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FRIDAYS FOR FUTURE



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24.03.2019 09:47
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Zitat
Tehejekuetrheed
schrieb am 24.03.2019 um 00:31:
{...}
Diese Demos bringen nichts, außer noch mehr verlorener "Physik-, Chemie-, Biologie-, Erdkundestunden" die dringend notwendig wären, um vielleicht in den nächsten 30 Jahren Menschen zu haben, die tatsächlich etwas wissen und verstehen.
*just my two cent*


Deine Meinung zum Aktionsziel sei dir unbenommen. Für mich spiegelt sie lediglich wieder, daß Zusammenhänge nicht erfasst wurden.

Wie du darauf kommst, daß diese Demos nichts bringen würden, ist mir jedoch nicht ersichtlich. Auch das Argument, es würden andere zu lernende Dinge wichtiger sein, ist mir sehr unverständlich. Seit Jahren gibt es Probleme mit dem Schulsystem, es werden so viele Dinge beklagt, die Kindern und Jugendlichen offensichtlich nicht gut tun und wenn es auch nur die körperliche Schreibtischhaltung ist oder das dauernde im Netz rumhängen. Dieser Freitagsstreik ist mehr als Schule bieten kann, auch nicht in irgendwelchen Projektwochen. Sie lernen in Gruppen zu arbeiten, etwas autonom auf die Beine zu stellen, Politik und viele lebensnahe Dinge, Gemeinschaftsgefühl und wie mit Niederlagen umgegangen werden kann. Wie Projekte organisiert werden, etc. und wenn es nur ist Leute zusammen zu bekommen und gemeinsam ein Plakat zu malen und sich vor allem den Inhalt auszudenken. Sie entwerfen selbst Reden oder lernen auch spüren, wie eine Rede, die sie thematisch interessiert auf sie wirkt oder wie die Wortmeldungen von "politischen Gegnern" wirken, etc.
Das ist eine Schule, die das Schulsystem, Lehrer und Eltern nicht bieten und für das Erwachsenenleben sehr gut vorbereitet und menschliche Aspekte direkt vermittelt, ohne Hausaufgaben und "Bulemielernen".

Ich finde außerdem, daß es höchste Zeit ist, daß Kinder und Jugendliche von Erwachsenen noch wesentlich ernster genommen werden. Bei dieser Aktion können sie all das und sich selbst gut kennenlernen und sind dabei noch geschützt und unterstützt von Erwachsenen. Im Übrigen auch durch WissenschaftlerInnen* aus der Biologie, etc.
Das bedeutet auch, hier kann es zu Gesellschaftsschichten-übergreifenden Kontakten und Lernen kommen, weil alle SchülerInnen* egal welcher Schulart zusammen lernen können.

_____
edit dieser Beitrag ist von Quilma

editiert am 26.03.2019 20:24 Beitrag melden Zitatantwort
24.03.2019 13:45
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Meine Gedanken zu FFF

Das sind keine Demos sondern Streiks.
Streik bedeutet immer Verweigerung, Widerstand der Abhängigen.
Und er soll weh tun. Das machen die Arbeitnehmer um ihren berechtigten Forderungen nach besseren Arbeitsbedingung Nachdruck zu verleihen.
Und das tut weh - dem Arbeitgeber duch den Produktionsausfall und auch den Arbeitnehmern. Sie haben Lohnausfall und die Ungewissheit - ist unser Streik erfolgreich?, können wir lange genug durchalten?

In dieser Situation befinden sich die Teilnehmenden der FFF-Streiks. Sie merken, dass sie abhängig von den Regierenden sind und das diese ihre Zukunft, unser aller Zukunft durch ihrer Untätigkeit und Verzögerungstaktiken bedrohen und verspielen.
Das wollen sie nicht mehr länger hinnehmen. Deshalb bestreiken sie die Schule immer Freitags. Dabei ist ihnen ganz bewusst, dass sie selber auch Nachteile dadurch haben- sie müssen den Unterricht der Freitage nachholen um ihre Klassenziele zu erreichen. Das erfordert intensiven und auch zeitlichen Einsatz.

Die Schüler*innen fordern ganz klar - Macht ihr eure Hausaufgaben, dann machen wir unsere

Und - ich bin fest davon überzeugt, dass die Streiks auch einen Lernerfolg für Viele haben. Schon beim Gestalten ihrer Plakate setzen sie sich intensiv mit dem Klimawandel und seinen Folgen auseinander wenn sie ihre Forderungen formulieren. Das setzt bestimmt auch einen Bewußtseinswandel und Hinterfragen des eigenen klimaschädlichen Verhaltens in Gang.
Während des letzten Schulstreiks in Braunschweig habe ich junge Leute gesehen, die duch die Reihen der Anwesenden gingen und Abfall, wie Pappbecher und Ähnliches aufgesammelt haben

Und - clevere Lehrende können das Thema aufgreifen und in den Schulunterricht integrieren.
Das Thema Klimawandel und seine dramatischen Folgen kann man fächerübergreifend integrieren. Ich kann mir vorstellen, dass Aspekte davon in jedem Fach einen weiterbildenden Ansatz haben.

für Alle, die noch keine tolle Formulierung für ihr Plakt zum nächsten FFF-Streik haben, hier einige Anregungen

https://www.jetzt.de/poli [...] schilder



24.03.2019 18:56
HiddenNickname

Ich bin im positiven Sinne überwältigt davon wie sich dieses einmalige Phänomen verbreitet hat und vor allem wie sich diejenigen, gegen die diese Proteste gerichtet sind, davon auf die Füße getreten fühlen.
Man kann nicht früh genug damit anfangen sich über die Probleme in der Welt bewusst zu werden und zu handeln. Wären meine Kinder daran beteiligt, wäre ich stolz und glücklich darüber alles richtig gemacht zu haben.

24.03.2019 23:17
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Zitat
Tehejekuetrheed
schrieb am 24.03.2019 um 18:56:

Ich bin im positiven Sinne überwältigt davon wie sich dieses einmalige Phänomen verbreitet hat und vor allem wie sich diejenigen, gegen die diese Proteste gerichtet sind, davon auf die Füße getreten fühlen.
Man kann nicht früh genug damit anfangen sich über die Probleme in der Welt bewusst zu werden und zu handeln. Wären meine Kinder daran beteiligt, wäre ich stolz und glücklich darüber alles richtig gemacht zu haben.


Ja, so geht es mir auch

25.03.2019 07:18
HiddenNickname

Die SchülerInnen stellen sich der Kritik, die ihnen gemacht wird auf der FB-Seite Fridays For Future Deutschland. Da es exakt die gleiche Kritik ist, die hier geäußert wird, woran zu erkennen ist, dass selbst Kritik nichts ist, das von einzelnen als eigener Gedanke kommt, sondern einfach unreflektiert nachgeplappert wird, wohingegen die Schüler um einiges reflektierter sind:

ZitatDie Kritik unserer Kritiker wiederlegen:

1.) "Ihr schwänzt doch nur die Schule"
Falsch. In den meisten Schulen bekommen wir unentschuldigte Fehlstunden auf unserem Zeugnis, wenn wir die Streiks besuchen. Würden wir lediglich schwänzen wollen, dann könnten wir auch einfach Zuhause bleiben - und wir würden die gleichen Konsequenzen tragen.
Wir demonstrieren während der Schulzeit, weil wir nur so die nötige Aufmerksamkeit für das Thema bekommen können. Tatsächlich können sich die meisten von uns aber Schöneres vorstellen als bein Wind und Wetter zu demonstrieren, als Sanktionen von Lehrer*Innen zu bekommen und sich dann auch noch anhören zu müssen "Ihr schwänzt nur die Schule!"

2.) "Fangt doch erstmal bei euch selbst an!"
Richtig und falsch. Die allermeisten Schüler*Innen auf den Protesten versuchen ja schon, in ihrem eigenen Umfeld Umweltschutz und Klimaschutz zu praktizieren, das wird oft übersehen.
Und gleichzeitig, kann das keine Bedingung an alle Teilnehmenden sein, da unsere Forderungen sich an die Politik richten. Ja - ein Gesellschaftswandel kann nur mit einem Bewusstseinswandel einhergehen, aber kann man die Klimakrise nicht mehr auf den Verbraucher abwälzen. Vor allem nicht auf uns Schüler*Innen und Studierende. Nicht, wenn Maßnahmen zu mehr Klimaschutz, die aus der Politik kommen, so viel mehr Einfluss auf das Klima haben, als dass, was jedeR einzelne tun kann.

3.) "Andere Kinder würden sich freuen, wenn sie zur Schule gehen dürften!"
Ja, das stimmt. Das bestreiten wir nicht. Wir demonstrieren aber nicht gegen die Bildung, sondern vielmehr gegen eine Welt in der die Bildung nichts mehr Wert ist.
Wir sind froh, dass wir hier das Privileg haben, zur Schule gehen zu dürfen - auch wenn es manchmal nervt.
Aber die Schule ist die einzige Aufgabe, die wir in der Gesellschaft haben und deshalb auch der einzige Punkt an dem wir Druck machen können.
Klar, normalerweise ist das Schule streiken nicht okay, während andere Kinder und Jugendliche keine Schulbildung haben. Aber wir befinden uns nicht mehr im "normalerweise". Wir befinden uns in einer Krise, die den Fortbestand der Menschheit bedroht. Da müssen wir zu solch drastischen Maßnahmen greifen.

4.) "Demonstriert doch samstags!"
Diese Aussage wurde oben schon mehr oder weniger kommentiert. Wir müssen die Schule bestreiken, um Aufmerksamkeit auf das Thema zu lenken. Denn wer würde uns zuhören, wer würde über uns berichten, wenn wir samstags demonstrieren würden? Wir müssen da demonstrieren, wo es der Politik wehtut, wenn sich etwas ändern soll!
Dadurch dass wir freitags demonstrieren, zwingen wir die Politiker*Innen dazu, sich mit uns auseinanderzusetzen.
Aber ja, in einigen Städten wurden auch schon Samstagsdemos durchgeführt, um mehr Menschen eine Teilnahme zu ermöglichen.

5.) "Ihr seid nicht gesteuert!"
Diese Aussage lässt sich schwer auf ernsthafte Art und Weise kommentieren und doch wird sie uns immer wieder vorgeworfen - deshalb hier ganz kurz: Nein, wir sind komplett unabhängig und autonom organisiert. Niemand zieht da seine Fäden, wir sind vielmehr ein Kollektiv aus ganz vielen verschiedenen jungen Menschen - ohne Anführer und ohne irgendeine Initiative, die hinter uns steht!

Ihr habt noch mehr konstruktive Kritik an unserer Struktur? Gerne in die Kommentare damit!




editiert am 25.03.2019 09:46 Beitrag melden Zitatantwort

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