|
|
Forum » Transgender/Intersexuell » ThreadDer Mensch bleibt der gleiche! ... Oder?
18.07.2009 15:24
HiddenNickname
0 Als sich für mich vor Jahren das Thema "Trans" nicht mehr weiter verdrängen ließ, hatte ich große Hoffnung, dass ich mit meiner Frau zusammenbleiben werde können. Die Liebe zwischen uns war gigantisch groß und ich sagte mir: "Wenn wir es nicht schaffen, schaffen es andere auch nicht." Wir waren zu Beginn beide hoffnungsvoll und sie gab mir Halt über weite Strecken meiner Entwicklung. Allerdings war sie auch von Beginn ehrlich in dem sie sagte: "Ich will versuchen bei dir zu bleiben - versprechen kann ich es nicht." Schon bei unserer Hochzeit vor 23 Jahren vermieden wir - selbst in der Kirche - die Formulierung "bis dass der Tod und scheidet". Wir haben einander nie etwas vorgemacht, das macht die Zeit mit ihr auch so wertvoll. In alle den Jahren gab es dann Höhen und Tiefen und letzlich doch die Trennung und die Scheidung. Damals wie heute höre ich immer wieder Sätze "Wenn er/sie ihn/sie wirlich liebt, dann......" Oder "Der Mensch bleibt doch der Gleiche, es verändern sich nur Äußerlichkeiten". Der ganze Prozess der Veränderung dauerte bei mir Jahre und lief in Etappen mit langen Pausen dazwischen ab. Ruhepunkte an denen ich die nächsten Schritte überlegte, aber auch, ob es ausreicht. Für mich muss ich heute feststellen, dass ich es als schlimm empfinden würde, wenn "der Mensch in mir" nach all der Zeit der gleiche geblieben wäre. Nein, ich bin nicht mehr der Mensch, der ich vor 10 Jahren war und nicht mehr der, dem die Liebe meiner Frau galt. Letzteres eben nicht nur körperlich. Nicht besser und nicht schlechter - einfach anders. Wir haben uns getrennt, weil für sie die ehemals große Liebe nicht auf diesen neuen Menschen übertragbar war, nicht etwa, weil sie mich nicht "genug" geliebt hätte. Auch andere Menschen kommen nicht mehr klar mit dem neuen Menschen und ich nicht mit ihnen. Ich hab das ganze ja gemacht, damit sich etwas in mir verändert. All die Jahre zuvor hat sich schließlich mein Empfinden meinem Körper und - vielleicht noch stärker - der damit verbundenen gesellschaftlichen Rolle angenähert - das musste sich einfach wieder lösen. Da musste sich der Mensch einfach ändern! Es mag angesichts der gewaltigen körperlichen Veränderung durch Hormone und OP merkwürdig klingen, aber meinen Körper empfinde ich als die kleinere Veränderung. Viel wichtiger ist mir das innere Gleichgewicht und dass ich endlich das leben kann, was ich bin. Ich hab parallel zu diesem Text ein Foto von mir von 1980 hochgeladen, das lange meinen Führerschein schmückte. Vielleicht versteht ihr dann besser, wenn ich sage, dass ich mich körperlich kaum verändert fühle - außer natürlich dass ich ein bisschen älter geworden bin. Wie geht es euch damit? Findet ihr, dass ihr der gleiche Mensch geblieben seid? Ich habe in vielen Gesprächen gemerkt, dass es hier nicht richtig oder falsch gibt, sondern ganz individuelle Empfindungen. Mich interessieren einfach euere Gedanken dazu. Danke, Ronja
0
![]()
Seite: 1 |
2
|
21.08.2009 21:44
18.08.2009 11:20
11.08.2009 10:51
09.08.2009 18:04
09.08.2009 10:04
09.08.2009 09:35
09.08.2009 00:02
09.08.2009 00:00
HiddenNickname
0
08.08.2009 16:50
07.08.2009 19:47
07.08.2009 19:30
06.08.2009 23:29
HiddenNickname
0
06.08.2009 20:53
06.08.2009 20:32
HiddenNickname
0
06.08.2009 14:28
06.08.2009 13:01
06.08.2009 08:56
21.07.2009 22:02
0
![]()
Seite: 1 |
2
|
|
|