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Forum » Literatur, Kunst & Philosophie » ThreadBlickwinkel
09.08.2013 12:19
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0 BLICKWINKEL Man sagt: "Auf den Blickwinkel kommt es an." Aber welcher Blick und welcher Winkel? Spielt es eine Rolle, ob man die Welt aus grünen, blauen oder vielleicht grauen Augen betrachtet? Was, wenn man den Winkel weder berechnen kann noch berechnen möchte? Ist man dann blind oder muss man einfach den Blick nach vorne richten? Aber wo ist denn vorne? Wenn man sich umdreht, wird aus vorne hinten und aus hinten vorne. Wo soll man denn nun hinsehen? Worauf soll man seinen Blick richten? Wenn man seinen Blickwinkel erweitert, um wieviel Grad sollte man ihn erweitern, um nicht zu viel zu sehen, zu viel zu schmecken, zu viel zu riechen. Sich nicht im Kopfkarussel zu verkriechen? Gehen wir einfach Mal davon aus, wir können mit Mathematik nichts anfangen. Was uns aber dennoch gelingen könnte wäre eine leichte Subtraktionsaufgabe. Blick minus Winkel, ergibt Blick. So, den beschissenenWinkel sind wir losgeworden, komplexe Matheaufgabem können uns also gestohlen bleiben, vor allem Geometrie, aber was machen wir denn jetzt mit dem Blick, den wir erhalten haben? Addieren wir einfach Augen dazu und haben dann Augenblicke oder schalten wir das Licht an, um Lichtblicke zu erhalten? Oder lass mich überlegen: Schauen wir uns auf einer Stadtkarte die Richtung an, speichern sie mit nur einem Blick. So erhalten wir eine Blickrichtung. Oder ich hab's: Wir fangen uns etwas besonders Attraktives und haben einen Blickfang. Hach ja. Wenn ich nicht augenblicklich aufhöre zu philosophieren, fallen mir morgen nach einer schlaflosen Nacht andauernd die Augen zu und ich verpasse nicht nur Lichtblicke, sondern auch Augenblicke. Doch vielleicht verpasse ich auch keine schönen Symphonien sondern die Hölle auf Erden, wer weiß das schon? Schließlich kommt alles auf den Blickwinkel an. Verflucht. Da ist er schon wieder. Der Winkel. Hat sich wie in ein Einbrecher in meine Gedanken geschlichen und legt meine Synapsen kurzzeitig lahm. Stille. Keine Gedanken. Nur Blicke. Nach links, nach rechts. Nach vorne. Nach oben. Schaut, die Sonne. Fühlt, wie angenehm warm sie doch auf eurer Haut ist. Viel zu heiß, meldet sich eine Stimme zu Wort. Jetzt werden wir schön braun, sagen die Genießer. Crem dich bloß ein, sonst bekommst du einen Sonnenbrand, entgegnen die übervorsichtigen, die stets an ihre Gesundheit denken. Und da hätten wir sie wieder. Die verschiedenen Blickwinkel. Einfach da. Ohne dass man sie berechnen muss. Ohne dass man etwas von Mathe verstehen muss. Einfach da. So wie ich auch einfach nur da bin. Tot und lebendig zugleich bin. Die bunte Welt betrachte, die beim genauen Hinsehen auch grau wie eine Maus sein könnte. Ich stehe hier mit einem Geodreieck in der Hand, Fragen über Fragen in meinem Kopf. Doch welche Frage mich am meisten plagt, ist die, welcher Winkel durch mein Leben jagt. Ich kann alles sehen, doch nicht alle Richtungen gleichzeitig gehen. Ich kann alles verstehen, doch was ist falsch, was ist richtig, was ist wichtig, was ist nichtig? Bekanntlich liegt alles im Auge des Betrachters. Doch manches, was in meinen Augen liegt, sticht wie ein Dorn. Hinterlässt nicht nur Trauer, sondern auch Zorn. Tut nicht gut, hinterlässt eine Riesenwut. Doch wenn ich das was ich sehe einfach verdrehe und in Richtung Nordpol wehe? Wo es dann vereist, während mein Kopf in Richtung Optimismus reist? Dann ist die Realität verzerrt, die Hoffnung mit grün ernährt, weil sie sich gegen Bösewichte wehrt. Der Tag so wie ich ihn mag und das Leben kann mir geben wonach auch immer meine Bedürfnisse streben. Doch wenn der Winkel beliebig, die Blicke rasen hin und her, ist zwischen dem was ich sehe und dem was ist zu unterscheiden schwer. Aber was solls? Dass Leben ist zu kurz um uns daran zu stören, ob wir das wir fühlen tatsächlich hören. So wie ein jeder Arbeiter verdient sein eigenes Geld, schafft sich ein jeder Mensch seine eigene Welt. Er spielt die Hauptrolle im alltäglichen Geschehen und kann seine eigenen Wege gehen. Er hat die Qual der Wahl, kann sich entscheiden für Kopf oder Zahl. Entweder kann er sich brav in der Masse einreihen oder erhobenen Hauptes seinem Leben einen individuellen Sinn verleihen. Und wenn du Dir wieder einmal die Frage stellst, ob du stolperst oder tatsächlich fällst, halte inne, vertrau auf deine Sinne. Ob Trauer oder Leid, ganz egal, ob nah oder weit, du hast die Zeit. Seine eigenen Entscheidungen zu treffen halte ich für wichtig, und wenn du von Herzen lachst ist dein Blickwinkel genau richtig.
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