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Forum » News, Politik & Wissenschaft » ThreadEU - am rand
05.01.2007 21:43
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0 Am 23. und 25. Dezember waren 280 Schwarze aus Rabat und Nador [Marokko] bei Razzien verhaftet und offenbar ohne jegliche Überprüfung ihrer Papiere "abgeschoben" worden. Die Grenze zu Algerien ist offiziell geschlossen, d. h. die Opfer wurden an der Grenze ausgesetzt und auf algerisches Territorium getrieben, indem hinter ihnen hergeschossen wurde. 150 von ihnen schafften den Weg zurück nach Oujda, wo sie auf dem Universitätscampus Unterschlupf suchen, doch ihre Situation dort ist alarmierend. Lokale Hilfsorganisationen sind völlig überfordert mit ihrer Versorgung. Von den übrigen 130 gibt es keine Nachrichten. Zahlreiche weitere Flüchtlinge verstecken sich offenbar aus Angst vor den Behörden in den Wäldern entlang der Grenze. Es ist naß und kalt, und da bei den überfallartigen Razzien mitten in der Nacht keine Gelegenheit bestand, irgendetwas mitzunehmen, haben viele nur das dabei, was sie beim Schlafen am Leib hatten, einige sogar nur Unterwäsche. Unter den Abgeschobenen waren zwei hochschwangere Frauen und vier Kinder unter zwei Jahren, eins davon behindert. Während der Abschiebung (600km Busfahrt von Rabat) bekamen die Leute nichts zu essen. Es gab zahlreiche gewaltsame Übergriffe während und nach der Abschiebung, also auch durch algerische Soldaten. Berichtet wird von mindestens vier, vermutlich aber sechs Vergewaltigungen durch Marokkaner und Algerier. HelferInnen vor Ort ist es gelungen, in 54 Fällen nachzuweisen, daß die Betroffenen gültige Papiere hatten (Visa, Aufenthaltserlaubnisse, UN-Flüchtlingsdokumente oder laufende Asylverfahren; sogar ein legal in Marrakesch tätiger senegalesischer Geschäftsmann war dabei), auch wenn diese von den Polizisten bei der Razzia oft einfach zerrissen wurden. Allerdings wurde erst vieren von ihnen erlaubt, den Bus zurück nach Rabat zu nehmen. Weitere Fälle werden geprüft. Insgesamt hatte vermutlich rund die Hälfte der Abgeschobenen gültige Papiere. Zwei Drittel der Flüchtlinge auf dem Campus stammen aus den Bürgerkriegsländern Kongo und Elfenbeinküste. Konfrontiert mit diesen Fakten verstiegen sich die Behörden zu der Behauptung, diejenigen mit Papieren seien freiwillig mit nach Oujda gefahren... bißchen spazierenfahren oder so... Marokko erfüllt mit diesen Abschiebungen laut einer Erklärung des Gouverneurs von Rabat seine Verpflichtungen, die es gegenüber der EU eingegangen ist... Es ist offensichtlich, daß die Behörden diese Zeit des christlichen Weihnachtsfestes und des islamischen Opferfestes ausgesucht haben, um mit möglichst wenig öffentlichem Echo die Drecksarbeit als "Gendarm Europas" zu machen, während gleichzeitig die marokkanischen sozialen Bewegungen mit einem anderen Problem kämpfen: den Lebenshaltungskosten, die durch zahlreiche Preiserhöhungen für Grundnahrungsmittel und die fortgesetzte Einschränkung der öffentlichen Basis-Dienstleistungen enorm gestiegen sind. Trotzdem gibt es Organisationen und AktivistInnen, die sich unter diesen extrem schwierigen Bedingungen für die Flüchtlinge einsetzen. Humanitäre Hilfe, Beistand und Solidarität leisten Ärzte ohne Grenzen (MSF), die Association Béni Znassen pour la Culture, le Développement et la Solidarité (ABCDS), das internationale Komitee für gegenseitige Hilfe (CEI) und die Vereinigung der Freunde und Familien der Opfer der klandestinen Immigration (AFVIC). quelle: http://de.indymedia.org/2 [...] 45.shtml [/Marokko]
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