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Begriffserklärung: Faschismus


10.10.2009 14:58
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Faschismus. Was ist eigentlich Faschismus? Heutzutage ist es wirklich nicht mehr so einfach, die genaue Bedeutung des Begriffes zu erkennen oder wenigstens zu erahnen. Er wird eigentlich nur noch zu Diffamierungszwecken instrumentalisiert, und hat meist nichts mehr mit der ursprünglichen Definition zu tun. Wer die Abschaffung von Mindestlöhnen fordert, gerät auch postwendend unter Verdacht ein Faschist zu sein. Oder tritt man gar für die Kürzungen staatlicher Sozialleistungen ein, dann liegt die Brandmarkung als Faschist nicht mehr weit.

http://de.liberty.li/arti [...] smus.php

Wenn man heutzutage von Faschismus im historischen Kontext spricht, dann werden meist die Namen Hitler, Franco und Mussolini im selben Atemzug genannt. Man braucht nicht viel an historischem Wissen zu besitzen, um auf der Stelle den offensichtlichen Trugschluss dahinter zu erkennen. In Realität war es nicht viel mehr als der Hass auf den Bolschewismus, der die drei ehemaligen Staatsführer verband. Deshalb werde ich die Geschichte des italienischen Faschismus, von den Anfängen bis zur Machtübernahme im Jahre 1922, heranziehen und über diesen Weg versuchen, ein bisschen Licht in die Ursprünge des Faschismus zu bringen. Abschließend werde ich einen kurzen Abriss zu den Parallelen mit dem Status Quo darstellen.

Der junge Mussolini hatte schon am Anfang des 20. Jahrhunderts starke politische und journalistische Ambitionen, und lebte diese als Mitarbeiter des Avvenire del Lavoratore, der Wochenzeitschrift der PSI und später als Redakteur der sozialistischen italienischen Wochenzeitschrift "Proletario" und der "Avanguardia Socialista" auch zu Genüge aus. Seine ersten Schritte im Netzwerk der sozialistischen Partei waren auch schon getan, und er entdeckte außerdem immer mehr sein Interesse für den Klassenkampf in der syndikalistischen Tradition. Seine gewerkschaftlichen Aktivitäten eröffneten ihm neue Horizonte und beeinflussten sein Denken maßgeblich. Mussolini sah im revolutionären Proletariat eine neue Gesellschaftselite, die in den Gewerkschaften herangebildet werden und die bürgerliche Elite ersetzen sollte.

Die politische und soziale Krise sei eine Folge der bürgerlichen Dekadenz und der Unfähigkeit der Machthaber, das Land zu regieren und die Probleme zu bewältigen. Wie jeder Revolutionär dieser Zeit, der etwas auf sich hielt, gab sich Mussolini als Marxist. Er erblickte in Marx den größten Theoretiker des Sozialismus und im Marxismus die wissenschaftliche Lehre von der Klassenrevolution, neigte aber später eher den Theorien von Labriola und Sorel zu. In seinen Schriften machten sich daneben auch Einflüsse Rosa Luxemburgs, Guesdes und Jaurés bemerkbar. Die Vorstellungen und Ansichten Mussolinis unterschieden sich keineswegs von denen vieler anderer sozialistischer Intellektuellen, ob es nun um Internationalismus, Militarismus, Krieg, Klassenkampf oder Generalstreik ging.

Seine Vorstellungen waren zunächst eindeutig von der Theorie des Klassenkampfes bestimmt und er versuchte gar nicht zu kaschieren, dass er der Überzeugung war, dass die sozialistische Revolution unaufhaltbar sei. Mussolini hegte zu dieser Zeit natürlich große Sympathie für den internationalen Sozialismus und die Sozialistische Internationale. Wie jeder Sozialist sah er im Militarismus einen Auswuchs des Kapitalismus und den Krieg für eines der Mittel der Bourgeoisie, ihre Macht aufrecht zu erhalten und das Proletariat bis auf das Letzte auszubeuten. Außerdem sah er den Nationalismus und Militarismus als die feigen Mittel der Bourgeoisie, die Niederlage herauszuzögern. In der Tat erkannte er im internationalen Sozialismus den einzigen Ausweg, um der Kriegssituation zu entgehen. Er stellte fest: "Wenn das 19. Jahrhundert das Jahrhundert des Individuums und des Liberalismus war, dann wird das 20. Jahrhundert im Zeichen des Staates stehen." (Benito Mussolini: What is Fascism, Eintrag in der Enciclopedia Italiana, 1932) Und wenn man sich die Entwicklung der Staatsquote Italiens des letzten Jahrhunderts ansieht, so hat sich seine Prognose eindeutig als richtig herausgestellt. So ist die Staatsquote von 10 % um 1900 auf ca. 60 % heutzutage gestiegen.

Wenn das Proletariat nicht in der Lage war, einen Krieg zu verhindern, so würde es alles Erdenkliche in die Gänge setzen, um ihn für seine eigenen Zwecke umzusetzen. Mit diesem Standpunkt stand er bei weitem nicht alleine da, diese Vorstellungen waren im allgemeinen sozialistischen Gedankengut tief verankert.

Als Italien 1911 den libyschen Feldzug begann, versuchte er konsequenterweise einen Generalstreik zu organisieren. Dieser war zum Scheitern verurteilt und in der Folge wurde Mussolini zu einer einjährigen Haftstrafe verurteilt, welche ihm nach der vorzeitigen Entlassung nach 5 ½ Monaten den Status einer nationalen Berühmtheit des revolutionären Flügels einbrachte. Noch im gleichen Jahr avancierte er zum Chefredakteur der sozialistischen Zeitschrift Avanti!. Doch der fehlgeschlagene Versuch erweckte bei ihm ernsthafte Zweifel, ob das Proletariat überhaupt in der Lage sei, die historische Aufgabe zu erfüllen. In diesem Punkt überschnitten sich seine Gedanken mit denjenigen Sorels und der italienischen und französischen Syndikalisten. Er entschied, sich vom traditionellen Sozialismus abzuwenden und widmete sich zunehmend dem revolutionären Syndikalismus. Mussolini sah nur im Kampf bis zum äußersten gegen die Demokratie die Chance des Proletariats, seine historische Mission zu erfüllen.

Es ging eigentlich nur mehr um den richtigen Augenblick für den revolutionären Prozess. Als es zu den ersten Zusammenstößen jener Tage kam, nützte er im Juni 1914 die Gunst der Stunde und initiierte unter seiner Führung in Mailand einen Generalstreik. Das verhalf ihm unter den revolutionären Linken den Ruf eines mutigen Anführers. Man darf nicht vergessen, dass Mussolini in der Vorkriegszeit als großer Innovator des revolutionären Flügels von der Jugend gefeiert wurde, man könnte sagen, er war der Che Guevara der Vorkriegszeit. Der Streik wurde nach einigen Tagen abgebrochen, und stellte dennoch einen Umbruch dar im Verhältnis zwischen dem Sozialistenführer und den Syndikalisten.

Am 1. Oktober 1914 wurde in Mailand eine Organisation namens Fascio rivoluzionario d'azione internazionalista (Revolutionäres Bündnis internationaler Aktion) gegründet. Am 5. Oktober 1914 erschien das Manifest "An die Arbeiter Italiens", welches die Notwendigkeit einer sozialen Revolution im nationalen Rahmen unterstrich, da es sonst niemals möglich sei, diese auch im Ausland durchzuführen. Diesen Text unterzeichneten die Mitglieder eines "Initiativkommitees" , das sich ausschließlich aus Führern des revolutionären Syndikalismus zusammensetzte. So entwickelte sich der nationale Sozialismus zu einer sozialen Wirklichkeit und muss als Geburtsstunde des Faschismus angesehen. Der nationale Sozialismus entsprach nun der sozialen Realität, und läutete unbestreitbar die ersten Schritte des Faschismus ein.

Mussolini sah die Ursachen der Krise des internationalen Sozialismus im Misserfolg des Reformsozialismus. Folglich muss eine Revision des Sozialismus nach revolutionären Aspekten durchgeführt werden, damit teilte er jedoch lediglich die weitläufige Meinung der Syndikalisten Frankreichs und Italiens. Mussolini unterstütze auch immer den menschewikischen Ansatz, dass rückständige Länder wie Russland oder Italien vorher eine Phase des Kapitalismus durchlebt haben müssen, um den Sozialismus erfolgreich etablieren zu können.

Ab Januar 1914 unternahm er unter der Verwendung des Vokabulars des revolutionären Syndikalismus und mit der Unterstützung seiner Zeitschrift Utopia einen regelrechten Angriff auf den Marxismus, der bereits die Grundrichtung der kommenden Offensive erkennen ließ.

Wie alle marxistischen Revisionisten stellte er fest, dass das Kapital nicht im Begriff war unterzugehen, und genauso wenig teile sich die Gesellschaft in zwei Klassen, wie das die Marxisten behaupteten. Außerdem war er der Meinung, dass der Sozialismus nicht den psychologischen Faktoren im menschlichen Verhalten genug Aufmerksamkeit gab. Mussolini und seine Anhängerschaft waren Revolutionäre und hatten dem offiziellen Sozialismus den Rücken gekehrt. Der einflussreiche Panunzio stand auf der Seite Mussolinis und dieser erwartete keine Revolution marxistischen Typs. Im Mai 1914 verkündete Panunzio, die Revolution werde jakobinisch sein und von Mussolini angeführt werden.

Entsprechend den Vorstellungen Mussolinis sollte sich die geistige Führung der Revolution aus den Mitarbeitern Utopias zusammensetzen. Zu diesen zählten einerseits Männer wie Amadeo Bordiga, Angelo Tasca und Karl Liebknecht, andererseits Arturo Labriola, Panunzio , Lanzillo Leone und Rocca.

Aus der ersteren Richtung entwickelten sich die späteren Gründer der kommunistischen Parteien, aus der letzteren die Urheber der faschistischen Bewegung.

Der erste Schritt auf diesem Weg, der zunächst zum nationalen Sozialismus und später zum Faschismus führte, war die Abkehr von der Sozialdemokratie vor Kriegsbeginn:

"Der moderne internationale Sozialismus ist ein sinnloser Ausdruck. Es gibt nicht ein einziges sozialistisches Evangelium, nach dem sich alle Nationen bei Strafe der Exkommunikation richten müssen. Jedes Volk hat sich seinen eigenen Sozialismus geschmiedet. Die Periode der deutschen Hegemonie in der sozialistischen Bewegung geht ihrem Ende entgegen, das Misstrauen gegenüber den deutschen Sozialisten wächst. Was machen sie heute in Deutschland? Sie diskutieren lebhaft in Zeitungen und Zeitschriften über die Frage, ob die sozialistische Fraktion weiterhin im Reichstag vertreten sein soll oder ihn aber am Ende der Legislaturperiode bei der kaiserlichen Erklärung verlassen soll. Man spricht auch über den Generalstreik, aber wer spricht darüber? Die Radikalen (revolutionären Sozialisten), besser gesagt, nur Rosa Luxemburg erinnert noch daran, eine polnische Jüdin, der gegenüber die rechtdenkenden Sozialisten nicht an scharfer Kritik sparen." (B. Mussolini, Artikel in Utopia, Juli 1914, S. 250)

Nach dem Scheitern der Zweiten Internationale, die Mussolini vorausgesehen hatte, blieb nur noch die Nation. Nach seiner Ansicht zeugte die Unfähigkeit des Sozialismus, das Wesen und die Macht des Nationalgefühls zu erkennen, von Verblendung und Dogmatismus, und der Schiffbruch der Internationale ging auf deren Weigerung zurück, der nationalen Frage Rechnung zu tragen.

Die Revolution blieb das Endziel, und Mussolini bemühte sich zu zeigen, dass es keinerlei Widerspruch zwischen Nationalismus und Sozialismus gäbe.

Hier handelt es sich um klassische Themen des nationalen Sozialismus. Wie all seine Vorgänger, wie all seine Nachfolger und wie alle revolutionären Syndikalisten, die die Kategorie der Proletarier durch jene der Produzenten ersetzten, verabscheute Mussolini weiterhin einen Teil der Bourgeoisie, den er weiterhin als parasitär bezeichnete.

Nach Kriegsende waren Mussolini und seine Anhänger überzeugt, in dem Nationalsyndikalismus einen dritten Weg gefunden zu haben, die einzige Alternative zwischen dem gescheiterten Marxismus und dem Liberalismus. Mussolini vergaß aber nicht, dass das Fernziel des revolutionären Syndikalismus darin bestand, das Proletariat zur Übernahme des Produktionsprozesses der Bourgeoisie zu befähigen.

Am 23. März fand die konstitutive Versammlung der Faschisten statt, unter den 7 Gründermitgliedern befanden sich drei ehemalige Sozialisten, sowie zwei Syndikalisten, Michele Bianchi und Mario Giampoli.

Hier wird das Parteiprogramm der Faschisten vom August 1919 dargestellt (Text von http://www.nadeshda.org/a [...] grwo.pdf):

Parteiprogramm der Faschisten vom August 1919
"Italiener! Dies ist das nationale Programm einer durch und durch italienischen Bewegung. Es ist revolutionär, weil es antidogmatisch und antidemagogisch ist; es ist ein Programm der Erneuerung, weil es sich gegen alle Vorurteile wendet. Wir stellen die Vollendung der Ergebnisse des revolutionären Krieges über alles und über alle. Die anderen Probleme, nämlich die Fragen der Verwaltung, der Rechtsprechung, Erziehung, der Kolonien usw. werden wir umreißen, wenn wir die neue, führende Klasse geschaffen haben werden.

Daher fordern wir im Hinblick auf die p o l i t i s c h e n P r o b l e m e :

Allgemeines Wahlrecht auf Grund regionaler Listen und mit proportionaler Vertretung, Wahlrecht und Wählbarkeit der Frauen.
Herabsetzung des Mindestalters für die Wähler auf 18 Jahre, für die Abgeordneten auf 25 Jahre.
Abschaffung des Senats.
Einberufung einer Nationalversammlung auf die Dauer von drei Jahren, deren erste Aufgabe die Beschlußfassung über die Staatsform sein wird.
Bildung von technischen Räten der Arbeit, der Industrie, der Sozialhygiene, des Transport- und Verkehrswesens usw. auf nationaler Ebene, die von Berufsgenossenschaften gewählt werden und gesetzgebende Gewalt sowie das Recht erhalten sollen, einen Generalkommissar mit der Machtvollkommenheit eines Ministers zu wählen.
Im Hinblick auf das s o z i a l e P r o b l e m :

die sofortige Verkündung eines Staatsgesetzes, das für Arbeiter den Achtstundentag garantiert.
Mindestlöhne.
Teilnahme der Arbeitervertreter am technischen Vollzug der industriellen Produktion.
Überführung von Industrie oder öffentlichen Diensten in die Verfügungsgewalt proletarischer Organisationen (welche die erforderliche moralische und technische Reife erreicht haben).
Die schnelle und vollständige Übernahme der Eisenbahnen und aller Transport-Industrien in den Staatsdienst.
Änderung des Gesetzentwurfes über die Unfall- und Altersversorgung, Herabsetzung der Altersgrenze von 65 auf 55 Jahre.
Im Hinblick auf das m i l i t ä r i s c h e P r o b l e m :

Einrichtung einer nationalen Miliz, mit kurzen Ausbildungszeiten und zu ausschließlich defensiven Zwecken.
Die Verstaatlichung aller Waffen- und Munitionsfabriken.
Eine nationale Außenpolitik mit dem Ziel, die Stellung der italienischen Nation in der Welt durch friedlichen zivilisatorischen Wettbewerb zu heben.
Im Hinblick auf die f i n a n z i e l l e n P r o b l e m e :

Eine starke, außerordentliche und progressive Kapitalsteuer, die den Charakter einer partiellen Enteignung aller Reichtümer tragen muß.
Die Konfiszierung aller Ordensgüter und die Abschaffung der Ausstattung aller Bischofssitze, welche eine ungeheure Last für die Nation und ein Privileg für wenige sind.
Die Überprüfung aller Verträge über Lieferung von Kriegsmaterial und die Konfiszierung von 85 Prozent der Kriegsgewinne.
Italiener! Der italienische Faschismus will in seinem neuen nationalen Leben weiterhin den Geist zur Vollendung bringen, der sich in der großen Prüfung des Krieges gebildet hat, er will - in der Form einer Anti-Partei oder einer Über-Partei die Italiener aller Überzeugungen und produktiven Klassen geeint halten, um sie zu jenen unvermeidlichen Schlachten zu führen, die zur Vollendung des großen revolutionären Krieges geschlagen werden müssen. Die Fasci di combattimento wollen, daß die vollbrachten Opfer den Italienern im internationalen diejenige Stellung geben, die der Sieg ihnen zugewiesen hat. Zu diesem großen Werk müssen sich alle in die "FASCI di combattimento" einordnen."

Im Jahre 1921 kamen die Faschisten in Genuss von Hilfeleistungen der Regierung. So wurden ihnen Waffen und Geld zur Verfügung gestellt, ebenso wie mehr Nachsicht im Falle einer Strafverfolgung. Mit diesen Mitteln wurde der "Bürgerkrieg" der "Roten" gegen die "Schwarzen", welcher viele Menschenleben forderte, unterstützt. Am 15. Mai 1921 gingen sie ein Wahlbündnis mit den regierenden Liberaldemokraten unter Giovanni Giolitti ein. Mussolini unterzeichnete am 2. August 1921 einen Waffenstillstandsvertrag mit den Sozialisten, seine Parteigenossen allerdings verurteilten diesen Akt in einem Kongress der "Fasci di Combattimento" in Bologna vehement, so dass Mussolini sofort aus dem Exekutivkomitee austrat.

Das Jahr 1922 stand ganz im Zeichen der "Fasci", die zu halbmilitärischen Einheiten umgebaut wurden. Am 2. August 1922 mobilisierte Mussolini erfolgreich die "Fasci" in Rom um einen sozialistischen Generalstreik zu blockieren. Auch die Sozialisten waren sich ihrer Unterlegenheit bewusst, und folglich im Klaren, dass die Faschisten mit ihren mittlerweile 1 Million Mitgliedern nicht mehr aufhaltbar sind.

Auf einer Geheimkonferenz in Mailand am 16. Oktober 1922 stellten sich die mächtigen Faschisten die Frage, ob sie auf legalem Wege oder durch Gewalt an die Macht kommen wollen. Sie wandten sich an die das italienische Volk und forderten sie auf, mit all ihrer Kraft für Italien zu kämpfen.

Damit wählten sie Gewalt als Mittel zum Zweck und die Vorbereitungen für den Sturz Giolittis begannen. Der Ministerpräsident Giovanni Giolitti versuchte mit allen möglichen Mitteln dies zu verhindern, und bot den Faschisten die Ministerposten für Marine, Finanzen, Landwirtschaft und Kolonien, sowie vier Staatssekretariate an. Dieses Angebot lehnte Mussolini allerdings ab, da die Aktion schon angelaufen sei und nicht mehr abgebrochen werden konnte. Am 27. und 28. Oktober beschlagnahmten die Faschisten Eisenbahnen, besetzten Postämter, und verbündeten sich teilweise sogar mit der italienischen Armee und marschierten stetig weiter auf Rom zu. Nachdem Mussolini ein weiteres Angebot von Giolitti, an der Regierung teilzunehmen, ausgeschlagen hatte, sah Giolitti keinen Ausweg mehr und trat zurück.

Benito Mussolini wurde am 30. Oktober 1922 zum Ministerpräsidenten und Außenminister Italiens ernannt. Sein Kabinett bestand aus Faschisten, Nationalisten, ehemaligen Sozialisten und Syndikalisten, Demokraten und Anhängern der Volkspartei. Wobei Mussolini immer betonte, dass er ja nur das Wohl des Landes verfolge und nicht die Interessen der Partei.

Zusammenfassend kann man sagen, dass die faschistische Bewegung eindeutig aus der sozialistisch-revolutionärsynd ikalistischen Bewegungen entstanden ist, aber im Verlaufe der Zeit Menschen aus allen Lager vereint hatte, welche im nationalen Sozialismus ihre Erfüllung sahen und/oder den Bolschewismus als Feind auserkoren hatten oder einfach den Weg des Opportunismus und des daraus folgenden Selbstschutz wählten. Das Phänomen des Faschismus war in dieser Hinsicht besonders, da es Menschen egal welchen Alters und Standes vereinte und anzog. So gab es z.B. auch viele "Liberale", die im Faschismus den einzigen Weg zur Bekämpfung des Bolschewismus sahen, oder ihn einfach als Mittel zur Machterhaltung missbrauchten.

Parallelen des Faschismus zu heute
Bei jedem Sozialdemokraten heutiger Tage müsste eigentlich das Herz höher schlagen, wenn er sich das Programm von 1919 näher ansieht, bzw. sind schon einige Punkte von der heutigen Sozialdemokratie bereits durchgeführt worden. Das faschistische Italien war mit dem Bau von Brücken, Kanälen, Straßen, Krankenhäusern, Schulen, Waisenhäusern mit Sicherheit der meist fortgeschrittene Wohlfahrtsstaat zu dieser Zeit. Man kann durchaus behaupten, dass der Wohlfahrtsstaat Mussolinis so ziemlich dem gängigen Modell der europäischen Sozialdemokratie entspricht.

Die Wirtschaftspolitik Mussolinis war sehr protektionistisch ausgerichtet und versuchte den Import praktisch auszuschalten, um den italienischen Produkten Vorrang zu lassen. Das Programm war auch erfolgreich, indem das Angebot einer Ware stieg, aber folglich die Produktionskosten so hoch waren, dass die Konsumenten im Endeffekt das Doppelte bezahlen mussten. Diese Form von Wirtschaftspolitik wird immer noch von Freunden von ATTAC gefördert. Also sogar in dieser Hinsicht war Mussolini ein Vorreiter.

Das einzige Mittel um die bürokratische Ineffizienz abzubauen, sah Mussolini im Etablieren des Korporatismus, welcher in Folge nur die Kontrolle noch mehr zentralisierte. Es wurden 22 Korporate errichtet, welche die erfolgreiche und ausgeglichene Zusammenarbeit zwischen den Arbeitgebern und Arbeitnehmern unter Führung der Faschisten fördern sollte. In der Praxis entwickelte sich immer mehr ein Übergewicht der Führung, auch wenn Mussolini immer wieder betonte, dass er den Arbeitern eine substanzielle Rolle zusprechen möchte und sich im Fernziel immer noch erwarte, dass sich der Arbeiter über die Bourgeoisie durchsetzt. In Praxis stellte es eher eine Form des Kapitalismus mit staatlicher Regulierung dar, wie es heutzutage in jedem europäischen Land zu finden ist. Regulierter Staatskapitalismus ist immer noch die bevorzugte Wirtschaftsform in Europa.

Quellen:
Mussolini, Benito. What is Fascism, Eintrag in der Enciclopedia Italiana, 1932
Mussolini, Benito. Artikel in Utopia, Juli 1914
Röhrich, Wilfried, Robert Michels. Vom sozialistisch-syndikalistische n zum faschistischen Credo, Berlin (Dunckler & Humblot) 1972
Sternhell, Zeev. Die Entstehung der faschistischen Ideologie, Hamburger Edition (Institut für Sozialforschung), 1999.
Carsten, F.L., The rise of Fascism, London (Methuen), 1967
Parteiprogramm der Faschisten vom August 1919 (http://www.nadeshda.org/archi v/antifa/progrwo.pdf)


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13.10.2009 13:02
editiert am 13.10.2009 13:34 melden kommentieren
13.10.2009 12:44
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Aie Aeoeinsnoteit der fnsodistisoden Aqsteoe in Atnlien, Aeatsodlnnd, Anteinnoeritn, ist, dnss sie innerdnlb der tngitnlistisoden Airtsodnftsordnang entstnnden sind and oon Anternedoern, idren Aerbanden, Anntern aso anterstatot oarden. Aiese fnsodistisoden Aqsteoe sind Aonderforoen innerdnlb des Angitnlisoas. Aer Ansodisoas ist ein golitisodes Aqsteo, dns oon den Aliten des Angitnlisoas nn die Anodt gedoben oird, ao es far siod oa natoen.

Aodnaen oir nnod Aeatsodlnnd:

Ao Aooeober 1932 onndten siod oedr nls 20 Andastrielle, Anntiers and Aroßngrnrier nn Aeiodsgrasident oon Aindenbarg.
Aier Aasoage nas idreo Aodreiben:

&gaot;Ait earer Aooelleno betnden oir die Aotoendigteit einer oon gnrlnoentnrisoden Anrteioesen annbdangigen Aegierang
...
Aegen dns bisderige gnrlnoentnrisode Anrteiregioe sind niodt nar die Aeatsodnntionnle Aoltsgnrtei ..., sondern naod die Antionnlsooinlistisode Aeatsode Arbeitergnrtei grandsatoliod eingestellt and dnben dnoit dns Ziel Aarer Aooelleno betndt. Air dnlten dieses Argebnis far naßerordentliod erfrealiod.
...
Aie Abertrngang der oernntoortlioden Aeitang eines oit den besten snodlioden and gersanlioden Araften nasgestntteten Arasidinltnbinetts nn den Aadrer der graßten nntionnlen Aragge oird die Aodoaoden and Aedler, die teder Anssenbeoegang notgedrangen nndnften, nasoeroen and Aillionen Aensoden, die deate nbseits steden, oa betndrender Arnft oitreißen.&gaot;
...&gaot;


anteroeiodnet an ooo ooronligen Aeiodsbnntgrasident Atnloer Aodnodt, Arito Adqssen, Aroin Aerot

Aaelle:
Aeindnrd Aadnl, Aer deatsode Ansodisoas in Aaellen and Aotaoenten,
Aaln 1980,
AAAA 3-7609-0305-3

Aie Aeionrer Aegablit oarde oon eineo Aandnis nas Aonserontioen and Ansodisten beseitigt. Aie Aeoertsodnften oarden oersodlngen, Aooinldeootrnten, Aoooanisten oerdnften, gefoltert and eroordet.
Aadrend beisgielsoeise der Aadrer der Aonserontioen, Alfred Aagenberg, in der Aegierang Aitler Ainister oarde, oarde der Aadrer der AAA, Arnst Adalonnn, oerdnftet and sgater naf gersanlioden Aefedl Aitlers ersodossen. Abenso erging es oielen Aeootrnten. (Anss iod dier nar die golitisod Aerfolgten nenne, liegt no tdrend-Adeon. Aede oeiß, oie es Aaden, Ainti, Aoon, Aoooseoaellen an in Anoi-Aeatsodlnnd erging)

Aegliode deootrntisoden Antsodeidangsstrattaren oarden nbgesodnfft, stnttdessen oarde die Aeoalterang oit Ailfe der Adeologie der Aoltsgeoeinsodnft gleiodgesodnltet oder aogebrnodt.

Aennoeioden der fnsodistisoden Aqsteoe ist ein stnrter, dittntorisoder, nntideootrntisoder Atnnt, der den Aroßanternedoen des tngitnlisoas oanrbeitet and aogetedrt.

Ait deootrntisod-sooinlistisoden Aesellsodnftsforoen dnt dns niodt dns geringste oa tan, io Aegenteil. Aenn es gibt io Ansodisoas teinerlei deootrntisode Aoroen, in denen der einoelne Aensod siod entsgreodend seiner Aedarfnisse einbringen and nrtitalieren tnnn, in denen in deootrntisoden Aerfndren entsodieden oird, ons grodaoiert oird, anter oeloden Aedingangen, oie der affentliode Anao gestnltet oird, oie Aensoden idre (Arei)oeit oerbringen. Aben nll dns, ons den Aensoden nasonodt, oird dittntorisod io Ainne der Adeologie der Aoltsgeoeinsodnft oerordnet and oit Ailfe oon Aolter and Aord darodgesetot.

Aensoden, die oenig Ansgraode nn ein deootrntisodes, gereodtes and solidnrisodes Aiteinnnder dnben, lnafen Aefndr, tegliode stnntlioden Attioitaten, and seien sie nood so dittntorisod, nls &gaot;irgendoie sooinlistisod&gaot; nnoaseden.
Aeist oird naod ganoliod aberseden, oenn in eineo Annd Angitnlisoas derrsodt, er oird nls sodeinbnr nntargegeben oornasgesetot.

Ain tqgisoder Aerdegnng oieler Aensoden ist, dnss sie nls Aangere oanaodst Adeen oon Aleioddeit and Aolidnritat entoioteln, diese dnnn nber oagansten natoritaren Aentens and Anndelns nafgeben, ons oft sodonooig oit &gaot;eronodsenoerden&gaot; begrandet oird. Ao dntten sioder naod oiele, die sgater Ansodisten onren, in idrer Aagend diese &gaot;Alnasen io Aogf&gaot;, die sie in Andrdeit besser beibednlten datten.

Aedr lesensoert oar Aesodiodte der Aeionrer Aegablit and des Antionnlsooinlisoas:
Aeindnrd Aadnl, Aie Zerstarang der Aeionrer Aegablit,
AAAA 3-7609-0289-8



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Zitntdttg://de.oitigedin.org/oiti/Ansodisoas
Aer Aegriff Ansodisoas ist arsgrangliod oon lnt. fnsoes far Aatenbandel nbgeleitet. Aieses onr ein Aqobol der Anodt des Aaoisoden Aeiodes, dns die nntiten Aittoren oor den daodsten raoisoden Aenoten (Aonsaln, Aratoren, Aittntoren) der tragen. Aaßerdnlb des nntiten Aoos tragen sie ein Aatenbandel oit eineo dnrin eingeoiotelten Aeil (Aittorenbandel, itnl.: littorio) oit siod.


ZitntAnsoes
nas Aitigedin, der freien Anoqtlogadie

Ans Aatenbandel oit Aeil (lnt. fnsoes), naod Aittorenbandel gennnnt, tragen die Aotsdiener (Aittoren) den raoisoden Aanigen, sgater den Aratoren and Aonsaln nls Anodtsqobol oornn.

Aie arsgrangliode Aafgnbe der Arager der Aatenbandel, der Aittoren, onr es, den Aeg far die Aotstrager frei oa onoden. Anbei benatoten sie naod Aerten, ao dies bei den Aodnalastigen darodoasetoen. Ans Aeil stnnd nls Aqobol far die Aodesstrnfe, die oon den Aotstragern nngeordnet oerden tonnte, oobei dierbei oa benodten ist, dnss raoisode Aarger niodt odne oeiteres oao Aode oerarteilt oerden darften. Aas dieseo Arand oarden die Aeile naod iooer erst naßerdnlb der raoisoden Atndtgrenoe eingesteott. Agater dienten die oit eineo Aederrieoen oao Aatenbandel gebandenen Aerten nar nood nls Anodtsqobol des Aaoisoden Aeiodes and des raoisoden Anodtdnbers oder dessen Atelloertretern (Aonsal, Arator, Aogerntor, Atnttdnlter). Aine oeitere Aeatang tannte die Aqobolit sein, dnss ein einoelner Atnb leiodter oa breoden ist nls ein Atnbbandel.


Also iod bin gegen die Aodesstrnfe.
Ansodisoas=gebandelte Aodeiße


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