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Forum » Literatur, Kunst & Philosophie » ThreadBuchprojekt - Ausschreibung
19.02.2014 13:52
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0 Die Anderen Deutschen Ausschreibung für eine Textsammlung/Anthologie Hintergrund: 2013 habe ich eine Anthologie mit Texten von Flüchtlingen und Migrant_innen veröffentlicht. Im Anschluss daran kam eine Autorin auf mich zu mit der Idee, etwas Ähnliches zum Thema “Die Anderen Deutschen” zu machen. Sie selbst hat als Tochter einer weißenDeutschen und eines schwarzen GIs, die in Deutschland aufgewachsen ist, entsprechende Erfahrungen gemacht. Ebenso erlebt sie es bei ihrem Sohn. Diese Idee würde ich nun gerne umsetzen. Die Erfahrung des Andersseins und deshalb ausgegrenzt werden gibt es in den unterschiedlichsten Bereichen, nicht allein im Kontext des Schwarz- oder Weißseins, bzw. des Rassismus allgemein, dennoch möchte ich den Fokus gerne auf genau diesen Aspekt des „Anderen“ legen. Sicher wäre auch eine umfangreichere Sammlung zum Thema „Anderssein“ sehr spannend, würde aber das Thema des (teilweise auch verinnerlichten/unbewussten) Rassismus, um das es hier gehen soll, aufweichen und entschärfen. Ziel des Projektes ist es nicht, allgemeine rassistische Erfahrungen zu sammeln und wiederzugeben. Die Texte sollen speziell den Aspekt beschreiben, dass Menschen, die als Pass-Deutsche aufgewachsen sind und Menschen, die nach langem Aufenthalt in Deutschland, die deutsche Staatsbürgerschaft angenommen haben, auf den ersten Blick von weißen Deutschen häufig nicht als Deutsche wahrgenommen werden, weil sie „anders“ aussehen. Eine weitere Gruppe, die eingeladen ist, ihre Erfahrungen wiederzugeben sind Menschen, die keinen deutschen Pass besitzen, aber in Deutschland geboren (oder in ganz jungen Jahren eingewandert) und aufgewachsen sind. Die sich als Deutsche verstehen, so aber weder erkannt noch rechtlich akzeptiert werden. Deutsch/Deutsche/Deutschsein soll hier nicht national/nationalistisch verstanden werden, sondern als Zugehörigkeit zu einem geografischen, bürokratischen, gesellschaftlichen Raum, als ein Gefühl des Zuhauseseins in dem Land, in dem Sie leben und aufgewachsen sind. Folgende Aspekte können in den Texten beschrieben werden: 1. Offensichtlich erfahrener Rassismus und das Nicht-(An)Erkennen als Deutsche, weil eben nicht weiß = "normal" 2. Das Gefühl des Nichtdazugehörens, des irgendwo Dazwischenstehens, auch wenn es keine offensichtlichen Rassismen und Angriffe gibt. Einfach durch die Unterscheidung, die Trennungslinie, die automatisch von Weißengezogen wird zwischen schwarz und weiß, die aber ja im Grunde auch ganz woanders gezogen werden könnte. Zwischen groß und klein oder wo auch immer. 3. Das Erleben von unbewusstem Rassismus und/oder „positivem“ Rassismus der weißen Deutschen 4. Evtl. die Problematik des sprachlichen Rassismus, die ja derzeit wieder stark im Fokus steht. (Macht es Sinn aus vor vielen Jahren entstandenen Literatur die rassistischen Worte herauszunehmen oder sollte man das besser kommentieren. Können romantisierte Begriffe wie „Zigeuner“ in Literatur und Musik überhaupt ausgetauscht werden? Kann man sich darauf beschränken, Rassismus aus der Literatur herauszustreichen/zu verändern, oder muss dann nicht auch Frauenverachtendes, Homophobes usw. usw. herausgenommen werden und bleibt dann nicht nur noch Stückwerk zurück?) Die vier Punkte stellen lediglich eine Basis für Ihre Beiträge dar, können aber gerne ergänzt oder ausgetauscht werden. Die Texte sollten möglichst bis zum 31. Juli an folgende Adresse geschickt werden: text-und-wort@freenet.de Bitte verwendet Word oder Libre Office Writer.
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