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Gewalt in der kath.Kirche



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10.02.2019 11:36
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Liebes Support Team,
hier ist das Forum "Religion" - dazu gehört auch die kath. Kirche. Ich hoffe, es wird respektiert, dass sich Gläubige und Nichtgläubige über dieses Thema austauschen möchten.
.............................

Hier ein Interview mit Doris Wagner (die Nonnenanwärterin aus dem BR Video).Es geht auch um den Begriff des geistlichen/geistigen Missbrauchs, der auch in den sex. Missbrauch, in die sex. Gewalt münden kann.

https://www.katholisch.de [...] u-umkehr

"Die frühere Ordensfrau in der Gemeinschaft "Das Werk" sagte weiter, dass es die Kirche "den Opfern oft schwer macht zu sprechen". Dies hänge unter anderem damit zusammen, dass die Kirche ihnen "ein Zuhause" sei, das man nicht gerne angreife oder preisgebe. Wo kirchliche Verantwortungsträger angesichts dieser Situation dennoch eine Abwehrhaltung einnähmen, statt zuzuhören, machten sie es den Opfern noch schwerer.

Unmittelbares Verbesserungspotenzial sieht Wagner bei der Anwendung des Kirchenrechts. Bei den Recherchen zu ihrem aktuellen Buchprojekt, das sich geistlichem Missbrauch widmet, sei sie auf zahlreiche Fälle gestoßen, in denen schlicht die kirchenrechtliche Vorgabe einer Trennung von spiritueller und formaler Leitung etwa einer Gemeinschaft nicht beachtet worden sei. Diese wichtige Norm zu missachten, so Wagner, sei an sich bereits eine gefährliche Form von Missbrauch."

Hier das Video mit dem Gespräch mit Kardinal Schönborn - Anschauen lohnt sich wirklich, da ich selten oder noch nie gesehen habe, dass ein so hoher kath. Würdenträger so offen spricht.
https://youtu.be/PfF_ArkQzFY
Missbrauch: Nonne spricht mit Kardinal über Skandal | DokThema | Doku | BR | Interview Schönborn


10.02.2019 14:05
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Danke Dir Ventidue. Das Verschieben kam für mich sehr plötzlich.
Über das Video mit dem Gespräch denke/spüre ich immer noch nach, über das Gefühl der Betroffenheit der beiden und das Thema Hoffnung,......


Wem besonders das Video zu nah dran ist, hat hier die Möglichkeit sich in diesen Artikeln zu informieren.
Ein Artikel ist von Doris Wagner geschrieben.


#NunsToo: Sexueller Missbrauch an Ordensfrauen. Fakten und Fragen

„Sexueller Missbrauch von Ordensfrauen ist weltweit verbreitet. In vielen Fällen nutzen die Täter hierfür ihre Rolle als Beichtväter oder geistliche Begleiter der Frauen aus“, schreibt Doris Reisinger, Theologin und Autorin.
Von Doris Wagner
......
https://www.herder.de/stz [...] -fragen/

Wenn moralischer Anspruch schamlos wird: Von der Unverschämtheit im sexuellen Missbrauch und in der kirchlichen Schuldkultur

Sexuelle Gewalt durch Kleriker ist schamlos, ihre Verbergung unverschämt. Der Klerus hat sich diskreditiert, Laien sexualmoralische Ansagen zu machen. Hans-Joachim Sander, Professor für Dogmatik in Salzburg, untersucht diese Zusammenhänge theologisch und zieht für die Kirche Konsequenzen.
Von Hans-Joachim Sander
......
https://www.herder.de/stz [...] dkultur/

Katholische Kirche
Missbrauchte Nonnen
Von Markus Brauer 08. Februar 2019 - 13:12 Uhr

Nicht nur Kinder und Jugendliche, auch katholische Ordensfrauen wurden von Priestern und Bischöfen sexuell missbraucht. Das hat Papst Franziskus jetzt erstmals eingeräumt. Das Problem bestehe vermutlich noch immer. „Ich glaube, es wird immer noch getan.“
.......
https://www.stuttgarter-z [...] 191.html

editiert am 10.02.2019 14:10 Beitrag melden Zitatantwort
10.02.2019 14:27
HiddenNickname

Was mir an dem Thema "Gewalt in der kath.Kirche"
noch wichtig ist und da sinne ich noch immer nach, ist
das Thema Heimat in der Kirche.

Und da betrachte ich es unabhängig von der Glaubensrichtung.

Was ich in den letzten Jahren für mich entdeckte ist ein Bild, dass Gläubige
wie in einem Dorf, oder einer Stadt oder in verschiedenen Familien leben.

Ihr Glaube ist Heimat.

Auch unabhängig von denen da oben und unabhängig davon was z.B. im Kathechismus steht, oder was es sonst für "Schulen" Richtungen und Strömungen es gibt. Gläubige verorten sich selbst innerhalb ihres Glaubens.

Das sind erstmal so Gedanken....



10.02.2019 14:48
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Zitat
Tehejekuetrheed
schrieb am 10.02.2019 um 14:05:

(...)
......
https://www.herder.de/stz [...] -fragen/
(....)


@Grenzerin, @mabelka und ich glaube auch @Erika1 (kann nur aufgrund des schriftl. Ausdrucks aus dem Politkforum die Namen erraten)
In diesem Artikel wird ein weiteres Tabu angesprochen - Ordensfrauen missbrauchen sexuell andere Ordensfrauen - in einer befragten Gruppe waren es 13% Und dies ist an @Grenzerin gerichtet - genau das ist der Punkt, wenn man sex. Missbrauch/Gewalt einem bestimmten Geschlecht in einer Ausschließlichkeit zuordnet - es verfälscht das Bild und verhindert einen offenen Dialog, denn nur so kann Machtmissbrauch gemeinschaftlich angegangen werden. Auch Frauen übernehmen und unterstützen patriarchale Muster.



10.02.2019 15:20
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Das wurde auch schon in der Presse thematisiert.

https://www.e110.de/sexue [...] -frauen/

und andere ... die sich auf Missbrauch durch Frauen in Kinderheimen bezogen.

Ein offener Dialog wird eher durch Besserwisser verhindert, die Presse tut nämlich was möglich ist. Die Leserschaft muss allerdings noch aufwachen.



10.02.2019 15:22
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@ventidue

warum beschränkst du das Thema eigentlich auf die katholische Kirche ?

in evangelischen Kinderheimen wird man leider auch fündig.

Beispiel: Brüdergemeinde Korntal

10.02.2019 15:36
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Zitat
Tehejekuetrheed
schrieb am 10.02.2019 um 14:27:

(...)

Ihr Glaube ist Heimat.
(...)


ja, auch - vorallem ist es eine geistige Heimat. Zumindest für mich. Deshalb ist es nicht so leicht, dies alles über Bord zu werfen, selbst wenn Gläubige in eine tiefe Krise ansichts des Verhaltens der kath. Kirche gestürzt werden. Das Wort Scham drückt nicht im Mindesten aus, was ich fühle. Dieses Fühlen bewirkt aber nichts. Es gibt an sich nur 2 Optionen - austreten oder etwas tun. Ich versuche es erst mal mit Option 2 und dazu gehört auch, es in die Öffentlichkeit zu tragen und ich bin arose dankbar, dass sie das auf lesarion getan hat und das darf nicht aufhören. Reicht aber auch nicht. Katholik*innen müssen anprangern und aufstehen. Und natürlich auch Nichtgläubige.

10.02.2019 15:53
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Es würde mich interessieren, wer von den missbrauchten Menschen sich noch zu den Gläubigen zählt.

Ein missbrauchter Mann hat ein Buch über seine Kindheit im Heim geschrieben.

Detlev Zander: "Und Gott schaut weg"
Die Geschichte des Dieter Z.
Ein Kind in der Hölle

Kostenpunkt 7,90 €



10.02.2019 15:56
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Zitat
Tehejekuetrheed
schrieb am 10.02.2019 um 15:36:

...Es gibt an sich nur 2 Optionen - austreten oder etwas tun...


Austreten UND etwas tun ist die richtige Option.

10.02.2019 15:56
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Es kann auch über Gewalt in der evang. Kirche geprochen werden, aber ich bitte um Verständnis, dass nicht jede Weltreligion hier Thema sein soll.

10.02.2019 15:58
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Zitat
Tehejekuetrheed
schrieb am 10.02.2019 um 15:56:

Zitat
Tehejekuetrheed
schrieb am 10.02.2019 um 15:36:

...Es gibt an sich nur 2 Optionen - austreten oder etwas tun...


Austreten UND etwas tun ist die richtige Option.


Dies mag für dich die richtige Option sein, ich sprach von meinen Optionen und über die entscheide ich noch immer selbst. Wie jede*r Gläubige auch.

10.02.2019 16:00
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Zitat
Tehejekuetrheed
schrieb am 10.02.2019 um 14:48:

...
In diesem Artikel wird ein weiteres Tabu angesprochen - Ordensfrauen missbrauchen sexuell andere Ordensfrauen - in einer befragten Gruppe waren es 13% Und dies ist an @Grenzerin gerichtet - genau das ist der Punkt, wenn man sex. Missbrauch/Gewalt einem bestimmten Geschlecht in einer Ausschließlichkeit zuordnet - es verfälscht das Bild und verhindert einen offenen Dialog, denn nur so kann Machtmissbrauch gemeinschaftlich angegangen werden. Auch Frauen übernehmen und unterstützen patriarchale Muster.



Missbrauch hat seinen Ort weder nur in "einem bestimmten Geschlecht" noch in einer bestimmten Religion. Leider.



editiert am 10.02.2019 16:01 Beitrag melden Zitatantwort
10.02.2019 16:02
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Zitat
Tehejekuetrheed
schrieb am 10.02.2019 um 15:53:

Es würde mich interessieren, wer von den missbrauchten Menschen sich noch zu den Gläubigen zählt.

(...)



Doris Wagner zum Beispiel - siehe Link Video und Artikel.

10.02.2019 16:05
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Zitat
Tehejekuetrheed
schrieb am 10.02.2019 um 15:58:

Zitat
Tehejekuetrheed
schrieb am 10.02.2019 um 15:56:

Zitat
Tehejekuetrheed
schrieb am 10.02.2019 um 15:36:

...Es gibt an sich nur 2 Optionen - austreten oder etwas tun...


Austreten UND etwas tun ist die richtige Option.


Dies mag für dich die richtige Option sein, ich sprach von meinen Optionen und über die entscheide ich noch immer selbst. Wie jede*r Gläubige auch.


Wenn du nicht geschrieben hättest "Es gibt an sich nur 2 Optionen" hätte ich die dritte Option nicht nennen müssen.



10.02.2019 16:09
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Zitat
Tehejekuetrheed
schrieb am 10.02.2019 um 16:02:

Zitat
Tehejekuetrheed
schrieb am 10.02.2019 um 15:53:

Es würde mich interessieren, wer von den missbrauchten Menschen sich noch zu den Gläubigen zählt.

(...)



Doris Wagner zum Beispiel - siehe Link Video und Artikel.


Das ist nur eine Person von wievielen ?

Wobei ich präzisieren muss: Ich meine Gläubige unabhängig von der Institution Kirche. Denn Menschen, die in einer kirchlichen Einrichtung missbraucht worden sind, haben ihren Glauben an die Kirche sowieso meist verloren wie man dem o.g. Buch z.B. entnehmen kann. Das kann man sich ohnehin vorstellen, wenn man dem Thema näher kommt.

10.02.2019 16:10
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sexualisierte gewalt.

10.02.2019 16:10
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Zitat
Tehejekuetrheed
schrieb am 10.02.2019 um 16:05:

Wenn du nicht geschrieben hättest "Es gibt an sich nur 2 Optionen" hätte ich die dritte Option nicht nennen müssen.



Deine Forumulierung las sich so, als gäbe es nur eine richtige Option. Dies mag für dich so gelten. Als Nichtgläubige*r etwas tun steht übrigens in meinem Beitrag - somit ist auch ein etwas Tun als Nichtkirchenmitglied oder als Nichtgläubige*r impliziert.

10.02.2019 16:13
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Zitat
Tehejekuetrheed
schrieb am 10.02.2019 um 16:10:

sexualisierte gewalt.


Auch, aber nicht nur. Siehe Machtmissbrauch in geistlicher/geistiger Hinsicht.

10.02.2019 16:31
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Zitat
Tehejekuetrheed
schrieb am 10.02.2019 um 16:09:

Zitat
Tehejekuetrheed
schrieb am 10.02.2019 um 16:02:

Zitat
Tehejekuetrheed
schrieb am 10.02.2019 um 15:53:

Es würde mich interessieren, wer von den missbrauchten Menschen sich noch zu den Gläubigen zählt.

(...)



Doris Wagner zum Beispiel - siehe Link Video und Artikel.


Das ist nur eine Person von wievielen ?

Wobei ich präzisieren muss: Ich meine Gläubige unabhängig von der Institution Kirche. Denn Menschen, die in einer kirchlichen Einrichtung missbraucht worden sind, haben ihren Glauben an die Kirche sowieso meist verloren wie man dem o.g. Buch z.B. entnehmen kann. Das kann man sich ohnehin vorstellen, wenn man dem Thema näher kommt.


Ich verstehe nicht, was du genau unter Gläubige verstehst - dies ist nicht unbedingt unmittelbar an die Institution Kirche gebunden - so kann man den Glauben in die Institution Kirche verlieren, aber dennoch nicht den Glauben. Aber ich weiß es einfach nicht, wieviele Missbrauchsopfer an sich ihren Glauben verloren haben - ich vermag mir nur vorzustellen, dass es sie in eine Glaubenskrise stürzt, vielleicht entwickelt sich sogar ein Hass. Genauso wie sich bei anderen Missbrauchsopfern ein Männerhass, ein Frauenhass oder ein Menschheitshass entwickeln kann.

10.02.2019 17:21
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OT

Sehe im Thread kein Aufruf zum Austausch über Religion, sondern den Versuch über die aktuellen Misstände in der Kirche auf sozialpolitischer Ebene zu reden.
Ihr schreibt nicht über den Glauben und Spiritualität trotz der Vorkommnisse.

Der Ausgangsthread wurde zurecht ins Politikforum verschoben und m.E. ist dieser Thread hier ebenfalls deplaziert.


editiert am 10.02.2019 17:23 Beitrag melden Zitatantwort

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