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Klimaschutz..Bäume.. Gedichte-Zitate-Texte..

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09.10.2019 12:46
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In diesem Thread wünsche ich mir.. Gedichte..Zitate..Texte in dem die
Bäume expilzit in dem Mittelpunkt stehen..

Bäume sind Gedichte,die die Erde
in den Himmel schreibt.
-Khalil Gibran


editiert am 12.10.2019 23:44 Beitrag melden Zitatantwort
09.10.2019 12:50
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An meinen Lieblingsbaum

Die Träume, die in stillen Feierstunden,
Die dunkler Schatten mir so oft verlieh,
Die süße Ruh, die ich bei dir gefunden,
Mein Lieblingsbaum, o die vergess' ich nie!

Oft sah ich neben dir die Sonne untergehen,
Entzückt von ihres Anblicks Majestät.
Oft hat des Herbstes lindes, kühles Wehen
Mit Deinem bunten Laub mich übersäet.

Vor meinen Blicken schwebten holde Bilder,
Im lichten Glanz der Jugendfantasie,
Da träumt ich mir des Schicksals Härte milder,
Und jeder Misston wurde Harmonie.

Und liebend grub ich einst in Deine Rinde
Den Namenszug, der in mir brannte, ein,
Auch darum wirst du mir, du stille Linde,
Vor allen Bäumen ewig teuer sein.

Wenn sich in Deinen blütenvollen Zweigen
Des Westens leiser Odem kaum bewegt,
Fühlt mein Gemüt sich durch das tiefe Schweigen
Der heiligen Natur so ernst erregt.

Dann denk' ich all' der Wünsche, die vergebens
In meine Seele kamen, und entflohn,
Und seufze: Wär' der kurze Traum des Lebens
Vorüber, wie so manche Hoffnung schon.

Und wäre einst nach meiner Tage Mühen,
O Baum, den stets mein Herz mit Liebe nennt,
Ein stilles Grab mir unter dir verliehen,
du wärest dann mein liebstes Monument.

Charlotte von Ahlefeld (1781-1849)


09.10.2019 12:58
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Der Baum

Der Baum, auf dem die Kinder
Der Sterblichen verblühn,
Steinalt, nichts desto minder
Stets wieder jung und grün.

Er kehrt auf einer Seite
Die Blätter zu dem Licht,
Doch kohlschwarz ist die zweite
Und sieht die Sonne nicht.

Er setzet neue Ringe,
So oft er blühet, an,
Das Alter aller Dinge
Zeigt er den Menschen an.

In seine grüne Rinden
Drückt sich ein Name leicht,
Der nicht mehr ist zu finden,
Wenn sie verdorrt und bleicht.

So sprich, kannst du's ergründen
Was diesem Baume gleicht?

Friedrich Schiller (1759-1805)



09.10.2019 13:01
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Der Lieblingsbaum

Den ich pflanzte, junger Baum,
Dessen Wuchs mich freute,
Zähl ich deine Lenze, kaum
Sind es zwanzig heute.

Oft im Geist ergötzt es mich,
Über mir im Blauen,
Schlankes Astgebilde, dich
Mächtig auszubauen.

Lichtdurchwirkten Schatten nur
Legst du auf die Matten,
Eh du dunkel deckst die Flur,
Bin ich selbst ein Schatten.

Aber haschen soll mich nicht
Stygisches Gesinde,
Weichen werd ich aus dem Licht
Unter deine Rinde.

Frische Säfte rieseln laut,
Rieseln durch die Stille.
Um mich, in mir webt und baut
Ew'ger Lebenswille.

Halb bewusst und halb im Traum
Über mir im Lichten
Werd ich, mein geliebter Baum,
Dich zu Ende dichten.

Conrad Ferdinand Meyer (1825 - 1898)


09.10.2019 13:03
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Der Nachtwind hat in den Bäumen

Der Nachtwind hat in den Bäumen
Sein Rauschen eingestellt,
Die Vögel sitzen und träumen
Am Aste traut gesellt.

Die ferne schmächtige Quelle,
Weil alles andre ruht,
Lässt hörbar nun Welle auf Welle
Hinflüstern ihre Flut.

Und wenn die Nähe verklungen,
Dann kommen an die Reih
Die leisen Erinnerungen
Und weinen fern vorbei.

Dass alles vorübersterbe,
Ist alt und allbekannt;
Doch diese Wehmut, die herbe,
Hat niemand noch gebannt.

Nikolaus Lenau (1802 - 1850)



09.10.2019 13:25
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Blätter

die im wind sich bewegen
die im sonnenschein sich drehen
die fester teil des astes
die kleiner teil des baumes
die unabdingbar sind für leben

wie zart das blatt
wie filigran die adern
wie effizient der bauplan
wie meisterhaft das mosaik
wie bedingungslos zum ganzen

welch baum und wald kann ohne sein

© Rainer Pflieger


09.10.2019 13:42
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Ich lebe mein Leben in wachsenden Ringen

Ich lebe mein Leben in wachsenden Ringen,
die sich über die Dinge ziehn.
Ich werde den letzten vielleicht nicht vollbringen,
aber versuchen will ich ihn.

Ich kreise um Gott, um den uralten Turm,
und ich kreise jahrtausendelang;
und ich weiß noch nicht: bin ich ein Falke, ein Sturm
oder ein großer Gesang.

-Rainer Maria Rilke (1875-1926)

09.10.2019 13:44
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Zerblättern die Apfelblüten

Wie kleines feines Papier zerblättern die Apfelblüten,
Schier ein Atemhauch entführt sie dir,
Kannst sie mit keiner Hand vorsichtig hüten.
Sind wie ein rosiger Hauch, der über Nacht entstand,
Und sie entschweben auch, eh du's gedacht;
Haben glückliche Augenblicke in die Leere gebracht.
Sind wie Liebessekunden flüchtig entschwunden.
Waren in Gedanken unendlich groß, regnen zur Erde lautlos
Und liegen dir wie ein Blättlein Papier unscheinbar im Schoß.

-Max Dauthendey (1867-1918)

09.10.2019 13:48
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Weißt du, dass die Bäume reden?
Ja, sie reden.
Sie sprechen miteinander,
und sie sprechen zu dir,
wenn du zuhörst.
Aber die weißen Menschen
hören nicht zu.
Sie haben es nie der Mühe wert gefunden,
uns Indianer anzuhören,
und ich fürchte,
sie werden auf die anderen Stimmen
in der Natur nicht hören.
Ich selbst habe viel von den Bäumen erfahren:
manchmal etwas über das Wetter,
manchmal über Tiere,
manchmal über den Großen Geist.

Tatanga Mani, Indianerhäuptling

09.10.2019 13:53
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Ginkgo biloba

Dieses Baumes Blatt,
der von Osten
einem Garten anvertraut
Gibt geheimen Sinn zu kosten
wie' s den Wissenden erbaut.

Ist es ein lebendig Wesen
das sich in sich selbst getrennt?
Sind es zwei, die sich erlesen
dass man sie als eines kennt?

Solche Frage zu erwidern
fand ich wohl den rechten Sinn.
Fühlst du nicht an meinen Liedern
dass ich eins und doppelt bin?

-Johann Wolfgang von Goethe

editiert am 09.10.2019 14:02 Beitrag melden Zitatantwort
09.10.2019 14:34
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Wer einen Baum pflanzt,
wird den Himmel gewinnen.

(Konfuzius)

10.10.2019 21:00
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Neuer Frühling

Unterm weißen Baume sitzend
Hörst du fern die Winde schrillen,
Siehst, wie oben stumme Wolken
Sich in Nebeldecken hüllen;

Siehst, wie unten ausgestorben
Wald und Flur, wie kahl geschoren;-
Um dich Winter, in dir Winter,
Und dein Herz ist eingefroren.

Plötzlich fallen auf dich nieder
Weiße Flocken, und verdrossen
Meinst du schon, mit Schneegestöber
Hab der Baum dich übergossen.

Doch es ist kein Schneegestöber,
Merkst es bald mit freudgem Schrecken;
Duftge Frühlingsblüten sind es,
Die dich necken und bedecken.

Welch ein schauersüßer Zauber!
Winter wandelt sich in Maie,
Schnee verwandelt sich n Blüten,
Und dein Herz es liebt auf neue.

Heinrich Heine (1797-1856)

10.10.2019 21:01
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Der verwundete Baum

Sie haben mit dem Beile dich zerschnitten,
Die Frevler - hast du viel dabei gelitten?
Ich selber habe sorglich dich verbunden
Und traue: Junger Baum, du wirst gesunden!
Auch ich erlitt zu schier derselben Stunde
Von schärferm Messer eine tiefre Wunde.
Zu untersuchen komm ich deine täglich,
Und meine fühl ich brennen unerträglich.
Du saugest gierig ein die Kraft der Erde,
Mir ist, als ob auch ich durchrieselt werde!
Der frische Saft quillt aus zerschnittner Rinde
Heilsam. Mir ist, als ob auch ich's empfinde!
Indem ich deine sich erfrischen fühle,
Ist mir, als ob sich meine Wunde kühle!
Natur beginnt zu wirken und zu weben,
Ich traue: Beiden geht es nicht ans Leben!
Wie viele, so verwundet, welkten, starben!
Wir beide prahlen noch mit unsern Narben!

Conrad Ferdinand Meyer (1825-1898)

10.10.2019 21:02
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Gedankenwickel

Umwickle die Äste von meinem Lebensbaum
mit warmen Gedankenwickeln, denn sie frösteln.
Sehnen sich nach Berührung,
warten auf die Rückkehr der Wärme,
die sich schon vor gefühlt ewiger Zeit
von ihnen verabschiedet hatte,
ohne die geringste Andeutung,
dass es für länger sein würde.
Es wächst der Wunsch nach frischem, saftigem Grün,
nach duftenden Blüten, die Besucher anlocken
und die Äste zart-freudig beben lassen.

Wieder im Lebenssaft sein,
das Starre lösen,
neue Wurzeltriebe bilden und
ein paar Äste hoffnungsvoll zum Himmel wachsen lassen.

© Helga Berger


10.10.2019 21:04
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Stimmen des Baumes

Immer in dieser Erde, immer an dieser Stelle
Als du dein durchsichtiges Herz mir zum Herzen machtest
Empfing ich des Nachts der Sterne Licht und gewann Willen

Wenn die Natur des Juli heranrollt
Dann wirst du der anderen Schatten und breitest deine Wurzeln über die kleinen Wunden des Lebens

Tiefes Vertrauen bei jedem Anblick
Trägst in dir das geliebte Grün
Schaue wieder hin und ändere meine Sprache

Jetzt bin auch ich dein Freund, zweifelsfrei
Sanftes Grün breitest du aus
Baum, der in die Herzen aller blüht und welkt
Während du neue Gesichter trugst
Haben deine Blätter mich aufgerichtet

Regen fällt und Sonnenstrahlen breiten sich über die ganze Welt
Am Tag, da sich dein Laub fein häuft
Will ich schreiben auf der schönsten Karte für den liebsten Menschen von dem Baum, der du bist.

© SEONG Myong Sun


10.10.2019 21:05
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Baumseelenfreund

Nach durchwachter Nacht

Heute nach durchwachter Nacht
bist du mir näher Freund
als je zuvor

Deine Äste ragen
meiner Sehnsucht gleich
zum Himmel hoch hinauf

Meine Füße trinken
der Erde dunkle Kraft
wie deine Wurzeln

das Gestern längst vergangen
das mir das Herz so schwer gemacht

Und berühren meine Fingerspitzen
sanft und zärtlich deine Haut
so stark gefurcht und windgegerbt
wie die Borke
die mein Leid ummantelt

So höre leise ich dich sprechen
mir zum Trost:
scheue nicht zu fragen
was du zu wissen begehrst

überall ist Antwort
und die Antwort die ist Liebe
und die Liebe die ist Schmerz

© Mariamne
www.bewohnerin-der-wälder.org

10.10.2019 21:07
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Sich in aller Stille an einen Baum lehnen
meinen Herzschlag hören, meinen Atem fühlen
langsam sich fallen lassen
das Rauschen der Blätter hören, die Rinde fühlen
mein Herz schlägt im Takt der Natur
der Atem fließt
durch den Baum, durch mich

© Carmen Burre


10.10.2019 21:08
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Das Herz des Waldes

das Herz des Waldes
älter als Menschengeschlecht
durchdringt den Boden
schwebt über den höchsten Wipfeln
erfüllt die Luft
mit einem vibrierenden Wispern
raunt Geheimnisse aus alter Zeit
und Tagen, die kommen werden
umhüllt die Nacht
und zwinkert dir freundlich zu
wenn du, auf mächtigen Wurzeln sitzend
den Klang der Vibrationen,
die Fülle der Stille willkommen heißt
heißen die Baumgeister auch dich willkommen

© Heidrun Wildschrat

10.10.2019 21:09
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Herbstlicht

Jetzt -
inmitten herbstfarbener Baumkronen
kannst Du
die endlos blauen Horizonte
durch Deine Finger gleiten sehen;
und drüben
im Falle der Bucheckern und Eicheln
erkennst Du die Melodie
Deiner Träume.

Der Himmel,
abendlich - und gespannt darauf
was Du tun wirst - ,
zieht leise seine Lichtkreise
und wirft Dir
einen Augenblick
voller Sternschnuppen zu.

wünsch' Dir was !

© Martin Harner


10.10.2019 21:12
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Labsal Natur

Eine Vogelschar säumt
den hellblauen Horizont,
Licht bricht sich,
tanzt und hüpft vor meinen Augen, -
die Sonne lacht sich dabei
unverblümt in viele Menschenherzen.
Mühelos gleitet ein Turmfalke
über das angrenzende Feld,
er sucht und findet seine Beute.

Die Zeit scheint still zu stehn,
bedächtig nur schreitet der Zeiger
meiner Uhr voran,
alle Last fällt von mir,
gehört allein der Vergangenheit an.
Gab es sie überhaupt?

Der Baum, unter dem ich angeschmiegt sitze,
flüstert mir leise raschelnd mit
seinen grünen Blättern liebevoll ins Ohr.
„Lady, träumst du etwa?“
Ich nicke fröhlich ihm entgegen,
denn der Geist der alten Eiche
meint es gut mit mir und verweist
mich auf mich selbst und meine Lebenslust.

Dankend geh ich nach Haus,
erfrischt, gelassen,
heiter und federleicht.
Irgendwann komm ich jedoch
bestimmt mal wieder,
um auch zu hören, sehen, fühlen
all die anderen natürlich
Sinnbildnisse und Lieder, -

der Natur und aus dem „Selbst“ heraus ...

© Cornelia Gutzeit



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