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Vorfall im KKh

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11.12.2017 20:56
von:
phoenix33
Status: offline  

Ungeklärte Unfall im KKH

Vor ein paar Wochen verstarb meine Mutter. Eine Frage der Zeit, bis es eindeutig war, daß sie stirbt. Aber was mich beschäftigt ist eine Geschichte, die noch davor im KKH mit meiner Mutter passiert ist.

Sie lag allein in einem Zimmer. Das Bett stand normalerweise an die Wand gestellt, um zu vermeiden, daß sie aus dem Bett fällt. Als mein Vater sie besucht hat, stand das Bett nicht an der Wand. Meinem Vater kam es merkwürdig vor, daß sie einen Hausschuh anhatte und als er drunter schaute war er entsetzt. Die Ärzte hatten ihm noch nicht mal erzählt, daß sie sich einen Oberschenkelbruch zugezogen hatte. Verständlich das mein Vater sehr ärgerlich wurde, weil man ihm das verschwiegen hatte. Man erzählte ihm, daß man vermutet sie sei aufgestanden. Was gar nicht sein kann:

Sie war gar nicht mehr in der Lage und hatte auch nicht mehr die Kraft dazu, alleine aufzustehen. Und schon gar nicht konnte sie sich allein einen Hausschuh anziehen. Sie konnte sich zu dem Zeitpunkt auch schon nicht mehr artikulieren.

Meine Vermutung:
-Vernachlässigung des Personals. Wenn es so ist, hätte ich es wenigstens gut gefunden, daß sich diese Person dazu äußert.
- Absichtliche Herbeiführung eines Knochenbruches, damit noch abkassieren kann bei der Krankenkasse. Meine Mutter konnte sich ja nicht mehr äußern oder wehren.

Dazu hier mal eine Doku auf youtube:
https://www.youtube.com/w [...] 6sDyIBd0

Als man auf der Intensivstation versuchte sie aufzusetzen, geriet sie in eine Panik, die ich noch nie bei ihr gesehen habe. Für mich schon ein Indiz, daß etwas falsch gelaufen ist.

Ich würde einfach mal gern wissen, ob hier vielleicht jemand ähnliche Erfahrungen gemacht hat.


11.12.2017 21:11
von:
AnKa0104
Status: mobile  

Erleben musste ich das mit meinen Verwandten zum Glück noch nicht. Aber man hat ja leider schon allzu oft von den Zuständen in Heimen und auch Krankenhäusern gehört. Das erschüttert mich immer sehr, dass Menschen dazu in der Lage sind anderen hilflosen Menschen das anzutun.

11.12.2017 22:29
von:
Minerva_
Status: offline  

Wer keine Verwandten hat, ist im Alter im KH ziemlich schnell geliefert. Man muss sich kümmern, gerade um ältere oder alte Menschen.
An einen absichtlich herbeigeführten Bruch glaube ich, ehrlich gesagt, nicht. Aber dass das völlig überlastete Personal nicht aufgepasst hat, also das glaube ich sofort.

11.12.2017 22:46
von:
Spaetsommer_
Status: offline  

nimm es nicht hin! erstatte anzeige und verständige den mdk.


11.12.2017 23:15
von:
DonnaFortunat..
Status: offline  

Absichtlich passiert das selten, es ist eher der Fall durch Unachtsamkeit und Unterbesetzung auf den Stationen. Ich kannte eine Frau die haben sie während sie noch in Narkose lag beim umlagern runterfallen lassen.
Ein anderer alter Mann damals mit Marcumar eingestellt, ist über seinen Blasenkatheter in der Nacht verblutet.
Die Frau hat dann Anzeige erstattet.
Das ist momentan traurige Realität.

11.12.2017 23:46
von:
lea85
Status: offline  

Hmm.. da liegt der Verdacht nahe, dass man sie hat fallen lassen. Und zur Verschleiherung einfach wieder ins Bett und einen Hausschuh an. O.o
Aber das kannst nur du beurteilen, ob sie nicht wirklich noch im Wahn so einen Kraftakt hätte selbst bewerkstelligen können. :/

Meine Oma hatte damals einen Schlaganfall und weil sie so alt war, wurde sie in kein Krankenhaus mit spezieller Schlaganfallstation verlegt. Obwohl sie sie nicht kannten und sie vor dem Anfall noch vollkommen fit war.
Darüber war ich sehr enttäuscht.

12.12.2017 00:13
von:
COtt2Dix
Status: offline  

Erstens : mein Beileid.

An die Wand gestellt, damit sie nicht aus dem Bett fällt? Die Pflegebetten verfügen dafür über die sog. Bettgitter.

Vor allem in der Sterbephase gibt's Zeitfenster, wenn Menschen völlig unerwartet wach/aktiv/unruhig werden können. Da habe ich schon Patienten gesehen, die trotz Morphium fast das gesamte Bett auseinander genommen haben beim Versuch, (trotz Bettgitter) aufzustehen.

Das hätte passieren können.

Bzgl der absichtlichen Herbeiführung des Bruches - das ist 100 % Quatsch, keiner wird sich *persönlich* strafbar machen, um dem Krankenhaus relativ betrachtet paar Groschen "dazu zu verdienen".

12.12.2017 00:15
von:
Tabeat
Status: mobile  

phoenix33 ich möchte dir mein herzlichstes Beileid ausdrücken.

Ich kann dir nur von meiner Mutter erzählen und das viele unnötige Untersuchungen gemacht wurden. Privatpatientin, kann man richtig noch mal abkassieren.
Das Krankenhaus, würde das aber bestreiten, dass diese unnötig waren, ist ja klar und was mache Ärzte so abrechnen .......

Das Problem ist immer die Beweißpflicht und selbst wenn, die Ärzte und Krankenhäuser sind versichert. Es würde nichts ändern.

Schuld sehe ich bei den Krankenkassen, die sich seit Jahren Milliarden in die Tasche stecken an Gewinn und die Pflicht, das Krankenhäuser gewinne machen müssen. Immer Weniger Personal, immer mehr Überlastung, immer weniger Menschlichkeit. Hauptsache die Krankenkassen verdienen wie blöde. Wenn du die Umstände kennen würdest, unter denen viele im Krankenhaus arbeiten müssen, würdest du die Hände über den Kopf schlagen. Das selbe ist bei der Pflege, die Menschen wissen das seit Jahren, es Interessiert nur keinen.

Jeder weiß und kennt die Missstände, es ist aber keiner bereit was dagegen zu tun. Die großen Gewinner sind die Pharmakonzerne, Krankenkassen, Privatkliniken usw.

Ich weiß, es gibt nichts was dich trösten wird und du wirst noch sehr viel Zeit brauchen um diese Erfahrungen verarbeiten zu können. Ich wünsche dir viel Kraft.

editiert am 12.12.2017 00:16 Beitrag melden Zitatantwort
12.12.2017 01:10
von:
MissDeLuxe90
Status: mobile  

ZitatAnKa0104 schrieb am 11.12.2017 um 21:11:

Erleben musste ich das mit meinen Verwandten zum Glück noch nicht. Aber man hat ja leider schon allzu oft von den Zuständen in Heimen und auch Krankenhäusern gehört. Das erschüttert mich immer sehr, dass Menschen dazu in der Lage sind anderen hilflosen Menschen das anzutun.


Mich erschüttert bald gar nichts mehr. Der Mensch ist doch zu so vielen anderen Dingen noch in der Lage. Wie bitte, werden hilflose Tiere vom Mensch gequält. Der Mensch ist überall sofort parat, wo es was zum Zerstören und Quälen gibt.Es gibt so viel Leid auf der Welt, jeder beschwert sich, aber viel zu oft wird vergessen, dass fast alles davon "menschliche Leistung" ist. Grausame Welt!

12.12.2017 16:49
von:
phoenix33
Status: offline  

Zitatlea85 schrieb am 11.12.2017 um 23:46:

Hmm.. da liegt der Verdacht nahe, dass man sie hat fallen lassen. Und zur Verschleiherung einfach wieder ins Bett und einen Hausschuh an. O.o
Aber das kannst nur du beurteilen, ob sie nicht wirklich noch im Wahn so einen Kraftakt hätte selbst bewerkstelligen können. :/

Meine Oma hatte damals einen Schlaganfall und weil sie so alt war, wurde sie in kein Krankenhaus mit spezieller Schlaganfallstation verlegt. Obwohl sie sie nicht kannten und sie vor dem Anfall noch vollkommen fit war.
Darüber war ich sehr enttäuscht.


Scheint wohl die knallharte Realität zu sein.
Man ging wohl davon aus, das es deine Oma eh nicht mehr lange macht.
Die Enttäuschung kann ich verstehen.

12.12.2017 16:54
von:
phoenix33
Status: offline  

ZitatCOtt2Dix schrieb am 12.12.2017 um 00:13:

Erstens : mein Beileid.

An die Wand gestellt, damit sie nicht aus dem Bett fällt? Die Pflegebetten verfügen dafür über die sog. Bettgitter.

Vor allem in der Sterbephase gibt's Zeitfenster, wenn Menschen völlig unerwartet wach/aktiv/unruhig werden können. Da habe ich schon Patienten gesehen, die trotz Morphium fast das gesamte Bett auseinander genommen haben beim Versuch, (trotz Bettgitter) aufzustehen.

Das hätte passieren können.

Bzgl der absichtlichen Herbeiführung des Bruches - das ist 100 % Quatsch, keiner wird sich *persönlich* strafbar machen, um dem Krankenhaus relativ betrachtet paar Groschen "dazu zu verdienen".


Das es Bettgitter gibt ist mir bekannt, aber anscheinend manchen Pflegern nicht. Es wurde nur die eine Seite hochgemacht und an die Wand geschoben.
Meine Mutter war auch während der Sterbephase relativ ruhig, also kein Aufbäumen oder ähnliches.

12.12.2017 16:58
von:
phoenix33
Status: offline  

ZitatTabeat schrieb am 12.12.2017 um 00:15:

phoenix33 ich möchte dir mein herzlichstes Beileid ausdrücken.

Ich kann dir nur von meiner Mutter erzählen und das viele unnötige Untersuchungen gemacht wurden. Privatpatientin, kann man richtig noch mal abkassieren.
Das Krankenhaus, würde das aber bestreiten, dass diese unnötig waren, ist ja klar und was mache Ärzte so abrechnen .......

Das Problem ist immer die Beweißpflicht und selbst wenn, die Ärzte und Krankenhäuser sind versichert. Es würde nichts ändern.

Schuld sehe ich bei den Krankenkassen, die sich seit Jahren Milliarden in die Tasche stecken an Gewinn und die Pflicht, das Krankenhäuser gewinne machen müssen. Immer Weniger Personal, immer mehr Überlastung, immer weniger Menschlichkeit. Hauptsache die Krankenkassen verdienen wie blöde. Wenn du die Umstände kennen würdest, unter denen viele im Krankenhaus arbeiten müssen, würdest du die Hände über den Kopf schlagen. Das selbe ist bei der Pflege, die Menschen wissen das seit Jahren, es Interessiert nur keinen.

Jeder weiß und kennt die Missstände, es ist aber keiner bereit was dagegen zu tun. Die großen Gewinner sind die Pharmakonzerne, Krankenkassen, Privatkliniken usw.

Ich weiß, es gibt nichts was dich trösten wird und du wirst noch sehr viel Zeit brauchen um diese Erfahrungen verarbeiten zu können. Ich wünsche dir viel Kraft.


Mit dem was du schreibst, hast du recht. Es ärgert mich nur maßlos, das man dann noch in der Beweispflicht steht und es fast unmöglich ist, Fehler seitens des KKH´s nachzuweisen.Und die Qualen, die meine Mutter noch zusätzlich zu ihrem ganzen Schicksal hat erleiden müssen.

12.12.2017 19:57
von:
metallfee
Status: offline  

Es tut mir wirklich leid, was deiner Mutter passiert ist... aber leider muss ich den anderen Damen zustimmen, denn die personelle Unterbesetzung in den Krankenheimen und Pflegeheimen ist wirklich dramatisch. Das Personal geht teilweise auf dem Zahnfleisch. Natürlich ist das NIEMALS eine Entschuldigung für Unfälle während der Pflege und ich frage mich, wie das Personal selbst damit klarkommt, eine Patientin während der Pflege (wenn auch unabsichtlich) schwer verletzt zu haben. Ausserdem ist es ein Nogo, den Angehörigen das zu verschweigen. Tun kannst du jetzt nichts mehr. Da hättest du sofort mit der Stationsleitung, dem MDK und/oder der Ärztekammer Kontakt aufnehmen müssen. Und natürlich, die Beweispflicht liegt leider dann auch bei dir. Wenn die Ärztekammer aber da dran ist, muss das Krankenhaus Auskunft geben. Ich weiß aber nicht, ob DU Einsicht in die Krankenakte verlangen kannst.
Trotz alledem weiß ich nicht, ob es Sinn macht, jetzt noch dagegen anzugehen.
Ich wünsche dir auch viel Kraft bei der Verarbeitung dieser wirklich schlimmen Erfahrung und alles Gute


14.12.2017 14:18
von:
A-era
Status: offline  

Absicht wohl eher nicht, ich kenne kaum Pflegepersonal, das so handeln würde (seltene Ausnahmen, wie den Todespfleger in Delmenhorst mal ausgenommen). Vernachlässigung als Folge von Personalmangel ist grundsätzlich denkbar, weil in fast allen Krankenhäusern vorhanden.

Ein Bett rundherum mit Bettgittern zu versehen oder gar einen Patienten zu fixieren ist ganz schwierig, weil es sich im juristischen Sinne um Freiheitsberaubung handelt. Um diese Maßnahmen durchzuführen muss eine richterliche Anordnung bestehen. Gibt es diese nicht, muss evtl eine Seite des Bettes offen gelassen werden. Auch bei schon bettlägrigen oder dementiell erkrankten Menschen kann es passieren, dass diese motorisch unruhig werden und womöglich aus dem Bett stürzen. Die wenigsten Kliniken sind auf Demenz-Patienten eingerichtet (auch eine Folge des Sparwahns bei den Kostenträgern = Krankenkassen).

Also: Hier zu mutmaßen oder gar Absicht zu unterstellen halte ich für unangemessen. Wenn Du Klarheit möchtest, melde den Vorfall und dann sollen sich Leute mit der Aufklärung beschäftigen, die sich damit auskennen.

Auf der persönlichen Ebene ist das selbstverständlich sehr erschreckend und auch schmerzhaft, das kann ich sehr gut nachvollziehen.
Nach etwa 24 Jahren im Gesundheitsbereich sind mir da so einige Schwachpunkte bekannt. Getan wird wenig, denn alte und kranke Menschen sind ja nicht die Gruppe, die ihre Unzufriedenheit bei Wahlen ausdrücken kann...

17.01.2018 15:24
von:
Pflaenzchen
Status: offline  

danke für die Informationen, A-era!


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