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Meine Eltern kennen meine Partnerin

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02.02.2019 16:28
HiddenNickname

Liebe Gemeinde,
liebe Langzeit- und Kurzzeitliebenden,

wie regelt man ein bekömmliches Zusammensein zwischen der Familie und der Partnerin ?
Wann ist die Zeit gekommen, um die Partnerin den Eltern vorzustellen oder zu Familienfeiern mitzubringen ?

Dieses Thema ist leider etwas diskrimierend, weil Dauersingles wenig dazu beitragen können. Ich bitte um Vergebung.

Bei mir verlief es so, dass ich mehrere Langzeitbeziehungen erlebt habe. Eine Langzeitbeziehung ist für mich eine Verbindung von mindestens 3 Jahren.
Obwohl diese Frauen für mich sehr spannend waren war die Zeit nicht reif, um meinen Eltern mit ihnen zu besuchen.

Mein Vater war nicht gut ansprechbar auf homosexuelle Beziehungen. Der Kontakt musste also mit Bedacht aufgebaut werden.
Meine Eltern haben auch nie nach meinem Privatleben gefragt (vielleicht geht es einigen hier so ähnlich.)

Als ich dann meine Lebenspartnerin kennen lernte war der Moment gekommen, um eine aussichtsreiche Konfrontation herbeizuführen.
Ich bin auch nach wie vor dankbar dafür, dass sie es so mitgemacht hat.

Da sie ein kontaktfreudiges Wesen hatte verlief der erste gemeinsame Abend gleich mal zu aller Zufriedenheit. Mein Vater sagte später sogar, wenn er etwas jünger wäre, würde er sie heiraten
Ne, das habe ich dann selber gemacht.

Wir haben mit meinen Eltern nie über Homosexualität gesprochen ... wir waren einfach immer gemeinsam da. Und es hat wunderbar geklappt.

Ich denke, das war der Kniff dabei.
Wir haben nicht darüber diskutiert sondern eine menschliche Begegnung herbeigeführt und dann war alles ganz einfach.
Gleich am ersten Abend nutzten wir einen gemeinsamen Schlafraum und es gab keine verwunderten Fragen.



Jetzt werden hier wieder die üblichen Lesarion-Seitenhiebe kommen.
Egal ob hier oder woanders.

Aber ich hoffe, der kurze Text macht einigen Mut, wie sie das Thema im zweifelsfall angehen können.
Dann hat er schon seinen Sinn erfüllt.
Gerne auch eigene Erlebnisse.



02.02.2019 17:10
HiddenNickname

Bei dem Header war ich vor dem Lesen des Textes bei einer ganz anderen Konstellation ... Aber alles gut!!!

Hanna

editiert am 02.02.2019 17:11 Beitrag melden Zitatantwort
02.02.2019 19:58
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Nee...Seitenhiebe kriegst du von mir nicht @fuer Melissa. Ich kann nur eine einzige Langzeitbeziehung mit einer Frau als Erfahrungswert beisteuern (fast 10 Jahre aktuell). Meine Mutter hatte nie was gegen Homosexuelle, hat aber immer erstmal was gegen neue Partner, die ihre Tochter (= ich) so in ihr beschauliches Leben bringt. Da ist es egal, ob Frau oder Mann. Den Kumpel meines Bruders hat sie immer ausgiebig bemitleidet, als der mit seinem Lebenspartner zu Hause bei den Eltern nicht erscheinen durfte. Unmöglich, solche Leute! Ist doch trotzdem ihr Sohn! (O-Ton meiner Mutter). Ich war also guter Dinge, als ich sie vor 10 Jahren über die Existenz meiner Frau unterrichtete. Die mütterliche Empörung folgte prompt, ich solle sie "damit verschonen". Okaaaayyyy....?!

Gesagt, getan. Erstmal Verschonung, okay.

Da meine Eltern sehr weit weg wohnen, habe ich meine Partnerin erst mitgebracht, als ich darauf vertrauen konnte, dass sich meine Partnerin dort ein paar Tage wohlfühlen würde. Ich hätte nicht gewollt, dass sie sich von meinen Eltern abgelehnt fühlt. Sonst wäre ich sofort (!!) gegangen, aber so weit wollte ich es nicht kommen lassen, weil es echt doof gewesen wäre für meine Frau und die Kinder. Die haben wir ja auch noch und die waren damals noch eher klein. Nach einer Weile hatte sich meine Mutter dann wohl an die Vorstellung gewöhnt, dass sie ihre Tochter nun an der Seite einer Frau sehen wird. Mein Vater war diesbezüglich immer tiefenentspannt. Ich bin sehr froh, abgewartet zu haben, denn als wir dann zum ersten Mal gemeinsam da waren, hat meine sonst so reservierte Mutter meine Partnerin sogar zur Begrüssung umarmt, worüber ich mich sehr sehr gefreut habe. Ich glaube, das war auch für die Kinder wichtig und positiv. Als wir in weiterer Folge diverse Besuche bei der Verwandtschaft absolviert haben, haben wir kein wirkliches Thema aus unserer Beziehung gemacht, wir "waren" halt einfach, ungezwungen und zu zweit anwesend. Niemand hat sich komisch verhaltwn, die Atmosphäre war fröhlich und zugewandt entspannt. Jedem muss klar gewesen sein, was Sache ist, auch ohne grosse Ansage unsererseits. Meine damals 89jährige Oma legte irgendwann ganz zärtlich ihre Arme um uns beide und sagte: "Haltet immer zusammen, ihr zwei, hört ihr!" Ihr war völlig klar, was Sache war. Sie hat zuvor wissentlich noch nie eine homosexuelle Person getroffen, da bin ich mir sicher. Sie lebte immer sehr ländlich, katholisch und einfach. Es war eine der letzten Begegnungen, die ich mit ihr hatte. Sie ist einige Zeit später verstorben. Ich vermisse sie so sehr und ihr offensichtlicher Segen, den sie uns damals gab, bedeutet mir sehr viel.

Auch ich bin dafür, "menschliche Begegnungen herbeizuführen", wie im Eingangspost genannt und Geduld zu haben.

02.02.2019 20:54
HiddenNickname

@bing76: genau so einen Moment hatte ich mit meiner ebenfalls sehr katholischen Oma auch.
Ich war mit meiner Partnerin bei ihr, sie war schon bettlägerig, da hielt sie mich beim Abschied am Ärmel fest und sagte: „Gell, du kriegst nie einen Mann?“, worauf ich dies bestätigte. Sie dann: „Gut so.“
Das war der ganze Dialog, aber mehr brauchte ich nicht, um zu verstehen, dass ich ihr Einverständnis hatte.
Kurz darauf starb sie - auch ich vermisse sie bis heute. Hätte ihr gerne ihr Urenkelchen präsentiert.

04.02.2019 18:40
HiddenNickname

Zitat
Tehejekuetrheed
schrieb am 02.02.2019 um 16:28:

Liebe Gemeinde,
liebe Langzeit- und Kurzzeitliebenden,

wie regelt man ein bekömmliches Zusammensein zwischen der Familie und der Partnerin ?
Wann ist die Zeit gekommen, um die Partnerin den Eltern vorzustellen oder zu Familienfeiern mitzubringen ?

Dieses Thema ist leider etwas diskrimierend, weil Dauersingles wenig dazu beitragen können. Ich bitte um Vergebung.

Bei mir verlief es so, dass ich mehrere Langzeitbeziehungen erlebt habe. Eine Langzeitbeziehung ist für mich eine Verbindung von mindestens 3 Jahren.
Obwohl diese Frauen für mich sehr spannend waren war die Zeit nicht reif, um meinen Eltern mit ihnen zu besuchen.

Mein Vater war nicht gut ansprechbar auf homosexuelle Beziehungen. Der Kontakt musste also mit Bedacht aufgebaut werden.
Meine Eltern haben auch nie nach meinem Privatleben gefragt (vielleicht geht es einigen hier so ähnlich.)

Als ich dann meine Lebenspartnerin kennen lernte war der Moment gekommen, um eine aussichtsreiche Konfrontation herbeizuführen.
Ich bin auch nach wie vor dankbar dafür, dass sie es so mitgemacht hat.

Da sie ein kontaktfreudiges Wesen hatte verlief der erste gemeinsame Abend gleich mal zu aller Zufriedenheit. Mein Vater sagte später sogar, wenn er etwas jünger wäre, würde er sie heiraten
Ne, das habe ich dann selber gemacht.

Wir haben mit meinen Eltern nie über Homosexualität gesprochen ... wir waren einfach immer gemeinsam da. Und es hat wunderbar geklappt.

Ich denke, das war der Kniff dabei.
Wir haben nicht darüber diskutiert sondern eine menschliche Begegnung herbeigeführt und dann war alles ganz einfach.
Gleich am ersten Abend nutzten wir einen gemeinsamen Schlafraum und es gab keine verwunderten Fragen.



Jetzt werden hier wieder die üblichen Lesarion-Seitenhiebe kommen.
Egal ob hier oder woanders.

Aber ich hoffe, der kurze Text macht einigen Mut, wie sie das Thema im zweifelsfall angehen können.
Dann hat er schon seinen Sinn erfüllt.
Gerne auch eigene Erlebnisse.



Ihr habt geheiratet und Eure Eltern haben nie über Euer Zusammensein geredet? Waren die denn bei der Hochzeit dabei?



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