HiddenNickname
In den letzten 3 Wochen hat es kaum einen freien Tag gegeben (auch am Sonntag) an dem ich nicht einen Anruf bekam, ob ich nicht kommen könnte, es herrschte krankheitsbedigter Notstand.
Dabei herrscht schon bei normaler personeller Besetzung ein Notstand, der beispielweise so aussieht, dass frau mit 14 Behinderten Menschen alleine im Dienst ist, also im Falle dass eine Person ausflippt und gleichzeitig eine andere Person einen epileptischen Grand Mal- Anfall bekommt, absolut handlungsunfähig ist, oder aber die behinderten Menschen mangels Beschäftigung (infolge der Sparmassnahmen hat sich die Behindertenarbeit zumindest im Mehrfachschwerstbehinderten- Bereich längst wieder zu einer "satt und sauber" Haltung entwickelt) reihenweise aggressiv und autoaggressiv werden.
Diese Arbeit ist dann wirklich sehr unbefriedigend, weil wir oft genau wissen, was die Menschen brauchen, dass ihnen anbetrachts dessen, dass sie schon 3 Wochen das Heim nicht verlassen haben, die Decke auf den Kopf fällt, etc...
Das kann sich auch ein Laie ausrechnen, dass wir nicht aus dem Haus können, wenn wir 4 Rollifahrerinnen, aber nur 2 Mitarbeiterinnen haben....
Weil wir natürlich wissen, was es für die behinderten Menschen bedeutet, wenn dann auch noch jemand nicht zum Dienst kann, ist es auch nicht leicht, einfach abzulehnen, wenn das Telefon klingelt....
Ein Kollege aus der Altenpflege erzählte, dass er schon 3 mal aus dem Urlaub geholt worden war, wegen personellem Notstand. Er hatte eine Motorradreise mit Freunden geplant...
Wie ich hörte, hält eine Krankenschweser Ihren Beruf durchschnittlich 3 Jahre durch, nach der Ausbildung.
burn out und Bandscheibenvorfälle sind die häufigste Ursache.
Nun stellt sich natürlich die Frage: Bekommen wir auch eine Abwrackprämie, wenn wir unsere Arbeitskraft verschrotten????