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Was ist in Ellwangen passiert ...

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09.05.2018 09:21
von:
amiga60
Status: offline  

ich geb das einfach so weiter, wie es gekommen ist:

SENT: Tuesday, May 8, 2018 00:39
> SUBJECT: Was ist in Ellwangen passiert? Ein Statement von den
> Geflüchteten in Ellwangen.
>
> Liebe Freunde und Freunde
>
> Die Situation in Ellwangen begann schon vor der Razzia am vergangenen
> Donnerstag. Nämlich im April 2018:
>
> „Wir haben uns mit dem Leiter der LEA in Ellwangen getroffen. Wir
> haben ihm über unser Leben in der Unterkunft und wie die Leute sich
> hier fühlen erzählt, auch wegen die Duldung und Dublin regeln.“
>
> Er versprach uns, dass wir mit der Presse und mit PolitikerInnen über
> unsere Situation reden können, da er und die Hausverwaltung nicht
> für die Zustände verantwortlich seien. Er wollte sich um alles
> kümmern.
>
> Am 27. April hatten wir dann ein gemeinsames Treffen mit dem Leiter
> der LEA.. Bei diesem Treffen sagte er, wir könnten die Presse am
> Donnerstag, dem 03. Mai treffen.
>
> Um 3 Uhr morgens am Montag, dem 30. April, hörten wir viel Lärm. Als
> wir draußen ankamen, beschwerten sich Leute über die Abschiebung
> eines Togolesen. Wir sahen, dass die Polizei den Mann zwingen wollte,
> in ihr Auto einzusteigen – er war bereits in Handschellen. Und er
> sagte zur Polizei, dass er nicht einverstanden sei. Also sagten auch
> wir, dass wir die Polizei den Mann nicht einfach aus der Unterkunft
> mitnehmen lassen. Als sie sahen, dass immer mehr Leute von der
> Unterkunft nach draußen kamen, zogen sie sich zurück.“ Wir waren
> zu dem Zeitpunkt um die 30/40 Leute.“ Das berichten die
> Geflüchteten aus Ellwangen. Die Polizei war schon weg, als noch
> weitere Geflüchtete zum Ort des Geschehens kamen. Sie trafen nur noch
> den Mann in Handschellen an, während wir ihnen von der Situation
> erzählten.
>
> Die Berichterstattung schreibt nun von bis zu 200 Personen. Doch in
> der Unterkunft in Ellwangen sind aktuell weniger als 150 afrikanische
> Geflüchtete untergebracht. Wenn der Vorwurf, dass wir die Polizei
> umringt hätten, stimmen würde, wie wäre es ihnen dann überhaupt
> möglich gewesen, sich so unproblematisch zurückzuziehen? Wenn die
> Polizei sich so sicher ist, sollten sie doch in der Lage sein, Beweise
> dafür anzubringen. Die deutsche Polizei ist – wie wir wissen –
> sehr professionell im berichten über ihre Kontrollmacht.
>
> An dieser Stelle scheint der Rassismus der deutschen Polizeibehörden
> ihnen selbst auf die Füße zu fallen. („Oh, afrikanische
> Geflüchtete, die sind aggressiv.“)
>
> „Nach einer Stunde kam ein Security Mitarbeiter mit dem Schlüssel
> der Handschellen, befreite den Mann und ging mit den Handschellen
> wieder.
> Wir waren überrascht, als dann gegen 10:00 Uhr morgens, nochmal der
> Einrichtungsleiter zu uns kam und uns aufforderte, ihm die
> Handschellen zu geben. Wir fragten: „Why are you trying to fool us
> when the handcuff is with the security officer?“ Wir gingen danach
> zum Security Mitarbeiter, der die Handschellen mitgenommen hatte. Wir
> fragten ihn, warum er den Einrichtungsleiter nicht über den Verbleib
> der Handschellen informiert hatte, woraufhin dieser erwiderte, dass
> der Einrichtungsleiter bereits informiert wurde.“
>
> An dieser Stelle war uns klar, dass etwas falsch läuft. Erpressung
> und Intrigen, um uns ungerechtfertigter Weise zu kriminalisieren.
>
> „Am Donnerstag, dem 3. Mai, um 5:00 Uhr morgens – also an dem Tag,
> an dem wir die Presse hätten treffen sollen (was vom
> Einrichtungsleiter organisiert wurde) – hörten wir Schreie und
> Rufe: „Polizei! Polizei!“ Die Polizei brach sämtliche
> Zimmertüren gewaltsam auf (obwohl man die Türen in der Einrichtung
> nicht abschließen kann), stürmte die dunklen Zimmer mit hellen
> Taschenlampen und schrie, „Polizei! Polizei! Hands up, don`t move!
> Give me your Ausweis and Camp chip card! Do you have a handy?“
> Daraufhin wurden wir mit Kabelbindern gefesselt und sollten uns auf
> den Boden legen. Nach der Kontrolle der Ausweise und der
> Camp-Chipkarten, um die Personen zu identifizieren, ging die Polizei
> weiter und durchsuchte unsere Kleidung und gesamten Zimmer. Davor
> fragten sie uns noch, ob wir irgendwelche gefährlichen Waffen oder
> Drogen in unserem Besitz hätten. Einige von uns waren nackt und ihnen
> wurde verboten, sich etwas anzuziehen – auch trotz Erkältungen. Wir
> wurden gezwungen ruhig zu sein und wir wurden geschlagen, wenn wir es
> gewagt haben, Fragen zu stellen. Unsere Hosen und Geldbeutel wurden
> durchsucht. Von einigen von uns, die mehr als 200,- Euro hatten,
> nahmen sie Geld mit.
>
> Nach der Razzia wurden 27 Personen festgenommen und in ein anderes
> Gebäude, gegenüber der Polizeistation auf dem Gelände der
> Unterkunft, gebracht. Eine der betroffenen Personen, die verhaftet
> wurde, weil sie unregistrierte Lyca Simkarten hatte, erzählt, wie
> schlecht sie behandelt wurden, gefesselt und in der Kälte stehen
> gelassen.
>
> Eine junge Frau, die ihrem Partner Kleidung brachte, durfte ihm nicht
> helfen, Klamotten zu tragen. Aber ein anderer festgenommener und
> gefesselter Freund half ihm, während die Polizei sie beobachtete.
> Einem anderen Freund von uns wurde vom Polizeichef untersagt, die
> Toilette zu benutzen. Der gleiche Polizeichef befragte einen anderen
> Polizeibeamten, warum ein Geflüchteter ohne, mit Kabelbindern,
> verbundenen Händen in die Schlange der Festgenommenen gebracht wurde.
> Er ordnete an, auch diesen Geflüchteten zu fesseln..
>
> Einer nach dem anderen wurde verhört – im Dabeisein von fast 20
> Polizeibeamten mit Hunden. Außerdem wurden wir fotografiert und
> danach in die Polizeistation auf dem Unterkunftsgelände gebracht, wo
> uns Fingerabdrücke abgenommen wurden. Selbst einer der Sozialarbeiter
> war schockiert, dass ein solcher Prozess losgetreten wird,
> beispielsweise aufgrund des Besitzes von SIM-Karten.
>
> Als die Polizei schließlich weg war, gab es einige Verletzte, die ins
> Krankenhaus kamen. Zur gleichen Zeit begannen einige Medien, von
> außerhalb der Unterkunft aus, zu berichten.
> Wir sind erschüttert, wie die Medien die erlogenen Polizeiberichte
> einfach übernommen haben, ohne die tatsächlichen Ereignisse zu
> recherchieren oder uns zu fragen, was passiert ist.
>
> Wir, die Geflüchteten aus Ellwangen, sind nicht gewalttätig.. Auch
> wenn die Polizei sagt, wir hätten sie angegriffen. Es gab während
> des Vorfalls eine Distanz zwischen uns und der Polizei. Unser Bruder
> in Handschellen stand zwischen uns und der Polizei. Wir haben Beweise
> für alles, was die Polizei mit uns gemacht haben.
>
> Jetzt haben wir uns entschieden, eine Demonstration zu machen. Für
> uns ist das die einzige Möglichkeit, Leute darüber zu informieren,
> was tatsächlich passiert ist. Die Medien verfälschen unsere
> Statements und wenden sie gegen uns.
>
> Wir treffen uns am Mittwoch, dem 9. Mai um 17:00 Uhr an der
> Ellwangener LEA..
>
> Gegen Rassismus
> Gegen den Populismus der Medien
> Gegen Polizeigewalt
> Gegen die Kriminalisierung von Geflüchteten
>
> Terminüberischt:
>
> 12:00 Mahnwache am Marktplatz
> Kommt vorbei, wenn ihr hören wollt, was tatsächlich passiert ist.
>
> 17:00 Kundgebung und Demonstration vor der LEA
>
> __________
>
> KONTAKT:
> Flüchtlinge für Flüchtlinge (Refugees4Refugees)
> Selbstorganisierte Beratungsstelle von und für Gefluchtete
> Böblingerstr. 105
>
> 70199 Stuttgart
>
> Tel.: 015172207248
> https://refugees4refugees.wordpress.com/
>
> [4]
>
> Flüchtlinge für Flüchtlinge | "Refugees for Refugees" [5]
> refugees4refugees.wordpress.com [6]
> Wir sind ein Netzwerk von erfahrenen Flüchtlingen, die sich auf
> verschiedene Art und Weise für Asylbewerber-Innen einsetzen. Wir
> bieten auf Anfrage Begleitpersonen für Behördenbesuche an, beraten
> Flüchtlinge bei ihrem Asylantrag oder Widersprüchen gegen
> Amtsbescheide und verweisen die Asylbewerber-Innen an Gruppen, die
> ihnen in ihren ...
>
> SPENDE:
> Flüchtlinge für Flüchtlinge e.V
> GLS Bank Stuttgart
> IBAN: DE80 4306 0967 7033 0742 00
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> .
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09.05.2018 20:15
von:
Chayene
Status: offline  

Danke fürs teilen,Amiga60!


09.05.2018 20:26
von:
lesbocat74
Status: offline  

Oh man....Ihr habt echt keine Ahnung wie es da wirklich abgeht..!!!
Ich wohne ungefähr in der Ecke und möchte in Ellwangen definitiv *nicht wohnen*

11.05.2018 00:38
von:
Chayene
Status: offline  


Ich wohne “ in der Ecke vom KH“ u habe echt voll die Ahnung von den Notfällen,den Patienten,ihren Krankheitsverläufen u den Besuchern die dort ein u ausgehen usw usw eileiter




11.05.2018 00:49
von:
Platzwart
Status: offline  

Ich stehe hinter unserer Polizei. Jeden Tag, jede Nacht, jeden Feiertag, immer da auch wenn sie niemand will. Trotz aller ACAB Rufe, Anfeindungen, Beleidigungen, Angriffen, beschissenen Bedingungen und immer zwischen den Stühlen. Danke dass ihr für uns da seid!!!!

11.05.2018 02:38
von:
Pflaenzchen
Status: offline  

oh mein gott
)-;;;
das sind ja Szenen wie aus dem KZ
)-;;;
)-;;;

lesbocat, Platzwart, mir graust vor Euch.

11.05.2018 04:35
von:
MaxPaua
Status: offline  

All cats are beautiful, echt schrecklich.
https://goo.gl/images/GCFJrZ
Katzenbild

11.05.2018 07:19
von:
ErikaS1
Status: be back  

Ich habe kein Verständnis für die KZvergleiche.

Ich habe auch kein Verständnis dafür was in Eilwangen passiert ist.
Die Polizei hat dort jemanden für die Abschiebung abzuholen.
Das ist ihr Job und sie hat die Legitimation dazu.

Und ob es den anderen geflüchteten gefällt ist irrelevant..
Und in meinen Augen ist die Antwort der Polizei richtig.



editiert am 11.05.2018 07:41 Beitrag melden Zitatantwort
11.05.2018 08:00
von:
Weirdo2013
Status: offline  

Moin, Moin,
die Polizei hatte ihre eigenen Angaben bzgl. Gewaltanwendungen der Flüchtlinge und angeblichen Verletzten (am Ende verletzte sich nur ein Polizist ohne Fremdeinwirkung) korrigiert. Und dennoch wird das ganze aufgebauscht und als Legitimation für Söder, Seehofer und Co. für mehr "Staatsmacht" (die übrigens uns alle treffen würde) ausgenutzt.

Da haben Leute aus Solidarität evtl. mit der Faust auf den Polizeiwagen gehauen (passiert auf vielen Demos von deutschen Mitbürgern genauso.). Der angebliche Schaden konnte bisher laut Polizei nicht beziffert werden (nur ne Beule?).
Ziviler Ungehorsam ist nicht per se falsch oder zu verurteilen - Gewaltanwendung, ja. Wer kann sich vorstellen, wie das ist, in einer völlig aussichtslosen Situation zu sein und da wird einer aus der Gruppe abgeführt? Psychologisch sehr sensibel und ich frage mich, ob die Behörden hier nicht anders vorgehen können.
Und "Gäste" werden nicht in Lager gestopft. Ja, sie haben null Chancen hier zu bleiben, aber ich mag mir nicht vorstellen, wie das ist, wenn man um 3:00 morgens von maskierten und bewaffneten Beamten aus dem Bett geworfen wird und nackt auf dem Hof stehen oder Schlimmeres durchmachen muss.

Unser Rechtsstaat ist nicht in Gefahr, sondern die Empathie für Menschen bzw. es werden keine Menschen mehr gesehen. Dies beziehe auch auf die Polizisten und Polizistinnen - die können am wenigsten dafür.

In diesem Sinne einen schönen Tag Mensch, haben wir es gut....

editiert am 11.05.2018 08:02 Beitrag melden Zitatantwort
11.05.2018 09:05
von:
amiga60
Status: offline  

ZitatErikaS1 schrieb am 11.05.2018 um 07:19:

Die Polizei hat dort jemanden für die Abschiebung abzuholen.
Das ist ihr Job und sie hat die Legitimation dazu.

Und ob es den anderen geflüchteten gefällt ist irrelevant..


da braucht es keinen NS-Vergleich mehr.
Das ist die identische Haltung.
Gehorsam, Pflichterfüllung rechtfertigt alles. Der Mensch ist kein Mensch mehr.

"Kein Mensch hat das Recht zu gehorchen" hat Hannah Ahrendt gesagt.



11.05.2018 09:35
von:
Minerva_
Status: offline  

ZitatErikaS1 schrieb am 11.05.2018 um 07:19:

Ich habe kein Verständnis für die KZvergleiche.

Ich habe auch kein Verständnis dafür was in Eilwangen passiert ist.
Die Polizei hat dort jemanden für die Abschiebung abzuholen.
Das ist ihr Job und sie hat die Legitimation dazu.

Und ob es den anderen geflüchteten gefällt ist irrelevant..
Und in meinen Augen ist die Antwort der Polizei richtig.



Wenn ich nur einfach meinen Job machen würde, blieben einige Menschen böse auf der Strecke. Und ich bin mir sehr sicher, dass das bei Vielen hier so ist.

Ebenso sicher bin ich mir, dass es auch in Deinem Leben schon mal jemanden gab, der sich in irgendwinwer Art besonders für Dich eingesetzt hat, der seinen arbeitsmäßigen Spielraum für Dich ausgeschöpft hat, weil da vielleicht etwas mit seinen persönlichen Werten kollidierte. Vielleicht kannst Du Dich daran erinnern und wie das für Dich war, eben nicht regelkonform abgefertigt worden zu sein.

Der bislang übelste Gipfel der deutschen Regelkonfomität war nun mal die Zeit der Nationalsozialisten.
Und da das in den Deutschen, so meine Wahrnehmung nach wie vor preußisch verankert ist, finde ich solcherlei Vergleiche auch nach wie vor aktuell.

11.05.2018 10:00
von:
UteCutie
Status: offline  

Nun haben wir also die Darstellung der Polizei: 'Die haben uns angegriffen'; sowie die Darstellung der Asylsuchenden 'wir haben friedlich im Bett geschlafen', original so im verlinkten Video enthalten.

Was machen wir bei Lesarion daraus? Wir beschimpfen uns gegenseitig mit Nazi und KZ Vergleichen. Es gibt an einem Freitagmorgen sicher sinnvolleres zu tun.

Ich war selber schon in Afrika, ich kenne das Rechtsverständnis eines Landes. Ich würde niemals deren (Rechts-) System gegen unseres eintauschen wollen.
Ich denke, wir müssen uns in Deutschland darauf verlassen können, dass unsere Gesetze von Juristen richtig interpretiert, und von der Polizei richtig ausgeführt werden. Natürlich unter Beachtung von zwischenmenschlichen Belangen. Sonst verlieren wir diesen Vorteil, den eine klar getrennte Gesetzgebung und -ausführung bietet. Sonst kommt man immer näher an das Beliebigkeitsrecht, das man teilweise in Afrika findet.

Was uns bleibt, ist ein Ergebnis, das zwar rechtlich in Ordnung ist, aber auch zwischenmenschlich fragwürdig ist. Diesen Konflikt müssen wir lernen auszuhalten wenn uns das alles hier etwas wert ist.


11.05.2018 10:37
von:
amiga60
Status: offline  

@cutie,
du hast dich nach den ersten Aussagen der Polizei offenbar nicht weiter informiert. Wie so einige, denen diese in ihr hasserfülltes Welt bild passt.



11.05.2018 10:50
von:
lesbocat74
Status: offline  

ZitatPlatzwart schrieb am 11.05.2018 um 00:49:

Ich stehe hinter unserer Polizei. Jeden Tag, jede Nacht, jeden Feiertag, immer da auch wenn sie niemand will. Trotz aller ACAB Rufe, Anfeindungen, Beleidigungen, Angriffen, beschissenen Bedingungen und immer zwischen den Stühlen. Danke dass ihr für uns da seid!!!!


Super beschrieben...!!! Eben an die Polizei, Ärzte etc denkt keiner, die halten Tag für Tag ihren Kopf und ihre Gesundheit hin..!!!
Ich möchte in der heutigen Zeit weder Polizist oder Lehrer etc sein....


11.05.2018 10:56
von:
lesbocat74
Status: offline  

ZitatPflaenzchen schrieb am 11.05.2018 um 02:38:

oh mein gott
)-;;;
das sind ja Szenen wie aus dem KZ
)-;;;
)-;;;

lesbocat, Platzwart, mir graust vor Euch.


Warum wusste ich sofort, nachdem ich meine Nachricht abgeschickt habe, dass man hier gleich als Rassistische etc beschimpft wird...!!!
Traurig aber wahr.
Dann komm her und ich gehe mit dir in das schöne Ellwangen und dann redest mal mit denen..!!! Geh mal in den Edeka Markt wo in der Nähe ist oder unterhalb in die Tankstelle wie es da vor Monaten abging.
Und schaust dir das mal Live und aus erster Nähe an.
Von weitem da kann jeder seine blöde Gosch aufmachen und vor allem hier drinnen...!!! Es ist ja alles soooo schön anonym..!!!


11.05.2018 11:01
von:
ZenziZeisig
Status: offline  

ich weiss nicht wen ich schlimmer finde, die extreme rechte oder die extreme linke, die hier regelmässig jeden anders (gemässigter) denkenden entweder mit kz-vergleichen und persönlichen abwertungen verunglimpft,
oder aber gleich alles beim support denunziert was nicht ins eigene radikale weltbild passt.

ich selber würde mich in meiner meinung erikaS anschliessen.

bei dem polizei-einsatz hat es wohl einige missverständnisse und auch unverhältnismässigkeiten von beiden seiten gegeben.

...but nobodys perfect...auch nicht die polizei.



11.05.2018 13:13
von:
lesbocat74
Status: offline  

ZitatErikaS1 schrieb am 11.05.2018 um 07:19:

Ich habe kein Verständnis für die KZvergleiche.

Ich habe auch kein Verständnis dafür was in Eilwangen passiert ist.
Die Polizei hat dort jemanden für die Abschiebung abzuholen.
Das ist ihr Job und sie hat die Legitimation dazu.

Und ob es den anderen geflüchteten gefällt ist irrelevant..
Und in meinen Augen ist die Antwort der Polizei richtig.



So ist es...

11.05.2018 13:34
von:
UteCutie
Status: offline  

Zitatamiga60 schrieb am 11.05.2018 um 10:37:

@cutie,
du hast dich nach den ersten Aussagen der Polizei offenbar nicht weiter informiert. Wie so einige, denen diese in ihr hasserfülltes Welt bild passt.



Amiga, wo findest du in meinem Text ein hasserfülltes Weltbild?

11.05.2018 17:20
von:
anamaria
Status: offline  

ich möchte den blick mal etwas weiten:

die äußeren abläufe in ellwangen sind ja eigentlich unstreitig.

das dahinerstehende - große - problem ist die europarechtliche abschiebe-praxis auf der grundlage des dublin III-abkommens und die verwaltungsrechtliche und schließlich polizeiliche umsetzung darauf gestützter ausreiseverfügungen durch die verwaltungsgerichte und polizeibehörden.

der in ellwangen zur ausreise aufgeforderte mann stammt aus togo.

er sollte allerdings nicht (wie teilweise falsch behauptet wurde) dorthin zurückgebracht werden, sondern nach italien, wo er wohl nachweislich erstmals europäischen boden betreten hatte.

nach dem dublin III abkommen hat ein solcher EU-staat das asylverfahren dann zu führen und abzuschließen.

unterbleibt das (wie offenbar hier in italien) kann ein anderer EU-staat, in den der anspruchsteller dann weiterreist (hier deutschland), diesem ein asylverfahren verweigern (§ 26 a AsylG) und ihn OHNE JEDE SACHPRÜFUNG in das nach dem dublin-abkommen zuständige EU - land zurückführen. zu diesem zweck kann der anspruchsteller in haft genommen werden.

die ausgangslage für den betreffenden bewohner der unterkunft in ellwangen war also, dass seine asylberechtigung in deutschland gar nicht geprüft wurde.

italien wiederum hat das verwaltungsgericht darmstadt schon in 2012 bescheinigt, dass dort flüchtlingen kein hinreichender schutz gewährt wird und deshalb die abschiebug einer frau aus dem senegal dorthin für rechtswidrig erklärt und gestoppt.

https://www.zeit.de/polit [...] schutz-2

dieses "problem" der unzureichenden asylverfahren hat u.a auch zu abschiebestopps nach griechenland und nach bulgarien geführt, die vom bverfg bzw. dem europäischen gerichtshof für menschenrechte bestätigt wurden.

der mann aus togo hatte im übrigen eine klage vor dem verwaltungsgericht eben deshalb anhängig, über die bis heute nicht entschieden ist.

das "problem" bei ausreiseverfügungen ist allerdings, dass eine solche klage gegen die ausreisepflicht den vollzug der ausreisepflicht (also die abschiebung) nicht hemmt.

zwar gibt es einen eigenen gerichtlichen antrag auf anordnung dieser aufschiebenden wirkung der klage, allerdings wurde ein solcher antrag offenbar nicht gestellt, oder es war nicht über ihn entschieden, als die polizei das erste mal anrückte.

im übrigen ist es in baden - württemberg auch gängige praxis, in kenntnis solcher anträge deshalb nachts die abschiebungen vorzunehmen, weil weder gerichte noch anwälte dann erreichbar sind.

das sind kurz gefasst die rechtlichen hintergründe.

und nun mag sich jede hier fragen, wie die verhaltensweisen der beteiligten vor diesen hintergründen zu bewerten sind.

man kann es dann so machen wie herr dobrindt und von einer "abschiebe- verhinderungs- industrie" sprechen.

ich nenne das, was er so herabwürdigt, allerdings rechtsstaat.

und man kann es so machen wie herr seehofer, der - gegen jedes ergooglebare wissen - behauptet, der mann müsse in sein "heimatland" abgeschoben werden, was zum einen schlicht falsch ist (siehe oben, es ging immer nur um eine abschiebung gemäß dublin abkommen nach italien) und zum anderen auch zeigt, dass der mann offenbar nicht weiß, dass togo nicht auf der liste der sog. "sicheren herkunfststaaten" steht.

dem betroffenen aus ellwangen stünde deshalb also ein vollständiges asylverfahren zu und er hätte auch bei negativem ausgang wohl eine abschiebung nach togo wegen der dortigen lage nicht unmittelbar zu befürchten.

vielleicht wird jetzt klarer, wie "wichtig" es ist, dass der mann nach ITALIEN zurückgeführt wird und das baden-württembergische innenministerium so eine "erfolgreiche abschiebung" melden kann.

dies übrigens nicht nur auf kosten des mannes aus ellwangen, sondern auch auf kosten italiens, das - ebenso wie andere EU-mittelmeeranrainerstaaten übermäßig durch migration betroffen sind.

auch über die deutsche solidarität mit anderen EU staaten gibt dieser vorgang also beredt auskunft.

11.05.2018 17:38
von:
Quilma
Status: offline  

ZitatErikaS1 schrieb am 11.05.2018 um 07:19:
{...]
Und ob es den anderen geflüchteten gefällt ist irrelevant..
{...}


Ich finde es nicht irrelevant. Wenn man dich abschieben würde und die Menschen evtl. Freunde, die grade für dich da sind, sich versuchen für dich einzusetzen, Angst haben, dich evtl. nicht wieder zu sehen, nicht zu wissen, wie dein Verbleib ist, etc. wäre dann die Reaktion "deiner Leute" irrelevant?
Ich denke nicht.

Ist es eigtl. nicht geregelt, dass da eine Art Betreuung dabei ist oder zumindest eine Person, die ggf. übersetzen kann, wenn eine Abschiebung festgelegt wurde?

Ich meine, wenn ich mir vorstelle, ich käme z.B. als Flüchtling aus einem Land wo eine krasse Diktatur abgeht und regelmäßig Leute "verschwinden", weil sie als "Staatsfeinde" oder sonstiges behandelt werden, nur weil sie mit der Diktatur nicht einverstanden sind und sich evtl. Demokratie wünschen...
Und dann komme ich in eine Flüchtlingsunterkunft und werde plötzlich von höchstwahrscheinlich bewaffneten (ich finde es schrecklich, wie viele Polizisten_innen mittlerweile bewaffnet durch die Städte laufen) Uniformierten mitgenommen. Wenn ich dann, allein aufgrund meiner Erfahrung, ganz cool und ruhig reagieren würde, dann wäre etwas nicht mit mir in Ordnung. Ich finde es sehr menschlich mit abwehr zu reagieren und Protest, wenn so etwas passiert, ohne dass mir genau und freundlich erläutert wurde, was überhaupt abgeht.
Und auch mit Erläuterung hätte ich jedes Recht mich dagegen zu äußern, denn kein Mensch ist illegal!

Und mal allgemein hier zu den Polizisten_innen-Fans:
Die Polizisten_Innen, die wirklich etwas drauf haben und zwar MENSCHLICH und nicht nur auf Befehle hin handeln, die würden so eine Situation komplett anders angehen. Und zwar so mitfühlend wie sie können...


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