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Coming out bin ich lesbisch wie sage ich es m

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02.02.2019 12:03
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Hallo

Ich habe 2 Kinder und einen langjährigen Partner, der auch der Papa unserer Kinder ist.

Ich studiere, während meines Studiums merkte ich dass ich mich besonders für LBTQG Themen interessiere. In einer Vorlesung unabhängig zu diesem Themenbereich merkte ich dann plötzlich, dass ich immer an jenen Tagen als möglich meine Frau Prof. ansah, mir irgendwie anders würde. Es führte soweit, dass ich ständig an sie dachte es zuerst gar nicht bemerkte. Irgendwann begann ich auch von ihr zu träumen. Die intime Beziehung zwischen mir und meinem Partner verschlechterte sich und irgendwann bemerkte ich, dass ich mir Sex mit einem Mann plötzlich nicht mehr vorstellen könnte. Ich sehnte mit nach einer Frau. Ich begann mir die Frage zu stellen ob ich lesbisch sein könnte nur nie was gemerkt habe. Es gab schon in meiner Jugend eine Freundin die ihre ziemlich anziehend fand, aber ich dachte mir nichts dabei. Ich habe auch mal ein Mädchen geküsst aber das war nur weil wir vorbereitet sein wollten auf unsren ersten Zungenkuss mit einem Jungen. Aber ich empfand es als schön. Dachte mieten aber nichts weiter dabei. Nun wie kann ihn feststellen, ob ich wirklich lesbisch bin? Wie kann man gut Frauen kennen lernen? Ich möchte ja auch niemanden verletzen falls sich dann doch jemand in mir verliebt und ihre merke, nein Frauen sind doch nichts für mich. Ich fühle mich wie in meiner Jugend, Selbstfindungsphase, eigenrlih sollte ich doch bodenständig sein und das alles abgeschlossen haben. Aber es fühlt sich nicht mehr richtig an, so wie ich jetzt lebe. Vor allem wie sage ich es meinem Partner, unseren Kindern, meinen Eltern?

Ich bin für Infos und Erfahrungsberichte dankbar,
LG Nele

02.02.2019 17:52
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Hallo liebe Nele , mir geht es ähnlich wie dir bin verheiratet und habe 2 Kinder.... Ich habe auch in meiner Kindheit schon ein Mädchen geküsst und da ich in Trennung bin mit meinem Mann möchte ich jetzt unbedingt mich mit einer Frau ausprobieren.

03.02.2019 11:22
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Zitat
Tehejekuetrheed
schrieb am 02.02.2019 um 17:52:
... und da ich in Trennung bin mit meinem Mann möchte ich jetzt unbedingt mich mit einer Frau ausprobieren.


... Mädels, das klingt ja total sinnlich & verlockend !!! Also: Bitte nicht drängeln!! Wer darf denn das (erste) Versuchs-Häschen sein - für Euch, bitte ... ???

Apropos "lesbisch": Es ist zwar vieles in der Welt bimodal, aber manchmal gibt es auch Graustufen, müssen ja nicht gerade 50 sein, d.h. hier ± bisexuell.

Hanna

editiert am 03.02.2019 12:27 Beitrag melden Zitatantwort
04.02.2019 12:10
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Also ich habe ja schon Coming out Geschichten gelesen aus Büchern. Da gab es einige, die in heterosexuellen Beziehungen waren und die dann merkten sie empfinden mehr für Frauen. Manche hatten auch Kinder und waren verheiratet oder in langer Lebensgemeinschaft.

Bei mir ist es einfach so, dass mir diese Professorin nicht aus dem Kopf geht. Und immer wieder wenn ich sie sehe, dann hält das total lang an und ich kann mich kaum konzentrieren. Also für mich hat das nichts damit zu tun, dass ich ein Versuchskaninchen suche, aber für mich stellt sich die Frage, wieso ist das so? Wieso reagiere ich so? Habe ich es früher nur nicht bemerkt? Ein guter Bekannter hat mich mal darauf aufmerksam gemacht, dass es schon interessant ist, dass ich mich so sehr für LGBTQ-Themen interessiere, ich das regelrecht aufsauge und Seminare an der Uni besuche zu genau diesen Themen. Habe ich das unbewusst bewusst gesucht / ausgesucht / gewählt um mein wahres Ich zu entdecken? Das sind alles so Fragen die ich mir stelle. Und deshalb frage ich mich, wie habt ihr es gemerkt, dass ihr auf Frauen steht? Wie haben jene die in heterosexuellen Beziehungen waren, das ihren Männern gesagt bzw. der Familie beigebracht? Ich habe keine Ahnung wo mir momentan der Kopf steht, aber das ist ja nicht seit gestern so, sondern schon seit 2 Jahren. Daher denke ich mir, irgendwas muss dran sein?!?!

23.02.2019 01:04
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Alsooo, zum einen sollte jeder wissen, dass die sexuelle Neigung nicht nur in schwarz-weiß zu sehen ist, also es gibt nicht nur 100 % Hetero und 100 % Homo, sondern es gibt viele Grauabstufungen und nicht nur Bi. Man kann sich das wie eine Skala vorstellen auf der einen Seite Hetero und der anderen Seite Homo, in der Mitte bei 50 % ist man Bi. Aber dazwischen gibt es immer noch einige Graustufen. Z.B.: Kann es sein das man 80 % Hetero ist und sich damit nur einmal in eine besondere Frau verliebt, oder man ist zu 90 % Homo und kann sich damit keine Sexuellen Handungen mit Männern vorstellen, aber mal ein Küsschen und bisschen Umarmen geht. Oder so... es gibt eben da sehr viele verschiedene Varianten. Deswegen würde ich auch für den Anfang abraten sich selber in eine Schublade stecken zuwollen, wenn man selber noch keinen Plan hat, wo man steht und was man will, dementsprechend würde ich mich in dieser Selbstfindungsphase auch noch nicht outen vor nahen Angehörigen. Weil die anderen ja noch weniger wissen als man selber und noch mehr verwirrt darüber sind. Mache das erst, wenn du mit deiner Selbstfindungsphase fertig bist und selber weißt was du willst.

Viele "merken" das erst später oder gestehen sich das erst viel später ein. Die Gründe sind unterschiedlich, natürlich wächst man in einer hetero Welt auf und wird dahingehend erzogen. So muss man ja auch erstmal auf die Idee kommen. Dann gibts immer wieder mal Situationen, da könnte man es schnallen, aber dann fängt man sich da rauszureden (für sich selber und für andere) und verdrängt die Tatsachen. Besonders auch deswegen, weil man nie richtige Erfahrungen macht, wie man das als hetero Mensch irgendwann mal auch durch Zufall macht, weil jemand anderes einen begehrt. Also ist es ja nur so ein Gedankenspiel und das lässt sich leicht verdrängen. Vielen Frauen helfen dabei auch Filme in denen sie zwei Lesben sehen die sich küssen und das manchmal sehr heftige Gefühle verursachen kann, z.B. spontanes weinen, ohne direkt zu merken warum sie auf einmal weinen. Oder einen wird es erst bewusst, eben für die Spätzünder unter uns, durch eine direkte Begegnung mit einer Frau in die man sich verliebt, oder die vielleicht auch lesbisch/bi ist und einen besonders tief in die Augen schaut und/oder begehrt. Und wenn dann das Herzchen das erste Mal richtig schlägt, merkt man, dass man da eben nur seinen besten Kumpel geheiratet hat oder mit ihm eine Beziehung hat. Also herzlichen Glückwunsch, ich denke du bist das erste Mal richtig verliebt, wie eine Jugendliche in ihre Lehrerin.

Deine Beschreibung, dass du dich wie in einer zweiten Pupertät befindest, ist sehr zutreffend für diese Selbstfindungsphase. Das geht vielen so, die gerade erkennen, dass sie nicht 100% hetero sind.

Das du es früher nicht bemerkt hast, lag vielleicht einfach daran, dass du noch nicht deine richtige Dame gefunden hast, in die du dich über beide Ohren verliebt hast. Und es dementsprechen nie in Betracht gezogen hast.

Keine Ahnung warum du dich schon vorher mit dem Thema LGBTQIG*... beschäftigt hast. Warum habe ich mit 8 Jahren meine männlichen Barby Puppen in die Kiste geschmissen, wenn Mutti aus dem Raum gegangen ist und hatte Lesbische Regenbogenfamilien gegründet? Obwohl ich erst mit 15 erfahren habe, was Homosexualität ist. Manche Fragen kann dir niemand beantworten. Nimm es so hin, dass dein Unterbewusstsein cleverer war als du selber.

Ich habe es in vielen Sitationen schon äußerst früh gemerkt, noch bevor ich wusste was Homosexualität ist. Dann habe ich es bewusst gemerkt und aus Aussichtslosigkeit über Jahre unterbunden und verdrängt. Später habe ich immer wieder versucht Männer zu daten, aber bis auf einen Kaffee ist nie was passiert, weil ich es einfach nicht konnte und dann habe ich einfach über ganz lange Zeit im Zölibat gelebt. Bis mir eine ähnliche Geschichte passiert ist wie dir. Mich hat meine Dozentin (verheiratet, 2 Kindergartenkinder) extrem angemacht und es war extrem, was das für Gefühle ausgelöst hat und dann kam ich mit 27-28 Jahren auch nochmal in die zweite Pupertät.

Das man mit Männern Beziehungen/Ehen führt und Kinder bekommt, bevor man "merkt"/sich eingesteht, das man auf Frauen steht, ist völlig normal, davon gibt es hier bei Lesarion sehr viele Frauen. Bei Frauen ist es auch häufiger, als bei Männern, dass die Erkenntnis erst wesentlich später kommt. Lieg vielleicht auch am gesellschaftlichen Druck oder einer weniger so offensichtlichen Errektion, die Gründe sind sicherlich sehr vielschichtig.

Tja, wie du es deiner Familie sagst, wird dir überlassen bleiben. Es wird sicher nicht einfach für deinen Mann und die Kinder. Aber von einem unerfüllten Leben in einer Lüge würde ich abraten. Wenn es zu schwer fällt, kann man das ja auch schriftlich machen. Dann ist es wenigstens kontrolliert, was man genau sagen will. Mir viel das äußerst schwer mit dem Coming out. Bei meinen Großeltern habe ich es garnicht hinbekommen, da habe ich dann meinen Vater vorgeschickt (der hatte vorher zu große Klappe gehabt. ). Der hat die Großeltern zuvor aber auch erstmal mit einer Flasche Likör abgefüllt gehabt. Naja, Dorf...

Auf jeden Fall sollst du dich ausprobieren und Erfahrungen sammeln, dass macht es für dich dann etwas klarer, von den Gefühlen her. Es gibt ja genügend Abenteuerlustige Lesben oder andere Frauen die ebenfalls in der Selbstfindungsphase sind, dass ist dann denke ich auch ein guter Erfahrungswert für beide und man ist auf dem selben Entwicklungsstand.

Oder schaue dir vorher noch ein paar Lesbenfilme/-serien an, zur Motivation und Stärkung des Selbstbewusstseins.

Na dann viel Glück und Erfolg in deiner Selbstfindungsphase! Ich hoffe, ich konnte dir etwas helfen.

23.02.2019 17:54
HiddenNickname

@Freyja86, ich finde deinen Beitrag super und kann dem Geschriebenen nur beipflichten.

@Nele2019: Auch ich bin eine von den ganz Späten...habe erst mit Anfang 30 gemerkt, was Sache ist und war dann erstmal damit beschäftigt, mich aus einer Ehe zu lösen, meine Zweifel zu überwinden und meinen richtigen Platz im Leben zu finden. Das war streckenweise ganz schön schwierig aber es hat sich gelohnt. Bei mir ist seither über ein Jahrzehnt vergangen und ich bin froh, den Weg beschritten zu haben. Ich fühle heute noch ganz oft Dankbarkeit, "ich selbst" sein zu können. Ich habe nach einer etwas ungeschickten Selbstfindungsphase mit den falschesten aller möglichen Frauen gottseidank richtig Glück gehabt. Mein Tipp an dich: Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut. Gib dir Zeit und hab Geduld mit dir selbst (und anderen...). Du musst heute und morgen gar nichts entscheiden, wenn du nicht willst. Versuch dir immer wieder vorzusagen, dass du die Geschwindigkeit vorgibst. Du sitzt am Steuer und hast Gas und Bremse. Du kannst auch aussteigen und eine Pause machen, bis du Lust hast, weiterzufahren. Möglich, dass einiges eine gewisse Eigendynamik entwickelt, besonders wenn Dinge konkret werden und man von Gefühlen übermannt wird. Trotzdem bist du nie machtlos, was deine Entscheidungen angeht. Du musst heute nicht wissen, was in 3 Monaten ist und du musst keinen Masterplan für die nächsten Jahre aufstellen. Sei aufgeschlossen und aufmerksam, spüre dich selbst ehrlich und hab Mut. Dann kommt eins zum anderen und du wirst deinen Weg machen wie viele andere ebenfalls ihren Weg gemacht haben. Jede Lebensgeschichte ist anders. Ich glaube ganz fest, dass die Einsichten reifen, wenn man ihnen Zeit gibt.

Das mit den Lesbenfilmen, die Freyja86 erwähnt, hat sich für mich ebenfalls hilfreich erwiesen. Das mit den Tränen kenne ich auch gut. Da kamen auf einmal Gefühle hoch, die ich wohl schon sehr lange hatte, die aber immer gut weg kontrolliert waren.

Such dir vertrauenswürdige Gesprächspartner. Hab Zuversicht! Alles Gute!

Zitat
Tehejekuetrheed
schrieb am 03.02.2019 um 11:22:

Zitat
Tehejekuetrheed
schrieb am 02.02.2019 um 17:52:
... und da ich in Trennung bin mit meinem Mann möchte ich jetzt unbedingt mich mit einer Frau ausprobieren.


... Mädels, das klingt ja total sinnlich & verlockend !!! Also: Bitte nicht drängeln!! Wer darf denn das (erste) Versuchs-Häschen sein - für Euch, bitte ... ???



Also mein "erstes Häschen", wie du es nennst, liebe Hanna, hat mir was bedeutet. Sie selbst jedoch ("Sandkasten" -Lesbe übrigens) war eher auf der Suche nach einer einfachen Gelegenheit, ihre Beziehungsprobleme auf ihre ganz eigene Weise zu lösen. Jene ihrer Primärbeziehung wohlgemerkt, von der sie angeblich "getrennt" war. Als ich geblickt habe, was Sache ist, habe ich mich gefühlt wie das "Häschen". Nicht schön, der Häschen-Status...da geht es wohl allen gleich.

editiert am 23.02.2019 18:28 Beitrag melden Zitatantwort

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