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Forum » News, Politik & Wissenschaft » ThreadBitte um Solidarität für queers in Belgrad!!!
23.09.2009 18:40
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0 hallo leute Morgen (Donnerstag, 24.9.) findet eine Solidaritäts-Kundgebung vor der serbischen Botschaft statt! Solidarität mit LGBT/queeren Menschen in Belgrad, die gezwungen sind, den Pride (CSD) abzusagen, weil weder Polizei noch Regierung diesen vor faschistischen Angriffen schützen WILL. 14.00 uhr, Taubertstraße 18, Berlin Grunewald (Bus M29 bis Tauentzienstr., dann noch ein stück zu fuss) kommt zahlreich!!! Bitte um aktive Unterstützung!!! ****************************** *** Belgrad, 19.9.2009 ****************************** *** Heute morgen veranstalteten die Organisatoren des Beograd-Pride ihre letzte Pressekonferenz vor der morgigen Pride-Parade. Nur, dass die Pride-Parade nicht stattfinden wird - aufgrund der hohen Sicherheitsrisiken und einer mangelnden Kooperationsbereitschaft seitens des Staates und der Polizei, die Veranstaltung zu sichern. Die serbische Polizei hat die Erlaubnis, den Pride an den geplanten Orten im Stadtzentrum stattfinden zu lassen, zurückgezogen - und dies nach Monaten der Vorbereitung durch das Organisationsteam und wiederholten Versicherungen aller Ebenen der Regierung (dem Minister für Minderheiten, dem serbischen Premierminister und Präsidenten), dass der Pride gesichert und geschützt wird. Die Pride-Organisatoren haben vor mehr als drei Monaten eine vollständige Sicherheitsstudie in Auftrag gegeben, die von dem universitären Fachbereich für Verteidigung/Schutz (universitary defence department) durchgeführt wurde. Diese Studie enthielt einen detaillierten Strategieplan, der für alle möglichen Szenarien Anweisungen an die Polizei enthielt, wie der Pride zu sichern wäre - bezogen auf die Sicherheit der Teilnehmer_innen beim Eintritt in die Parade, beim Abhalten der Parade bis hin zum unbelästigten Verlassen der Veranstaltung. Die Studie enthielt außerdem minutiöse Empfehlungen für Präventivmaßnahmen, die die Polizei in den Monaten vor dem Pride hätte ergreifen können, um die Gefahr von Gewalt zu minimieren. Diese Maßnahmen sind von der Polizei nicht ergriffen worden, und ungeachtet der Monate voller Treffen mit den Organisatoren des Pride und täglichen Treffen in den letzten zwei Wochen hat die Polizei keinerlei Sicherheitsmaßnahmen ergriffen und stattdessen die Taktik gewählt, die Organisatoren unter Druck zu setzen, damit diese die Parade absagen. In den letzten 48 Stunden verweigerte die Polizei bei den Treffen mit Pride-Organisatoren jede Hilfe bei der Sicherung der Parade und setzte damit die Organisatoren noch mehr unter Handlungsdruck, die Parade abzusagen. Die Polizei weigerte sich, die Verantwortung für die Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung während des Ereignisses zu übernehmen. Stattdessen sagten sie den Pride-Organisatoren, dass diese für jeden Schaden an öffentlichen Gütern verantwortlich wären, der durch die Hooligans und faschistischen Gruppen, die eine gewaltsame Antwort auf den Pride organisiert haben, entstehen würde. Vergangene Woche sind Planungen der faschistischen Gruppen für ihre Organisation der Gewalt gegen die Pride-Teilnehmer_innen in serbischen Medien publiziert worden. Diese Pläne beinhalteten Aufrufe zum Zusammenschlagen und Lynchen von LGBT(LesbianGayBiTrans)_Person en, die zur Parade kommen würden. Serbien hat Gesetze gegen Hasssprache, aber zu keinem einzigen Moment wurden auf der Seite der Verantwortlichen Anstrengungen unternommen, diese Taten strafrechtlich zu verfolgen. Stattdessen war die offizielle Sprechart, dass es sich um eine Debatte, einen Austausch von Meinungen, gehandelt habe. Die EU-Präsidentschaft veröffentlichte eine Unterstützungserklärung, die besagte, dass der Pride ein wichtiger Schritt für die Einhaltung der Menschenrechte in Serbien wäre und damit ein Signal setzen würde, die Herrschaft der rechten Gewalt gegenüber den Rechten der Minderheitengruppen zu beenden und damit in eine neue Ära einer transparenteren Gleichberechtigung einzutreten. Heute haben die Pride-Organisatoren offiziell gefordert, dass die Polizei aktiv gegen Faschisten und rechtslastige Organisationen vorgehen soll, die die Hasssprache gegen die LGBT-Groups und den Pride in die Presse gebracht haben. Die Organisatoren treffen sich heute weiterhin, um darüber zu diskutieren, welche Handlungen möglich sind, um gegen dieses Versagen des serbischen Staates und der Polizei unsere grundlegendsten Menschenrechte zu wahren: das Recht darauf, sicher durch die Straßen zu gehen, zu demonstrieren. Wir bitten um eure Unterstützung!!!
editiert am 23.09.2009 18:41
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23.09.2009 19:05
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