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Interessenkonflikt Beziehung Sex

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22.09.2017 22:52
von:
Quilma
Status: offline  

Hallo,

Ich wünsche mir Austausch zum Titel-Thema und lege ein Beispiel vor:

Ihr seid in einer soweit glücklichen monogamen Beziehung. Mit der Zeit ändert sich i.d.R. ja mal die Sexualität, Vorlieben, Praktiken, etc. (im Detail soll es hier nicht darum gehen, dies könnte lediglich in der Ero-Welt weiter beschnackt werden...).

Nun kommt es in der Sexualität mit eurer lang liebenden und glücklichen Partnerschaft zu einer Veränderung. Damit meine ich, ihr würdet gerne einen "neuen" Teil von euch sexuell ausleben, doch dies trifft nicht auf Gegenseitigkeit/Interesse bei eurer Partnerin. Also sie möchte diesen Teil nicht ausleben, weil sie hier nicht diesen lustvollen neuen Interessensbereich teilt.

Was nun? Anderweitig ausleben oder Verzicht? Welche Optionen gibt es sonst noch? Welche Erfahrungen habt ihr gemacht?

____________
Meine Erfahrung im real life bisher dazu ist, dass wenn hierüber nicht ausgiebig kommuniziert wird, die Beziehung sehr leidet und in die Brüche gehen kann.

Grüße,

Quilma

22.09.2017 23:08
von:
Quilma
Status: offline  

ZitatSelbstzitat:
Meine Erfahrung im real life bisher dazu ist, dass wenn hierüber nicht ausgiebig kommuniziert wird, die Beziehung sehr leidet und in die Brüche gehen kann.


Ich mag das noch etwas weiter ausführen, weil es mir grade unter den Nägeln brennt. In einer Beziehung hatte ich einen Wunsch, den mir meine Partnerin nicht erfüllen wollte, da es nichts für sie war. Sie hat es zwar einmal ausprobiert und ich war hochauf begeistert, doch es überspannte ihre Grenzen.

Es viel mir sehr schwer u.a. auch deshalb, weil ich ja durch den "Versuch" der Wunscherfüllung wusste, dass ich es wahnsinnig toll fände, dies öfter erleben zu dürfen, hiervon wieder loszulassen und es drückte für mich die Körpernähe-Stimmung zu meiner Partnerin sehr.

Es war ein Gefühl, einer Verführungstaktik nicht wertvoll genug zu sein. Und dieses Gefühl bekam ich einfach nicht mehr weg. Die Trennung dieser Beziehung beruhte natürlich auch noch auf sehr fundamentalen Gründen und diese Situation spielte nur eine "Nebenrolle", im Vergleich zu anderen Pfeilern der Beziehung und auch an sich dem gemeinsamen Sex.

Wieviel macht so eine "Kleinigkeit" also aus? Und was ist, wenn sich diese "Kleinigkeit" im Sexleben zu einer größeren Sache auswächst? Etc.

22.09.2017 23:53
von:
Betzy79
Status: mobile  

Offenheit im ersten Schritt ist sicherlich eine gute Sache. Aber dann wird es schwierig. Verzicht funktioniert mitunter nicht. Ausleben aber vieleicht auch nicht. Ein Dilemma in welchem ich nicht stecken möchte.

23.09.2017 00:29
von:
WolkeNeun
Status: mobile  

Zitat

Was nun? Anderweitig ausleben oder Verzicht? Welche Optionen gibt es sonst noch? Welche Erfahrungen habt ihr gemacht?

Quilma


Meine Erfahrung ist, dass sich so einige für „anderweitig ausleben“ entscheiden ohne dass die ablehnende Partnerin es mitbekommt. So viel zu glücklichen monogamen Beziehungen, die in Wirklichkeit keine sind…

23.09.2017 00:33
von:
Quilma
Status: offline  

Dankeschön für die ersten Beiträge
Ich muss nun leider erst einmal off, melde mich wieder.

23.09.2017 00:48
von:
Jean_Rock
Status: mobile  

Teamhinweis:
Bitte an die AGB halten! (Ziffer 6)
23.09.2017 01:06
von:
Weirdo2013
Status: offline  

@Jean_Rock

Vielleicht magst du die Zeilen von Quilma nochmals in Ruhe durchlesen
Ich finde ihren Post wunderbar, da er anspricht, dass selbst die schönste Beziehung mitunter in die Brüche gehen kann, wenn es sexuell nicht harmoniert.
Zum Beispiel war bei mir das EINE, dass meine Partnerin sich nicht wirklich auf mich einliess, nicht zuhörte. Und mein EINES war, dass ich nicht mutig genug war, meine Wuensche zu äussern. Und diese Disharmonie kann zu Dissonanzen führen, welche wie Störwellen bis an das Ufer des Beziehungskerns gelangen. Passt man hier nicht auf, kommuniziert Frau nicht genügend, wachsen die Wellen zu einem Sturm heran und fegen den Kern hinweg.

23.09.2017 08:04
von:
Quilma
Status: offline  

ZitatJean_Rock schrieb am 23.09.2017 um 00:48:

Darf ich mal fragen wie lange deine Beziehung ging?


Klar darfst du fragen, die Beantwortung deiner Frage lasse ich aber mal aus.

ZitatNun zu meiner Meinung:
Das ist ziemlich widersprüchlich was du da über deine Trennung sagst. Ich habe das Gefühl du hast sehr wohl aus diesem Grund deine Beziehung beendet, deshalb auch die Erwähnung mit dem "in die Brüche gehen" und der Betonung der "Nebenrolle". Ganz ehrlich: sehr schwach, wirklich. Deine Partnerin möchte EINE bestimmte Sache nicht machen und ihn dir baut sich ein Gefühl von nicht Wert genug sein auf?! WTF?! Sorry, wenn ich da so spreche, jedoch hast du gefragt wie andere das sehen.


Nicht ich beendete die Beziehung, sondern meine damalige Partnerin aufgrund von Ungleichgewicht in vielen Dingen, die grundlegend in einer Beziehung sind, wie u.a. Konfliktfähigkeit, Respekt, Vertrauen, etc. und bei Fehlen zu sehr zehrenden Auseinandersetzungen geführt und sich auch auf Sexualität ausgewirkt haben.

Ich habe im Übrigen nach Austausch gesucht, nicht nach Bewertung meiner Person. Ich bin so einiges aber "schwach", in dem Sinne, wie du das Wort hier verwendet hast, nicht.

Und ja, in mir baute sich ein Gefühl des "nicht wertvoll genug seins" auf, da ich in vielen Dingen bereit bin auf eine Partnerin zuzugehen und hier auch einen Ausbau meiner Grenzen als Chance bzw. optimistisch sehe und es mir darüber hinaus auch Freude bereitet, Freude zu bereiten, solange es lediglich darum geht eigene Ängste abzubauen und nicht darum Grenzen komplett aufzugeben.

ZitatIn deinem Profil unter "In einer Beziehung ist mir wichtig" steht:


Zum einen erlaube ich mir, mich persönlich zu entwickeln und zum anderen empfehle ich folgende Lektüre:
https://de.lesarion.com/account/agb.php

ZitatAlso liegt das Problem einzig an dir und nicht an deiner Partnerin. Ganz dem Motto: die will mir das nicht geben, such ich mir ne andere.


Die von mir im Eingangsbeitrag geschilderte Situation wäre zumindest, sollte ich noch einmal in Ähnliche geraten, von mir anzugehen, um in der zwischenmenschlichen Kommunikation gemeinsam eine Lösung finden zu können, die der Beziehung mögl. zuträglich sein würde, wenn, und davon gehe ich aus, dies gemeinsames Ziel ist.

Mit deinem formulierten Motto kann ich mich nicht identifizieren aber vielen Dank für diese Perspektive, die ich so noch nicht bedacht habe.

ZitatLächerlich dein Post hier!


Meine Meinung dazu: Nö.

23.09.2017 08:13
von:
Quilma
Status: offline  

ZitatWolkeNeun schrieb am 23.09.2017 um 00:29:

Zitat

Was nun? Anderweitig ausleben oder Verzicht? Welche Optionen gibt es sonst noch? Welche Erfahrungen habt ihr gemacht?

Quilma


Meine Erfahrung ist, dass sich so einige für „anderweitig ausleben“ entscheiden ohne dass die ablehnende Partnerin es mitbekommt. So viel zu glücklichen monogamen Beziehungen, die in Wirklichkeit keine sind…


Dankesehr für diese Perspektive. Ähnliche deutete sich ja auch in Jean_Rocks Beitrag an.

Betrug/Fremdgehen wäre ein Thema, das ich hier zunächst gerne ausklammern würde, da es mir hier vor allem darum geht, was ich finde {@}Betzy79 sehr spannend als "Dilemma" beschrieb.

Ist eine solche Situation tatsächlich ein Dilemma, wenn ja, warum {?} und welche Bedingungen müssten gegeben sein, damit es lediglich ein Interessenkonflikt ist und somit, bei gewollter Weiterführung der Beziehung, aufgelöst werden kann und wie.

23.09.2017 11:40
von:
Betzy79
Status: mobile  

Es ist ein Dilemma, weil beide Wege nicht das gewünschte Erlebnis liefern.

Nach wiki: Soziale Dilemmata liegen vor, wenn die bestmögliche Verfolgung der individuellen Interessen der beteiligten Akteure diese in einen Zustand führt, der sie schlechter stellt als Lösungen, in denen auf die beste Handlung zur Maximierung der individuellen Interessen verzichtet wird.
Quelle: https://de.wikipedia.org/ [...] _Dilemma

In einerm Szenario wäre es der Verezicht auf etwas, auf das unmöglich zu verzichten ist, weil etwas essentielles fehlt und nicht durch etwas anderes ersetzt werden kann. Im anderen Szenario wäre es wahrscheinlich die von Weirdo beschriebene Disharmonie, die sich so krass auswirken kann, dass die Störung die Beziehung maßgeblich beeinträchtigt.

Helfen kann zB die Methode nach Steinke, die er in seinem Buch "Entscheiden" beschreibt. Er bezieht sich dabei auf die Exerzitien Ignatius von Loyolas, der einem Jesuitenorden angehörte.
1. Eine Entscheidungssituation wahrnehmen; Emotionale Hinweise und körperliche Signale wahrnehmen und miteinbeziehen
2. Die Entscheidung gut vorbereiten; Den Zeitrahmen abstecken; Sich Überblick verschaffen; Sich über die eigenen Ziele und Sehnsüchte klar werden; Sich innerlich freier machen
3. Mit Kritiken abwägen; Rationale und emotionale Dimensionen berücksichtigen; Gutes Bauchgefühl und Ethik:Check; Übereinstimmung mit Grundentscheidungen und Grundwerten - Überprüfung und Vereinbarungs-Check; Nutzen und gute Gründe, Pro und Contra; Zeit, Kraft, Realistische Selbsteinschätzung; Ehrlichkeit; Innerer Freiden
4. Die Entscheidung entschlossen treffen
5. Die Entscheidung auswerten

Dabei gibt es verschiedene Entscheidungstypen, bzw -fallen, zB Entscheidungen vor sich herschieben, sich selbst etwas vormachen indem man innerlich widersprüchlich bleibt oder zB rationalisiert oder indem falsche Maßstäbe angelegt werden zB zu hohe Leistungskriterien.

In einem Dilemma zu entscheiden ist unglaublich schwer, aber wer es schafft, eine Entscheidung besusst zu treffen - und nicht nur in Situationen zu stolpern und dann spontan zu entscheiden, wird hoffentlich zufriedener mit sich und der Situation sein und auch andere mitunter weniger verletzten.

23.09.2017 14:06
von:
Diedo
Status: offline  

Wer die Vorteile der Monogamie als gewichtig sieht und sich daher auf Monogamie verständigt, wird in aller Regel nicht jede Facette seiner Sexualität ausleben können. Miteinander als Liebende leben (wollen) umfasst ja in den seltensten Fällen zu 100% sexuell kompatibel zu sein. Das zu erwarten hielte ich auch für sehr überspannt. Hollywood.

Monogamie bedeutet also Verzicht. Gegenteiliges/Anderes (offene Beziehung, Polygamie, Polyamorie usw.) bedeutet auch Verzicht. Einen Verzicht in einem anderen Gewand. Nicht jedes Gewand kleidet jede*n gleich gut.

Binsenweisheit: Man kann nicht alles haben. Man kann nicht alles, das man willens u. fähig wäre auszuleben, ausleben, ohne sich und andere zu verlieren: egal, welche Lebens- und Partnerschaftsform man nun gewählt hat.

In Kenntnis dessen und nach einer Prüfung und Besinnung darauf, warum man den einen Verzicht dem anderen vorzog und vorzieht, kann auch der der gemeinsamen partnerschaftlichen Entscheidung immanente und einer entsprechende Verzicht als bereichernd empfunden werden und als Paar zusammenschweißen.

editiert am 23.09.2017 14:16 Beitrag melden Zitatantwort
26.09.2017 08:07
von:
ErikaS1
Status: mobile  

geschätzte Quilma wie du dir gewiss denken kannst spricht mir dein Eingangspost aus der Seele und ich danke dir das du das Thema angefangen hast..
Der Unterschied ist das du es "von hinten" siehst und die Vergangenheit analysierst und ich mitten in diesem Dilemma stecke.. insofern habe ich ein vitales Zukunftsinteresse an den konstruktiven Beiträgen....

Eben lebe ich streng monogam.. nicht weil es meiner Natur entspricht, sondern weil mir mein Partnerin sowichtig ist das ich lieber mich beschränke als sie ggf zu verletzen.
Sie ist in meinem Leben zu einem wichtigen Pfeiler geworden ... und ich in ihrem Leben ... wir sind quasi zwei Einbeinige die sich stützen...

Nur nicht nur ich wandel mich auch sie.. Und genau das wird gerade zur Herausforderung der wir uns stellen. Ihr ist klar das ich Begierden habe und auch welche. Es werden auch im zuge des übergangs sich Begireden entwickeln, die sie nicht stillen kann und auch nicht will. Von meiner Seite kann ich emotional und auch rational trennen zwischen Beziehung und Lust, Begierde,"spiel" etc.

Wenn ich die möglichen Konstellationen durchspiele, gibt es immer eine Ecke die nicht auf geht. Auswärtsspiel ohne ihr Wissen geht für mich einfach aus Respekt nicht ( unfälle mal ausgenommen).
Also bleibt nur das offene Gespräch, an dem wir dran sind. Das ist ein Prozess in meinen Augen der auch mal Monate vielleicht Jahre braucht.
Nach eigenem Bekunden hat meine Partnerin aktuell das Thema Wechseljahre und ihre Zurückhaltung ist nicht auf die körperlichen Veränderungen bei mir zurück zuführen. Das war im letzten Gespräch das wichtigste für mich, weil ich mich sehr zurück gesetzt fühlte. Wir lieben uns wirklich tief aber wir sind nicht blind...

Mein Ziel wäre in eine offen Partnerschaft zu gelangen, wobei auch ich nicht scharf darauf bin im Auswärts mich von ONS zu ONS zuhangeln. Mir wäre auch aufgrund der Tatsache das für mich BDSM schon sehr emotional und sehr tief geht wichtig auch hier eine stabile langfristige Partnerin als Femdom zuhaben..

Also quasi eine fürs Herz und eine für den Schmerz...

Aber wie geht es ihr damit?
Sollange es abstrakt bleibt denke ich kann sie es "ausblenden"
Aber wenn ein Spiel sichtbare Spuren hinterlässt und den offensichtlich macht was verborgen ist...
Was ist wenn sich beide wieso auch immer kennen lernen oder wenn die Begehrlichkeit der Dom dann doch grösser werden.. das ist ein wirklich nicht einfach...

Am Ende kann ich dir nur sagen das meine Beziehung entweder gestärkt und gefestigter aus diesem Kampf gehen wird oder sie wird daran zerbrechen.

Aktuel werde ich Option zwei, auch wenn ich manchen Tag Höllenqualen leide, um alles in der Welt verhindern.
Aber ob ich das ewig aushalten werde und nicht doch mein Profiltext in der SZ Wirklichkeit wird, ich weis es nicht aber ich will es genauso wissen wie du---

Ich hoffe auf Beiträge von Menschen die die in dieser Situation leben und berichten welche Herausforderungen sie bewältigen, was ihr Lösungen sind...wo sie vielleicht auch gescheitert sind und weshalb...

ehrlich bin ich ratlos....

eri



26.09.2017 09:34
von:
TanteKnüppelK..
Status: offline  

Eventuell sich mit dem Thema der offenen Beziehung befassen. Denn oft kann man nicht alles in einer Partnerschaft leben. Sollte es keine Einigung auf eine andere Beziehungsform zustande kommen dann musst du dich auf einen Verzicht einstellen.


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