Forum » Beziehung, Erotik & Liebe » Thread

Beziehung und Wechseljahre

Thema abonnieren antworten


11.01.2019 19:18
HiddenNickname

Nachdem immer wieder behauptet wird, eine Transition wäre ein Beziehungskiller und durch die Hormonveränderung würden sich die Menschen so stark verändern:

Wer hat schon alles mit ihrer Partnerin Schluss gemacht, weil sie in die Wechseljahre kam? Hat sich die Persönlichkeit durch die Hormonveränderung geändert? Konntet ihr trotzdem eure Beziehung über die Wechseljahre retten?

Ich habe das ehrlich gesagt noch nie gehört, dass das bei jemandem so war. Ich habe auch nicht gehört, dass sich Persönlichkeiten aufgrund der Hormonveränderungen so krass verändert hätten, dass jemand Schluss macht.

Aber würde mich mal interessieren, ob das jemand so sieht. Empirisch betrachtet müsste es dazu mehr Erfahrungen geben als zu Beziehungen mit transidentiären Menschen, weil es mehr Menschen gibt, auf die das zutreffen würde.

Und nein, ich glaube das nicht.

11.01.2019 19:40
HiddenNickname

Sucht man Beständigkeit, setzt man sich einen Teddy auf die Kautsch – alles andere ist Arbeit. Hormon ist doch nur ein Punkt im Leben. Familie, Arbeit, Freizeit, Gesundheit … überall muss die Waage gehalten werden.

11.01.2019 19:43
HiddenNickname

Eine Transition kannst du nicht mit der Menopause vergleichen. Den Unterschied macht das Testosteron, das bewirkt tatsächlich eine starke Veränderung. Ob es nun dazu kommt oder weg fällt.

11.01.2019 19:54
HiddenNickname

Zitat
Tehejekuetrheed
schrieb am 11.01.2019 um 19:40:

Sucht man Beständigkeit, setzt man sich einen Teddy auf die Kautsch – alles andere ist Arbeit. Hormon ist doch nur ein Punkt im Leben. Familie, Arbeit, Freizeit, Gesundheit … überall muss die Waage gehalten werden.


Danke!!!! Made my day!!!

@Daphne2001: wenn es nur um Hormone geht, kann ich das schon vergleichen.

Wenn es zusätzlich um Umwelt geht - die negativ auf einen reagiert, man die Arbeit verliert, o.ä., dann nicht.

Zu sagen TMs würden sich wegen Testo scheiße verhalten, ist so, als würde man sagen, Menschen mit Monatsblutungen wären nicht geeignet bestimmten Berufen nachzugehen. Es ist einfach sexistisch.

Edit: warum ich darauf so herumreite: meine größte Angst war, dass sich durch Testo meine Persönlichkeit negativ verändern könnte. Weil das überall in Foren, etc. propagiert wurde. Deshalb habe ich es auch erst aufgeschoben, Testo zu nehmen, nur ging es für mich einfach nicht mehr ohne. Und im Nachhinein ... meine Persönlichkeit hat sich nicht geändert. Ich fühle mich nur so erleichtert und wesentlich freier, dass ich manchmal heulen könnte, dass ich auf die gehört hatte, die so viel Blödsinn über Testo verbreitet haben, weil sie die Welt nicht komplex genug verstehen ...



editiert am 11.01.2019 19:57 Beitrag melden Zitatantwort
11.01.2019 20:56
HiddenNickname

Hej Kheiron,

persönlich habe und werde ich nie Testo nehmen, auch mit Wechseljahren kenne ich mich nicht aus, ich hoffe dennoch meine Erfahrungen und Erkenntnisse, die ich als "Aussenstehende" gemacht habe, dir mitteilen zu dürfen.

Ansonsten lösche ich meinen Beitrag auch wieder.

Wechseljahre, Monatsblutungen und die Einnahme von Testo miteinander zu vergleichen, auch wenn sie alle drei etwas mit Hormonen zu tun haben, so sind es doch drei sehr unterschiedliche Dinge, bei drei sehr unterschiedlichen Menschengruppen, von den drei unterschiedlichen Hormonen, die da am werkeln sind gar nicht zu sprechen, ist ganz schön gewagt, ungewöhnlich und sehr interessant.

Persönlich kenne ich einige Menschen, die ich vor und während der ersten Testo Einnahmen und einige bis jetzt, viele Jahre später, begleiten durfte und noch immer darf.

So wie die Monatsblutung und die Wechseljahre bei jedem Menschen sehr verschieden ausfallen und von Aussenstehenden unterschiedlich wahr genommen werden, so ist dieses auch bei Menschen die Testo nehmen.

Da gleicht kein Mensch dem anderen.

Testo wirkt bei jedem Menschen anders.

Da wiedersprichst du mir sicher nicht, oder?

Die ersten Monatsblutungen lassen ein Mädchen zur Frau werden, sichtbar und emotional tut sich da einiges, muss angenommen und verarbeitet werden, jeden Monat neu . . .

Die Wechseljahre, auch sie verändern Menschen, einige mehr, andere weniger auffällig, aber es ist und bleibt eine Veränderung und kann ganz schön was aus den Fugen heben . . .

Menschen die Testo nehmen, auch sie verändern sich, wenn ich nur an die vielen äußeren Veränderungen denke, selbst eine Knochenveränderung findet statt.

Für mich ist auch dieses immer wieder ein kleines Wunder.

Und bei so viel Veränderung im äußeren kann ich mir nicht vorstellen, dass sich dein inneres nicht verändert wird, sich nicht an vieles neue anpasst.

Du erwähnst, dass du dich nun wohler, erleichterter fühlst, es freut mich und zeigt doch auch auf, dass da eine Veränderung in und mit dir statt findet.

Negative persönliche Veränderungen, stimmt, die müssen nicht sein, weder bei der Monatsblutung, den Wechseljahren, noch bei der Einnahme von Testo.

Alles eine Sache der Einstellung, des annehmens, der Sichtweise und Wahrnehmung, vielleicht auch Charaktersache.

Ich kenne Menschen, die leiden, verändern sich negativ, schlagen im wahrsten Sinne des Wortes um sich, werden als unangenehm wahr genommen.

Und es gibt auch die Menschen, die ihre Monatsblutung willkommen heissen, weil diese etwas positives mit ihrem Körper und ihrem Inneren macht.

Es gibt Menschen, die die Wechseljahre als Bereicherung ansehen, weil etwas bedeutendes mit und in ihnen geschehen darf.

Ich habe Menschen mit Testo erlebt, die benahmen sich wie pubertierende Halbstarke, agressiv provokant und und und

Andere waren so ausgeglichen, humorvoll, offen und vieles mehr, wie nie zuvor.

Und wie wird es dir weiterhin mit dem Testo, gehen . . .

Du hast dich damit auseinander gesetzt, du fühlst dich angekommen, oder zumindestens auf dem rechten Weg . . .

. . . und es wird dich verändern, sehr sogar . . .

. . . es liegt alleine in dir, ob es sich für dich gut und richtig anfühlt . . .

. . . jeden Tag aufs neue . . .

Ich wünsche dir ein immer positives denken, eine interessante Reise mit dir.

Herzlichst.

w.

editiert am 11.01.2019 21:20 Beitrag melden Zitatantwort
11.01.2019 21:19
HiddenNickname

''' maruru '''
solch ein Getrappel um die Hormone … in 2/3 der Welt gibt es nicht mal ein Wort wie Hormonschwankungen oder Wechseljahre. Nicht weil diese Länder so arm sind – die Natur bietet da einiges. Die Gesellschaft hier besteht aus Kommerz. Und ja man soll sich gut fühlen, wenn einen das Geld aus der Tasche gezogen wird.


11.01.2019 21:21
HiddenNickname

Ein sehr interessanter und, wie ich finde, auch treffender Vergleich.

Im Grunde geht es nicht um die Veränderungen, die das Testo nunmal mit sich bringt, sondern, wie und ob beide damit umgehen.
Vielleicht ist eine gerade neu beginnende Partnerschaft unter gerade anfangendem Testo etwas mehr belastet. Eine schon bestehende sollte dies aber aushalten können und wenn nicht, liegen die Gründe vermutlich in anderen Bereichen und nicht in der Hormonumstellung.

Die Transition wird leider oft als "jekyll and hyde" dargestellt. Ob das Ganze eskaliert, entscheiden aber die Protagonisten. Wäre ja auch schlimm, wenn die Hormone die komplette Steuerung übernehmen und weder Herz, noch Verstand noch mitwirken könnten.

Schwangere befinden sich übrigens auch im hormonellen Ausnahmezustand. Vor allem, wenn sich ein männlicher Embryo entwickelt. Niemand würde auf die Idee kommen, sich aufgrund des veränderten Verhaltens oder der Stimmungsschwankungen von der werdenden Mutter zu trennen.

Humor, Grenzen setzen und einhalten, Nachsicht.... alles keine Frage der Hormone, sondern des Willens, des Herzens und Verstandes....

11.01.2019 21:24
HiddenNickname


Und dennoch kann ich manch Frau verstehen, die mit einer Frau leben möchte, die sich dann aber nicht mehr als Frau bezeichnen lassen kann, geschweige denn so leben . . .

w.

editiert am 11.01.2019 21:28 Beitrag melden Zitatantwort
11.01.2019 21:36
HiddenNickname

Zitat
Tehejekuetrheed
schrieb am 11.01.2019 um 19:54:

....

Edit: warum ich darauf so herumreite: meine größte Angst war, dass sich durch Testo meine Persönlichkeit negativ verändern könnte. Weil das überall in Foren, etc. propagiert wurde. Deshalb habe ich es auch erst aufgeschoben, Testo zu nehmen, nur ging es für mich einfach nicht mehr ohne. Und im Nachhinein ... meine Persönlichkeit hat sich nicht geändert. Ich fühle mich nur so erleichtert und wesentlich freier, dass ich manchmal heulen könnte, dass ich auf die gehört hatte, die so viel Blödsinn über Testo verbreitet haben, weil sie die Welt nicht komplex genug verstehen ...



Und wenn ich sowas höre oder lese, könnte ich mitweinen und bin zeitgleich wütend über die, die ihre Meinung oder Erfahrung als "die einzig richtige" so gut darstellen können, dass noch Zweifelnde das erstmal so glauben. Menschen sind unterschiedlich... vor allem im Geist. Und... mein Lebensmotto... nicht WAS passiert ist entscheidend, sondern WIE damit umgegangen wird. Und wenn zwei Menschen in der Lage sind, ihr Innerstes (auch mit ihren Ängsten und Sehnsüchten) einander mitzuteilen und ohne Wertung anzunehmen, dann kann Alles passieren... es spielt keine Rolle.

Ich freue mich mit dir, lieber Kheiron, dass du deinen eigenen Weg gegangen bist und nicht auf die "Reiseberichte" der anderen vertraut hast.

12.01.2019 10:04
HiddenNickname

Hallo, ich hätte da mal eine (vielleicht dumme) Frage. Es gibt so vieles bei dem ich mich nicht auskenne, also verzeiht bitte, wenn ich evtl eine falsche Wortwahl treffe, es ist auf keinen Fall despektierlich gemeint.
Also:
Wenn eine Frau eine komplette Umwandlung durchlaufen hat, also mit Op und allem, ist sie doch vom Kopf her (nicht das Denken) also vom Gehirn her nach wie vor auf Frau programmiert. Werden die Wechseljahre nicht auch dadurch beeinflusst? Oder wird bei der UmwandlungsOp auch die Gebährmutter, Eierstöcke etc. entnommen ? Oder macht das Testosteron, dass das Hirn keine weibl. Wechseljahrssymthomatik anstößt? Bzw soll es ja auch was vergleichbares bei Männern geben, trifft das dann zu oder gar beides?

Hoffentlich versteht man meine Frage

12.01.2019 13:33
HiddenNickname

Bei operativ komplett angeglichenen TMs dürfte es keine Wechseljahresproblematik geben, weil die Organe für weibliche Geschlechtshormone nicht mehr da sind.

12.01.2019 13:54
HiddenNickname

Nur der Form halber, für mich gibt es keine "dummen" Fragen, denn was sollte daran "dumm" sein, sein Wissen erweitern zu wollen.

Auch wenn ich mich, weil ich es nicht nehme, mit Testo nur bedingt auskenne, aus Gesprächen, aus gelesenem, usw., möchte ich dir eine Antwort geben, denke ich doch deine Frage zu verstehen.

Menschen die Testo nehmen, bekommen keine Wechseljahre, wie wir sie vielleicht von verschiedenen Frauen her kennen, da das weiblichen Hormon Östrogen, welches vor allem in den Eierstöcken produziert wird, kaum bis gar nicht mehr vorhanden ist.

Die Wissenschaftler bestreiten die Wechseljahre beim Mann und weisen darauf hin, dass dieses nicht nachweisbar ist . . .

Ich kenne da aber einige Herren . . .

Nun, ob es bei Menschen so ist, dass ein Mensch als Frau geboren, auch vom Kopf her (nicht vom denken), oder ein Mensch, der als Mann geboren, auch vom Kopf her (nicht vom denken), typische Männer oder Frauen sind, so vom Kopf her, dieses bezweifle ich sehr stark, da es, meiner Ansicht nach ja, vor allem der Kopf ist von dem es ausgeht, dass Menschen sich nicht dem Geschlecht, mit dem sie zur Welt kamen, zugehörig fühlen.

@ HeinerMädsche, nun hoffe ich, dass du verstehst was ich dir hier "laienhaft" zu erklären versuchte.

Mehr und genaueres kannst du aber auch im Internet in Erfahrung bringen, so du noch gezieltere Fragen haben solltest.

Auch im Forum "Transgender/Intersexuell" findest du interessante weiterführende Threads und triffst dort auch immer wieder auf sehr hilfsbereite Menschen.

w.

Hier noch einige Begriffserklärungen, für alle Interessierten:

* die Entfernung der Brüste (Mastektomie)
* die Entfernung der Gebärmutter (Hysterektomie)
* die Entfernung der Eierstöcke und Eileiter
(Ovarektomie, Adnektomie)
* die Entfernung der Scheide (Kolpektomie)


editiert am 12.01.2019 14:03 Beitrag melden Zitatantwort
17.01.2019 21:04
HiddenNickname

@HeinerMädsche
Welcher Mann möchte denn eine Gebärmutter, Montasblutungen etc. haben?
Ein Mann möchte sich doch voll und ganz als Mann fühlen und nicht alle 28 Tage dran erinnert werden, dass er mal mit primär weiblichen Geschlechtsmerkmalen zur Welt kam,
Der Kopf ist das was einem sagt was man ist, nicht der Körper.
Wenn dem nicht so wäre dann würde ja einfach ein Blick in den Spiegel reichen.
Eine Angleichung findet ja unter anderem deshalb statt, weil das Innere nicht mit dem Äußerem übereinstimmt.



18.01.2019 00:34
HiddenNickname

Kann grad gar nicht glauben, dass hier diskutiert wird, ob Hormone den Charakter eines Menschen beeinflussen.
Sagt mal?
Die Hormone nehmen den größten Stellenwert ein!
Allein Dopaminmangel kann aus einem Sonst lebensfrohen Menschem eine depressive, träge Persönlichkeit werden
Oder das Kuschelhormon Oxytocin... Sorgt für Bindung zu anderen.
Wenn du nur ein ein einziges Hormon veränderst, kann sich der ganze Mensch verändern!
Nicht zu schweigen von Testesteron und Estrogene

18.01.2019 00:41
HiddenNickname

Also ich spüre meine beginnenden Wechseljahre deutlichst...

18.01.2019 07:40
HiddenNickname

Zitat
Tehejekuetrheed
schrieb am 18.01.2019 um 00:34:

Kann grad gar nicht glauben, dass hier diskutiert wird, ob Hormone den Charakter eines Menschen beeinflussen.
Sagt mal?
Die Hormone nehmen den größten Stellenwert ein!
Allein Dopaminmangel kann aus einem Sonst lebensfrohen Menschem eine depressive, träge Persönlichkeit werden
Oder das Kuschelhormon Oxytocin... Sorgt für Bindung zu anderen.
Wenn du nur ein ein einziges Hormon veränderst, kann sich der ganze Mensch verändern!
Nicht zu schweigen von Testesteron und Estrogene


Danke!

Davon abgesehen spielt natürlich die im Vordergrund stehende Transition als Angleichung des Körpers an die sexuelle Identität im Vordergrund. Damit einher geht unter Anderem eine (für eine vollständige Angleichung vom Gesetzgeber geforderte!) Überidentifizierung mit dem angestrebten Geschlecht.

Das ist eine sehr egozentrische Phase, die für die Partnerin nicht unanstrengend ist.

Und ja, das sind Erfahrungswerte.


Thema abonnieren antworten









Liesel81: Lebensfroh und Lebenslustig,doch noch allein!Geht es dir auch so?      +++     >>> Laufband-Message ab nur 5,95 € für 3 Tage! <<<