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Farben des Lebens: 3. Farbe: Sehnsucht

von SC4Y


Vorab ein kleiner Hinweis:
Wer sich wundert, warum die 2. Farbe VERLANGEN fehlt: Ich fürchte, die ist zu heiß. Deswegen könnt ihr sie hier nachlesen:

https://www.wattpad.com/423606250-die-farben- des-lebens-girlxgirl-2-farbe-lust

Ich hoffe, es funktioniert.

Hier jetzt der dritte Teil:

"Und wie war dein Tag?" fragt Mila, die beste Freundin von Alisha. "Ach, frag lieber nicht." Lustlos rührt sie in ihrem Eiskaffee. Mila beisst von ihrem Muffin und schaut sie durchdringend an. Sie nimmt einen Schluck von ihrem Milchkaffee und stellt die große Tasse zurück. "Willst du mir etwas erzählen?" Gedankenverloren blickt Alisha aus dem Fenster des kleinen Cafes. "Glaubst du, dass es möglich ist, den Menschen im Leben zu begegnen, der genau unser Gegenstück ist? Der einem plötzlich das Gefühl von Vollständigkeit gibt, wie das fehlende Teil in einem Puzzle?" Mila greift erneut nach ihrem Muffin, hält aber einen Moment inne. "Oh, oh, da scheint es aber jemanden gescheit erwischt zu haben." Sie grinst Alisha an und beißt in ihren Muffin. "Www, hßt er ddeenn?" fragt sie mit vollem Mund. "Er ist eine Sie." Mila reißt ihre großen grünen Augen auf und verschluckt sich vor Schreck an ihrem Muffin. Mitleidig klopft ihr Alisha auf den Rücken. "Eine Frau?" krächzt Mila, als sie sich wieder einigermaßen beruhigt hat. Ihr Gegenüber nickt nur. "Also eine Frau." wiederholt sie immer noch ungläubig. Alisha beißt sich nachdenklich auf ihre Unterlippe, dann sprudelt es nur so aus ihr heraus: "Eigentlich kennen wir uns nicht und eigentlich haben wir auch noch nicht mal mit einander gesprochen. Ich kenne eigentlich nur ihren Vornamen." Mila zieht eine Augenbraue hoch: "Und uneigentlich?" Alisha schluckt: "Und wir hatten Sex."

Jetzt bleibt Mila wirklich der Mund offen stehen. "Seit wann bist du so ein Aufreißer-Typ?" fragt sich nach und dabei ihren Muffin ganz vergessen. "Bin ich gar nicht. Es war - ." Sie hält kurz inne und sucht nach den richtigen Worten: "ich kann es nicht erklären. Wir haben uns ganz ohne Worte verstanden. Es war so vertraut. Es hat einfach Klick gemacht und ich hab nicht mehr nachgedacht, nur noch gefühlt." Mila greift nach ihrem Kaffee. "Eigentlich bräuchte ich jetzt eher einen doppelten Schnaps oder so. Seit wann stehst du eigentlich auf Frauen?" Alisha zuckt nur mit den Schultern. "Und was sagen deine Eltern dazu?" "Meine Eltern? Weiß ich nicht. Aber das ist mir im Moment total egal. Ich werde sie sowieso nicht wiedersehen." Mila legt mitfühlend einen Arm um Alisha. "Hey Süße. Jetzt erzähl erst einmal! Wie heißt eigentlich deine Herzdame? Und wo habt ihr euch..." Mila räuspert sich und grinst dabei: "ähm, kennengelernt." Alisha seufzt: "Clarke. Sie heißt Clarke und es war in meiner Wohnung. Sie ist Malerin." flüstert Alisha. "Mehr weiß ich nicht von ihr."

Aber sie weiß, dass ihr Clarkes Wärme fehlt, die Umarmung ihrer starken Arme, ihre weichen Lippen, ihre Berührungen auf ihrer Haut, ihre Augen, ihre Nähe. "Ich muss sie wiedersehen." sagte sie mehr zu sich als zu Mila. "Dann geh doch in deine neue Wohnung. Ich denke, die Bauarbeiten sind noch nicht beendet?" Alisha atmet hörbar aus. "Da war ich schon." "Und?" "Ihr Chef sagte, dass gestern ihr letzter Tag bei ihm in der Firma war. Sie hat heute früh den Schlüssel abgegeben und ihre Papiere geholt. Und Daten von Mitarbeitern gibt er nicht heraus, Datenschutz." Ihre Stimme zittert leicht. "Mensch, das gibt es doch nicht. Pahh, Datenschutz. Uns wird schon noch was einfallen. Schließlich arbeiten wir nicht ohne Grund bei der Tageszeitung." Alisha blickt sie deprimiert an: "Ich kann ja schlecht eine Anzeige schalten: Suche dich - Clarke, die heiße Malerin, mit der ich den besten Sex meines Lebens hatte! Ich will dich wiedersehen. Bitte melde dich!" Als Alisha die sprachlose Mila anschaut, wird ihr bewusst, was sie gerade gesagt hat und errötet heftig. "So schlimm?" Mila tätschelt ihre Hand. "Das wird schon wieder." "Mhhmm." Alisha fühlt sich gerade wie in einer Sackgasse. "Immerhin weiß Clarke ja, wo du wohnst. Und wenn sie genauso fühlt wie du, weiß sie, wo sie dich finden kann. Jetzt kümmerst du dich erst mal um deine neue Wohnung. In ein paar Tagen kommen deine ganzen Möbel. Dabei werde ich dir tatkräftig helfen und dann gibt es eine Einweihungsparty! Vielleicht bringt dich das ganze auf andere Gedanken." Alisha trinkt ihren Eiskaffee aus. "Vielleicht hast du recht." Mila nickt und entdeckt ihren Muffin wieder. "Natürlich habe ich recht, wie immer."

Die Tage vergehen. Die Renovierungsarbeiten sind abgeschlossen, die Möbel eingetroffen. Nach zwei Wochen ist die Wohnung komplett eingerichtet. Aber von Clarke hat Alisha nichts mehr gehört. Bei jedem Klingeln schreckt sie zusammen und fragt sich, ob es Clarke ist. Sie geht ihr nicht mehr aus den Sinn. Sie ist ihr erster Gedanke, wenn sie aufwacht und wenn sie am Abend in ihr Bett geht. So etwas hat sie noch nie erlebt. Da ist auf einmal eine seltsame Leere in ihrem Innern, die sie nicht erklären kann. Wie kann man einen Menschen so vermissen, den man überhaupt nicht kennt? Sie flüstert sehnsüchtig ihren Namen in die Dunkelheit, bevor sie die Augen schließt, aber Schlaf findet sie keinen. Morgen Abend findet die kleine Einweihungsparty ihrer neuen Wohnung statt. Ihre Familie wird kommen, Mila und ein paar Freude, doch die wichtigste Person wird fehlen.

Die Stimmung ist gut. Es gibt ein paar Snacks und genügend zu trinken. Einige Geschenke zur neuen Wohnung stehen auf den Tisch. Der Tisch - Alisha muss schlucken und bei dem Gedanken an den Nachmittag, als sie und Clarke, da am Tisch ... röten sich ihre Wangen. Jeremia, ihr Bruder legt seine Arm um sie und reißt sie aus ihren Gedanken. "Hey Schwesterchen! Alles okay?" Sie blickt ihn fragend an. "Wieso?" "Weil es gerade geklingelt hat? Und du die Tür öffnen solltest als neue Besitzern?" In diesem Moment läutete es erneut. Ja, sie ist die Mietern, endlich ihre eigene Wohnung, doch die Freude, der Stolz sind verblasst. Und sie weiß nicht, warum. Doch eigentlich weiß sie es: Clarke.

Gedankenverloren öffnet sie die Tür. Ein junger Mann in grüner Kleidung lächelt sie an: "Sind sie Alisha Feldberg?" Sie nickt. Er drückt ihr einen großen Blumenstrauß in die Hand und bittet um ihre Unterschrift. "Die Karte befindet sich innen." erklärt er und verabschiedet sich. Alisha steht immer noch wie versteinert in der Tür, obwohl er schon verschwunden ist. "Schatz!" ruft ihre Mutter hinter ihr. "Hat da meine Tochter einen Verehrer, von dem ich nichts weiß?" Sie streichelt Alisha liebevoll über die Schulter. Da drängt sich Mila dazwischen. "Du willst den Strauß bestimmt in eine Vase stellen. Komm, lass uns in die Küche gehen. Ich helfe dir dabei." Verwundert blickt Alishas Mutter den beiden nach, wie sie in der Küche verschwinden. "Jetzt schau schon nach. " drängelt Mila, die so eine Ahnung hat. "Von wem ist dieser wundervolle Strauß?" Sie nimmt ihn Alisha aus der Hand und reicht ihr das Kärtchen. Während Alisha den kleinen grünen Umschlag öffnet, füllt Mila eine Vase mit Wasser, entfernt das Papier vom Strauß und stellt ihn hinein. "Und?" fragt sie neugierig nach. Alisha antwortet nicht, starrt immer noch auf die Karte. So schaut Mila ihr über die Schulter und liest selbst: "Alles Liebe zu deiner neuen Wohnung. Danke für Alles! C." Schweigen. Alisha weiß nicht, ob sie sich freuen oder in Tränen ausbrechen soll. "Sie will mich nicht wiedersehen. Da steht keine Nummer, nichts. Und wieso Danke für Alles? Was soll das bedeuten? Ich werde sie nicht wiedersehen." Da ist wieder dieser verdammte Schmerz in ihrer Brust. Mila nimmt ihre Freundin in den Arm und streichelt ihr beruhigend über den Rücken."Das wirst du. Heißt es nicht: Man sieht sich immer zweimal?"

Alisha will nicht weinen, nicht wegen einer Fremden, die sie nicht einmal kennt. Alisha löst sich von Mila." Es war eben nur ein Abenteuer, ein One-Day-Stand, ein Ausrutscher, was auch immer. Das Leben geht weiter. Komm! Es gibt eine Party, die auf uns wartet!" Sie greift nach Milas Hand und zieht sie wieder ins Wohnzimmer zu den anderen. Alisha setzt ihr gute Laune-Lächeln auf und macht die Musik lauter. Mila reicht ihr ein Sektglas: "Auf deine neue Wohnung und die nächste Party!" Alisha lacht und alle stoßen mit an. Aber der Sekt schmeckt bitter, als er ihren Hals hinunter gleitet. Und später, als alle Gäste gegangen sind, weint sie sich in den Schlaf.









copyright © by SC4Y. Die Autorin gab mit der Veröffentlichung auf lesarion kund, dass dieses Werk Ihre eigene Kreation ist.



Kommentare


- ...mehr davon
...ich würde mich freuen mehr von dir zu lesen.
Luna071081 - 13.08.2017 16:01

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