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Bayern


19.01.2007 14:48
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Nachbarin bellt jede Nacht
Erdweg -­ In einem Wohnhaus in Erdweg (Kreis Dachau) liegen die Nerven blank. Stundenlanges Hundegebell aus der Wohnung einer Mieterin raubt den Bewohnern jeden Schlaf -­ eine offenbar psychisch kranke Frau bildet sich ein, einen Vierbeiner zu haben. Das Landratsamt Dachau erklärt, nichts unternehmen zu können.

Für den Polizisten Manfred R. (57), seine Frau Rosemarie sowie ihren Nachbarn Wolfgang W. ist das Leben in ihren eigenen vier Wänden schier zum Horror geworden. „Wir sind mit den Nerven völlig am Ende. Fast jede Nacht bellt unsere Nachbarin so laut, dass wir kein Auge zukriegen.” Das Ehepaar ist durch den permanenten Schlafentzug inzwischen gesundheitlich angeschlagen. „Wir mussten schon arbeitsunfähig geschrieben werden. Der Schlafmangel zehrt an unseren Kräften”, klagt Manfred R. der tz. „Und ich muss immer absolut fit sein.” Als so genannter Waffenträger ist es die Pflicht des Polizisten, im Vollbesitz seiner Kräfte zu sein.

Das nächtliche Gekläffe hatte vor einem Jahr angefangen. Zunächst glaubten die Wohnungseigentümer, ihre Nachbarin hätte sich nur einen Hund zugelegt. Als das vermeintliche Tier daraufhin jede Nacht stundenlang bellte, rief Manfred R. seine Kollegen von der Dachauer Polizei. Doch selbst drei Nachschauen in der Wohnung ­ sogar ein Spürhund war dabei ­ blieben erfolglos. „Es gab keinen Hinweise auf einen Hund”, berichtet Manfred R.

Trotzdem ließ das permanente Gekläffe den Bewohnern keinen Schlaf. Irgendwann gab es nur eine Erklärung für das mysteriöse Gebelle in der Nacht: Die Mieterin musste es selbst sein. „Da haben wir uns ans Landratsamt gewandt”, erzählt Rosemarie R. Doch bei der Abteilung für Sicherheit und Ordnung stießen die Eigentümer auf wenig offene Ohren. „Wir werden uns darum kümmern”, hieß es nur. Passiert ist allerdings nichts. „Das Amt interessiert sich offenbar nicht für unser Problem”, sagt dazu Manfred R. enttäuscht. Auch der Eigentümer der vermieteten Wohnung erklärte sich für unzuständig.

Der Beamte führt seit einem Jahr für jeden Monat ein „Bell-Protokoll”. Allein im vergangenen Dezember kläffte die Frau satte 27 Stunden. Und das meist zu Zeiten, in denen der Normalbürger schläft. Besonders schlimm war es laut Protokoll beispielsweise am 22. Dezember: Von 3 Uhr bis 7 Uhr Früh ­ vier Stunden lang Dauergebell.

Den Bewohnern des Mehrfamilienhauses geht es aber nicht allein um ihre Ruhe. „Wir sind der Meinung, der Frau muss geholfen werden. Sie selbst hat wohl keine Einsicht, dass sie krank ist.”

Im Landratsamt Dachau sieht man den Fall anders. „Uns liegen keine Hinweise auf Erkrankung vor, die Maßnahmen von unserer Seite rechtfertigen würden”, erklärt dazu Susanne Fischhaber, Abteilungsleiterin für Sicherheit und Ordnung. „Es handelt sich unserer Meinung nach um Nachbarschaftsstreitigkeiten.”


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