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Forum » News, Politik & Wissenschaft » ThreadAbschied von den teuren Flaschen
16.03.2007 15:36
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0 Wasser bleibt ein Thema in Berlins Spitzenhotels - das für 62 Euro muss es aber nicht mehr sein Andreas Kurtz Die Zeit der größten Verrücktheiten scheint in der Berliner Gastronomie - zumindest in punkto Wasserangebot - vorbei zu sein. Hatte das Hotel Adlon noch im Juli 2003 mit großem Brimborium eine extra Wasserkarte mit 39 Sorten aus 14 Ländern eingeführt (zu Spitzenzeiten gab es sogar 42 verschiedene Wässer), wurde dort das Angebot zuletzt in aller Stille deutlich reduziert. Hotel-Sprecherin Sabina Held sagte: "Die Nachfrage war einfach nicht so groß." Inzwischen werden im feinen Haus am Pariser Platz 24 Sorten vom Lifestyleprodukt Wasser serviert, was immer noch den Spitzenplatz unter den besten Hotels der Stadt ausmacht. Die teuren Ladenhüter wurden von der Karte entfernt. Ein Beispiel: Zu wenige Gäste gönnten sich das japanische Rokko No. Sein Preis von 62 Euro für den halben Liter passte aber auch so gar nicht zur äußeren Erscheinung: Ausgerechnet das teuerste Wasser kam in einer billig wirkenden Kunststoffflasche auf den Tisch. Die Wasserpreise im Adlon haben sich zwischen 11,50 Euro (Gerolsteiner) und 19,50 Euro für die große Flasche eingepegelt. Und das teuerste sieht jetzt auch am teuersten aus, denn das norwegische Wasser Voss (Lieblingssorte von Sängerin Madonna) kommt in einer von Calvin Klein entworfenen Designflasche auf den Tisch, die sich mancher Gast am Ende mitgeben lässt, weil sie so schick aussieht. Mit Arno Steguweit wurde eine ausgewiesene Wasser-Fachkraft aus dem Adlon vom Restaurant Fischers Fritz im Luxushotel The Regent am Gendarmenmarkt abgeworben. Eine seiner ersten Amtshandlungen war die Einführung einer Wasserkarte, die freilich bescheidener ausfiel: Sie umfasst nur zehn Sorten zu Preisen von 9,50 bis 19 Euro (Finé aus Japan). "Viel mehr wirkt erschlagend, deshalb bieten wir eine Vorauswahl an." Eigentlich wollte Steguweit aus ästhetischen Gründen keine Kunststoffflasche haben. Bei Fiji (16 Euro), dem stillen Heilwasser aus der Südsee, machte er eine Ausnahme. Schließlich steigen im Regent regelmäßig Filmstars ab: "Und in Hollywood ist dieses Wasser gerade angesagt." Auch Sängerin Mariah Carey zwingt jedes Hotel, dieses Wasser zu besorgen, bevor sie anreist. Steguweits Lieblingswasser ist ebenfalls im Angebot: Chateldon 1650 aus Frankreich, das schon Ludwig XIV. bevorzugte. In anderen Luxushotels wird das Thema Wasser mehr oder weniger ernst genommen. Das Grand Hyatt am Potsdamer Platz bietet 18 Sorten an. Im Ritz-Carlton können die Gäste zwischen fünf Sorten wählen. Im Hotel de Rome finden sich auf Seite 14 der Barkarte versteckt nur zwei italienische und eine französische Sorte Wasser. Hotelsprecher Kai Simon gibt zu, dass die Mini-Wasserauswahl als Problem erkannt wurde: "Wir sind in den Vorbereitungen einer Vergrößerung des Angebots mit mehr deutschen und internationalen Wässern." Berliner Zeitung, 16.03.2007
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