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Black Mirrors (1)

von MrsBrons


Sailor Moon Fanfiction - Fem Slash ab 18

Die Rebellin

Sechs Uhr - der Wecker läutete schrill durch den dunklen Raum und wurde mit einem dumpfen Knall ausgeschaltet. Eine zierlich wirkende Person richtete sich in der Dunkelheit von einem scheinbar übergroßen Bett auf. Man hörte, wie die Person die Decke zur Seite warf und nackte Füße auf kalten hölzernen Boden aufsetzten. Die Gestalt ging durch den Raum, als würde sie jede möglich gefährliche Kante, wie auch jedwedes Hindernis perfekt und beinah geschmeidig auswich. Licht flutete den dunklen Raum, nachdem schwarze Vorhänge zur Seite gezogen wurden und die zuvor unerkenntliche Gestalt wurde sichtbar. Es war eine bleiche, zierliche Schönheit mit klar violetten Augen, die eher den Ausdruck vollkommenes Desinteresses und Lustlosigkeit ausstrahlten. Ihre mittellangen schwarzen Haare waren durch den nächtlichen Schlaf etwas zerzaust, die Henkel ihres schwarzen Tops hingen von ihren schmalen Schultern hinunter und es zierten von den Oberarmen beginnend und entlang des Rückens mehrere künstlerische Tätowierungen die aus Dornenranken, Dämonen, Skeletten und anderen Kreaturen der Dunkelheit bestanden. Ihr kühler Blick wandte sich nach rechts zu einem kleinen Tisch hin. Dort, wie fast jeden Morgen bereit liegend, eine Schachtel Lucky Strike und ein Feuerzeug. Dies war ihr morgendliches Ritual - eine Zichte zum Frühstück.
Sie steckte sich deshalb eine direkt an, legte das Feuerzeug weg und ging entlang des recht reichlich ausgestatteten Zimmers (Möbel aus schwarzen Leder, schwarzen Wohntisch und in einer Ecke einen schwarzen Schreibtisch mit einem PC, der drei Monitore besaß) zu einer Tür, wo sich ein luxuriös ausgestattetes Bad befand (Große Dusche mit Sitzmöglichkeit und übergroßes Waschbecken, wie auch die anderen Standards), dass aber durch Schriften wie „Metal Rulez“ oder „Victory or Die“ oder ähnlichem verziert wurde. Sie legte die Zichte auf einen ebenfalls bereit gestellten Aschenbecher hin, putzte sich die Zähne, kämmte und stylte ihr Haar und schminkte ihre Augen und ihre schmalen Lippen schwarz. Sie prüfte ihr eigenes Aussehen nochmals im Spiegel - durch die geschminkten Lippen wirkte ihr schmaler Mund voller, durch den Eyeliner wie auch der Wimperntusche kamen die violetten Augen weitaus besser zur Geltung und ihre wild gestylten Haare ließen sie ziemlich rebellisch aussehen. Insgesamt ein recht akzeptabler Look für heute, den sie nicht für irgendjemanden machte, sondern nur für sich selbst. Sie schwamm einfach, gegen den Mainstream und der schrillen kunterbunten Welt der Japaner.
>>Kaum sind die Ferien vorbei… geht der Scheiß von Neuem los…<< Dachte sie, während ihr Blick sich der Schuluniform der Juuban-Highschool, dass an einer Standheizung hing, widmete.
Sie nahm noch einen langen Zug an ihrer Lucky Strike, als ob sie das ein wenig einnahm wieder in die Schule zu gehen und zog widerwillig die Uniform an, nachdem sie die Zichte aufgeraucht und ausgedrückt hatte.
Die Stahlkappenstiefel stülpte sie in ihre recht zierlichen Füße und zog dabei die schwarzen Schnürsenkel stramm. Schon nervte sie die Krawatte und lockerte sie wieder, ließ die weiße Bluse über den Rock - die junge Frau fand es immer wieder amüsant, die Ordnungsregeln zu brechen und die Lehrer damit nur spöttisch belächelte - da sie nichts tun konnten. Immerhin stammte sie aus dem Hause Tomoe und keiner legte sich mit einer Person an, der diesen Namen trug. Sie runzelte die Stirn, als sie den knielangen blauen Schulrock betrachtete. >>Bald geht die Zeit vorbei…<< Dachte die Tochter der Familie Tomoe, richtete sich vom Bett auf, nahm ihren schwarzen Eastpack und schulterte ihn, steckte die Zigarettenschachtel ein, nahm die schwarzen Totenkopfhörer und setzte sie auf ihr Haupt. >>Das Beste an diesen Morgen ist immer noch die Musik.<<
Ein schwaches Lächeln zierte ihre Lippen und sie schloss genüsslich die Augen als der Leadsänger von W.A.S.P. den Song „Wild Child“ in ihre Ohren erklingen ließ. Dann öffnete sie die Tür- es war Zeit zu gehen, die Uhr schlug schon 7:00 und sie brauchte 45 Minuten zur Schule.
Hindurch einen langen Korridor und dann die Wendeltreppe hinunter, dann hatte sie schon den Eingangsbereich des Anwesen Tomoe erreicht.
[I'm a wild child, come and love me I want you]
Sie bemerkte, dass die vermeidliche Assistentin ihres „ach so beschäftigten“ Vaters sie sofort bemerkte und sich anschließend zwischen der Metallerin und der Haustür stellte. Kaorinite konnte man eine rothaarigen Hexe oder rothaariges Biest nennen, was sie auch gern ausstrahlte. Selbst der weiße Kittel, den sie trug, überschattete dies nicht. Die junge Tomoe fand auch im Allgemeinen, dass ihr Gegenüber keinerlei Seriosität ausstrahlte. In ihren Augen wurde sie nur wegen ihrem Vater höchstens „geduldet“. Sie nahm ihre Kopfhörer herunter und sah Kaorinite mit offener Feindschaft an. Warum sollte sie gute Miene zum falschen Spiel machen, wenn sie es direkt einem zeigen konnte?
„Was?“ Patzte sie mit ihrer kühlen Stimme leise und lauernd. Auch Kaorinite machte keine Anstalten ihr offen und ehrlich zu zeigen, dass sie sie nicht ausstehen konnte.
„Dein Vater besteht darauf, dass ich dich zur Schule fahre - deine gestrig gemessenen Blutwerte, sind eindeutig schlechter geworden Hotaru.“
Hotaru hob die Augenbrauen, nahm wieder eine Zichte aus ihrer Schachtel und steckte sie in den Mund. Das Lied von W.A.S.P. war wegen dem rothaarigen Hindernis leider vorbei, dies ärgerte natürlich Hotaru ungemein und vermieste noch mehr ihre Laune. Ihre Musik war eben mehr wert, als der „nichtsnutzige Pöbel“, der ihre Umgebung reichlich besetzte.
„Richte Vater aus… dass ich auf mich aufpassen kann.“ Sie nickte zum Eastpack und lächelte abfällig. >>Wie sehr ich sie hasse…<<
„Ich habe genug Drogen um meine Anfälle zu stoppen.“ Fügte sie noch hinzu und ihr Gesicht nahm verachtend ausstrahlende Züge an, während sie auf die rothaarige zuging. Kaorinite schmeckte natürlich nicht das Verhalten der 18 Jährigen, doch sie konnte nichts gegen die Tochter des Dr. Tomoe ausrichten - auch wenn er selbst, sehr wenig Zeit für sein eigen Fleisch und Blut hatte.
„Aus dem Weg.“ Einen Moment lang starrte sie sie nur an, doch dann machte sie schweigend Platz und ließ Hotaru durch. Hotaru beließ es zu schweigen, sie wollte keine Zeit mit dieser Person verschwenden, die im selben Raum ihre Luft atmete und vielleicht sogar raubte.
Die Tür flog auf, Sonnenlicht stach in ihre dunkelvioletten Augen und sie zischte genervt auf.
„Verdammt… warum muss der Sommer immer so hell sein…?“ Endlich konnte sie ihre zweite Zichte anzünden und musste erst einmal bei der morgendlichen Begrüßung des rothaarigen Miststücks tief das Nikotin einatmen und die Kopfhörer aufsetzen, wobei diesmal die rockigen Riffs der berüchtigten Legende Lemmy Killmister von Motörhead in ihre Ohren sausten und eine wohltuende Gänsehaut verabreichten. Musik war wie ein Rausch und beflügelte ihr schwarzes Herz, es war ihr Zufluchtsort, ihre Heimat und sie hatte sie aus schlimmen Erfahrungen - wie der Tod ihrer Mutter vor einigen Jahren - gerettet. Was hatte sie denn schon, als die Musik? Richtig - nichts in dieser grauen Welt, die mit allem vollgestopft war, nur nicht mit dem Gefühl jemand zu sein.
Wenig kriegte sie von ihrer Umgebung mit, gab sich dem Metal hin - eigentlich schon seit dem sie denken konnte und genoss mit einem schwachen Lächeln alles, was diese Szene zu bieten hatte. Dies hob ihre Laune ziemlich an und für einen Moment, die Zeit die sie zwischen ihren Zuhause und der Schule hatte, recht zufrieden. Das Wort „glücklich“ kam schon lange nicht mehr in ihrem Wortschatz vor, da sie noch nie wirklich das Glück fassen konnte. Vielleicht, wenn sie manchmal darüber nachdachte, war die Zeit vor den Tod ihrer Mutter. Selbst ihr Vater hatte sich viel mehr Zeit für die beiden genommen - nachdem ihre Mutter nicht mehr war, stürzte sich ihr Vater in die Arbeit und war höchstens gelegen dich da, wenn es Hotaru körperlich sehr schlecht ging. Ein „richtiges“ Familienleben gab es in ihrer dunklen Welt nicht. Hinzu kam noch etwas anderes - was sie vor den Nichtsnutzen, wie auch ihrer Scheinfamilie, verschwieg… doch bis jetzt, brauchte sie sich keine weitere Gedanken darum zu machen - jederzeit bereit war sie so oder so und diese Sache machte sie nicht um ihre Mitmenschen zu schützen, sondern ging es allein nur um den Spaßfaktor.

[35 Minuten später]

Nur noch 10 Minuten - sie hatte die Ampel erreicht und nur noch zwei weitere Straßen und sie würde wieder in den alltäglichen Trott kommen.
Okay, eigentlich war der alltägliche Trott schon im vollen Gange, denn hinter ihr war eine kleine Gruppe Schülerinnen, die dieselbe Schule besuchten und sie beobachteten. Hotaru verdrehte die Augen - sie wusste nicht, was genau sie an ihr toll fanden, aber anscheinend kam sie bei vielen mit ihrer rebellischen Art gut an.
Viel interessanter - fand zumindest die 18 Jährige, waren jene, die nicht mit ihrer Art klarkamen. >>Mal sehen, wer es diesmal versucht…<< Dachte sie und hob ihren Blick. Noch immer war die Ampel rot, doch in der Ferne konnte sie zwei Blondinnen beobachten, die ziemlich übermüdet und sehr frustriert aussahen.
>>Ah - einige Trottel aus meiner Schule.<<
Hotaru konnte sich zu gut an die beiden erinnern, auch wenn sie ihre Namen nicht kannte - sie identifizierte sie mit ihren typischen Merkmalen, Odangos und roter Schleife. Die Ampel schlug endlich auf grün und Hotaru lief los.
[You know I'm born to lose, and gambling's for fools, but that's the way I like it baby, I don't want to live forever]
Hotaru zog noch ein letztes Mal an ihrer dritten Zichte und schnipste sie weg, als sie gegen 7:45 die Schule erreichte. Und wie vorhergesehen, stellte sich schon einer vor ihr auf. Ein niemand, der schon von Anbeginn Probleme mit ihr hatte.
„Tomoe, ich sagte doch, dass ich nicht locker lassen werde.“ Hotaru hob unbeeindruckt die Augenbrauen. Ihre violetten Augen nahmen einen recht gelangweilten, wenn nicht genervten Ausdruck an. Dabei zog sie - wie auch vor den Sommerferien die ganze Aufmerksamkeit der Schule auf sich. Einige waren aufgeregt, weil sie dieses „Spektakel“ der rebellischsten Schülerin der Juuban-Highschool zu gut kannten. So wie sie es mitbekommen hatte, waren noch viele, sehr viele Schülerinnen und Schüler von ihr angetan - was sie einfach nicht verstehen konnte, denn einen auf kitschige freundliche Schülerin, die ihren Senpais förmlich den Allerwertesten leckte (welche ihres Empfindens jeder zweite in ihren Augen war), war sie im Leben nicht.
Hotaru seufzte, stellte ihre Tasche zu Boden und ließ ihren Nacken knacken. Ace of Spades von Motörhead endete zwar, doch störte es sie ungemein noch einmal diesen Morgen von unwichtigen Menschen belästigt zu werden. Reichte es nicht einfach sich bei Gruppenarbeiten nur zu beschränken…? Ach ja, eben nicht - weil man musste es ja immer darauf anlegen, sich die Aufmerksamkeit Hotarus aufzuzwingen. >>Bin ich froh… wenn die Abschlussprüfungen anstehen und ich bestehe…<< Ihr Blick verdunkelte sich und verschränkte vor dem raufenden Nichtsnutz die Arme.
„Das du es überhaupt wagst mir in die Quere zu kommen, reicht aus dir zu zeigen, dass du nichts wert in meinen Augen bist.“ Hotaru war seit sie hier war schon immer direkt - sie hatte es eben nicht anders gelernt…
„Oh!“ Riefen die Schüler aufgeregt und versammelten sich am Tor. Die Lehrer versuchten irgendwie schon durchzubrechen um den Konflikt sofort zu unterbinden - doch da flog die Faust des wütenden Schülers auf Hotaru zu - die sie mit einer geschmeidigen Geschwindigkeit packte und zu ihren Gunsten drehte. Nicht umsonst war sie Meisterin in Judo - ein kleiner Vorteil hatte es schon Tochter eines superreichen Arztes zu sein…
Der Schüler brüllte vor Schmerz und Hotaru stieß ihren Stiefel gegen seinen Rücken, seinen Arm noch immer festhaltend und schon beinah verdreht.
„Gib mir einen Grund deinen Arm nicht zu brechen.“ Drohte sie mit purer Verachtung in ihrer Stimme.
„Schon gut… SCHON GUT! ES TUT MIR LEID TOMOE-SENPAI!“ Sie überlegte kurz diesen Arm einfach zu brechen, doch dann belehrte sie sich selbst eines Besseren…
„Hmpf.“ Sie ließ ihn los, nahm ihre Tasche wieder und stieg über den am Boden liegenden Raufburschen hinweg. Hotaru verzog genervt das Gesicht, schaltete rasch ihre Musik wieder ein - sie konnte es nicht leiden, dass sie so „gefeiert“ wurde. Sie hob ihren Blick und beim Vorbeigehen der Menschentraube, schaute sie - wenn auch zufällig - zum blondhaarigen Trottel mit der roten Schleife hin, die nach näherer Betrachtung doch nicht so übel aussah und wenn es nur ein recht kurzer Blick von ihr war - es reichte aus um diese recht ansehnliche Schülerin von oben bis unten zu mustern. Warum aber Hotaru dies tat - es kam echt selten bei ihr vor - wusste sie in dem Zeitpunkt nicht…



copyright © by MrsBrons. Die Autorin gab mit der Veröffentlichung auf lesarion kund, dass dieses Werk Ihre eigene Kreation ist.




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