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Forum » News, Politik & Wissenschaft » ThreadEuropas größtes Loch
10.12.2010 16:02
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0 http://www.taz.de/1/polit [...] es-loch/ " Die türkische Stadt Edirne ist von dem griechischen Dorf Nea Vissa etwa 10 Kilometer entfernt. Weitgehend unsichtbar, also ohne Zäune oder Gräben, verläuft dazwischen die Grenze. "Hier", sagt Georgios Tournakis, ein junger griechischer Grenzpolizist, und schwenkt seinen Arm einmal von links nach rechts, "hier ist derzeit das größte Loch in Europas Außengrenze".(...) Um dieses "Loch" zu stopfen, hat die EU erstmals in ihrer Geschichte vor einem Monat eine "Schnelle Eingreiftruppe" europäischer Grenzschützer nach Griechenland geschickt. Seit vier Wochen patrouillieren nun 175 Mitglieder verschiedenster europäischer Polizeieinheiten gemeinsam mit ihren griechischen Kollegen an dem 12,5 Kilometer langen Grenzabschnitt zwischen Nea Vissa und Kastanies. Für Stephan Marchl, der normalerweise am Flughafen München Pässe kontrolliert, eine willkommene Abwechslung...(...) ...."Wir haben in unserem Grenzabschnitt in der Zeit von Januar bis September fast 50.000 illegale Migranten festgenommen", sagt er beschwörend, "von Mitte September bis Mitte Oktober fast 350 Personen jeden Tag. Wir wurden praktisch überrannt." Seit die europäische Grenzagentur Frontex Anfang November dann ihre "Rapid Border Intervention Teams" (RABITs) geschickt hat, "konnten wir die illegalen Grenzübertritte um 50 Prozent reduzieren. Ich hoffe, die Lage stabilisiert sich jetzt." (...) Aus Afrika, dem Irak, Iran und Zentralasien versuchen nun Kriegsflüchtlinge, politisch Verfolgte oder Menschen, die der Armut in ihrer Heimat entkommen wollen, über diesen schmalen Landstreifen in das Gebiet der EU zu gelangen. "Ungefähr die Hälfte von ihnen", sagt Polizeichef Salamangas, "kommt aus Afghanistan. Aber wir treffen jetzt auch auf Algerier und Marokkaner, Menschen, die wir hier vorher nie gesehen haben." (...) Nach Informationen der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch, die Anfang Dezember das Heim besucht hat, ist das höchstens die halbe Wahrheit. Tatsächlich sei das Gebäude ständig überfüllt, es herrschten katastrophale sanitäre Bedingungen und eine angespannte Atmosphäre. Human Rights Watch beklagt vor allem, dass die griechischen Behörden sich nicht um Kinder und Jugendliche kümmern, die ohne Begleitung an der Grenze aufgegriffen wurden. Von den 450 Insassen Anfang Dezember sollen 120 Minderjährige gewesen sein. Human Rights Watch hat die griechischen Behörden gebeten, wenigstens für die Minderjährigen angemessene Unterkünfte und soziale Betreuung bereitzustellen. An die Adresse von Frontex richtet sich die Aufforderung, dafür zu sorgen, dass die Flüchtlinge unter humanen Bedingungen untergebracht werden - oder aber den Einsatz in Griechenland zu beenden. "Die Menschenrechtscharta und die fundamentalen Werte der EU verpflichten Sie dazu, alles dafür zu tun, dass die Flüchtlinge korrekt behandelt werden." (...)
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11.12.2010 16:57
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