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Das klassische Selbstfindungsproblem

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30.06.2020 21:28
HiddenNickname

Hallo zusammen,

die folgende Story habt ihr so oder so ähnlich bestimmt schon super oft gelesen... und es ist auch echt eine Überwindung hier überhaupt rein zu schreiben aber so langsam drehe ich sonst durch.

Ich bin jetzt 29 Jahre und seit 4 Jahren mit meinem Freund zusammen und hatte auch davor schon weitere Beziehungen mit Männern. Seit ein paar Jahren merke ich immer wieder, dass mich zu verschiedenen Frauen in meinem Umfeld hingezogen fühle, das erste Mal vor ca. 7 Jahren zu einer Arbeitskollegin von mir. Aber ich hab mir jedes mal eingeredet, dass das nur so eine "Phase" ist, wie das sicherlich viele machen . Als ich mit meinem Ex-Freund zusammen war hab ich auch starke Gefühle für eine Freundin von mir entwickelt, weshalb (und weil die Gefühle ihm gegenüber einfach immer weniger wurden) ich mich damals von ihm getrennt habe. Ich habe es dieser Freundin aber nie gesagt, da sie eindeutig hetero ist und bin ein paar Monate später mit meinem jetzigen Freund zusammen gekommen. Eine ganze Zeit war dann quasi "Ruhe" und ich hab mich ganz auf die Beziehung eingelassen. Irgendwann im letzten Jahr kamen die Gedanken dann wieder... (z.B. gegenüber der Mitbewohnerin einer Freundin von mir, die aber selbst einen Freund hat...)
Ich habe auch mit einem (schwulen) Kumpel von mir darüber geredet und wir haben versucht zu erörtern, wo genau das herkommt und er meinte ich muss mir zwangsläufig darüber klar werden, was ich will. Und dass ich die Gefühle zwar immer wieder wegschieben kann, sie aber immer wiederkommen werden. Irgendwann am Anfang des Jahres war ich mit ihm und weiteren Freunden von uns auf einer Queer-Party und auch da habe ich wieder deutlich gemerkt, dass ich mich auch sehr zu Frauen hingezogen fühle. Ich habe diesem Gefühl natürlich nicht nachgegeben, da ich ja in einer Beziehung bin. Da wurde mir aber immer deutlicher, dass es wohl doch keine "Phase" ist...
Vor ein paar Monaten habe ich das Thema bei meinem Freund angeschnitten. Ich denke, er hat aber nicht hundertprozentig verstanden, worauf ich hinaus will, hat aber gesagt, dass wenn ich mehr Erfahrungen sammeln will, wir darüber sprechen können und ich auch andere Männer treffen kann. Habe dann nochmal gesagt, dass es dabei dann auch um Frauen geht, aber ich glaube das hat er nicht richtig ernst genommen. Man muss dazu sagen, dass er mein erster Sexualpartner ist, warum es davor nie dazu gekommen ist kann ich gar nicht genau sagen (aber ich fürchte, so langsam weiß ich warum). Dann war das Thema erstmal erledigt, trotzdem hatte ich irgendwie ein gutes Gefühl, es wenigstens mal grob angesprochen zu haben und mir ging es mental allgemein auch besser.
Seit dem kam es nicht mehr zu dem Thema, ich werde mir aber immer unsicherer was ich eigentlich will und was ich eigentlich genau fühle. Bzw. ich merke, dass ich extrem viel (täglich) darüber nachdenke und wohl ihm gegenüber wohl langsam mit offenen Karten spielen muss. Eigentlich konnte ich mir immer vorstellen, dass wir nach meinem Studium zusammenziehen und dann irgendwann heiraten, Kinder bekommen etc... Darüber sprechen wir auch öfter mal. Auch meine Eltern "warten" quasi schon auf Enkelkinder. Aber ich weiß grade nicht, ob es wirklich das ist, was ich will oder eher dass ich will, dass ich das will, quasi dem Schema entsprechen. Gerade weil in meinem Umfeld genau das momentan viel passiert.
Momentan weiß ich nicht so ganz, was ich jetzt machen soll. Dazu muss man noch sagen, dass mein Freund und ich eine Fernbeziehung führen und uns nur am Wochenende sehen bzw. in meiner Klausurenphase auch dann immer nur kurz -> extrem viel Zeit um über sowas zu reden bleibt also nicht. Ich finde es halt total schwer, mir bei irgendwas sicher zu sein, ohne es ausprobiert zu haben. Deswegen bin ich glaube ich noch so am zögern. Obwohl ich ja eigentlich genau weiß, was in mir vorgeht. Ich glaube, das ist ein Teufelskreis. Die Frage ist: muss ich mir sicher sein? Eigentlich ja nicht oder?

Vielleicht gibt es ja jemanden hier, der in einer ähnlichen Situation ist/war? Oder habt ihr vielleicht allgemein Tipps für mich, was ihr jetzt machen würdet?

Liebe Grüße
Mel

editiert am 30.06.2020 21:50 Beitrag melden Zitatantwort
01.07.2020 08:23
HiddenNickname

Zitat
Tehejekuetrheed
schrieb am 30.06.2020 um 21:28:

Hallo zusammen,

die folgende Story habt ihr so oder so ähnlich bestimmt schon super oft gelesen... und es ist auch echt eine Überwindung hier überhaupt rein zu schreiben aber so langsam drehe ich sonst durch.

Ich bin jetzt 29 Jahre und seit 4 Jahren mit meinem Freund zusammen und hatte auch davor schon weitere Beziehungen mit Männern. Seit ein paar Jahren merke ich immer wieder, dass mich zu verschiedenen Frauen in meinem Umfeld hingezogen fühle, das erste Mal vor ca. 7 Jahren zu einer Arbeitskollegin von mir. Aber ich hab mir jedes mal eingeredet, dass das nur so eine "Phase" ist, wie das sicherlich viele machen . Als ich mit meinem Ex-Freund zusammen war hab ich auch starke Gefühle für eine Freundin von mir entwickelt, weshalb (und weil die Gefühle ihm gegenüber einfach immer weniger wurden) ich mich damals von ihm getrennt habe. Ich habe es dieser Freundin aber nie gesagt, da sie eindeutig hetero ist und bin ein paar Monate später mit meinem jetzigen Freund zusammen gekommen. Eine ganze Zeit war dann quasi "Ruhe" und ich hab mich ganz auf die Beziehung eingelassen. Irgendwann im letzten Jahr kamen die Gedanken dann wieder... (z.B. gegenüber der Mitbewohnerin einer Freundin von mir, die aber selbst einen Freund hat...)
Ich habe auch mit einem (schwulen) Kumpel von mir darüber geredet und wir haben versucht zu erörtern, wo genau das herkommt und er meinte ich muss mir zwangsläufig darüber klar werden, was ich will. Und dass ich die Gefühle zwar immer wieder wegschieben kann, sie aber immer wiederkommen werden. Irgendwann am Anfang des Jahres war ich mit ihm und weiteren Freunden von uns auf einer Queer-Party und auch da habe ich wieder deutlich gemerkt, dass ich mich auch sehr zu Frauen hingezogen fühle. Ich habe diesem Gefühl natürlich nicht nachgegeben, da ich ja in einer Beziehung bin. Da wurde mir aber immer deutlicher, dass es wohl doch keine "Phase" ist...
Vor ein paar Monaten habe ich das Thema bei meinem Freund angeschnitten. Ich denke, er hat aber nicht hundertprozentig verstanden, worauf ich hinaus will, hat aber gesagt, dass wenn ich mehr Erfahrungen sammeln will, wir darüber sprechen können und ich auch andere Männer treffen kann. Habe dann nochmal gesagt, dass es dabei dann auch um Frauen geht, aber ich glaube das hat er nicht richtig ernst genommen. Man muss dazu sagen, dass er mein erster Sexualpartner ist, warum es davor nie dazu gekommen ist kann ich gar nicht genau sagen (aber ich fürchte, so langsam weiß ich warum). Dann war das Thema erstmal erledigt, trotzdem hatte ich irgendwie ein gutes Gefühl, es wenigstens mal grob angesprochen zu haben und mir ging es mental allgemein auch besser.
Seit dem kam es nicht mehr zu dem Thema, ich werde mir aber immer unsicherer was ich eigentlich will und was ich eigentlich genau fühle. Bzw. ich merke, dass ich extrem viel (täglich) darüber nachdenke und wohl ihm gegenüber wohl langsam mit offenen Karten spielen muss. Eigentlich konnte ich mir immer vorstellen, dass wir nach meinem Studium zusammenziehen und dann irgendwann heiraten, Kinder bekommen etc... Darüber sprechen wir auch öfter mal. Auch meine Eltern "warten" quasi schon auf Enkelkinder. Aber ich weiß grade nicht, ob es wirklich das ist, was ich will oder eher dass ich will, dass ich das will, quasi dem Schema entsprechen. Gerade weil in meinem Umfeld genau das momentan viel passiert.
Momentan weiß ich nicht so ganz, was ich jetzt machen soll. Dazu muss man noch sagen, dass mein Freund und ich eine Fernbeziehung führen und uns nur am Wochenende sehen bzw. in meiner Klausurenphase auch dann immer nur kurz -> extrem viel Zeit um über sowas zu reden bleibt also nicht. Ich finde es halt total schwer, mir bei irgendwas sicher zu sein, ohne es ausprobiert zu haben. Deswegen bin ich glaube ich noch so am zögern. Obwohl ich ja eigentlich genau weiß, was in mir vorgeht. Ich glaube, das ist ein Teufelskreis. Die Frage ist: muss ich mir sicher sein? Eigentlich ja nicht oder?

Vielleicht gibt es ja jemanden hier, der in einer ähnlichen Situation ist/war? Oder habt ihr vielleicht allgemein Tipps für mich, was ihr jetzt machen würdet?

Liebe Grüße
Mel


Ich schreibe mal, was an Eckdaten bei mir hängen geblieben ist, vielleicht hilft's ja:

29 Jahre, Studentin
mit 22 einer "Phase" nicht nachgegangen (Arbeitskollegin)

Ex-Freund/Freundschaft - ohne (penetrativen) Sex
nach längerer Zeit in Ex-Freundschaft: Frauen-Interesse (Freundin)
Ex-Freund zum Teufel gejagd

Das Interesse an der Freundin sausen gelassen, weil die hetero war
die aber nie gefragt - oder darauf angesprochen

Mit 25 mit dem nächsten Mann zusammen
ersten penetrativen Sex
nach längerer Zeit (3 Jahren) in Freundschaft: Frauen-Interesse

Du nennst es Story - und ja, das liest man durchaus super häufiger.

Frage am Rande: ist jetzt wieder Prüfungszeitraum?



editiert am 01.07.2020 08:23 Beitrag melden Zitatantwort
01.07.2020 22:12
HiddenNickname

Hallo Mel,
herzlich willkommen im Forum!
Du machst das gut!
Du schaffst das!
Nur weiter so!!
Schöne Grüße,
trix

13.07.2020 15:56
HiddenNickname

Hey ...
Ich kann dir nicht wirklich ne Lösung aufzeigen, aber ich kann dir versichern: DU BIST NICHT ALLEINE. Ich stecke in einer fast identischen Krise. Mir hat es geholfen, mit meinen Freundinnen darüber zu reden ... Aber was ich tun soll weiß ich trotzdem nicht.

13.07.2020 18:48
HiddenNickname

Mir kam dazu jetzt gerade die Frage in den Sinn, woher wissen Frauen immer so genau das andere Frauen "eindeutig Hetero" sind? Meine Exfreundin zum Beispiel hat sich selbst auch als "eindeutig Hetero" betitelt bis sie durch mich gemerkt hat, huch, Frauen sind ja doch auch interessant.

Ich hatte selbst auch lange zu hadern damit, dass ich "plötzlich" gemerkt habe das ich eben nicht nur auf Männer stehe, sondern Frauen sowohl anziehender als auch "einfacher" finde. Mit ner Frau als Partnerin fühlt sich das irgendwie geschmeidiger an als mit einem Mann, und ich meine damit jetzt die Beziehung und nichts Sexuelles.
Habe es irgendwann dann einfach akzeptiert das es so ist und das auch meiner Familie mitgeteilt.

13.07.2020 21:38
HiddenNickname

Es treibt dich niemand zur Eile, und du solltest dir die Zeit nehmen, die du zum Hineinlauschen in dich brauchst. Das Gute ist ja: Es zwingt dich auch niemand zu einer unumstößlichen Entscheidung. Vielleicht ist es jetzt ein paar Jahr so, dann ein paar Jahre anders. Oder aber es wächst etwas und hat Bestand. Wer außer dir soll das wissen?
Wichtig sollte für dich v.a. sein, deine Gefühle zu erkennen, zuzulassen und dich nach ihnen - für den Moment - auszurichten.
Ich selbst habe mit über 40 noch einmal einen neuen Lebensentwurf gestartet - und nichts bereut. Ich hätte es bereut, irgendetwas NICHT getan zu haben, was sich richtig anfühlte. Und meine Kinder haben MUT gelernt, den Mut, zu sich zu stehen. ICh wünsche dir das auch:-) Alles Liebe.


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