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In Bewegung bleiben

In Bewegung bleiben

In Bewegung bleiben

Hrsg. Dennert, Leidinger, Rauchut
456 Seiten

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Beschreibung:

Die gesamte Lesbengeschichte in einem Band - lebendig, informativ, vielfältig, historisch, bunt, analytisch und streitbar - versammelt rund 100 Beiträge zur politischen Organisierung, Alltag und Kultur lesbischer Frauen im 20. Jahrhundert. In einem bisher einmaligen Projekt zeichnet dieses spannende Lesebuch ein lebendiges Bild der politischen Lesbenbewegung vom Ende des 19. bis zum 21. Jahrhundert. Gelebte Geschichte, die Feministinnen der ersten Stunde genauso begeistern wird wie junge Lesben und alle politisch Interessierten heute.



Beurteilung von Ariane:
E-Mail: Miriam@lesarion.de

Wer schreibt, der bleibt, heißt es. Und über wen geschrieben wird, auch. Lesben in Deutschland zum Beispiel, deren Geschichte der letzten 100 bewegten Jahre zumindest hierzulande noch nicht als Buch vorlag.

Wie haben Lesben bis zum Nationalsozialismus in Deutschland gelebt? Wie war das mit dem Tomatenwurf, der die zweite Frauen- und damit auch die deutsche Lesbenbewegung der 70er Jahre begründete? Wann und wo entstanden der erste Frauenbuchladen und das erste Frauen-Ferienhaus? Was waren die Leitthemen auf den Lesben-Frühlingstreffen? Über was haben Lesben in den letzten Jahrzehnten diskutiert und gestritten? Wer Antworten auf diese Fragen suchte, kam bis heute kaum an aufwändigen Archivrecherchen in den wenigen lesbischen Archiven oder im Internet herum.

Das ist nu anders: „In Bewegung bleiben“ – 100 Jahre Politik, Kultur und Geschichte von Lesben“ aus dem Querverlag fasst auf über 400 Seiten zusammen, was lesbisches Leben und Denken zwischen 1900 und 2000 ausmachte. Dabei schreiben aktive Bewegungsfrauen über ihre Spezialthemen, dazu kommen jahrzehntespezifische Überblicke der drei Herausgeberinnen Gabriele Dennert, Christiane Leidinger und Franziska Rauchhut. Reichlich gespickt ist das wahrhaft epochale Werk mit Fotografien und Dokumenten. Dazu kommen ausführliche Quellen- und Literaturlisten zur weiteren, eigenständigen Forschung für die, die der Geschichtsvirus nach der Lektüre infiziert hat.

Wenn auch etwas berlinlastig und auf manchen Gebieten (z.B. Landlesben, Chöre, Sport), kommen in dem Buch alle wichtigen Strömungen des lesbischen Lebens vor, und wohl jede heute in Deutschland lebende Lesbe wird sich im einen oder anderen Themenbeitrag wieder finden. Die meisten Texte sind sehr gut zu lesen, nur die Sprache einiger, die sich mit der Queer-Theorie beschäftigen, ist leider gestelzt-soziologisch und schwer zu verstehen. Meist dominiert jedoch das „gelebte Leben“, ohne dass deswegen auf Reflektion verzichtet würde.

Kurz: Das Buch ist, obwohl es etwas mehr kostet als die neueste Lesben-Love-Story im Taschenbuchformat, absolut lesens- und besitzenswert. Es sollte in keinem lesbischen Bücherschrank fehlen. Und zwar zum vollen Preis von 24,90 Euro und nicht als angeblich gebrauchtes Amazon-Sonderangebot. Denn so viel Arbeit, die von den drei Herausgeberinnen ohne Honorar geleistet wurde und das erhebliche verlegerische Risiko des Querverlags müssen belohnt werden.




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