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verhängnisvolle Liebe (part 3 )

von Nanaschatz96




Man konnte die laute Musik bis nach draußen hören und als Anna mir die Tür öffnete, fiel sie mir praktisch um den Hals, lächelte mich bis über beide Ohren hin an und hatte wieder dieses Funkeln in ihren Augen, wie immer wenn sie mich ansah.
„Hey da bist du ja endlich, ich hab dich schon erwartet. Die anderen müssten auch bald da sein. Komm doch rein“, sagte sie und ich folgte ihr ohne ein Wort zu sagen ins Wohnzimmer, wo alles bereits feierlich dekoriert und das Knabberzeug auf dem Tisch in vielen kleinen Schälchen verteilt war.
„Möchtest du was trinken? Ich mach mega gute Cocktails, falls du es noch nicht wusstest“, fragte Anna.
„Ja klar, ich trink gerne Cocktails. Und nein das wusste ich nicht, na dann zeig mal was du drauf hast“, sagte ich.
„Haha wenn es das ist was du willst, musst du dich aber noch gedulden, die anderen müssten gleich kommen, also wenn dann am Ende der Party“, antwortete Anna lachend und zwinkerte mir zu.
Ich musste mit lachen und folgte ihr in die Küche, wo sie schon eifrig dabei war, mir meinen Mojito zusammen zu mixen.
Ich nippte an einem der vielen Strohhalme die sie mir ins Glas getan hatte und nahm einen großen Schluck. Der Alkoholgehalt war deutlich zu schmecken und trotzdem fand ich ihn echt lecker.
„Und schmeckts? Sei ehrlich“, wollte Anna wissen.
„Ja ist echt lecker, zwar stark aber lecker“, sagte ich und nahm einen weiteren großen Schluck.
Es dauerte nicht lange und das ganze Haus war voller feiernden und schon leicht angetrunkener Menschen. Ich mischte mich immer mal wieder unter einzelnen Gruppen, trank ein paar shots mit ihnen und verzog mich dann wieder. Nach einiger Zeit,traf ich Anna endlich unter all dem Getummel wieder und war froh endlich ein bekanntes Gesicht wieder zu sehen. Man merkte ihr an, dass auch sie schon ordentlich was getrunken hatte, konnte mich allerdings auch nicht davon frei sprechen.
Lallend nahm sie mich in den Arm und wir drehten uns einmal im Kreis, was sich hinterher als ganz schlechte Idee raus stellte, denn uns wurde immer schlechter.
Wir beschlossen uns ein wenig hin zu setzen, doch aus Ruhe wurde nichts, die anderen kamen sofort zu uns und bildeten einen Kreis. Es wurden kleine Pinnchen unter uns allen verteilt und verschiedene Flaschen Alkohol standen in der Mitte. Außerdem wurde eine leere Plastikflasche in die Mitte gelegt. Alle schrien laut : Flaschendrehen, Flaschendrehen, Flaschendrehen.
Anna und ich schauten uns lachen an und beschlossen mit zu spielen.
Lena, eine der vielen Freunde von Anna drehte als erstes die Flasche die prompt auf mich zeigte. Alle jubelten und Lena entschied, das ich 2 shots trinken sollte, was ich auch tat. Der Vodka brannte im Hals, doch von Runde zu Runde wurde es weniger.
Nach ca 5 Runden,war die erste Flasche leer und ich merkte die Wirkung deutlich. Mir wurde immer schwummriger und ich wurde immer lockerer, lachte laut mit und erwischte mich dabei, wie ich immer näher an Anna rückte,mich öfters an sie lehnte oder sie in den Arm nahm.
Wir beide hatten super viel Spaß und auch Anna musste schon einiges trinken. Wir bemerkten gar nicht, dass mittlerweile auch Kathrin, Annas noch Freundin eingetroffen war, sich zu uns in die Runde setzte und Anna und mich schon lange beobachtete.Als nach einigen weiteren Runden auch die nächste Flasche leer war, beschlossen wir einstimmig Wahrheit oder Pflicht zu spielen. Jetzt würde es erst richtig viel Spaß machen, denn alle hatten gut und viel getrunken und waren deshalb offen und bereit jede Pflicht anzunehmen.
Wieder einmal zeigte die Flasche sofort auf mich und ich musste jede Art von Pflichten erfüllen. Unter anderem musste ich kurze trinken, ein Kleidungsstück ausziehen-ich entschied mich für meine Schuhe, für eine andere Freundin von Anna, die mit ihrem Freund da war Singen und das ein oder andere mal Anna einen Kuss geben, ihr ein Kleidungsstück meiner Wahl ausziehen und so weiter. Anna blieb auch nicht verschont und musste mit ihrer Freundin das ein oder andere „ausführen“. Die anderen Partygäste waren natürlich auch dran, wählten allerdings eher Wahrheit.
Nach einigen Runden war ich (endlich) wieder dran. Lukas, einer der Gäste und mit an einer der betrunkensten stellte mir die Aufgabe für Anna zu tanzen. Ich war gerade dabei zur Abwechslung ein Wasser zu trinken. Als ich meine Aufgabe hörte, verschluckte ich mich sofort und schaute Anna mit großen Augen an. Ich sah, dass sie genau so überrascht war, sah aber wieder dieses Funkeln in ihren Augen. Ganz abgeneigt war sie also nicht. Ganz im Gegenteil zu ihrer Freundin. Wutentbrannt kam sie aus einer hinteren Ecke auf uns zu und fauchte mir ins Gesicht : „Wehe du fasst MEINE Freundin noch einmal an, dann knallts aber richtig. Ich beobachte euch schon die ganze Zeit, du kannst mir doch nicht sagen, das das alles zufällige Berührungen waren. Halt dich fern von ihr!“
Völlig erschrocken schaute ich ihr nur in die Augen und wusste gar nicht was ich sagen sollte. Anna bemerkte meine Unsicherheit und mischte sich ein.
„Sag mal was fällt dir eigentlich ein sie so anzuschreien? Sie war die letzte Zeit für mich da, als es mir wegen DIR echt schlecht ging, im Gegensatz zu dir, von dir hab ich bestimmt seit na Woche nix gehört. Wundert mich echt, dass du heute hier überhaupt auftauchst. Was hast n deinen Eltern erzählt, wo du hin gehst? Wieder mal zu EINER Freundin?! Weißt du eigentlich wie weh das tut?!“, schrie Anna sie an und es traten ihr Tränen in die Augen, als sie ihren letzten Satz aussprach.
Auf einmal war es ganz Still, naja so still wie es auf einer Party eben sein konnte. Niemand sprach mehr, man hörte nur noch die Musik und alle Blicke waren auf uns drei gerichtet. Ich fühlte mich ganz unwohl und würde am liebsten die Augen schließen und von hier verschwinden. Konnte es echt sein, dass ich Anna in irgendeiner Art und Weise Hoffnungen gemacht habe? Sofort schoss mir ein schlechtes Gewissen durch den Kopf, doch wenn ich ehrlich war, bereute ich keiner meiner Berührungen. Ich fand es zugegebener maßen echt schön und Annas Reaktionen zufolge, empfand sie genau so.
Ich wurde völlig aus meinen Gedanken gerissen, als ich hörte wie Anna anscheinend wiederholt meinen Namen sage..
„Eh sorry, was?“, fragte ich völlig verwirrt und wusste gar nicht was die letzten Minuten passiert war.
„Ist alles in ordnung? Du bist so still und blass. Um ehrlich zu sein mach ich mir ein bisschen Sorgen.Willst du dich lieber hinlegen?“, fragte Anna besorgt.
„Nein nein, alles gut. Ich war nur in Gedanken. Es ist alles gut..“,antwortete ich und bemerkte erst da, dass Kathrin verschwunden und die Party wieder in vollem gange war.
„Wo ist Kathrin?“, platzte es ohne drüber nachzudenken aus mir heraus.
„Sie ist gegangen. Wir haben hier laut stark gestritten, hast du das nicht mitbekommen?“
„Um ehrlich zu sein, nein. Wie schon gesagt, ich war gerade irgendwie voll in Gedanken versunken. Was hat sie denn noch gesagt“, fragte ich.
„Ach die ist bescheuert. Lass uns mal in den Garten gehen ja? Wir haben hinten ne ruhige Ecke mit na Schaukel, hier versteht man ja kein Wort“, sagte Anna und ich folgte ihr in den Garten, wo sich weiter hinten tatsächlich eine gemütliche Hollywoodschaukel befand, auf der wir es uns mit Wolldecken bequem machten.
„ Also erzähl, was hab ich verpasst“,fragte ich und setzte mich im Schneidersitz vor sie und kuschelte mich in die Decke ein.
„Hast du echt nix mitbekommen? Naja egal. Also dieses Mädchen hat einfach voll einen an der Klatsche. Sie hat erzählt, dass sie mit ihren Eltern geredet hatte in den Ferien und deshalb auch voll den Stress hatte, weil ihre Eltern es einfach nicht verstehen konnten, dass sie auf Frauen steht. Sie hat erzählt, dass ihre Mutter den Raum verlassen hatte, ohne auch noch ein Wort zu sagen und ihr Vater hätte gesagt, dass sie es sich noch mal ganz genau überlegen sollte, ansonsten könnte sie sich eine neue bleibe suchen. Weist du es ist ja nicht so, als würde ich sie nicht unterstützen und sie hier aufnehmen. Meine Eltern haben da nix gegen, die sind ja eh kaum zuhause und ich kann rein theoretisch machen was ich will. Und meine Eltern wissen ja bescheid.. Naja jedenfalls ist sie danach wohl zu einer Freundin von ihr namens Rebecka gefahren und sie hat mir gestanden, dass an dem Abend zwischen den beiden was lief und sie sich ja mit uns eh nicht mehr so sicher sei und es eigentlich auch schon lange für sich entschieden, dass zwischen uns Schluss wäre“, erzählte Anna und hielt währenddessen die ganze Zeit ihren Kopf gesenkt.
Sie tat mir so leid. Sie wäre bereit alles für Kathrin zu tun und was tat sie..? Wut machte sich in mir breit. Wie konnte man ihr nur sowas antun? Ich wusste wie es sich anfühlte betrogen und hintergangen zu werden und könnte niemals jemandem so etwas schreckliches antun. Ich schaute sie mitfühlend an und dann erzählte sie weiter: „ Naja, jedenfalls ist es jetzt aus mit uns. Ich kann einfach nicht mehr. Zuerst dieses ganze Versteckspiel vor ihren Eltern und jetzt auch noch das? Also wäre es nur bei dem Streit wegen ihrer Eltern geblieben, ich hätte sie aufgenommen und zusammen hätten wir garantiert eine Lösung gefunden. Aber den Seitensprung und die Tatsache, dass sie für uns beide in dem Moment entschieden hat, dass Schluss ist, einfach so, ohne mit mir darüber zu reden..nein..das zeigt mir nur, dass sie nicht mehr an uns glaubt und uns aufgegeben hat und sowas brauche ich nicht. Das hatte ich schon alles durch und noch einmal pack ich das nicht“, sprach sie weiter.
Sie tat mir so leid und ich wusste gar nicht was ich sagen sollte. Also nahm ich sie einfach in den Arm und sagte ihr, dass mir das alles schrecklich leid tut, auch das die gesamte Situation offensichtlich wegen mir vorhin so eskaliert war und wenn es etwas gäbe, was ich tun könnte, solle sie nur bescheid sagen.
Anna erwiderte meine Umarmung. Es war so schön sie im Arm zu halten.
„Ach quatsch nein, du kannst am aller wenigsten etwas dafür. Außerdem ändert es nichts an der Tatsache, dass Kathrin mich betrogen hat und nicht umgekehrt. Das alles wäre eh früher oder später raus gekommen und verziehen hätte ich ihr so oder so nicht. Weißt du, sie rastet aus, weil wir uns offensichtlich während des spiels näher gekommen sind, dabei ist sie nicht viel besser und hat gar nicht das Recht dazu,sich aufzuregen und mir Vorwürfe zu machen, denn sie hat sich ja bereits entschieden. Wahrscheinlich hat es sie einfach nur wütend gemacht, dass ich mich die ganze Zeit nicht um sie, sondern um dich gekümmert habe und du die Möglichkeit hattest, mich vor all den anderen zu Küssen und eigentlich auch zu Tanzen und nicht wie sonst auch immer, sie diejenige war“, antwortete Anna.
Irgendwie beruhigten mich ihre Worte und die Erkenntnis, dass nicht ich der Grund war, weshalb Katrin und Anna nicht mehr zusammen waren.
Wir saßen noch eine ganze Weile einfach dar und unterhielten uns weiter über alles mögliche. Ich hatte mich schon lange nicht mehr mit jemandem so lange und intensiv unterhalten. Die Zeit flog nur so davon, doch keine von uns kam auf die Idee auf die Uhr zu schauen und es interessierte uns herzlich wenig, dass sich das Haus immer mehr leerte und fast alle Gäste die Party bereits verlassen hatten.
Als die Sonne begann langsam auf zu gehen und wir immer noch da saßen und uns unterhielten, hielt ich kurz inne und betrachtete den wunderschönen Sonnenaufgang.
Ich konnte mir niemand besseren vorstellen, mit dem ich jetzt lieber da säße.
„Ich will ja nix kaputt machen oder so, aber schau mal. Die Sonne ist bereits aufgegangen und ich will ehrlich gesagt gar nicht wissen wie viel Uhr wir haben und wie lange wir hier schon saßen. Sollten wir nicht langsam mal schlafen gehen?“, schlug ich vor, obwohl ich noch Stunden einfach hier sitzen und Anna zuhören könnte.
„Ja ich glaube du hast recht. Ich mein ich ich find es echt schön gerade, aber wenn ich ehrlich bin, könnte ich ne Mütze Schlaf echt gut gebrauchen“, antwortete Anna lachend und ich schloss mich ihrem lachen an...




copyright © by Nanaschatz96. Die Autorin gab mit der Veröffentlichung auf lesarion kund, dass dieses Werk Ihre eigene Kreation ist.




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