Lovestories » Detail

Black Mirrors (2)

von MrsBrons


Ungewöhnliche Aktion

Die vorherige Aufregung auf dem Schulhof verging schon nach einigen Minuten. Nachdem man herausgefunden hatte, in welcher Klasse man war, begann sich das vorherige Durcheinander langsam zu ordnen. Die ersten beiden Stunden waren Englisch – ein Leichteres für Hotaru und es war ihr mal wieder nicht neu, dass die Klassen sich wieder gemischt hatten, da sie einige Gesichter nicht kannte. Ein wenig amüsant fand sie es, dass die Trottel ebenfalls in ihrer Klasse waren. Während Usagi Tsukino (Trottel mit dem Odangos) weit vorn saß und mit traurigem Blick zu den anderen (aber recht attraktiven) Trottel namens Minako Aino warf, saß diese direkt rechts neben der Rebellin. Der Unterricht war recht langweilig. Hotaru verschränkte die Arme, nachdem sie die gestellten Aufgaben nach 10 Minuten schon löste, tat sich ihre Nachbarin ziemlich schwer. >>Warum betrachte ich den Trottel?<< fragte sie sich und beobachtete Minako, wie sie einfach nur bei den recht einfachen Aufgaben, verzweifelte. Hotaru musterte sie derweilen eingängiger – ihr Körper war Modelreif, alles schien bei ihr perfekt, hatte dieselbe Körpergröße und >>Interessant…<< wahrlich attraktiv. Hotaru atmete leise tief durch und zwang sich gerade aus zu schauen, stützte sich mit der linken Hand den Kopf und mit der rechten drehte sie ihren Kugelschreiber immer wieder entlang der Finger. Dies machte sie eigentlich seltener und nur wenn sie nervös wurde…

„Sie haben nur noch 5 Minuten Zeit.“ Und wieder ertappte sie sich dabei in Minakos Richtung zu sehen, ohne dass sie ihren Kopf wich bewegte. >>Sie war wirklich ein Trottel…<< Hotaru wusste nicht warum, es wirkte sich wie ein Impuls in ihr aus, der sie zu einer solchen Aktion leitete. Man kannte diesen Trick wie in einem kitschigen Liebesfilm (wobei Liebesfilme sie abgrundtief hasste) – effektiv aber war er trotzdem. Hotaru stieß unbemerkt ihren Radiergummi zur Seite und wie durch Zufall landete er genau auf ihren linken Schuh. Die blonde Schönheit wurde dadurch aufmerksam und sah hinunter.
Der Plan ging auf, Hotaru reagierte gekonnt geschauspielert und bückte sich zum Radiergummi, nachdem einige Millisekunden zuvor Minako dasselbe tat. Ihre Finger berührten sich und beide zuckten zurück. Minako hob ihren Blick und Hotaru tat dasselbe. Sie hatte gute 3 Sekunden Zeit Minako die Lösung des gesamten Blattes zu vermitteln.
„Das ganze… muss in der 3. Form geschrieben werden…“ Murmelte Hotaru, nahm den Radiergummi wieder an sich und richtete sich wieder auf. Hotaru wies dabei rasch – falls Minako sie nicht verstanden hatte – unbemerkt drei Finger in die Luft. Minakos klarblauen Augen glänzten entschlossen und nickte unbemerkt ihr zu, bevor sie sich aufrichtete und rasch das Blatt ausfüllte. Hotaru stützte ihren Kopf mit der Hand ab und vergrub ein wenig das Gesicht in ihre Handfläche dabei. Ihre Augen hatte sie zu ihren eigenen Notizen gerichtet und war etwas verstört daran, dass sie wirklich ihrer Umgebung immer noch etwas Aufmerksamkeit schenkte. >>Ihre Augenfarbe ist seltsam und interessant…<< Spukte es in ihren Gedanken und konnte dessen Begründung nicht wirklich verstehen…auch als sich ihre Finger berührt hatten, überkam ihr ein unnatürlicher Schauer, das ihr Herz zum rasen brachte.

„Eine Minute nur noch.“ Am anderen Ende der Stuhlreihe begann Odango – Trottel sich in ihre Haare zu fassen und ein kurzes und recht nerviges „GAH! ICH KAPIER DAS NICH!“ ausstieß. Somit zog sie die Aufmerksamkeit des Lehrers auf sich, der bitterböse mit Usagi schimpfte.
„Psst…“ Hotaru wurde hellhörig – eigentlich ignorierte sie so etwas strickt, doch heute war es wie verhext! Ihre dunkelvioletten Augen waren wieder auf Minako gerichtet, die sich ein wenig gebeugt hatte und das Blatt zu ihr wandte und sie nur hoffnungsvoll oder eher gesagt flehend ansah. Geschwind überflog Hotaru schweigend das Blatt von ihrem Platz aus – sie brauchte nicht sich zu Minako vorbeugen, denn das würde natürlich auffallen. >>Sie muss echt mal lernen, nicht so viel mit dem Radiergummi rumzuschmieren…<< Einige Fehler erkannte sie, doch nicht viele, dann hob sie den Daumen und nickte kurz, ohne irgendeine Emotion Minako zu offenbaren. Minako strahlte daraufhin im ganzen Gesicht, Hotaru runzelte unbeeindruckt die Stirn und wandte sich wieder von ihr ab. Dann war auch die Zeit um und alle Schüler wurden aufgefordert ihre Blätter vorne abzugeben.
Dann endlich war auch der Englischunterricht vorbei und die Pause konnte beginnen. Hotaru erhob sich, setzte ihre Kopfhörer auf und wollte aus dem Klassenraum gehen, als jemand sie von hinten abtippte. Hotaru wandte ihren Kopf. Es war Minako, die sie freundlich anlächelte. Hotaru nahm ihre Kopfhörer ab und wandte sich komplett ich nach ihr um.
„Ich wollte mich nochmal für deine Hilfe bedanken.“ Sie verneigte sich vor ihr und Hotaru zuckte unbeeindruckt mit den Schultern, wobei ihr Herz immer noch ungewöhnlich schnell schlug. >>Vielleicht sollte ich langsam meine Tabletten nehmen – auch wenn Kaorinite ein Miststück ist, muss man so etwas recht ernst nehmen…<< Dann antwortete sie:
„Sag das lieber nicht zu laut, er ist bekannt dafür besonders nach Tests und Klausuren noch ein wenig zu lauschen um jeden Vollidioten noch einen reinzudrücken.“ Sie wollte sich wieder umdrehen, doch hielt irgendwie inne fügte knapp hinzu:
„Trotzdem, gern geschehen.“ Dann setzte sie ihre Kopfhörer auf und ließ sich von Skullfist zuballern.

Einige Minuten später hatte sie endlich das Schuldach erreicht und schaute sich um. Es war wahrlich kein Arsch da und das beruhigte sie ein wenig. >>Gern geschehen? Seit wann sage ich so etwas zu jemand?!<< Wütend und verwirrt über sich selbst, begab sich die Metallerin zu eines der ungesehenen Ecken des Schuldachs und zückte ihre Lucky Strike heraus.
„Ah… verdammt…“ Murmelte sie und ließ sich zu Boden sinken – den Rauch dabei ausstoßend. Das Nikotin hatte ihr eindeutig gefehlt, wie auch die Musik in ihren Ohren – die gottverdammte Sucht holte sie wieder ein und schloss kurz die Augen. >>Was war das gerade bitte? Bin ich übergeschnappt? Seit wann versuche ich mit Absicht irgendjemand zu helfen?<< Hotaru seufzte kurz und lauschte den Lyrics vom Sänger der Band Rise Against, der über einen Kriegshelden sang, der am Ende Dinge tun musste, wofür man nicht stolz sein konnte.
Sie legte ihren Kopf in den Nacken und lehnte sich an der Mauer an – die Zichte in ihrem Mund und dachte über den Trottel mit der roten Schleife im Haar nach. Sie rief sie seltsamer Weise in ihren Gedanken wieder auf. Dabei fielen ihr noch weitere Dinge an Minako auf, die sie zuvor nicht wahrgenommen hatte. Zum Beispiel ihr Haar war unglaublich gesund und gut gepflegt, die Lippen waren mit einen leicht rosanen Lippenstift gezogen und herzförmige Ohrringe trug sie. Ihre Uniform war gepflegt und ordentlich, aber auch sie hatte ihre Krawatte – wenn auch nicht so heftig wie Hotaru, gelockert und sie war auch recht kurvig – was sie umso attraktiver machte. Besonders ihr Lächeln hatte Hotaru sich gut eingeprägt, wie auch die blauen intensiv tiefen Augen, die seltsamerweise gefährlich erregend für die rebellische Schülerin wirkten. Ebenso wie ihre Stimme, die wie eine angenehme Melodie in einem ruhigen Stück klang und ihr schwarzes Herz versuchte einzunehmen.
„Fuck… ist das heute verhext…“ Murmelte sie leise, drückte die Zichte aus und erhob sich, da die Pause schon vorbei war.

Der Literaturunterricht fing Hotarus Verwirrung endgültig auf und sie war recht zufrieden, dass sie wieder klare Gedanken fassen konnte.
„Tomoe-san – zitieren sie bitte diese Textstelle.“ Forderte ihr Literaturlehrer sie auf und sie erhob sich. Natürlich waren wieder alle Blicke zu der Rebellin gewandt und dass ihre Nachbarin ebenfalls aufblickte, entging ihr nicht – auch wenn sie nicht einmal hinsah. Sie hob der Reclam von William Shakespeares Macbeth an und huschte mit den Augen über die Zeilen, als sie endlich die Stelle fand und mit betonender leidenschaftlicher Stimme ihrer gestellten Aufgabe nachkam. Wie gebannt lauschten sie ihren Worten, was Hotaru gekonnt ignorierte und recht verliebt, die Worte vorlas, die nur ihrer eigenen Leidenschaft galten. Es möge vielleicht egoistisch klingen, doch gab sie sich besonders in der Kunst – sei es bildlich, literarisch oder akustisch – sehr gern hin und es war auch einer der wenigen Interessen die sie hatte.
„Danke, Tomoe-san.“ Sagte der Lehrer, der dann diesen Abschnitt mit einfachen Worten erläuterte und Hotaru sich wieder setzte. Sie war ein absolutes „Kunstgenie“ – zumindest hatte sie dies mal ungewollt aufgeschnappt, als ihre alten Kopfhörer in einer Pause versagten. Ehrlich gesagt, hatte sie nie die Absicht gehabt beliebt zu werden – liebend gern würde sie unsichtbar für die Umgebung sein, wo sich keiner drum kümmerte wer sie war und welchen Namen sie trug. Teilweise war es echt anstrengend, die Umgebung zu ignorieren, wenn sie eine solch große „Fangemeinde“ (und besonders bei den weiblichen Geschlecht) hatte. Doch gewisse… Vorteile brachte dies schon mit sich. Einer der Vorteile kündigte sich schon in der nächsten Pause nach dem Literaturunterricht an. Sie wurde von einer Schülerin eine Stufe unter ihr angesprochen. Anscheinend, war sie ihr gefolgt, als sie wieder das Schuldach angesteuert hatte.
„T-Tomoe-Senpai…“ Hotaru erhob sich und musterte die jüngere. Schlecht sah sie zumindest nicht aus (zwar kein Vergleich zu ihrer Tischnachbarin – aber immerhin für ein wenig Spaß annehmbar) und konnte eine gewisse Neugierde in ihrem Geiste spüren - wenn es auch nur ein bisschen war. Ihre Körpersprache, der Schülerin signalisierte Hotaru schon, auf was sie ursprünglich aus war.
„Was gibt es kleine?“ Fragte sie mit gleichgültigem Tone – konnte aber ein schwaches, wissendes Lächeln nicht unterdrücken. Es war kein Geheimnis, dass sie Frauen vorzog als Männer – immerhin war die Unterstuflerin nicht die Erste, die sie mit ihrer brennenden Leidenschaft beglücken würde. Wenn aber man sie mit Liebesgedöns herumkriegen wollte, wurde die Person eiskalt abgewiesen.
Eine eiskalte Herzensbrecherin, keine Frage, doch die meisten wussten, dass sie überhaupt nicht auf so etwas stand. Hotarus Geduldsspanne war heute nicht sonderlich groß und half der kleinen ein wenig auf die Sprünge. Sie packte sie und drückte sie gegen die Wand, dass sie ein wenig einschüchterte, jedoch ihrem lüstern sprühenden Blick das genaue Gegenteil der schwarzhaarigen zeigte.
„So…“ Fing Hotaru mit durchdringendem Blick an, legte ihren rechten Zeigefinger unter der attraktiven Unterstuflerin und zwang sie somit aufzublicken. Wie ein hungriger Wolf starrte Hotaru auf ihr Opfer hinunter und zierte ihr sexuelles Verlangen mit einen verführerischen Lächeln. >>Wird langsam Zeit ein wenig wieder Spaß zu haben…<< Die kleine lief rot an und wirkte wie hypnotisiert, als sie in ihre Augen starrte.
„Ich glaube, ich weiß schon… was du willst und vor allem was du brauchst…“ Hauchte Hotaru verführerisch hervor, schlang einen Arm um ihre Hüfte und führte die Unterstuflerin hinunter in den Chemieraum…



copyright © by MrsBrons. Die Autorin gab mit der Veröffentlichung auf lesarion kund, dass dieses Werk Ihre eigene Kreation ist.



Kommentare


- interessant geschrieben
folgt noch n teil?
RainbowNature - 12.11.2017 02:32

>>> Laufband-Message ab nur 5,95 € für 3 Tage! <<<