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Was bedeutet Heimat bzw. zuhause für Dich?

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27.05.2018 13:17
von:
Minerva_
Status: offline  

Neulich war ich zwei Tage in Dortmund, eine Freundin besuchen. Ein paar Straßen vor der meinigen traf ich auf Andy, meinen Postboten, hielt kurz mein Auto an und fragte ihn, ob ein Päckchen für mich angekommen sei.
Und als ich dann weiterfuhr, dachte ich über mein aufkommendes Gefühl nach, ja, genau, das war das heimatliche Gefühl von wieder zuhause ankommen.

Zuhause ist da, wo man erkannt wird.

Zuhause ist noch viel mehr, aber das war mein spontaner Gedanke.

Was bedeutet Heimat oder Zuhause für Euch?

27.05.2018 13:44
von:
SimBie
Status: mobile  

Heimat ist für mich bei dem Mensch, wo mein Herz dran hängt. Unabhängig von der Umgebung... es hat eigentlich nur etwas mit Geborgenheit zu tun.

27.05.2018 13:46
von:
Minerva_
Status: offline  

Aber was wäre dann, wenn Du alleine wärst? Gäbe es dann keine Heimat für Dich?

27.05.2018 13:56
von:
maruru
Status: offline  

Heimat . . .

Spontan dazu - dort wo ich am Abend meine Bücher finde und meine Brille ablegen kann, also einen Wohlfühlort vor finde.

Meine Herkunftsfamilie, Bekannte und Freunde leben weit verstreut von mir, gleichgültig wo ich gerade wohne . . .

Lange bezeichnete ich mich als Streunerin, war gerne und oft unterwegs und tue mich nicht schwer mich in einer neuen Umgebung einzuleben und wenn dann noch Wasser, als Meer, Fluss, oder See in der Nähe zu finden ist . . .

Aber auch ich kenne das Gefühl um eine Ecke zu biegen, in eine vertraute Strasse einzukehren, von bekannten Menschen gegrüßt zu werden und in mir eine einzigartige Wärme zu spüren und zu wissen "Zuhause" zu sein . . .

w.

Zusätzliche Gedanken - fie eigenen Wurzeln - wie sagt der Volksmund: " alte Bäume soll man nicht verpflanzen . . ."

Ich weiss, dieses gilt nicht für alle Menschen, für mich bestimmt nicht . . .



editiert am 27.05.2018 14:07 Beitrag melden Zitatantwort
27.05.2018 13:58
von:
SucheNix
 

Liebe Minerva,

"Zuhause ist da, wo man erkannt wird." ... eine tiefe und, wie ich finde, sehr treffende Aussage.

Dort, wo ich mich missverstanden fühle, wo meine Werte nicht gelebt werden, dort, wo ich mich immer wieder neu erklären und vorstellen muss... dort ist kein Zuhause und dort finde ich auch keine Heimat. Heimat ist Vertrautheit und das Wissen, angenommen und respektiert zu werden.

Heimat ist für mich genau deine Aussage und eben diese Aussage könnte ein Ansatz dafür sein, warum so viele Menschen kein Heimatgefühl mehr haben...

Danke für diesen Denkanstoß

die AnnA

27.05.2018 16:28
von:
ZenziZeisig
Status: offline  

ich muss bei dem begriff immer an schnulzige 50iger jahre filme und maria und margot hellwig oder die zillertaler herzschmerz kapelle denken.

jetzt wo horst seehofer heimatsmuseumsdirektor ist, wird dann auch ganz sicher alles gut.

27.05.2018 16:43
von:
Minerva_
Status: offline  

ZitatZenziZeisig schrieb am 27.05.2018 um 16:28:

ich muss bei dem begriff immer an schnulzige 50iger jahre filme und maria und margot hellwig oder die zillertaler herzschmerz kapelle denken.

jetzt wo horst seehofer heimatsmuseumsdirektor ist, wird dann auch ganz sicher alles gut.


Und das ist alles, was Du persönlich mit Deinem Zuhause verbindest? Alles, was es für Dich bedeutet?

27.05.2018 20:56
von:
HamburgSkorpi..
Status: offline  

Heimat ist für mich dort...wo mich die Menschen die mich begleiten so nehmen wie ich bin, wo mich beim nach Hause kommen ein warmes Gefühl überfällt.

Hamburg ist meine Wahlheimat und immer wenn ich auf der A7 aus Richtung Süden auf den Elbtunnel zufahre, links von mir die Containerschiffe sehe und im schönsten Fall der beleuchtete Hafen "Willkommen zurück" zu rufen scheint...ich dann kurz vorm Elbtunnel über die Fugen fahre, befällt mich so ein warmes Gefühl dass mich ganz ergriffen sein lässt. Dieses Gefühl empfinde ich immer, egal ob nach einer Reise oder einem Tagesausflug.

Hier ist mehr Heimat für mich, wie in dem Ort in dem ich aufgewachsen bin.

27.05.2018 20:59
von:
Leothenara
Status: offline  

Neben den Menschen, die ohne Zweifel sehr wichtig für mein Heimatgefühl sind, ist es bei mir noch zusätzlich die Natur. Es ist das Bild der Landschaft mit ihren sanften Hügeln, es sind die Wälder und Seen, es sind die heimischen Tiere und Pflanzen, denen ich begegne. Da liegt auch ein typischer Duft in der Luft, der jahreszeitlich bedingt wechselt. Überhaupt gehören die 4 Jahreszeiten für mich ebenfalls zur Heimat.

Und - im Gedanken wieder dichter an den Menschen - gehört die Sprache für mich mit zur Heimat. Den Formenreichtum und die spezielle lokale Färbung empfinde ich als wunderschön und bereichernd. Hier darf ich Dialekt sprechen und werde verstanden - das emotionale Fallenlassen in Sprache gehört für mich einfach zur Heimat dazu.

27.05.2018 21:00
von:
MaybeBabyMayb..
Status: offline  

Heimat bedeutet für mich:

die Sonne und das Salz auf der Haut ~ der Blick bis zum Horizont und noch viel weiter ~ die Sonnenauf- & untergänge ~ diese Ruhe, die mit dem Wellenrauschen einkehrt ~ der unfassbar klare Sternenhimmel nachts am Strand ~ das wunderbar klare und frische Wasser ~ die herrlich salzige Brise ~ der schneeweiße Sand unter den Füßen ~ die schönen Dünen und der herrlich duftende Kiefernwald direkt dahinter ~ der wunderbare Duft nach frisch geräuchertem Ostseefisch, bei der Fahrt durch die vielen kleinen Ostseebäder ~ diese unverschämt leckeren Gerichte mit fangfrischem Zander, Heilbutt, Dorsch und Scholle ~ die Begegnungen mit wunderbaren Menschen ~ das Lagerfeuer direkt am Wasser ~ die Beachparty unter einem orangefarbenem Riesenmond ~

dieses Gefühl, genau jetzt am richtigen Ort zu sein.


27.05.2018 21:20
von:
ChilledKröte
Status: mobile  

Ich bin heimatlos- irgendwie.
Ich bin schon früh von zu Hause weg, meine Mutter ist oft umgezogen. Ein nach Hause kommen mit bekannten Gesichtern gibt es nicht.

Ich bin vor zig Jahren aus Wuppertal ins Sauerland "ausgewandert" und konnte sofort aufatmen. Diese phänomenale Natur alleine, hat mir ein einzigartig wohliges Gefühl beschert. Hier (als großes ganzes gemeint) möchte ich nicht mehr weg.Hier ist meine Heimat. Also bin ich wohl doch nicht so ganz heimatlos...:-)


27.05.2018 21:30
von:
fuerMelissa
Status: offline  

ZitatChilledKröte schrieb am 27.05.2018 um 21:20:

Ich bin heimatlos- irgendwie.
Ich bin schon früh von zu Hause weg, meine Mutter ist oft umgezogen. Ein nach Hause kommen mit bekannten Gesichtern gibt es nicht.

Ich bin vor zig Jahren aus Wuppertal ins Sauerland "ausgewandert" und konnte sofort aufatmen. Diese phänomenale Natur alleine, hat mir ein einzigartig wohliges Gefühl beschert. Hier (als großes ganzes gemeint) möchte ich nicht mehr weg.Hier ist meine Heimat. Also bin ich wohl doch nicht so ganz heimatlos...:-)


das freut mich für dich.
irgendwie hat es so traurig angefangen und endet dann doch positiv

27.05.2018 22:41
von:
ChilledKröte
Status: mobile  

ZitatfuerMelissa schrieb am 27.05.2018 um 21:30:

ZitatChilledKröte schrieb am 27.05.2018 um 21:20:

Ich bin heimatlos- irgendwie.
Ich bin schon früh von zu Hause weg, meine Mutter ist oft umgezogen. Ein nach Hause kommen mit bekannten Gesichtern gibt es nicht.

Ich bin vor zig Jahren aus Wuppertal ins Sauerland "ausgewandert" und konnte sofort aufatmen. Diese phänomenale Natur alleine, hat mir ein einzigartig wohliges Gefühl beschert. Hier (als großes ganzes gemeint) möchte ich nicht mehr weg.Hier ist meine Heimat. Also bin ich wohl doch nicht so ganz heimatlos...:-)


das freut mich für dich.
irgendwie hat es so traurig angefangen und endet dann doch positiv


Danke.
Das liegt alles schon so weit zurück das ich es gar nicht mehr als traurig oder belastend empfinde.

30.05.2018 11:12
von:
someXY
Status: mobile  

Die Natur, mit ihrem/r Reichtum, Schönheit und Stille, die mich tief berührt, ist meine Heimat, mein Zuhause. Das könnte überall sein und dort ein Dach über dem Kopf zu haben, bedeutet mir alles; der Rest fügt sich.


30.05.2018 11:16
von:
MaybeBabyMayb..
Status: offline  

... dass man sich auf der straße grüßt ^^

moin!

30.05.2018 12:36
von:
SimBie
Status: mobile  

ZitatMinerva_ schrieb am 27.05.2018 um 13:46:

Aber was wäre dann, wenn Du alleine wärst? Gäbe es dann keine Heimat für Dich?


Nein, ich denke nicht...
Zur Zeit bin ich durch die Kids noch ein Stück weit ortsgebunden. Aber so bald die ihr Ding machen, hält mich hier in der Gegend nichts.
Und mein Freundeskreis (der eh etwas verstreut wohnt) ... sie gehören zu meinem Leben, egal wo ich wohne. Heute zu Tage ist man flexibel, durchs Auto und/oder Bus und Bahn.

30.05.2018 13:35
von:
cArt
Status: offline  

In der Stadt in der ich lebe wäre mir früher eingefallen, doch bei näherer Betrachtung, ist das gar nicht wahr, den es gibt Stadtteile da würde ich mich fremd fühlen, nicht wegen den Menschen, sonder wegen der Art des Stadtteils .
Das hat etwas mit geprägten Vorlieben, für bunte quirlige Stimmungen, Straßenbilder zu tun.
In der mir allerdings die Natur fehlt, die Wilde nicht die zurechtgestutzte, das sieht es in den Breitgeraden in den ich lebe, leider sehr Rah aus.

Ich stelle bei mir aber auch Veränderungen im Gefühl von Heimat, Zuhause fest.
Je mehr ich mir selber näher komme um so weniger, scheint die Umgebung eine Rolle zu spielen. Könnte bei mir auf rosige Aussichten hindeuten,

Dann ist vielleicht irgendwann nicht mehr ganz so wichtig wo ich lebe, weil ich meine Heimat, Zuhause das bunte quirlige immer in mir habe. Und selbst schlechtgelaunteste Stimmung, meine Lebensfreude nicht trüben mehr kann.

30.05.2018 14:24
von:
ZenziZeisig
Status: offline  

ZitatMinerva_ schrieb am 27.05.2018 um 16:43:

ZitatZenziZeisig schrieb am 27.05.2018 um 16:28:

ich muss bei dem begriff immer an schnulzige 50iger jahre filme und maria und margot hellwig oder die zillertaler herzschmerz kapelle denken.

jetzt wo horst seehofer heimatsmuseumsdirektor ist, wird dann auch ganz sicher alles gut.


Und das ist alles, was Du persönlich mit Deinem Zuhause verbindest? Alles, was es für Dich bedeutet?


nein. natürlich nicht.

ich bezog mich primär auf die reine begrifflichkeit.

die ist für mich sentimental bis reaktionär besetzt.

...und ich find's ziemlich befremdlich bis bedenklich, dass diese begrifflichkeit grade so eine renaissance erlebt.


31.05.2018 06:12
von:
someXY
Status: mobile  

Inwiefern hältst du es für bedenklich, gar ziemlich befremdlich, wenn der Mensch eine Verbundenheit mit seiner Heimat verspürt? Welche "Gefahr" witterst du "grade",wenn ich's richtig interpretiere: also zum jetzigen Zeitpunkt darin? Was unterscheidet diesen von jedem anderen Zeitpunkt eines vorhandenen Heimatgefühls?
Würde Deinen Gedankengang dazu gerne nachvollziehen können.

31.05.2018 08:04
von:
sahnetante
Status: offline  

für mich ist Heimat zum Einen die Stadt, aus der ich komme. Das verblasst aber gerade ein wenig. Ansonsten vielleicht mein Bundesland, auch der Osten im Allgemeinen.

Auch meine Beziehung gibt mir zu einem großen Teil das Gefühl. Die Stadt, in die wir bald ziehen.
Ansonsten fühl ich mich auch als Europäerin. Und ein Stück weit finde ich das Gefühl in diesem Planeten.

Ich merke, es ist einem Wandel unterworfen, von klein zu groß.


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