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Peng

von mischfrau


Peng

Sonja saß im Zug nach Berlin.
Sie schaute aus dem Fenster und bekam doch nichts mit von der vorbeifahrenden Landschaft. Tief versunken in Gedanken und mit einem leichten Lächeln auf den Lippen.
-Sitze ich wirklich hier in diesem Zug von Kiel nach Berlin. -
Sonja schüttelte leicht den Kopf. Ein kurzes aufseufzen.
-Frau was hast du dir nur dabei gedacht.-
Ein Zwiespalt nach dem anderen jagte ihr durch den Kopf.
-Bist du verrückt dich mit einer Brieffreundin zu treffen.-
Nun ja immerhin schreiben sie sich jetzt schon acht Monate. Aber Sonja hatte kein Foto von ihr .
Ina.
Sonja lies leise diesen Namen über ihre Lippen gleiten.
-Tue ich das wirklich -
Sonja zog eine Augenbraue hoch und schüttelte abermals sanft den Kopf.
-Immerhin hatte sie vor 4 Jahren ihre letzte Beziehung, klar hier und da ein Mäuschen im Bett.
Aber Sonja hatte gedacht,ihr Leben so ohne Beziehungen eigentlich recht gut im Griff zu haben.
Und nun ist sie auf dem Weg nach Berlin zu einem Date.
-War es denn wirklich ein Date?-
Sonja zog den letzten Brief von Ina hervor und las zum wiederholten male diesen Brief, eigentlich nur diesen einen Satz.
Sonja ich möchte dich gerne kennen lernen ich lade dich ein nach Berlin,um Missverständnisse aus zu schließen ich möchte bitte ein Date mit dir.
Sonja lachte wieder leise vor sich hin, ja das war Ina klipp und klar und sie... hatte ohne zu überlegen spontan zugesagt.
Nun kamen die Zweifel.
-Warum musste die Zugfahrt auch so lange sein,unendlich lange empfand Sonja faltete den Brief wieder zusammen und steckte ihn weg .
Sonja bei ihren Freundinnen als Denkerin verschrien seufzte wieder leise.
Ihr Herz klopfte laut und die Gedanken rotierten wieder.
-Wie war das bei deinem letzten Date, Sonja verdrehte die Augen.
Da hatte sie auch lange gegrübelt und nur mit dem Kopf gefühlt .
Sie mochte ihre Ex-Partnerin , aber zum Peng hat es nicht gereicht.
Und ja wenn Sonja so weiter grübelte, und ehrlich zu sich ist, sie würde sich gerne mal wieder so richtig verlieben mit einem großen Peng und über die Erde schweben.
Sonja seufzte nun etwas lauter.
Aber nun gut welche Frau träumte davon nicht.
Sie streckte ihre Füße aus holte ein Buch hervor und begann zu lesen,versuchte es zu mindestens. Aber sie bemerkte schnell das sie zwar las aber nicht was sie las.
Fahrig legte sie das Buch weg und schaute wieder aus dem Fenster.
Plötzlich schoss ihr ein Gedanke durch den Kopf und lies ihr alle Farben aus dem Gesicht weichen.
-Was ist wenn ich zu alt bin oder zu dick oder zu dumm-
-Na das fehlte jetzt auch noch ich zweifle an mir selber, schalt endlich diese Gedanken aus.
Sonja hatte es nie ganz in den Griff bekommen wenn sie glücklich war, auch dieses Glück voll und ganz an zu nehmen. Selbstzweifel plagten sie schon ein ganzes Leben.
Der Zug hielt und Sonja stieg in Berlin am Bahnsteig aus.
Sie schaute sich um und entdeckte eine Frau die als Erkennungszeichen einen Comixs von Struppi in der Hand hielt.
Ein Faustschlag traf sie in den Magen und sie stöhnte einmal kurz auf weil ihr Herz ein Riesensprung tat. Vor staunen blieb ihr kurz der Mund offen.
-Was für eine Frau .-
Das hatte Sonja nicht erwartet. Es riss sie buchstäblich auf die Wolke sieben.
Zögernd ging sie auf diese Frau zu, die in eine andere Richtung schaute.
„Hallo bist du Ina?“
Die Frau drehte sich lächelnd um und antwortete mit einer klaren Gänsehautstimme.
„Hallo Sonja, ja das bin ich.“



copyright © by mischfrau. Die Autorin gab mit der Veröffentlichung auf lesarion kund, dass dieses Werk Ihre eigene Kreation ist.


Kommentare


Hallo
Tolle Geschichte.. Habe mich darin gesehen. Hast du noch mehr geschrieben?

Liebe Grüße Beatrice
BeatricePetzolt - 23.10.2017 19:48

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