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Verlangen (10)

von Any1217


Ich hatte Marie geküsst. Kein freundschaftlicher Kuss, ein leidenschaftlicher, intensiver Kuss. Er brachte sehr deutlich mein Verlangen nach ihr zum Ausdruck. Wenngleich er meine Gefühle nicht verriet. Was dachte Marie darüber? Glaubte sie, es wäre ein „Abenteuer“ für mich, bloßes körperliches Begehren? Oder hatte sie eine Ahnung von meinen zärtlichen Gefühlen ihr gegenüber?


Sicher konnte ich das nicht sagen. Auch wusste ich nicht genau, was ihre Intention war. Zwar sagte sie, dass sie sich zu mir hingezogen fühlt, aber das hieß ja noch lange nicht, dass es mehr als körperliches Verlangen war. Dennoch. Wie wir uns gegenseitig berührten, ansahen und miteinander redeten, ließ auf tiefere Zuneigung schließen. Mit dieser Vermutung wurde es zusehends schwieriger, freundschaftlich miteinander umzugehen. Immer wieder gab es kleine Flirts zwischen uns, es war als könnten wir nichts dagegen tun. Zu einem erneuten Kuss ließen wir uns jedoch nicht hinreißen, was mitunter daran lag, dass sich keine passende Situation ergab. Außerdem hatte ich Marie ja eigentlich unmissverständlich zu verstehen gegeben, dass so etwas nicht mehr vorkommen dürfe. Aber hieß das etwas? Schließlich hätte es eigentlich gar nicht erst dazu kommen sollen.

Es hatte bereits das erste mal geschneit, der Schnee lang zentimeterdick und pulvrig auf den Dächern, Wiesen und Feldern. Ich hatte Mia in den Kindergarten gebracht und traf in unserer Straße auf Marie, die dabei war den Schnee vom Gehweg zu schippen. Ich winkte ihr freudestrahlend zu und lief zu ihr. „Hey, na. Hast du Lust dann auch noch bei uns weiter zu machen?“ fragte ich lachend. Marie grinste und sagte „klar, wenn ich dafür eine Gegenleistung bekomme.“ „Hmm, an was hattest du denn gedacht?“ fragte ich herausfordernd. Wieder entwickelte sich einer dieser Flirts zwischen uns, neckische kleine Anspielungen. „Vielleicht bekomme ich dann ja eine Massage? Wenn ich mich hier so abrackere brauche ich das dann bestimmt“ Marie sah mich schelmisch an. Mir wurde ganz heiß bei dem Gedanken daran, wie ich Marie massiere. Meine Wangen glühten. Bisher endeten unsere Flirts an diesen Stellen meist. Diesmal konnte ich es mir jedoch nicht verkneifen und antwortete ihr mit einem „Na klar, bei dir oder bei mir?“ Vielleicht wollte ich nur sehen, wie weit Marie gehen würde. Aber vielleicht hoffte ich insgeheim auch darauf, dass sie das Angebot annahm. Genau das tat sie nun. „In 20 Minuten bei mir? Ich beeil mich auch“ grinste Marie. Obwohl ich auf eine solche Antwort hoffte, war ich dennoch nicht darauf gefasst. Was nun? Obwohl ich Marie nur zu gern massiert hätte, war ich mir nicht sicher, ob das eine gute Idee ist. Für einen Rückzieher war es allerdings schon zu spät. Mit flauem Gefühl im Magen ging ich zurück ins Haus. Bald hörte ich das Schaben der Schneeschaufel auf unserer Straßenseite. Ich sah vom Fenster hinunter und beobachtete Marie verstohlen dabei, wie sie Schaufel um Schaufel den Gehweg räumte. Nachdem das schaben verstummt war, machte ich mich auf den Weg nach drüben.

Mein Herz pochte, als ich klingelte. Was würde jetzt passieren? Gar nichts. Ich durfte mich zu nichts hinreisen lassen. Aber ich würde mein bestes geben, ihren verspannten Nacken zu bearbeiten. Die Tür surrte und ich ging nach oben. Marie stand mit vor Kälte geröteten Wangen an der Tür und lächelte mich an. Ich lächelte verlegen zurück und es schien, als wäre auch Marie etwas verlegen. Wir hatten uns beide auf eine gefährliche Situation eingelassen, was uns wohl auch bewusst war. Als wir im Wohnzimmer standen, sagte zunächst keiner etwas. Ich gab mir einen Ruck, setzte mich aufs Sofa und sah Marie erwartungsvoll an. „Warte, ich hole noch eben was“ sagte sie und verschwand im Bad. Kurz darauf kam sie mit einem kleinen Fläschchen Massageöl zurück. Mein Herz rutschte eine Etage tiefer und ich bekam kalte Hände. Ich versuchte zu scherzen, was mir aber nicht gelang als ich fragte „Na, du gehst ja aufs Ganze – eine Massageliege hast du nicht zufällig auch noch? Aber ich muss dich warnen, ich bin kein Profi“. „Ähm, naja.. Ich dachte.. Also, eine Liege nicht aber wir könnten ins Schlafzimmer.. Da wäre besser Platz zum hinlegen.. also.. wenn das ok ist?“ Hatte Marie das gerade wirklich vorgeschlagen? Ich schluckte und begann leicht zu zittern. Mir hatte es die Sprache verschlagen, ich konnte nur noch nicken. Marie ging vor, ich blieb im Türrahmen stehen. Sie stand mir mit dem Rücken zugewandt da und zog sich ihr Oberteil aus. Als sie sich halb zu mir drehte, drohte mein Verstand sich schon wieder zu verabschieden. Da stand sie vor mir, in ihrer engen Jeans, oben nur noch mit einem rot-schwarzen Spitzen BH bekleidet. Sie hatte wohlgeformte kleine Brüste. Ich überlegte, dass es wohl genau eine Hand voll sein dürfte und errötete bei diesem Gedanken. Ihr Bauch war flach und man sah leichte Umrisse ihrer Muskeln. Seitlich unterhalb ihres Bauchnabels hatte sie ein kleines Muttermal. Ich musste erneut schlucken und sah verlegen zu Boden. Marie legte sich ohne etwas zu sagen bäuchlings aufs Bett, das Massageöl stellte sie neben sich auf den Nachttisch. Ich setzte mich zunächst neben sie aufs Bett und träufelte mir einige Tropfen des Massageöls in die Hände. Dann setzte ich mich auf Maries Po, rieb meine Hände bis sie warm wurden und fing an ihren Nacken zu massieren. Unter meinen Berührungen seufzte und stöhnte Marie hin und wieder. Ich biss mir auf die Zunge und versuchte an etwas anderes zu denken. Aber es gelang mir nicht. Ich nahm den sanften Duft des Öls wahr, spürte ihre zarte, weiche Haut und ihre Wärme. Es fühlte sich alles so unwirklich an. Ich verfiel in eine Art Trance, hatte kein Zeitgefühl mehr und nahm außer Marie nichts um mich herum wahr. Langsam fuhr ich mit den Händen von ihrem Nacken nach unten und fing an, sie am Poansatz zu massieren, ich machte kreisende Bewegungen und strich mit den Händen von der Wirbelsäule nach außen. Maries Brustkorb hob und senkte sich schneller, ich hörte wie sie anfing flacher zu atmen. Ich verstärkte den Druck ein wenig und kreiste links und rechts neben ihrer Wirbelsäule. Marie stöhnte auf, ihre Wangen röteten sich zusehends. Sie hatte die Augen geschlossen und einen Ausdruck im Gesicht, den ich nicht beschreiben konnte. Erregt, flehend, genießend. Es machte mich ganz benommen. Ich biss mir erneut fest auf die Zunge und wandte mich wieder ihrem Nacken zu. So gern hätte ich ihr mehr gegeben, so gern den flehenden Ausdruck in ihrem Gesicht weg gewischt. Aber ich konnte und durfte nicht.

Marie seufzte auf, als sich meine Hände von ihrem Nacken lösten. Ich hatte keine Ahnung, wie lange ich sie massiert hatte, bemerkte aber ein ziehen in den Handgelenken. Wohl doch eine ganze Weile. Behutsam rutschte ich von Maries Po und setzte mich wieder neben sie. Langsam schlug sie die Augen auf, blieb aber noch liegen. Sie atmete tief ein und aus und legte ihre Hand auf meine. „Danke Lena, das hat verdammt gut getan. Du kannst das ziemlich gut. Das nächste mal bist du dran“ grinste sie mich an. „Na das Angebot lehne ich doch nicht ab“ zwinkerte ich ihr zu. Plötzlich richtete sich Marie auf und schloss wieder die Augen. Sie kam mir ganz nah, ich spürte ihren Atem auf meinem Gesicht. Ich drehte meinen Kopf zur Seite und Marie küsste mich auf die Wange, wanderte dann aber bis zu meinem Mundwinkel. Sie wollte mich küssen. Diesmal gelang es meinem Verstand, sich rechtzeitig einzuschalten. Schnell stand ich auf und ging zur Tür. „Ich kann nicht. Marie, versteh das doch..“ Ich sah zu ihr, ihre Augen hatte sie wieder geöffnet. Zwar lächelte sie matt, aber in ihren Augen lag Enttäuschung. Ich verließ die Wohnung noch ohne ein weiteres Wort.

Zu Hause angekommen, stellte ich fest das es schon bald Mittag war und ich mich mit dem Essen beeilen musste, wollte ich es noch rechtzeitig fertig bekommen. Dadurch kam ich nicht dazu, mir Gedanken über Marie und unser heutiges Zusammentreffen zu machen. Weder über die erregende Massage, noch über den verwehrten Kuss oder Maries enttäuschten Blick.



copyright © by Any1217. Die Autorin gab mit der Veröffentlichung auf lesarion kund, dass dieses Werk Ihre eigene Kreation ist.




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