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16.01.2004 16:10
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0 Eng miteinander verwandte Vogel-Partner gehen häufiger fremd als genetisch sehr verschiedene Paare. Indem sie Nachwuchs mit einem weniger nah verwandten Partner zeugen, gleichen die Vögel schädliche Folgen von Inzucht aus und erhöhen so die Überlebensfähigkeit der gesamten Art. Bart Kempenaers vom Forschungszentrum für Ornithologie der Max-Planck-Gesellschaft im bayrischen Starnberg und seine Mitarbeiter untersuchten die Untreue-Rate dreier eigentlich monogam lebender Küstenvogel-Arten. Dazu verglichen sie das Erbgut verschiedener Elternpaare mit dem ihres Nachwuchses. Je enger die Eltern genetisch verwandt waren, desto häufiger fand sich in den Brutgelegen ein Küken, dass mit einem anderen Partner gezeugt worden war. Kaum extreme Inzucht Nach Darstellung der Forscher ist dieses Verhalten durchaus sinnvoll. Enge Verwandte tragen häufig die gleichen Gen-Versionen. Paaren sich zwei Eltern, die beide eine nachteilige Variante eines Genes besitzen, wird diese Eigenschaft mit großer Wahrscheinlichkeit an die Nachkommen weitergegeben. Bei weniger engen Verwandten werden nachteilige Gen-Varianten meist von den Erbanlagen des Partners ausgeglichen. Extreme Inzucht wird bei Vögeln allerdings meist vermieden. Sehr eng verwandte Partner paaren sich nur, wenn keine Alternative in Sicht ist. Bei vielen Küstenvogelarten kommt dies häufiger vor, da die Tiere in festen Kolonien leben. Bislang wissen die Forscher noch nicht, wie Vögel erkennen, ob ihr Partner mit ihnen verwandt ist oder nicht. Dass sie dies ähnlich wie Nagetiere über ihren Geruchssinn tun, scheint unwahrscheinlich, da dieser bei Vögeln meist schlecht entwickelt ist. Quelle: DPA
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