich aus allen möglichen (ehrenamtlichen) Orga-Jobs mittlerweile gänzlich raushalte. Sollen die, die sich beklagen, es doch einfach besser machen.

19.06.2017 06:30
von:
maluca
Status: offline  

Also, bislang war es bei den LFTs so, dass es für Lesben mit Handicap super organisiert war, man musste sich nur anmelden, sagen, was man braucht und alles wurde organisiert (Unterkunft etc.), es war klar, dass die Assistentin kostenlos mit untergebracht war, alles war barrierefrei und so weiter, das war ja immer das Tolle. Nur bei den letzten beiden LFTs eben nicht mehr.



19.06.2017 20:20
von:
swich
Status: offline  

ZitatAntikoerperr schrieb am 18.06.2017 um 17:58:

Jedes Planungsteam plant anders, deswegen kann ich zu 2017 nichts sagen. Ich kenne es bisher aber so, dass sehr großer Wert darauf gelegt wurde, alle möglichen Arten von Handicaps mitzudenken. Das ist teilweise auch mit erheblichem finanziellem Aufwand verbunden und wenn es dann gar nicht genutzt wird, dann verstehe ich schon die Entscheidung, die Gelder nächstes Mal anders einzusetzen.....


Welche Gelder?

Es gibt einen bindenden beschluß, daß das LFT barrierefrei zu sein hat (sonst darf es nciht stattfinden)*.
Ich glaube nicht, daß sich an dem grundsätzlichen Interesse einer barrierefreien Gestaltung etwas geändert hat.
Allerdings stammt der Beschluß (und auch das Prozedere, an das sich dann alle gewöhnten) aus eienr Zeit, in der es noch deutlich mehr öffentliche Gelder für die Barrierefrei-Förderung gab.
Diese wurden vor rd zehn Jahren schonmal fast halbiert, und dann weiter gekürzt (so ungefähr angeblich; genaue Zahlen weiß ich nciht).
Jdf. wurde durchaus auch in den Barrierefrei-Bereich (der auch sehr viel Orga-kapazität braucht) "reingebuttert" - natürlich gerne, weil er einfach Bestandteil ist. Jdf. reichte es schon damals nciht dafür, etwa von den Fördergeldern für barrierefrei irgendwas woanders auszugeben.

Bei den "Geldern" geht es aber also immer mehr um das, was halt an "Eintritten" reinkommt.
Und ein Solidarprinzip funktioniert eben nur, wenn und so gut wie alle mitmachen.
Zuzm Beispiel Assistenz-Eintritt: Wir haben daher vor zehn Jahren (mehr als aus Finanzgründen aus der Solidar-idee heraus) vorgeschlagen: Wenn die Assistentin selber als Lesbe ein Interesse am LFT hat, möge sie Eintritt bezahlen nach Selbsteinschätzung, wie alle anderen auch. (Bedarfe anmelden sollten übrigens auch alle - irgendwomit muß die Orga kalkulieren können. Und organisieren eh).
Es gab aus allen möglichen Gruppen, denen gefühlt etwas "weggenommen" wurde (im vergleich zu den Vorjahren) mit der Solidaridee, Widerstände (aber auch Zuspruch und Beteiligungsbereitschaft).

Ich habe gehört, daß es 'früher' auch mehr Bereitschaft gegeben haben soll, seine Mitarbeit in Form von Asssistenz für Andersfähige (oder wie auch immer formuliert) einzubringen. Das ist etwas, das auch nur sehr begrenzt im Einfluß der Orga steht; sie kann ja keine zwingen.

Klar kann es sein, daß der ein oder anderen Orga die Kapazität oder auch der Blick dafür mangelte (wie gesagt, die letzten Jahre kenne ich nciht mehr). Was sehr schade wäre.
Aber daß es eine nachfragebasierte Kosten-Dienstleistungs-Rechnung zu Lasten der Schwächsten ist o.ä. - das halte ich für seeehr, sehr unwahrscheinlich.

_________________
* Das kann aber leider meist nicht heißen, daß es ein wundersames Schlaraffenland ist. Z.B. ists ein Ort auch dann barrierefrei, wenn der einzige rolligerechte eingang auf der Rückseite liegt (ein Bedauern darüber finde ich nachvollziehbar, ein Beklagen/einfordern nicht). Und wo Räume knapp sind, sehe ich nciht, was dagegen spricht,
Nicht in Zeiten, wenn ohnehin jedes Jahr gezittert werden muß, daß im nächsten nochmal ein LFT stattfindet.

Solange ich das mitbekommen habe, waren die Orgas gerade im Bereich Barrierefrei sehr engagiert.

Auch im Bereich Gender-Barrieren war es absolut nciht so, daß da einfach stillschweigend Fakten geschaffen oder es sich sonstwie leicht gemacht wurde!
Die Debatten waren deutlich kontroverser, und teilweise seeehr sehr Kräftezehrend/-bindend/-vernichtend.
Und diesae Kräfte (meist in Form unbezahlter, ehrenamtlicher Orga-Arbeit, die nicht selten für einzelne das Ausmaß einer Arbeitsstelle oder gar einen burnout annahm) sind knapp.
Da braucht es kein "umschichten", damit evtl. auch mal was hinten runter fällt, was eigentlich noch so gern geschaffen worden wäre.

Von außen, als (vermeintlich) 'benachteiligte' Person zu sagen "alles blöde/ignorante Dumpfbacken" o.ä. finde ich daher äußerst unfair.

Fordern ist immer nur die Hälfte der Miete.


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