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Symbiotische vs. reife Beziehung

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10.09.2017 14:01
von:
Quilma
Status: offline  

Hallo,

"In einer reifen Beziehung sind beide Partner „bei sich selbst“, das macht sie anziehend für den anderen. Bindung entsteht durch Anziehung, „Attraktion“. Beide fühlen sich frei, sich zu verändern, zu wachsen. Diese Veränderung erlebt der Partner als lebendig, als anziehend. Zwei Menschen, die in dieser Form den anderen achten, so wie er ist, können eine Beziehung leben, die von Respekt und Auseinandersetzung bestimmt ist und beiden Wachstum ermöglicht. Daraus entsteht eine tiefe Bindung.

In einer symbiotischen Beziehung entsteht Bindung durch Anpassung an den anderen, durch gegenseitige Abhängigkeit.
Die Illusion der Symbiose: Verschmelzung mit dem Anderen könne eine stabile Bindung ermöglichen.

Das Gegenteil ist der Fall. Um den anderen nicht zu verletzen oder zu verlieren, unterdrückt man die „unerwünschten“ Seiten – und erwartet vom Anderen dasselbe. Wenn der andere sich verändert – wenn er z.B. eine neue Kravatte trägt, oder sie ein neues Parfum benützt– können schon Verlustängste auftreten.
Abhängigkeit macht aggressiv. In einer symbiotischen Beziehung wird Aggression unterdrückt, aus Angst, dadurch die Beziehung zu gefährden. Die unterdrückte Aggression staut sich, wird destruktiv. Die Betroffenen verlieren die Achtung für den Anderen – und für sich selbst. Sie finden nicht zueinander und können sich auch nicht trennen. Das kann die Hölle sein.
Symbiose und Sexualität

Die Ausprägung des Symbiosemuster spiegelt sich auch in der Sexualität eines Paares wieder – wie könnte es auch anders sein!
Der Versuch, die sexuellen Bedürfnisse des anderen zu erspüren, ihm zu einer sexuellen Befriedigung zu verhelfen, ist allzu oft verbunden mit einem Zurückstellen der eigenen Bedürfnisse. Bisweilen „spielt“ der eine Partner – oft die Frau – dem anderen den eigenen Orgasmus vor, um ihn zu erregen, um ihm das Gefühl zu geben, ein guter Liebhaber zu sein. Um so den anderen zu binden.
Auf eine subtile Weise verlieren diese Partner jedoch die Achtung für den anderen – und für sich selbst, für ihre eigenen Sexualität.

Anders in einer „reifen“ Beziehung. Behutsam öffnen sich die Partner für einander, entdecken gemeinsam die eigenen Bedürfnisse – und die des anderen. Sie begegnen dabei ihren eigenen unbewussten Verletzungen und Verboten und können es behutsam wagen, sie schrittweise dem anderen zu zeigen. Sie können sich gegenseitig dabei unterstützen, sich von „unsichtbaren Fesseln“ zu befreien.
Das macht Beziehung lebendig, das schafft eine zunehmende Vertrautheit, getragen von einer gegenseitigen Achtung.
Das ermöglicht eine wachsende gegenseitige Anziehung, welche die beste Grundlage – wenn auch keine Garantie! -für eine stabile Beziehung ist.

Diese Beschreibung ist schematisch, in der Realität gibt es immer eine Mischung zwischen dem symbiotischen und dem „reifen“, selbstbestimmten Beziehungsmodus.
"
http://autonomie-training [...] e-traini ng/partnerschaft/

Mich würde Eure Meinung und Erfahrungen zum von mir fettschriftig Hervorgehobenen interessieren.

Wer Lust hat, der kann auf der angegebenen HP auch seinen "Autonomie-Status" testen und bei Belieben hier gern kommentieren.

Grüße,

Quilma

_______________________________

Edit: Ich bedanke mich herzlichst für aufmerksame und kritische Leserinnen des von mir verlinkten Zitats für den Hinweis, dass die Inhalte des Zitats keine Richtlinie für einen Lebensweg darstellen. Ebenso ist der "Autonomie-Test", welcher auf der von mir verlinkten HP zu finden ist, kein Ersatz für eine professionelle Persönlichkeitsdiagnose o.ä. und sollte daher nicht zu ernst und auch mit Humor genommen werden, schließlich kennt sich jeder selbst am besten und wenn nicht, macht das auch nix, nur sei hier gesagt, das oben genannte Inhalte keine Leitfadenfunktion für das eigene Leben darstellen. Von mir wurde dieser Text lediglich als Inspirationsquelle genutzt, um einen geselligen Erfahrungsaustausch zum Thema "Beziehung" anzuregen.

Mit freundlicher Formulierungsunterstützung grenze ich mich nun gerne auch noch einmal deutlicher ab:
Ich übernehme keine Haftung für die Inhalte externer Links. Für den Inhalt der verlinkten Seiten sind ausschließlich deren Betreiber verantwortlich.

Sollte die Editierung dieses Beitrags, den oben genannten Link seiner Funktion entledigen, ist das für mich vollkommen o.k.

*Herzchenkonfetti*

editiert am 14.09.2017 16:59 Beitrag melden Zitatantwort
10.09.2017 14:24
von:
LeapOfFaith
Status: offline  

Dankeschön fürs Einstellen.

Den Test fand ich spannend, weiß aber nicht, wie gut er gemacht ist, ob also das Ergebnis aus Sicht von Menschen, die sich mit der Fragestellung und solchen Testverfahren auskennen, auch aussagekräftig ist? Mir kam es nach recht wenigen Fragen für so ein komplexes Ergebnis vor.



10.09.2017 14:30
von:
DarbukaLady
Status: offline  

Eine Beziehung die symbiotisch ist, ist gar keine Beziehung.

10.09.2017 14:39
von:
Quilma
Status: offline  

ZitatDarbukaLady schrieb am 10.09.2017 um 14:30:

Eine Beziehung die symbiotisch ist, ist gar keine Beziehung.


Laut Text ist es eine Beziehung. Zwar eine wohl unreife, instabile nicht dauerhafte, aber es soll eine Beziehung sein.

Magst du begründen, warum eine symbiotische Bez. für dich keine Beziehung ist?

10.09.2017 14:55
von:
mitunter
Status: offline  

Eine menschliche Symbiose ist eine Verkettung von Umständen, die sich nicht alleine fortbewegen will. Ich weiß nicht, ob das zwangsläufig unreif sein muss, de Beauvoir und Sartre, waren nicht glücklich aber doch recht genial zusammen und es hätte den einen nicht ohne den anderen gegeben. Ich glaube, wir sollten uns frei machen von jedem Gedanken, der meint uns leiten zu müssen. Wir dürfen klein und gemein sein, solange wir wissen und sagen dürfen, dass wir es sind.

10.09.2017 16:30
von:
DarbukaLady
Status: offline  

ZitatQuilma schrieb am 10.09.2017 um 14:39:

ZitatDarbukaLady schrieb am 10.09.2017 um 14:30:

Eine Beziehung die symbiotisch ist, ist gar keine Beziehung.


Laut Text ist es eine Beziehung. Zwar eine wohl unreife, instabile nicht dauerhafte, aber es soll eine Beziehung sein.

Magst du begründen, warum eine symbiotische Bez. für dich keine Beziehung ist?


Ja, weil ich dann nicht in einer authentischen Beziehung zum anderen bin, noch nicht einmal mit mir selbst. Und eine gesunde echte Beziehung bei mir an. Ohne diese, ist auch keine Beziehung zum anderen möglich.
Eine Symbiose ist nur eine Verlagerung, aber stellt keine Verbindung dar.

10.09.2017 20:56
von:
rosedawson
Status: offline  

Der Begriff Verschmelzung ist für mich sehr positiv besetzt, weshalb ich ihn nicht mit ungesunden Beziehungsmustern in Verbindung bringen kann.

Ganz banal kann ich das am Beispiel Sex (innerhalb einer Liebesbeziehung) festmachen. Wenn ich mit einer Person, die ich liebe, Sex habe, dann verschmelze ich seelisch, emotional und körperlich mit ihr.
Auch im Alltag perfekt aufeinander eingespielt zu sein, harmonierende Gewohnheiten, das Gefühl "es passt", fühlt sich für mich wie Verschmelzung und damit irgendwie durchaus wie eine Symbiose an, während man gleichzeitig in sich selbst ruht, für sich allein und zugleich miteinander wachsen kann, frei und selbstbestimmt miteinander lebt.

Insofern ist in meinem Kopf der Begriff Symbiose wohl einfach falsch geprägt, obwohl der Duden sagt Symbiose: Zusammenleben zweier Lebewesen verschiedener Art zu beidseitigem Vorteil. ... das klingt doch gar nicht so negativ.

10.09.2017 22:18
von:
Quilma
Status: offline  

@rosedawson

Mit deiner Beschreibung von Verschmelzung, kann ich wesentlich mehr anfangen oder hier etwas Positives im Begriff "Symbiose" sehen.

Daher fand ich das von mir Hervorgehobene aus dem Eingangszitat auch spannend.

Ich atte eine gute Bekannte, mit der ich mich regelmäßig über dieses Thema auseinandersetzte, weil sie "symbiotische Verschmelzung" als DAS, was in einer Beziehung so wahnsinnig toll sei, anstrebte. Doch mir wiederstrebte dies, da sie es so beschrieb, wie so eine oben im Zitat beschriebene "symbiotische Beziehung" und ich selbst eher nach einer "reifen Beziehung" strebe. Mir war vor Lesen des Textes nicht wirklich klar, dass eine ausgewogene Mischung aus beidem eine stabile Beziehung ausmachen kann.

Und was den "Autonomie-Test" auf der HP angeht: Ich habe ihn gemacht und er hat für mich sehr gut gepasst und mir auch nochmal eine Selbstreflektion aufgedrückt. Ich habe wirklich noch nicht ausreichend Autonomie im Bereich Grenzen erlangt, grade was Eigene angeht. Sehr freundlich und direkt stand dann da, dass wenn man das nicht anständig macht, man zu manipulativem Verhalten neigt, was Beziehungen sehr destabilisiert und salopp gesagt einfach mega kacke ist. Ich war dann ein paar Sekunden beleidigt aber es stimmt ja und ich bin auch dabei es zu bearbeiten, weil es mit jedem Schritt unglaublich frei macht und diese Freiheit dann ja auch in einer Beziehung gezeigt wird. Für mich war die Seite tatsächlich motivierend.
Das gute an Reife oder autonomie ist ja auch, dass Menschen, die einen autonom nicht haben wollen, so gut wie von selbst aus dem eigenen Leben verschwinden und Platz wird für Menschen, die einen tatsächlich mögen, "wie man ist" und das nicht nur als aufgesetzte Floskel.

edit: tüdelchen vertüdelt

editiert am 10.09.2017 22:28 Beitrag melden Zitatantwort
10.09.2017 22:48
von:
froddo
Status: offline  

ZitatQuilma schrieb am 10.09.2017 um 14:01:

Hallo,

"In einer reifen Beziehung sind beide Partner „bei sich selbst“, das macht sie anziehend für den anderen. Bindung entsteht durch Anziehung, „Attraktion“. Beide fühlen sich frei, sich zu verändern, zu wachsen. Diese Veränderung erlebt der Partner als lebendig, als anziehend. Zwei Menschen, die in dieser Form den anderen achten, so wie er ist, können eine Beziehung leben, die von Respekt und Auseinandersetzung bestimmt ist und beiden Wachstum ermöglicht. Daraus entsteht eine tiefe Bindung.

In einer symbiotischen Beziehung entsteht Bindung durch Anpassung an den anderen, durch gegenseitige Abhängigkeit.
Die Illusion der Symbiose: Verschmelzung mit dem Anderen könne eine stabile Bindung ermöglichen.

Das Gegenteil ist der Fall. Um den anderen nicht zu verletzen oder zu verlieren, unterdrückt man die „unerwünschten“ Seiten – und erwartet vom Anderen dasselbe. Wenn der andere sich verändert – wenn er z.B. eine neue Kravatte trägt, oder sie ein neues Parfum benützt– können schon Verlustängste auftreten.
Abhängigkeit macht aggressiv. In einer symbiotischen Beziehung wird Aggression unterdrückt, aus Angst, dadurch die Beziehung zu gefährden. Die unterdrückte Aggression staut sich, wird destruktiv. Die Betroffenen verlieren die Achtung für den Anderen – und für sich selbst. Sie finden nicht zueinander und können sich auch nicht trennen. Das kann die Hölle sein.
Symbiose und Sexualität

Die Ausprägung des Symbiosemuster spiegelt sich auch in der Sexualität eines Paares wieder – wie könnte es auch anders sein!
Der Versuch, die sexuellen Bedürfnisse des anderen zu erspüren, ihm zu einer sexuellen Befriedigung zu verhelfen, ist allzu oft verbunden mit einem Zurückstellen der eigenen Bedürfnisse. Bisweilen „spielt“ der eine Partner – oft die Frau – dem anderen den eigenen Orgasmus vor, um ihn zu erregen, um ihm das Gefühl zu geben, ein guter Liebhaber zu sein. Um so den anderen zu binden.
Auf eine subtile Weise verlieren diese Partner jedoch die Achtung für den anderen – und für sich selbst, für ihre eigenen Sexualität.

Anders in einer „reifen“ Beziehung. Behutsam öffnen sich die Partner für einander, entdecken gemeinsam die eigenen Bedürfnisse – und die des anderen. Sie begegnen dabei ihren eigenen unbewussten Verletzungen und Verboten und können es behutsam wagen, sie schrittweise dem anderen zu zeigen. Sie können sich gegenseitig dabei unterstützen, sich von „unsichtbaren Fesseln“ zu befreien.
Das macht Beziehung lebendig, das schafft eine zunehmende Vertrautheit, getragen von einer gegenseitigen Achtung.
Das ermöglicht eine wachsende gegenseitige Anziehung, welche die beste Grundlage – wenn auch keine Garantie! -für eine stabile Beziehung ist.

Diese Beschreibung ist schematisch, in der Realität gibt es immer eine Mischung zwischen dem symbiotischen und dem „reifen“, selbstbestimmten Beziehungsmodus.
"
http://autonomie-training [...] e-traini ng/partnerschaft/

Mich würde Eure Meinung und Erfahrungen zum von mir fettschriftig Hervorgehobenen interessieren.

Wer Lust hat, der kann auf der angegebenen HP auch seinen "Autonomie-Status" testen und bei Belieben hier gern kommentieren.

Grüße,

Quilma



sehr interessanter Beitrag, habe ich selber leider am eigenen Leib erfahren eine solche Symbiose und bin jetzt sehr vorsichtig was Beziehungen angeht, würde nie wieder so eine destruktive Beziehung eingehen - aber leider wusste ich das in dem Fall vorher nicht... hat mich viel gekostet im Leben

10.09.2017 23:04
von:
Quilma
Status: offline  

Zitatfroddo schrieb am 10.09.2017 um 22:48:
sehr interessanter Beitrag, habe ich selber leider am eigenen Leib erfahren eine solche Symbiose und bin jetzt sehr vorsichtig was Beziehungen angeht, würde nie wieder so eine destruktive Beziehung eingehen - aber leider wusste ich das in dem Fall vorher nicht... hat mich viel gekostet im Leben


Hast du denn schon herausgefunden, was du für dich ggf. verändern oder wo du an dir arbeiten kannst, um eine andere Beziehungsart eingehen zu können?

10.09.2017 23:22
von:
DarbukaLady
Status: offline  

Ich frage mich, wie so eine Verschmelzung zweier Körper, Seelen auf lebenslänglich vonstatten gehen soll? Zwillinge zusammen gewachsen?

10.09.2017 23:24
von:
bellesparoles..
Status: offline  

nun, von mir aus kann man gern versuchen, beziehungsmuster so zu beschreiben. was mich stört, ist, dass dem ganzen eine wertung zu grunde liegt ("reif" vs. "unreif". dahinter steckt ein bestimmtes menschenbild, das nicht zwangsläufig von jedem geteilt werden muss (und dem sich schon gar nicht jeder unterwerfen muss).



10.09.2017 23:31
von:
Quilma
Status: offline  

Zitatbellesparoles schrieb am 10.09.2017 um 23:24:

nun, von mir aus kann man gern versuchen, beziehungsmuster so zu beschreiben. was mich stört, ist, dass dem ganzen eine wertung zu grunde liegt ("reif" vs. "unreif". dahinter steckt ein bestimmtes menschenbild, das nicht zwangsläufig von jedem geteilt werden muss (und dem sich schon gar nicht jeder unterwerfen muss).



Ein bestimmtes Menschenbild? Magst du das erläutern? Ich empfand es bisher eher als ein individuelles Gefühl..."ich fühle mich reif/autonom/unabhängig", dass es hier ein "gesellschaftliches Idealbild" geben mag, falls du soetwas meinst, kann ich mir zwar vorstellen, doch ein solches Ideal interessiert mich persönlich nicht, wobei es zur Orientierung sicher dienlich sein kann.

10.09.2017 23:38
von:
Diedo
Status: online  

Freilich habe ich "erheblich erniedrigte" Autonomie- und "deutlich erhöhte" Symbiose-Werte, weshalb mir zu einer Beratung zu raten ist. Da liegt also was im Argen, da ist was massiv abklärungsbedürftig. Und dabei helfen können mir die gelisteten "Therapeuten", die bei Langlotz ausgebildet wurden u. nun mit seinem Label werben dürfen. Ich kann freilich auch sein Buch lesen. Kostet nur neunundzwanzigneunundneunzig. Nachtigall ick hör Dir trapsen. Lasst Euch doch nicht verarschen mit irgendwelchen angeblich signifikant von der gesunden Norm abweichenden Phantasiewerten. Meine "Werte" sind völlig in Ordnung. Und Symbiosen sind ja nun nicht generell oder auch nur regelmäßig dadurch gekennzeichnet, dass die eine angsterfüllt ohne den anderen nichts mehr (eigenständig) machte oder lebensunfähig wäre.

Und Dottore:
Widerspiegeln! Bedeutet: gegenspiegeln. Nicht: nochmal spiegeln. Reflektier mal über das, was du da schreibst! Dann kommste schon von selbst drauf! Ich könnte aber auch ne Sprachberatung anbieten. Ohne für eins a Quaität bürgendes Label allerdings. Blöd. Daran sollte ich vielleicht arbeiten.Also wenn ich mich nicht doch entscheide diese krasse Symbiosebaustelle zu beackern.

editiert am 10.09.2017 23:52 Beitrag melden Zitatantwort
10.09.2017 23:50
von:
Quilma
Status: offline  

@Diedo

Ok, du hast mit deiner Kritik vollkommen recht! Kritisches Beurteilen der HP habe ich jetzt einfach mal vorausgesetzt. Ich finde es aber gut, dass du darauf hinweist, dass man solche Tests nicht als 100% genau, etc. nehmen und sein eigenes Leben darauf aufbauen sollte.
Es war auch nicht von mir beabsichtigt, den Menschen hinter der HP zu puschen.

Mir geht es tatsächlich an sich um das Thema, wie es in dem Zitat im Eingangsbeitrag formuliert wurde, aber nicht darum, dieses Zitat als eine Art Richtlinie zu sehen. Ich nahm es sozusagen als Anreiz, um eine Unterhaltung hier ankurbeln zu können zu einem Thema das mich interessiert.

Wie empfindest du für dich denn Symbiotisches in Beziehungen und gibt es für dich soetwas wie ein "Verschmelzen" und hat dies für dich etwas mit Symbiose zu tun?

11.09.2017 00:00
von:
bellesparoles..
Status: offline  

ich habe das gefühl, dem ganzen liegt die erwartung zu grunde, jeder mensch müsse sich auf ein bestimmtes ziel hin entwickeln, das in der absoluten autonomie liegt. aber das ist utopisch... menschen sind voneinander abhängig, und beziehung bedeutet, sich in eine art von abhängigkeit (oder vielmehr "zusammenhängigkeit" zu begeben. ich finde es falsch, das ideal vom völlig freien, unabhängigen menschen zu postulieren, weil es meiner meinung nach nicht möglich ist - außer man möchte in keinerlei beziehung zu jemandem anderen treten.

vielleicht hänge ich mich aber gerade an diesem extrem auf... mir kommt es einfach nur so vor, als ob einem das als beziehungsideal hingestellt wird, und diese auffassung teile ich einfach nicht, weil (und ich gehe immer vom fehlerhaften, unzulänglichen, unvollkommenen menschen aus) es mir zu unrealistisch erscheint.

ABER vielleicht liegt es auch daran, dass ich selbst nie unter einer symbiotischen beziehung gelitten habe und mir diese erfahrung schlicht fehlt.

11.09.2017 00:04
von:
Diedo
Status: online  

ZitatQuilma schrieb am 10.09.2017 um 23:50:
Wie empfindest du für dich denn Symbiotisches in Beziehungen und gibt es für dich soetwas wie ein "Verschmelzen" und hat dies für dich etwas mit Symbiose zu tun?


So ne - berechtigte - Angst, dass die Partnerin ganz autonom Adieu sagte, wenn ich mich allzu autonom gerierte und nur alle Schaltjahr mal zurücksteckte im eigenen Wollen, um ihrem zum Werden zu verhelfen, hat für mich nichts Negatives.

Zum Verschmelzen: Man kann schon als "Wir" denken und fühlen - ebenso wie als "Ich" zu denken und zu fühlen. Das schließt sich gegenseitig nicht aus, sondern kann gleichberechtigt nebeneinander stehen. Und sich den Verlust des "Wir" vorzustellen, darf sich mithin auch elementar erschütternd anfühlen: nicht nur die Vorstellung, sich zu verlieren. Man ist ja auch nicht im luftleeren Raum. Und Beziehungen, Beziehungsverluste und -änderungen prägen und formen und ändern das "Ich".

Das ist für mich alles im grünen Bereich. Es leben ja keine zwei Singles miteinander und teilen eine Schnittmenge, soweit und solange es eine solche zwischen zwei Menschen, die unabhängig (voneinander) sind, eben gibt.

editiert am 11.09.2017 00:11 Beitrag melden Zitatantwort
11.09.2017 00:10
von:
Quilma
Status: offline  

Ich wünsche erstmal gute Nacht und vielen Dank für die Beiträge!

11.09.2017 09:26
von:
HerbstKatze
Status: offline  

ZitatQuilma schrieb am 10.09.2017 um 22:18:

(...)
Und was den "Autonomie-Test" auf der HP angeht: Ich habe ihn gemacht...
(...)


Dir und allen anderen ist schon klar, dass das keine seriöse Informationsseite ist, sondern eine kommerzielle Seite mit nur einem Ziel, nämlich kostenpflichtige Beratungen zu verkaufen? Was für den dort angebotenen Test bedeutet: Ab in die Tonne damit!

editiert am 11.09.2017 09:28 Beitrag melden Zitatantwort
14.09.2017 01:17
von:
Quilma
Status: offline  

ZitatHerbstKatze schrieb am 11.09.2017 um 09:26:

ZitatQuilma schrieb am 10.09.2017 um 22:18:

(...)
Und was den "Autonomie-Test" auf der HP angeht: Ich habe ihn gemacht...
(...)


Dir und allen anderen ist schon klar, dass das keine seriöse Informationsseite ist, sondern eine kommerzielle Seite mit nur einem Ziel, nämlich kostenpflichtige Beratungen zu verkaufen? Was für den dort angebotenen Test bedeutet: Ab in die Tonne damit!


Also wie gesagt, ich setze kritisch Lesen voraus.

Und natürlich sollte man nicht einmal einen Love-Test aus der Bravo machen, wenn man zu instabil ist, um sich vom Ergebnis distanzieren zu können.

In meinem Testergebnis von dieser Seit, gab es natürlich auch andere Dinge, mit denen ich mich überhaupt nicht identifizieren konnte. Ich glaube auch nicht an Horoskope und lese sie dennoch alle paar Monate mal.

Es geht doch lediglich um Gedanken, um Inspiration und nicht darum irgendwelchen Schrott anzunehmen, der eh nicht zu einem passt.

Wenn ich alles in die Tonne werfen würde, was mir nicht zu 100% zusagt oder alles kaufen würde, was mir zu 100% zusagt, dann wäre ich völlig verschlossen, hätte aber bedarf an Lagerräumen für Kram den ich nicht wirklich brauche...


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