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Abtreibung und Feminismus

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18.07.2017 20:08
von:
Minerva_
Status: offline  

Frauen in Arkansas müssen einen Mann um Erlaubnis bitten, wenn sie eine Abtreibung brauchen.

http://wienerin.at/home/l [...] s-Mannes

Ich finde diese Rückschritte zunehmend unsäglich!!

Schön finde ich unten den Film, "Warum ist es wichtig, eine Feministin zu sein."

Das ist ja hier auch immer mal wieder Thema, und ich erinnere, dass in meiner ersten Coming-out-Gruppe vor rd. 25 Jahren noch einige Frauen der Meinung waren, dass sie mit "Emanzen" nix zu tun haben wollen.

Wie ist das bei Euch?
Was bedeutet für Euch Feminismus und würdet Ihr Euch als Feministinnen bezeichnen?


18.07.2017 20:18
von:
maruru
Status: offline  

Werte Minerva und was hat jetzt das eine mit dem anderen zu tun ?

Oder liegt es an der Verknüpfung beider Themen auf einer Seite?

w.

18.07.2017 20:22
von:
Weirdo2013
Status: offline  

Hallo Minerva, ich erlaube mir einen Auszug aus deinem Link zu posten:

Wie man Abtreibungen verbieten kann, ohne es so zu nennen

Ein Bundesgesetz aus 2009, der Arkansas Final Disposition Act, regelt den Umgang mit den Überresten Verstorbener. Nach dem Tod einer Person müssen sich die Familienmitglieder einigen, was mit dem Körper des Verstorbenen passieren soll.

Der neue Gesetzeszusatz H.B. 1566 schließt abgetriebene Föten in das Gesetz ein. Die schwangere Frau und der Mann, dessen Samen ihre Eizelle befruchtet hat, müssen sich also einigen, was mit dem Embryo passieren soll. In weiterer Folge bedeutet das, dass die Frau oder ihr Arzt dem Mann jedenfalls mitteilen muss, dass sie eine Abtreibung vornehmen lassen möchte. Der Mann hat dann theoretisch die Möglichkeit, die Abtreibung mittels einer gerichtlichen Anordnung zu verhindern.

Zu deiner Frage Minerva: Ich habe viel zu grossen Respekt vor sehr engagierten Feministinnen, als dass ich mich leichtfertig als solche bezeichnen wuerde. Aber, bei so einer Schweinerei wie in Arkansas, muss doch jede und jeder aufschreien

18.07.2017 20:56
von:
Minerva_
Status: offline  

Zitatmaruru schrieb am 18.07.2017 um 20:18:

Werte Minerva und was hat jetzt das eine mit dem anderen zu tun ?

Oder liegt es an der Verknüpfung beider Themen auf einer Seite?

w.


Was Abtreibung mit Feminismus zu tun hat?
Ist das Deine Frage?

18.07.2017 21:00
von:
Minerva_
Status: offline  

ZitatWeirdo2013 schrieb am 18.07.2017 um 20:22:

Hallo Minerva, ich erlaube mir einen Auszug aus deinem Link zu posten:

Wie man Abtreibungen verbieten kann, ohne es so zu nennen

Ein Bundesgesetz aus 2009, der Arkansas Final Disposition Act, regelt den Umgang mit den Überresten Verstorbener. Nach dem Tod einer Person müssen sich die Familienmitglieder einigen, was mit dem Körper des Verstorbenen passieren soll.

Der neue Gesetzeszusatz H.B. 1566 schließt abgetriebene Föten in das Gesetz ein. Die schwangere Frau und der Mann, dessen Samen ihre Eizelle befruchtet hat, müssen sich also einigen, was mit dem Embryo passieren soll. In weiterer Folge bedeutet das, dass die Frau oder ihr Arzt dem Mann jedenfalls mitteilen muss, dass sie eine Abtreibung vornehmen lassen möchte. Der Mann hat dann theoretisch die Möglichkeit, die Abtreibung mittels einer gerichtlichen Anordnung zu verhindern.

Zu deiner Frage Minerva: Ich habe viel zu grossen Respekt vor sehr engagierten Feministinnen, als dass ich mich leichtfertig als solche bezeichnen wuerde. Aber, bei so einer Schweinerei wie in Arkansas, muss doch jede und jeder aufschreien


Das mit dem Respekt ist schön, aber deshalb nicht Feministin zu sein, fänd ich schade.
Das hier macht mich dann vollends wütend:
"In seiner jetzigen Form trifft das Gesetz auch Frauen, die vergewaltigt wurden oder sich in einer gewalttätigen Partnerschaft befinden. Frauen unter 18 müssen ihre Eltern oder Vormund in die Entscheidung miteinbeziehen."

Würde das dann in letztendliche Konsequenz bedeuten, dass der Vergewaltiger noch bestimmen kann, ob die vergewaltigte Frau abtreiben darf?

Unsäglich!


18.07.2017 21:09
von:
Weirdo2013
Status: offline  

Ja...diesen Verweis auf diese Unsäglichkeit des Mitbestimmungsrechts gab es schon mal hier zu lesen. Ich kann mich nur nicht erinnern, ob es der gleiche Sachverhalt ist.

Zu:
"Das mit dem Respekt ist schön, aber deshalb nicht Feministin zu sein, fänd ich schade."

In meinem sehr kleinen Wirkungskreis agiere ich feministisch. So gut, wie ich es kann. Wenn ich das Wort Feministin höre, denke ich gleich an grosse Vorbilder. Vielleicht sollte ich diesen Hemmschuh lieber in den Schuhschrank stellen und sagen, ja, ich bin eine Feministin Und Trump und Konsorten ertrage ich nicht

18.07.2017 21:17
von:
Minerva_
Status: offline  

ZitatWeirdo2013 schrieb am 18.07.2017 um 21:09:

Ja...diesen Verweis auf diese Unsäglichkeit des Mitbestimmungsrechts gab es schon mal hier zu lesen. Ich kann mich nur nicht erinnern, ob es der gleiche Sachverhalt ist.

Zu:
"Das mit dem Respekt ist schön, aber deshalb nicht Feministin zu sein, fänd ich schade."

In meinem sehr kleinen Wirkungskreis agiere ich feministisch. So gut, wie ich es kann. Wenn ich das Wort Feministin höre, denke ich gleich an grosse Vorbilder. Vielleicht sollte ich diesen Hemmschuh lieber in den Schuhschrank stellen und sagen, ja, ich bin eine Feministin Und Trump und Konsorten ertrage ich nicht


Die sind auch nur äußerst schwer zu ertragen.
Was denkst Du denn, was die "großen Vorbilder" sagen würden, wenn Du denen sagtest, Du würdest Dich wegen ihnen nicht Feministin nennen?

18.07.2017 21:27
von:
Weirdo2013
Status: offline  

ZitatMinerva_ schrieb am 18.07.2017 um 21:17:

Was denkst Du denn, was die "großen Vorbilder" sagen würden, wenn Du denen sagtest, Du würdest Dich wegen ihnen nicht Feministin nennen?


Jetzt haste mich aber versenkt Ich hoffe, sie würden mit mir einen Trinken gehen und hierbei mir den Kopf auf liebevoll-femistische Art und Weise zurecht rücken Und wahrscheinlich wären sie etwas geknickt....


18.07.2017 22:13
von:
Diedo
Status: offline  

Was macht eine Abtreibung mit einem werdenden Vater, der hilf- und rechtlos ist, und sich in der Lage sähe und in der Verantwortung sieht, e.g. auch ein behindertes Kind großzuziehen, der e.g. die Frage, ob behindert oder nicht behindert, nicht zum Gegenstand der Entscheidung über leben lassen und nicht leben lassen macht? Ist es unfeministisch, kritisch zu hinterfragen, ob es nicht gerecht ist, dem werdenden Vater im Schwangerschaftskonflikt nicht per se lediglich die Rolle eines rechtlosen Unbeteiligten - gleich jedem beliebigen Dritten, der mit dem werdenden Menschen nichts zu tun hat - zuzubilligen staatlicherseits? Hat er z.B. nicht ein Recht, gerichtlich überprüfen zu lassen, ob eine behauptete Indikation für eine Abtreibung rechtsfehlerfrei angenommen wurde? Falls nein: Wieso nicht? Ist es psychisch für einen (nicht mehr) werdenden Vater so viel leichter zu verkraften, dass er mit ansehen muss, wie das werdende gemeinsame Kind, zu dem er eine Beziehung aufbaute und in Beziehung steht, im Extremfall auch noch zu einem Zeitpunkt, zu dem es lebensfähig wäre wegen einer Entscheidung der Schwangeren tot geboren wird, als es für die Schwangere wäre, es lebend zu gebären? Welches Trauma wiegt schwerer? Wer kann das entscheiden? Sind die Interessen der werdenden Väter gar nicht zu berücksichtigen? Eine sichere Antwort habe ich nicht.

editiert am 18.07.2017 22:30 Beitrag melden Zitatantwort
18.07.2017 22:20
von:
cArt
Status: offline  

Mein Körper gehört mir!!!


18.07.2017 22:27
von:
cArt
Status: offline  

Und jede Idee darüber über einen anderen Körper mit zu bestimmen zu wollen, ist und bleibt eine Grenzüberschreitung.


18.07.2017 22:30
von:
Minerva_
Status: offline  

ZitatcArt schrieb am 18.07.2017 um 22:20:

Mein Körper gehört mir!!!


Das bringt es auf den Punkt!

18.07.2017 22:31
von:
Minerva_
Status: offline  

ZitatWeirdo2013 schrieb am 18.07.2017 um 21:27:

ZitatMinerva_ schrieb am 18.07.2017 um 21:17:

Was denkst Du denn, was die "großen Vorbilder" sagen würden, wenn Du denen sagtest, Du würdest Dich wegen ihnen nicht Feministin nennen?


Jetzt haste mich aber versenkt Ich hoffe, sie würden mit mir einen Trinken gehen und hierbei mir den Kopf auf liebevoll-femistische Art und Weise zurecht rücken Und wahrscheinlich wären sie etwas geknickt....



Genauso denke ich mir das auch....

18.07.2017 22:48
von:
Diedo
Status: offline  

Ok. Manchmal kann es so einfach sein. Scheinbar. Ist es aber nicht. Die Grundrechte schützen in ihrem objektiven Gehalt auch schon den Nasciturus. Dass er diese Pflichterfüllung selbstständig nicht einzuklagen in der Lage ist, liegt auf der Hand. Wieso ihre Einhaltung nicht von dem werdenden Vater, e.g. bei der Indikationsbejahung bei Spätabtreibungen, überprüft werden darf, bedarf einer Begründung. Wer veranlasst denn sonst eine solche Überprüfung? Ob das den Kern des Gesetzes in Arkansas betrifft, ist mir nicht so klar. Der verlinkte Artikel ist nicht sehr ergiebig. Ich halte aber eine Diskussion über die Rolle werdender Väter im Rahmen von Schwangerschaftskonflikten u. -abbrüchen davon unabhängig nicht für obsolet. Ihnen wird keine zugebilligt. Man kann sie natürlich damit abwiegeln zu sagen, der eigene Körper gehöre einer selbst und damit könne man machen, was einer bliebe: zwei Schachteln Kippen pro Tag, Wodka bis zum Umfallen. Schwanger oder nicht schwanger. Darin nur nicht behindertes Leben entstehen lassen. Ist halt die Frage, ob das nicht ein bisschen grobschlächtig, massiv einseitig und unterkomplex ist. Oder doch auf den Punkt.

editiert am 18.07.2017 23:20 Beitrag melden Zitatantwort
18.07.2017 22:57
von:
Spaetsommer_
Status: offline  

ZitatDiedo schrieb am 18.07.2017 um 22:13:

Was macht eine Abtreibung mit einem werdenden Vater, der hilf- und rechtlos ist, und sich in der Lage sähe und in der Verantwortung sieht, e.g. auch ein behindertes Kind großzuziehen, der e.g. die Frage, ob behindert oder nicht behindert, nicht zum Gegenstand der Entscheidung über leben lassen und nicht leben lassen macht? Ist es unfeministisch, kritisch zu hinterfragen, ob es nicht gerecht ist, dem werdenden Vater im Schwangerschaftskonflikt nicht per se lediglich die Rolle eines rechtlosen Unbeteiligten - gleich jedem beliebigen Dritten, der mit dem werdenden Mensch nichts zu tun hat - zuzubilligen staatlicherseits? Hat er z.B. nicht ein Recht, gerichtlich überprüfen zu lassen, ob eine behauptete Indikation für eine Abtreibung rechtsfehlerfrei angenommen wurde? Falls nein: Wieso nicht? Ist es psychisch für einen (nicht mehr) werdenden Vater, so viel leichter zu verkraften, dass er mit ansehen muss, wie das werdende gemeinsame Kind, zu dem er eine Beziehung aufbaute und in Beziehung steht, im Extremfall auch noch zu einem Zeitpunkt, zu dem es lebensfähig wäre, wegen einer Entscheidung der Schwangeren tot geboren wird, als es für die Schwangere wäre, es lebend zu gebären? Welches Trauma wiegt schwerer? Wer kann das entscheiden?


es ist sicher generell nicht unfeministisch, "kritisch zu hinterfragen".
aber es ist unfeministisch, die perspektive der schwangeren frau zu unterschlagen.
es ist der körper der frau, nicht der des mannes. keines deiner argumente rechtfertigt, die entscheidungshoheit über ihren körper einem anderen menschen als ihr selbst zuzusprechen.
und das geschieht hier. usa anno 2017.
unfassbar!



18.07.2017 22:59
von:
Diedo
Status: offline  

ZitatcArt schrieb am 18.07.2017 um 22:27:

Und jede Idee darüber über einen anderen Körper mit zu bestimmen zu wollen, ist und bleibt eine Grenzüberschreitung.


Darüber kann man gerade im Hinblick auf Spätabtreibungen eingehend reflektieren.

18.07.2017 23:04
von:
Spaetsommer_
Status: offline  

ZitatcArt schrieb am 18.07.2017 um 22:20:

Mein Körper gehört mir!!!


!

18.07.2017 23:07
von:
Diedo
Status: offline  

ZitatSpaetsommer_ schrieb am 18.07.2017 um 22:57:
es ist sicher generell nicht unfeministisch, "kritisch zu hinterfragen".
aber es ist unfeministisch, die perspektive der schwangeren frau zu unterschlagen.
es ist der körper der frau, nicht der des mannes. keines deiner argumente rechtfertigt, die entscheidungshoheit über ihren körper einem anderen menschen als ihr selbst zuzusprechen.
und das geschieht hier. usa anno 2017.
unfassbar!


Hierzulande darf eine Frau ja auch nicht völlig losgelöst von dem dem Schutz des Staates unterfallenden Ungeboren entscheiden, wann sie abtreibt und wann nicht. Aber wenn die Indikation bejaht wird, wer sollte gerichtlich überprüfen lassen, ob zurecht? In Arkansas kann der Vater ja wohl auch nicht durch ein bloßes "Nein" zur Abtreibung selbige verhindern. Oder doch? Das wäre allerdings krass.Wann hat denn die Klage auf Unterlassung Aussicht auf Erfolg? (Der Artikel ist einfach grottig....zu wenige Infos)

editiert am 18.07.2017 23:19 Beitrag melden Zitatantwort
18.07.2017 23:18
von:
cArt
Status: offline  

ZitatDiedo schrieb am 18.07.2017 um 22:48:

Ok. Manchmal kann es so einfach sein. Scheinbar. Ist es aber nicht. Die Grundrechte schützen in ihrem objektiven Gehalt auch schon den Nasciturus. Dass er diese Pflichterfüllung selbstständig nicht durchzusetzen in der Lage ist, liegt auf der Hand. Wieso ihre Einhaltung nicht von dem werdenden Vater, e.g. bei der Indikationsbejahung bei Spätabtreibungen, überprüft werden darf, bedarf einer Begründung. Wer veranlasst denn sonst eine solche Überprüfung? Ob das den Kern des Gesetzes in Arkansas betrifft, ist mir nicht so klar. Der verlinkte Artikel ist nicht sehr ergiebig. Ich halte aber eine Diskussion über die Rolle werdender Väter im Rahmen von Schwangerschaftskonflikten u. -abbrüchen davon unabhängig nicht für obsolet. Ihnen wird keine zugebilligt. Man kann sie natürlich damit abwiegeln zu sagen, der eigene Körper gehöre einer selbst und damit könne man machen, was einer bliebe: zwei Schachteln Kippen pro Tag, Wodka bis zum Umfallen. Schwanger oder nicht schwanger. Darin nur nicht behindertes Leben entstehen lassen. Ist halt die Frage, ob das nicht ein bisschen grobschlächtig, massiv einseitig und unterkomplex ist. Oder doch auf den Punkt.


Ich weiß ja nicht ob ich deinen Kommentar richtig verstehe, da fliegen so ein paar Fremdwörter herum die ich nicht zu orten kann

Also kommentiere ich das mal wie ich es verstehe du wirfst für mich da zwei Sachen durcheinander,

Mein Körper gehört mir und da hat, kein anderer Menschen ein Mitspracherecht Punkt.
Entscheide ich mich in meinen Körper ein Kind zu empfangen. Bin ich nicht mehr allein in meinen Körper und trage natürlich sorge für das gewollte heranwachsende Leben in mir.

Das es nicht immer vorbildlich läuft, gibt doch keinen anderen Menschen das Recht zu bestimmen ob eine Frau ein Kind bekommen muss.


editiert am 18.07.2017 23:30 Beitrag melden Zitatantwort
18.07.2017 23:30
von:
Spaetsommer_
Status: offline  

der artikel sagt nichts darüber, ob und wie (umfänglich argumentiert) der mann sein nein zum abbruch der schwangerschaft der frau begründen muss, um eine gerichtliche anordnung zur unterlassung der abtreibung zu erwirken.
fakt ist, dass die entscheidung über ihren körper hier nicht mehr bei der frau liegt!




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