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Sein oder Nichtsein - Das ist hier die Frage

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Seite: 1 | 2 | 3 |

24.06.2020 14:13
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Es ist, wie es ist. Doch ist es das wirklich? Gibt es überhaupt eine Wirklichkeit ? Oder gibt es vielleicht sogar unendlich viele davon?
Was bedeutet es zu sein? Was ist Erkenntnis? Was ist Bewusstsein? Kann das Bewusstsein sich seiner selbst bewusst sein?

Fühlt euch eingeladen zu einer bunten, vielfältigen und tiefsinnigen philosophischen Diskussionsrunde. Mir ist ganz egal, wo dieser Thread uns hinführt, hauptsache es bleibt spannend und divers. Ein paar Anregungen meinerseits:

Empirismus in Zeiten von Quantenphysik: Jeder, der schon einmal etwas von Schrödingers Katze gehört hat, weiß - wir können die Wirklichkeit nicht objektiv beobachten, unsere Beobachtung verändert die Wirklichkeit. Welche Konsequenz hat das für den empiristischen Ansatz ("Es gibt Wissen als wahre Erkenntnis, das wir durch unsere Sinneserfahrungen erschließen können"? Können wir auf empirischem Wege begreifen, dass der empiristische Ansatz ein Fehlschluss ist?

Evolutionäre Erkenntnistheorie: Wie beeinflussen neurobiologische und kognitionswissenschaftliche Erkenntnisse unser Verständnis des Erkennens an sich? Unser Erkenntnisapparat hat sich im Laufe der Evolution über Milliarden Jahre entwickelt. Wir "wissen", dass unsere Wahrnehmung und unser Denken von phylogenetischen und soziokulturellen Biases durchsetzt ist. Was sagt uns das über unsere Fähigkeit die "Wirklichkeit" zu erkennen? Spricht es für den Realismus - im Sinne "Unsere Erkenntnisapparate haben sich an die tatsächlich existierende Wirklichkeit angepasst, sodass wir grundsätzlich dazu in der Lage sind die Wirklichkeit, zumindest teilweise, zu erfassen? Oder spricht es für einen konstruktivistischen Ansatz, dass die "Wirklichkeit" eben nur das ist, was wir durch unsere Wahrnehmung erformen?

In diesem Sinne: cogitate et este! Denkt und seid (dabei)!

P. S. Es soll kein Klugscheißerthread sein. Alle Gedanken, Ideen, Fragen,... sind willkommen.

editiert am 24.06.2020 14:25 Beitrag melden Zitatantwort
24.06.2020 14:58
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GENAU mein Thema!! Sehr sehr cool. Steige ich gerne später mit ein, wenn ich auch wieder länger denken kann. Kreislauf. Wetter.

24.06.2020 19:01
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Ich kenne natürlich Schrödingers Katze, ansonsten glaube ich, zu unintelligent für diesen Thread zu sein...

Der Eingangspost wurde von mir jetzt mehrfach gelesen und mein Kopf macht einfach dicht....

Viel Spaß beim Philosophieren, ich lese dann mit und lerne in Stille.

24.06.2020 19:07
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So. Gesagt ist versprochen, oder so... Here I am.

Anstatt wie ich es sonst immer so gerne mache und die sachliche, nüchterne und wissenschaftliche Keule raushole (und andere damit leider scheinbar immer erschlage), möchte ich es diesmal etwas lockerer ... versuchen.

Es ist tatsächlich extrem schwierig, die Wirklichkeit objektiv zu beurteilen bzw. diese zu erkennen, wie oben von dir beschrieben. Manchmal geht es gar nicht um das Erkennen oder die Wirklichkeit, sondern es kann eigentlich nur von Wahrnehmung gesprochen werden. Ich finde, am deutlichsten wird das bei der Wahrnehmung von Farben. Streitfarbe Türkis z.B.: Einige sagen, das ist blau, andere wiederum es ist grün. Und ich denke mir dann immer: Ja, was denn nun?! Was ist richtig wahrgenommen? Ist Türkis überhaupt eine Farbe oder nur ein Tick im individuellen Kopf?

Ein anderes Beispiel dazu stellen auch die Fotos in den social media von vor ein paar Jahren dar. Diese zeigten Schuhe oder Kleider, etc., bei denen über die wirkliche, echte Farbe diskutiert wurde. Ich nehme jetzt mal das Kleid, weil, ist ansprechender für das Auge und im Kopf, so mit Kurven und so.
Das Kleid wurde entweder als gold-weiß oder als schwarz-blau wahrgenommen.
Da würde jeder denken, es liegt an den Sinnen und Farbrezeptoren in Auge und Gehirn. Nein, stimmt nicht. Tatsächlich liegt es am Foto selbst, das unser Gehirn austrickst und in Milli-Sekunde zu einer spontanen Farb-Wahrnehmung/ -Entscheidung führt.
(Wer es nachlesen möchte, eine einfache Beschreibung hier: https://www.brillen-sehhi [...] blau.php)

Tatsächlich ist das Kleid blau-gold.
Ja, nichts von den o.g. Farbvarianten, sondern ein Gemisch aus beiden. Es handelt sich hierbei um eine optische Täuschung. Die Person, die das Bild sieht, wird komplett sicher sagen, dass ihre Farbkombi für sie richtig ist. Was bei mir einen riesigen Ooooooh-WTF-Effekt ausgelöst hat, ist eben, dass ALLE falsch lagen bzw. 50% korrekt waren in den Einzelfarben. Niemand hat die wirkliche Farbkombi erkannt. Warum? Weil das Foto mit dem Schnitt und der Belichtung die Wahrnehmung im Gehirn beeinflusst hat.
Das fand und finde ich immer noch erschreckend, weil die Wirklichkeit mit ein paar Tricks dermaßen subtil beeinflusst werden kann, dass niemand mehr die Wirklichkeit erkennen kann UND sich die Menschen zusätzlich sogar über die falschen Farb-Kombis diskutiert wurde!

Wenn das auf den Denk- und Meinungsprozess eines Menschen umgelegt wird, frage ich mich: Wann, wo, wie wurde/wird ein Mensch derart beeinflusst? Ja, gar gezielt manipuliert vielleicht? Wird es absichtlich genutzt? Wie kann es erkannt und vermieden werden?

24.06.2020 20:17
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Zitat
Tehejekuetrheed
schrieb am 24.06.2020 um 19:01:

Ich kenne natürlich Schrödingers Katze, ansonsten glaube ich, zu unintelligent für diesen Thread zu sein...

Der Eingangspost wurde von mir jetzt mehrfach gelesen und mein Kopf macht einfach dicht....

Viel Spaß beim Philosophieren, ich lese dann mit und lerne in Stille.


Das glaube ich nicht! Und danke, dass du das geschrieben hast, denn genau DAS wollte ich nicht bewirken
Die Idee hinter dem Eingangspost war: "Ich geb mal ein bisschen Input hinein, damit der Funke zündet." Wenn es eher bewirkt hat, dass der Kopf schon dich macht, dann hab ich das nicht sonderlich gut umgesetzt bekommen
Es muss gar nicht unbedingt Bezug genommen werden auf die "Themenvorschläge" aus dem Eingangspost. Es soll einfach darum gehen (philosophisch) zu hinterfragen und darüber in Austausch zu kommen.

Dein Beitrag gibt mir gerade die Steilvorlage einen weiteren philosophischen Gedankenstrang mitzuteilen - bezüglich der Intelligenz:
Kennst du den Begriff "komplexe Zahlen" aus der Mathematik? Falls nicht, gar nicht schlimm! Ich versuche es mal ganz anschaulich zu erklären. Die reellen Zahlen (also 1, 2, 3, usw aber auch -1, -1,25,...) lassen sich auf einem Zahlenstrahl anordnen. Also wenn wir einfach ein Lineal nehmen und dran denken, das zwischen den aufgemalten Strichen noch ganz viele weitere Zahlen Platz haben, dann haben wir schon ein perfektes Abbild für die reellen Zahlen.
Dann ist einst ein kluger Kopf auf die Idee gekommen: Wir könnten die Zahlen doch auch erweitern. Er hat sich noch ein Lineal geschnappt und das im rechten Winkel an das erste Lineal dran gelegt, sodass sich ein Koordinatensystem ergibt. Die komplexen Zahlen sind nun alle möglichen Punkte in diesem Koordinatensystem. Wir haben also keinen Zahlenstrahl mehr, sondern eine Zahlenebene.
Vom Zahlenstrahl sind wir es gewohnt, dass zwei Zahlen in einer Ordnungsrelation zueinander stehen. Soll heißen eine Zahl x ist immer entweder größer oder kleiner als eine Zahl y. 2 ist größer als 1, -1 ist kleiner als 0, usw. Das Spannende ist nun: bei den komplexen Zahlen geht das nicht! Viele Mathematiker haben sich da lange Zeit den Kopf drüber zerbrochen, wie man diese Zahlen auf der Zahlenebene sinnvoll ordnen kann - aber es gibt keine sinnvolle Ordnung. Für komplexe Zahlen kann man also nicht sagen: Die Zahl x ist größer oder kleiner als die Zahl y. Man kann nur sagen: Die Zahl x unterscheidet sich von der Zahl y.
Nun wieder zum Thema Intelligenz. Intelligenz ist ein multidimensional Begriff. Es gibt logische/rationale Intelligenz, es gibt emotionale Intelligenz, es gibt kreative Intelligenz, es gibt soziale Intelligenz,... Ein "Wert" für Intelligenz kann also gar nicht auf einem Zahlenstrahl abgebildet werden. Denn kreative Intelligenz kann man nicht mit logischer Intelligenz verrechnen. Das sind also wie die beiden Lineale, die eine Zahlenebene formen.
Darum meine Schlussfolgerung: es gibt keine mathematisch sinnvolle Grundlage für die Begriffe "intelligenter" und "unintelligenter". Wir können lediglich sagen, die Intelligenz eines Menschen unterscheidet sich von der eines anderen Menschen.

Was ich damit sagen will: Du bist (in meiner Definition) nicht weniger intelligent als irgendein anderer Mensch. Und erst recht nicht zu unintelligent für diesen Thread! Ich möchte hier niemanden belehren oder Wissen breit treten - im Gegenteil, die Frage ist ja, gibt es das überhaupt, "Wissen"? Es soll nur darum gehen zum Nachdenken anzuregen. Egal in welche Richtung, egal in welcher Form. Ich schreibe oft verkopft, weil mein Kopf so funktioniert (wofür ich mir im Übrigen auch manchmal echt gern einen Ausschalter wünschen würde ). Aber der Thread muss nicht verkopft sein/bleiben.

24.06.2020 20:36
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Gut, sagen wir es anders:

Ich bin durchaus intelligent, aber du hast SO viel in deinen Erstbeitrag gepackt, dass ich mich wie auf einem Karussell fühle.

Bei EINER Frage oder zweien...da wäre ich noch mitgekommen, aber es dreht sich alles.

Aber es ist lieb, dass du mich für intelligent hältst.
Ich würde mal sagen, im emotionalen-kreativen Bereich absolut.

Aber zwing mich, Grundschulmathe zu machen und ich weine.

Allerdings soll es darum ja nicht wirklich gehen...sondern um philosophische Fragen...aber echt gleich um alles da oben?

24.06.2020 20:45
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Zitat
Tehejekuetrheed
schrieb am 24.06.2020 um 20:36:
{...}
Allerdings soll es darum ja nicht wirklich gehen...sondern um philosophische Fragen...aber echt gleich um alles da oben?


Nein, wie gesagt, es sollen nur Anregungen sein zum Weiterdenken. Du kannst dir irgendwas davon rauspicken oder auch was ganz neues reinbringen.

Ich für meinen Teil spanne unheimlich viele Gedankennetze (also an ein Thema, eine Frage knüpfen sich ganz viele Gedanken, die dann in unterschiedliche Richtungen gehen). Dafür soll hier Platz sein. Es muss nicht linear sein und es muss nicht geordnet sein.
Oder um es anders zu sagen: such dir deinen Lieblingsplatz auf dem Gedankenkarussell und genieß die Fahrt

24.06.2020 21:12
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Zitat
Tehejekuetrheed
schrieb am 24.06.2020 um 19:07:

So. Gesagt ist versprochen, oder so... Here I am.

Anstatt wie ich es sonst immer so gerne mache und die sachliche, nüchterne und wissenschaftliche Keule raushole (und andere damit leider scheinbar immer erschlage), möchte ich es diesmal etwas lockerer ... versuchen.


Also was mich angeht, ich lass mich so schnell nicht erschlagen Du darfst dich hier gerne ganz frei in deinen Gedanken und Argumentationen entfalten, ob nun hochtheoretisch oder praxisnah.

Zitat
Tehejekuetrheed
schrieben. Manchmal geht es gar nicht um das Erkennen oder die Wirklichkeit, sondern es kann eigentlich nur von Wahrnehmung gesprochen werden. Ich finde, am deutlichsten wird das bei der Wahrnehmung von Farben. Streitfarbe Türkis z.B.: Einige sagen, das ist blau, andere wiederum es ist grün. Und ich denke mir dann immer: Ja, was denn nun?! Was ist richtig wahrgenommen? Ist Türkis überhaupt eine Farbe oder nur ein Tick im individuellen Kopf?

Ein anderes Beispiel dazu stellen auch die Fotos in den social media von vor ein paar Jahren dar. Diese zeigten Schuhe oder Kleider, etc., bei denen über die wirkliche, echte Farbe diskutiert wurde. Ich nehme jetzt mal das Kleid, weil, ist ansprechender für das Auge und im Kopf, so mit Kurven und so.
Das Kleid wurde entweder als gold-weiß oder als schwarz-blau wahrgenommen.
Da würde jeder denken, es liegt an den Sinnen und Farbrezeptoren in Auge und Gehirn. Nein, stimmt nicht. Tatsächlich liegt es am Foto selbst, das unser Gehirn austrickst und in Milli-Sekunde zu einer spontanen Farb-Wahrnehmung/ -Entscheidung führt.
(Wer es nachlesen möchte, eine einfache Beschreibung hier: https://www.brillen-sehhi [...] sche-tae uschungen/kleid-gold-weiss-schwarz-blau.php)

Tatsächlich ist das Kleid blau-gold.
Ja, nichts von den o.g. Farbvarianten, sondern ein Gemisch aus beiden. Es handelt sich hierbei um eine optische Täuschung. Die Person, die das Bild sieht, wird komplett sicher sagen, dass ihre Farbkombi für sie richtig ist. Was bei mir einen riesigen Ooooooh-WTF-Effekt ausgelöst hat, ist eben, dass ALLE falsch lagen bzw. 50% korrekt waren in den Einzelfarben. Niemand hat die wirkliche Farbkombi erkannt. Warum? Weil das Foto mit dem Schnitt und der Belichtung die Wahrnehmung im Gehirn beeinflusst hat.
Das fand und finde ich immer noch erschreckend, weil die Wirklichkeit mit ein paar Tricks dermaßen subtil beeinflusst werden kann, dass niemand mehr die Wirklichkeit erkennen kann UND sich die Menschen zusätzlich sogar über die falschen Farb-Kombis diskutiert würde!


Oh ja, ich erinnere mich an DAS KLEID. Da gab es regelrechte Straßenschlachten darum, wer denn nun "Recht" hat.
Optische Täuschungen sind natürlich generell ein beliebtes Beispiel. Aber ich finde spannend wird es, wenn man noch weiter denkt: Wie kommen wir denn dazu nun zu "wissen", dass das Kleid "in Wahrheit" blau-gold ist? Und warum nehmen wir an, dass das richtig ist, obwohl wir in unser Wahrnehmung doch schon getäuscht wurden?

Wenn wir von "optischen Täuschungen" sprechen, impliziert das ja schon, dass wir eine Wahrheit hinter der Täuschung entdeckt haben. Aber wenn wir diese doch ebenso über unseren Wahrnehmungsapparat entdeckt haben, was macht dann diese Erkenntnis realer?
Warum denken wir, dass das Kleid entweder weiß-gold ist oder schwarz-blau, anstatt das es beides gleichzeitig ist, weil es beides wahrnehmbaren Realitäten entspricht?

Zitat Wenn das auf den Denk- und Meinungsprozess eines Menschen umgelegt wird, frage ich mich: Wann, wo, wie wurde/wird ein Mensch derart beeinflusst? Ja, gar gezielt manipuliert vielleicht? Wird es absichtlich genutzt? Wie kann es erkannt und vermieden werden?


Die Frage, die ich mir hier stelle: Manipuliert Die Realität unseren Denkprozess? Oder manipuliert unser Denkprozess die Realität? Oder besteht beides in einer konstanten Wechselwirkung zueinander? Oder ist vielleicht beides ein- und dasselbe?

Vermeidung: am ehesten, indem man dem Ganzen die Wertigkeit rausnimmt. Nur, wenn wir daran festhalten, DASS es eine "richtige" Realität gibt, können wir darin manipuliert werden etwas fälschlich fürwahr zu nehmen.
Andererseits beneide ich die Menschen, die sich ihrer Realität sicher sind, sehr oft darum...

24.06.2020 21:48
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Ooooh. Dazu sind mir gerade viele weitere Gedanken und Fragen im Kopf herumgegeistert.
Da es mir heute aber ähnlich wie Isa geht mit dem Kopfkarussel, gebe ich jetzt nur einen Mini-Output dazu:
Realität ... Die Frage für mich ist, gibt es mehrere Realitäten oder Ebenen von Realität? Zusatzfrage dazu: Inwiefern ist das Bewusstsein involviert? Durchschnittlich benötigt ein Mensch etwa 6-8 Stunden Schlaf pro Tag. Die restlichen Stunden am Tag werden wach verbracht. Im Schlaf befindet sich der Körper in einer anderen Umgebung als der Geist bzw. das Gehirn bzw. das Bewusstsein. Beim Schlafen gibt es allerdings mehrere Phasen, mind. jedenfalls zwei, die erforscht werden: der Tiefschlaf und die REM-Phase, in der geträumt wird. Im Traum existiert dann parallel zum Körper eine eigene Realität. Die Einschlafphase und Aufwachphase sind meiner Ansicht nach zwei weitere Bewusstseinsebenen. Oder kann hier nur von Übergängen gesprochen werden?
Was passiert mit den Realitäten und/ oder Ebenen bei Schlafmangel?

Sorry, jetzt gebe ich auf für heute. Da war gerade noch mehr in die Kopf da oben, jetzt schwimmt alles nur noch...
To be continued...

25.06.2020 11:17
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Ja, Träume sind auch ein gutes Beispiel. Ich habe 25 Jahre lang gar nicht geträumt und für mich war es absolut unvorstellbar, wie Menschen einfach so an einem anderen Ort sein können, während sie eigentlich schlafen, ohne davon völlig durchzudrehen

Aber auch da frage ich mich: Was macht den Traum zum Traum und die Wirklichkeit zur Wirklichkeit? Woher wissen wir, dass es nicht andersherum ist? Dass wir morgens einschlafen, den Tag träumen, und nachts dann, wenn wir denken zu träumen, in Wirklichkeit wach sind und die Realität erleben?
Was macht die Realität so real?

Für mich ist das zum Beispiel überhaupt nicht klar, ob es diese Realität, in der ich mich gerade bewege wirklich gibt oder, ob sie jeden Moment verschwindet und vielleicht etwas ganz anderem weicht. Das klingt jetzt sehr nach Matrix, aber ich empfinde diese Unsicherheit ganz real und das macht mir auch total oft zu schaffen. Das ist ein bisschen wie bei Kleinkindern, die haben noch keine Idee davon, dass die Welt weiter existiert, wenn sie die Augen zu machen, deswegen kämpfen auch viele Kinder so gegen das Einschlafen. Ich habe diese Gewissheit auch nicht und es ist mir ein Rätsel, wie Menschen sich damit sicher sein können, dass sie existieren und das Außen existiert und die Anderen existieren...

Ich habe mal lange mit einer Freundin (die Atheisten ist) darüber gesprochen und irgendwann meinte sie: "Ich glaube ich verstehe gerade zum ersten Mal wie Menschen davon überzeugt sein können, dass es Gott gibt. So, wie ich felsenfest davon überzeugt bin, dass die Realität real ist, ist es für dich nur ein unbegründeter Glaube ohne irgendwelche Beweise dafür zu haben. Und ich verstehe das zwar, dass es schwer für dich ist das "einfach so zu glauben" und gleichzeitig denke ich mir - ja, aber die Realität ist doch total real, das kann doch gar nicht anders sein."
Das fand ich super spannend und finde den Vergleich auch total treffend. Ich habe zwar schon oft mit Menschen darüber diskutiert, die sich auch auf Gedankenexperimente einlassen und darüber sinnieren, aber wenn sie dann aufhören darüber nachzudenken, können sie ganz normal weiterleben in der Gewissheit, dass sie da sind und echt sind und die Welt da bleibt und echt bleibt. Da findet das Zweifeln vielleicht in Gedanken statt, aber niemals im Erleben. Das beneide ich oft und gleichzeitig ist es mir ein Rätsel wie das funktioniert.

25.06.2020 14:37
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Liebe TE, du kennst die Antwort auf die eine große, zentrale Frage, zu der all diesen Fragen führen: 42!

25.06.2020 18:46
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Zitat
Tehejekuetrheed
schrieb am 25.06.2020 um 14:37:

Liebe TE, du kennst die Antwort auf die eine große, zentrale Frage, zu der all diesen Fragen führen: 42!


DANKE!!! Manchmal muss ich einfach daran erinnert werden

25.06.2020 20:10
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*dir noch vorsorglich ein Handtuch umleg*...

25.06.2020 20:55
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Zitat
Tehejekuetrheed
schrieb am 25.06.2020 um 11:17:

Für mich ist das zum Beispiel überhaupt nicht klar, ob es diese Realität, in der ich mich gerade bewege wirklich gibt oder, ob sie jeden Moment verschwindet und vielleicht etwas ganz anderem weicht. Das klingt jetzt sehr nach Matrix, aber ich empfinde diese Unsicherheit ganz real und das macht mir auch total oft zu schaffen. Das ist ein bisschen wie bei Kleinkindern, die haben noch keine Idee davon, dass die Welt weiter existiert, wenn sie die Augen zu machen, deswegen kämpfen auch viele Kinder so gegen das Einschlafen. ...

Ist das so? Bei Körperkontakt, also im Tuch getragen zB, schlafen Kleinkinder eigentlich zuverlässig ein.

25.06.2020 20:59
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... auch wenn wir die wirklichkeit nicht objektiv betrachten, ist sie unsere wirklichkeit.

und objektiv kann es gar nicht geben

25.06.2020 21:51
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Zitat
Tehejekuetrheed
schrieb am 25.06.2020 um 20:55:

Zitat
Tehejekuetrheed
schrieb am 25.06.2020 um 11:17:

Für mich ist das zum Beispiel überhaupt nicht klar, ob es diese Realität, in der ich mich gerade bewege wirklich gibt oder, ob sie jeden Moment verschwindet und vielleicht etwas ganz anderem weicht. Das klingt jetzt sehr nach Matrix, aber ich empfinde diese Unsicherheit ganz real und das macht mir auch total oft zu schaffen. Das ist ein bisschen wie bei Kleinkindern, die haben noch keine Idee davon, dass die Welt weiter existiert, wenn sie die Augen zu machen, deswegen kämpfen auch viele Kinder so gegen das Einschlafen. ...

Ist das so? Bei Körperkontakt, also im Tuch getragen zB, schlafen Kleinkinder eigentlich zuverlässig ein.


Es ist schwierig abschließend zu beurteilen, was ein Kind, das sich noch nicht mitteilen kann, wahrnimmt, aber es ist die gängige Lehrmeinung, dass das so ist.
Meiner wehrt sich jedenfalls auch im Tragetuch gegen das Einschlafen, genauso wie wenn ich ihn im Arm halte. Alleine / ohne Körperkontakt (ein-) schlafen muss er garantiert nicht.

25.06.2020 21:57
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Zitat
Tehejekuetrheed
schrieb am 25.06.2020 um 20:59:

... auch wenn wir die wirklichkeit nicht objektiv betrachten, ist sie unsere wirklichkeit.

und objektiv kann es gar nicht geben


Aber wenn es nur subjektive Wirklichkeiten gibt, wie kommt es dann, dass sich unsere Wirklichkeiten trotzdem so stark überschneiden? Dass wir uns überhaupt so klar miteinander verständigen können?
Woher weiß ich, ob es neben meiner subjektiven Wirklichkeit überhaupt noch andere subjektive Wirklichkeiten gibt, wenn ich sie nicht in einer objektiven Wirklichkeit erfahren kann?

25.06.2020 22:09
HiddenNickname

Zitat
Tehejekuetrheed
schrieb am 25.06.2020 um 21:57:

Zitat
Tehejekuetrheed
schrieb am 25.06.2020 um 20:59:

... auch wenn wir die wirklichkeit nicht objektiv betrachten, ist sie unsere wirklichkeit.

und objektiv kann es gar nicht geben


Aber wenn es nur subjektive Wirklichkeiten gibt, wie kommt es dann, dass sich unsere Wirklichkeiten trotzdem so stark überschneiden? Dass wir uns überhaupt so klar miteinander verständigen können?
Woher weiß ich, ob es neben meiner subjektiven Wirklichkeit überhaupt noch andere subjektive Wirklichkeiten gibt, wenn ich sie nicht in einer objektiven Wirklichkeit erfahren kann?


wir verständigen uns .... das könnte heißen, es ist gar nicht wichtig ob objektiv oder subjektiv

26.06.2020 06:06
HiddenNickname

Ich glaube unser Denken und Fühlen beeinflusst nicht die Realität, sondern nur unsere persönliche Wahrnehmung der Realität. Ein verliebter Mensch sieht die Welt im Sonnenlicht, lächelt alle an, fühlt sich glücklich und vergisst dabei oft die Probleme der Welt. Anders ist es, wenn jemand gerade eine Trennung durch macht. Dann ist alles grau und trostlos. Nachrichten werden schlimmer wahrgenommen. Die Realität ist und bleibt aber was sie ist. Vielleicht ist die Realität die Bühne auf der wir unsere persönliche Hauptrollen spielen....ob Drama, Liebesfilm, Kriegsfilm, Fantasy, Katastrophenfilm....Die Realität hält uns jedes Bühnenbild bereit.

26.06.2020 06:48
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Zitat
Tehejekuetrheed
schrieb am 25.06.2020 um 21:51:

Zitat
Tehejekuetrheed
schrieb am 25.06.2020 um 20:55:

Zitat
Tehejekuetrheed
schrieb am 25.06.2020 um 11:17:

Für mich ist das zum Beispiel überhaupt nicht klar, ob es diese Realität, in der ich mich gerade bewege wirklich gibt oder, ob sie jeden Moment verschwindet und vielleicht etwas ganz anderem weicht. Das klingt jetzt sehr nach Matrix, aber ich empfinde diese Unsicherheit ganz real und das macht mir auch total oft zu schaffen. Das ist ein bisschen wie bei Kleinkindern, die haben noch keine Idee davon, dass die Welt weiter existiert, wenn sie die Augen zu machen, deswegen kämpfen auch viele Kinder so gegen das Einschlafen. ...

Ist das so? Bei Körperkontakt, also im Tuch getragen zB, schlafen Kleinkinder eigentlich zuverlässig ein.


Es ist schwierig abschließend zu beurteilen, was ein Kind, das sich noch nicht mitteilen kann, wahrnimmt, aber es ist die gängige Lehrmeinung, dass das so ist.
Meiner wehrt sich jedenfalls auch im Tragetuch gegen das Einschlafen, genauso wie wenn ich ihn im Arm halte. Alleine / ohne Körperkontakt (ein-) schlafen muss er garantiert nicht.

Ok. Ich kenne es so, dass es mit Umhertragen nach ner Weile gut klappt, dachte das wäre bei den allermeisten Kindern so.

Zitat
Tehejekuetrheed
schrieben hast, sozusagen schon von Geburt an mit sich rum, in nonverbaler Version. Das ist natürlich hardcore, so habe ich das noch nie gesehen!




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