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Immer mehr dyke*marches in Deutschland - Geht

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10.07.2019 18:50
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Ward ihr schon auf einem dyke*march? Bzw. geht ihr noch? Wenn nicht, warum? Müssen wir 2019 überhaupt noch für mehr "lesbische Sichtbarkeit" auf die Straße? Wie sind eure Meinungen?

10.07.2019 18:57
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Ja, letztes Jahr in Berlin. Es war sehr schön und hat mir persönlich viel besser gefallen als der große CSD.

Und ja, wir müssen definitiv für mehr lesbische Sichtbarkeit auf die Straße!!!

Es kam gerade erst kürzlich zu brutalen Übergriffen auf Lesben, zb in London aber auch in Berlin.
Rechtlich sind wir mit heterosexuellen Paaren nach wie vor nicht gleichgestellt. ( Ich sag nur Abstammungsrecht)
Außerdem geht es auch darum, dass nicht nur schwule Männer das Bild von Pride prägen.



editiert am 10.07.2019 19:01 Beitrag melden Zitatantwort
10.07.2019 19:04
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Kontrapunkt zum Partywesen.
Mehr Sichtbarkeit. Lesben.


10.07.2019 19:36
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Ja , ich finde auch wir müssen noch ganz viel Arbeit leisten und gehört und gesehen werden. Das ist meine persönliche Meinung 😊

10.07.2019 19:53
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Ja , ich finde auch wir müssen noch ganz viel Arbeit leisten und gehört und gesehen werden. Das ist meine persönliche Meinung 😊

10.07.2019 20:00
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Ich finde es grundlegend unterstützenswert, wenn Menschen für ihre Rechte auf die Straße gehen und begrüße daher den dyke*march. Einerseits. Andererseits kann ich auch nicht ganz nachvollziehen, warum man seine Anliegen nicht auf den großen Paraden platziert und dort Alternativen zum CSD-Kommerz direkt einem größeren Publikum zugänglich macht. Quasi eine kleine Gegenbewegung zusammen mit der großen Bewegung... So wie es jetzt ist, erinnert es mich leider doch auch ein Stück weit an kleinliches Sektierertum. Ich werde nicht hingehen. Aber ich gehe auch nicht zum CSD.

10.07.2019 20:48
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Ich fand den in HH, auf dem ich einmal war, wirklich toll und würde gern einmal in Berlin mitlaufen. Ich würde auch gern an der Organisation teilnehmen, hier vor Ort gibt es bloß (noch) keinen.

Lesbische Sichtbarkeit halte ich in dieser Form für sehr wichtig. Auch den Zeitpunkt, etwas seperiert oder eher als Auftakt von CSD für sehr gut gewählt, da er so abgegrenzt ist vom Kommerz des CSD und sich gleichzeitig nicht von Community trennt/trennen lässt.

Mit dyke*marsh verbinde ich überdies nicht ausschließlich "lesbische" Sichtbarkeit. Für mich ist es wie eine Verbindung/Mischung aus dem Internationalen Frauentag und Communitysolidarität/-Zugehörigkeit.

Außerdem denke ich, daß es ein guter Vernetzungspunkt ist und daher auch ein anderes/anders gemischtes Publikum in ihrer Gesamtheit anzutreffen ist als z.B. auf dem CSD oder generell auf (Frauen-)Partys.

10.07.2019 21:12
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Zitat
Tehejekuetrheed
schrieb am 10.07.2019 um 20:00:

Ich finde es grundlegend unterstützenswert, wenn Menschen für ihre Rechte auf die Straße gehen und begrüße daher den dyke*march. Einerseits. Andererseits kann ich auch nicht ganz nachvollziehen, warum man seine Anliegen nicht auf den großen Paraden platziert und dort Alternativen zum CSD-Kommerz direkt einem größeren Publikum zugänglich macht. Quasi eine kleine Gegenbewegung zusammen mit der großen Bewegung... So wie es jetzt ist, erinnert es mich leider doch auch ein Stück weit an kleinliches Sektierertum. Ich werde nicht hingehen. Aber ich gehe auch nicht zum CSD.


Hmmm Jein. In den USA ist oder war es zumindest mal so, dass dir dykes on bykes vorne den CSD angeführt haben (sieht man bei the L word)
Das Problem ist, dass der CSD mittlerweile leider mancher Orts nicht mehr wirklich einen politischen Anspruch hat.
Vielleicht kommt es ein Bisschen auf die Stadt an.
Hier in Berlin ist der CSD mittlerweile sowas wie früher die Loveparade. Millionen Menschen, sehr viel Alkohol und Drogen und extrem laute Musik. Das ist auch schön und lustig, aber mit ner Demo hat das nichts mehr zu tun. Und er ist einfach stark männlich dominiert. Viele Frauen* fühlen sich da nicht mehr wohl und gegen die vielen lauten Trucks kommt kein Transpi mehr an.

editiert am 10.07.2019 21:15 Beitrag melden Zitatantwort
10.07.2019 21:14
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Ich hatte das Vergnügen Samstag in Köln den dyke zu erleben...
Wunderbar.
In HH werde ich dabei sein.

Ich denke schon das es wichtig ist klar zuzeigen das Lesben kein Anhängsel der schwulen Bewegung ist.
Und auch auf andere Art aufmerksam zu machen auf andere Themen wie Gewalt, Bezahlung, Akzeptanz..

Und der dyke in HH kann definitiv noch Unterstützung gebrauchen.
Also wir sehen uns dannin HH.

10.07.2019 21:19
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Heutzutage?

Rechte Parteien (auch in anderen europ. Ländern), Ultrakonservative, Ultrareligiöse und einige andere machen Stimmung gegen LGBTIQ* und darin ist auch das "L". Gerade heute heißt es aufstehen - Feminismus, Anti-Fremdenfeindlichkeit, Solidarität und ein Mehr an Sichtbarkeit von Lesben

Dykmarche ist Power - wer da nicht hingeht, hat etwas verpasst

10.07.2019 21:32
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Vllt. noch meine Meinung dazu, warum ich "Lesbische Sichtbarkeit in Deutschland" wichtig finde:
Weil Lesben in der Gesellschaft in großen Teilen immer noch nicht für voll genommen werden. Weil es eine Selbstverständlichkeit zu sein scheint, daß ich mich als 40 jährige lesbische Frau immer noch mit solchen patriarchalem Mist rumschlagen muss: Willste nicht heiraten und Kinder kriegen?! Weil es eben nicht selbstverständlich ist, daß Frau und Lesbe einfach ihr Leben leben will, wie sie nunmal will.

Und, weil es in Deutschland die Möglichkeit gibt, sichtbar zu sein ohne dafür ins Gefängnis zu kommen oder getötet zu werden. Ich sehe es als meine menschliche Pflicht an regelmäßig meinen Hintern hoch zu bekommen und diese Möglichkeit wahrzunehmen, damit, wo auch immer sich eine Lesbe auf der Welt befindet, weiß, daß sie nicht alleine ist und ein freies, glückliches Leben leben darf.

10.07.2019 21:46
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Und dieses Gefühl von "Ich darf da sein, ganz selbstverständlich" plus Gemeinschaftsgefühl, habe ich auf so einem dyke*marsh. Sogar, wenn ich nicht dabei bin und es nur über Medien mitverfolge. Und das macht mich glücklich. Und ich hatte auch das Gefühl, daß Frau sich auf so einem dyke*marsh anguckt. Auf einem CSD gibt es schon öfter mal so Momente in denen ich eher das Gefühl hatte schief angeguckt zu werden.

10.07.2019 21:55
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UND ich will mehr schöne Frauen/Lesben/Queer-Demolieder haben!!!!!
Ich habe auf einer Demo am Internationalen Frauentag bemerkt, daß ich kaum welche kenne.

Kennt hier noch jemand welche von früher? Oder hat jemand Neuere auf Lager? Vllt. auch selbstausgedacht und schon ausprobiert?

Freue mich über Austausch.

10.07.2019 22:16
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Zitat
Tehejekuetrheed
schrieb am 10.07.2019 um 20:00:

Ich finde es grundlegend unterstützenswert, wenn Menschen für ihre Rechte auf die Straße gehen und begrüße daher den dyke*march. Einerseits. Andererseits kann ich auch nicht ganz nachvollziehen, warum man seine Anliegen nicht auf den großen Paraden platziert und dort Alternativen zum CSD-Kommerz direkt einem größeren Publikum zugänglich macht. Quasi eine kleine Gegenbewegung zusammen mit der großen Bewegung... So wie es jetzt ist, erinnert es mich leider doch auch ein Stück weit an kleinliches Sektierertum. Ich werde nicht hingehen. Aber ich gehe auch nicht zum CSD.


Kann deinen Punkt "Sektierertum" nachvollziehen, wenn man selbst noch nie auf einen Dykemarch war. Selbst gehe ich z.B. lieber auf gemischte Gayparties - da ist meist alles entspannter, die Jungs/Männer sind meist gut drauf. Bei reinen Frauenparties hängt oft das Damoklesschwert des Verkrampften.

Um so mehr war ich überrascht, wie anders die Stimmung auf einem Dykemarch ist. Ich kann es mit Worten gar nicht so fassen, aber es hatte null etwas von Sektieren von anderen, sondern es war sich gegenseitig Kraft schenken, sich zu freuen und mal ausnahmsweise sogar auf dem CSD sichtbar zu sein. Ich bin den Jungs und Männern echt dankbar, dass sie den CSD oft bunt und fröhlich machen. Aber, Frauen, Lesben gehen etwas unter, da meist nicht so extrovertiert und weil auch nicht so viele da sind - habe gerade mit Zaunpfahl in deine Richtung gewunken

Schade, dass du nicht mal auf einen CSD gehst. Aber, es tun andere für dich Und das ist auch gut so.

11.07.2019 01:45
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Zitat
Tehejekuetrheed
schrieb am 10.07.2019 um 18:50:

Ward ihr schon auf einem dyke*march? Bzw. geht ihr noch? Wenn nicht, warum? Müssen wir 2019 überhaupt noch für mehr "lesbische Sichtbarkeit" auf die Straße? Wie sind eure Meinungen?


Oh ja, das ist wünschenswert. Denn der Status quo ist ein noch sehr junger Zustand und ein extrem fragiler dazu, wenn man mich fragt. Zumal die Betroffenen verdammt wenig "Gebrauch" davon machen, so zumindest meine Erfahrung der letzten Jahre. Und falls dann doch paar Frauen zusammenkommen, so mutet es, wie schon meine Vorrednerin treffend beobachet und ausformuliert hat, meist nach einem Wettbewerb im Eiswürfelpinkeln. Gute PR hat noch keiner geschadet, Aufklärung geht nur teilweise über Bildung und Worte erreichen Menschen am besten dann, wenn sie von Menschen vorgetragen werden.

11.07.2019 07:48
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Zitat
Tehejekuetrheed
schrieb am 10.07.2019 um 20:00:

Ich finde es grundlegend unterstützenswert, wenn Menschen für ihre Rechte auf die Straße gehen und begrüße daher den dyke*march. Einerseits. Andererseits kann ich auch nicht ganz nachvollziehen, warum man seine Anliegen nicht auf den großen Paraden platziert und dort Alternativen zum CSD-Kommerz direkt einem größeren Publikum zugänglich macht. Quasi eine kleine Gegenbewegung zusammen mit der großen Bewegung... So wie es jetzt ist, erinnert es mich leider doch auch ein Stück weit an kleinliches Sektierertum. Ich werde nicht hingehen. Aber ich gehe auch nicht zum CSD.


Der CSD entstand durch einen Aufstand. Das Thema des CSD ist, dass Queers die gleichen Rechte fordern, die Heten haben. Denn ungeachtet der Ehe für Alle haben wir die längst nicht. Wir arrangieren uns lediglich mit der Diskriminierung, die wir erfahren, weil's für uns Normalität ist. Und die Rechte, die wir seit ein paar Jahren haben (es ist noch nicht lange so, wie es jetzt ist) sind ebensowenig selbstverständlich, wie die Existenz unseres demokratischen Systems. Sie werden permanent angegriffen und müssen verteidigt werden.

Der Dykemarch hingegen hat die Aufgabe, lesbische Existenz in die Öffentlichkeit zu bringen. Lesben sind für die Öffentlichkeit oft unsichtbar. Wenn man ihn gemeinsam mit dem CSD (der oft auch Schwulenparade genannt wird) organisieren würde, hätte man das Ziel klar verfehlt. Da man sich dann ja in der gesamten queeren Masse bewegen und wieder untergehen würde.

Der Artikel dazu ist ganz gut:

https://tinyurl.com/yx9xl94e

editiert am 11.07.2019 07:52 Beitrag melden Zitatantwort
16.07.2019 12:45
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Ja, ich geh hin!
Und ja, das müssen wir, im Zeiten, wo "Lesbe" und "Mannweib" Schimpfwörter sind!
Ich hoffe dass viele hingehen diesen Freitag!

16.07.2019 13:03
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Zitat
Tehejekuetrheed
schrieb am 11.07.2019 um 07:48:

...

Das Thema des CSD ist, dass Queers die gleichen Rechte fordern, die Heten haben. Denn ungeachtet der Ehe für Alle haben wir die längst nicht.

...


Wo fehlen Dir denn Rechte ?

Mir fällt da nichts ein. Wir haben uns verpartnert sobald dies rechtlich geregelt war und haben hundertprozentig davon profitiert. Es gab keinerlei Diskriminierung.

Ansonsten finde ich jede Demo gut, die Lebensfreude und positives Denken verbreitet.



16.07.2019 15:18
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Wir haben nicht die gleichen Rechte. Ein Beispiel ist das Abstammungsrecht. Wenn eine hetero verheiratete Frau ein Kind bekommt, wird ihr Ehemann automatisch als Vater des Kindes eingetragen. Völlig egal, ob er der leibliche Vater des Kindes ist.

Wenn eine lesbisch verheiratete Frau ein Kind bekommt, ist ihre Ehefrau gar nichts im Bezug auf das Kind. Eine Mutterschaft ist nur durch die Stiefkindadoption möglich. Das ist umständlich, nervenaufreibend und ja, diskriminierend.

editiert am 16.07.2019 15:20 Beitrag melden Zitatantwort
16.07.2019 15:28
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Die gleichgeschlechtliche Ehe gibt es in Deutschland noch nicht mal zwei Jahre. Wir verdanken sie genau diesen Menschen, die dafür auf die Straße gegangen sind.
Wir erleben momentan einen starken Rechtsruck in Deutschland. Damit will ich sagen, dass uns diese neuen Errungenschaften auch schnell wieder weggenommen werden können.

editiert am 16.07.2019 15:29 Beitrag melden Zitatantwort

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