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Forum » News, Politik & Wissenschaft » ThreadAnspruchsvoll Teil 2
14.06.2004 20:51
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0 Teil 2: In der Regel vergibt die Weltbank zweckgebundene sektorale Kredite in Zusammenhang mit Strukturanpassungsprogrammen. Das heißt für die Landwirtschaft: Vollständige Konzentration auf den Export. Produktion für den Eigenverbrauch oder lokale Märkte haben keine Relevanz für internationale Finanzmärkte, existiert in den Köpfen der Weltbankstrategen also nicht. So werden Felder, auf denen Frauen bislang als Bäuerinnen Grundnahrungsmittel für ihre Familien angebaut haben, umfunktioniert für Kaffee und Kakaoproduktion mit hohem technischen Aufwand. Hoher technischer Aufwand bedeutet vor allem Aufträge für Großkonzerne. So zahlt die Weltbank das Darlehen gleich an die Unternehmen und diese liefern und verdienen - oftmals an für die Schuldnerländer nutzlosen Projekten. Da Weltbank-*Experten* vielen Kreditnehmern die gleiche Weisung, was sie anbauen sollen, zuteil werden lassen, werden die Märkte mit diesen Produkten überschwemmt, die Preise sinken infolge der Konkurrenz, die Kredite und ihre hohen Zinsen können nicht bezahlt werden. Die Flächen für die Grundnahrungsmittel sind allerdings für immer weg, d.h. Hunger, Landflucht und Flucht in Nachbarländer. Mehr Schulden heißt auch immer weniger Eigenständigkeit und starke Weisungsgebundenheit. IWF und Weltbank greifen immer direkter in die Innenpolitik der Schuldnerländer ein. Ein Beispiel für das Agieren der Weltbank ist die Finanzierung umstrittener Staudammprojekte, die durch Umsiedlung, Überflutung und Austrocknung schon Millionen von Menschen zu Flüchtlingen gemacht haben. Dies ist auch interessant im Hinblick darauf, wie z.B. Deutschland zu *Wirtschaftsflüchtlingen* steht. Auch die Abholzung der lateinamerikanischen Regenwälder zur Schaffung von Viehweidegründen wird von der Bank gefördert. Ist ein Land unfähig, seine Darlehen zurückzuzahlen, werden die Schulden selten gestrichen, sondern auf den IWF umgeschuldet. Nicht Hunger, Krankheiten und Umweltzerstörung sind die Probleme, die Weltbank und IWF angehen wollen, sondern die Schaffung der *Zahlungsfähigkeit* ist ihr Anliegen. Diese soll durch die berüchtigten Strukturanpassungsprogramme hergestellt werden. Sie beinhalten im Normalfall Deregulierung, Liberalisierung und Privatisierung. Die Löhne sollen gesenkt werden, Nahrungsmittelsubventionierung en werden gestrichen, Sozialausgaben reduziert und die Landeswährungen sollen abgewertet werden. Privatisierung heißt Massenentlassungen, noch mehr Menschen unter der Armutsgrenze. Durch die Abwertung der Landeswährungen soll weniger konsumiert und mehr exportiert werden. Weniger konsumieren heißt: Mehr hungern!
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