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Forum » Die Lounge » ThreadGeschichten die das leben schreibt
09.11.2011 14:00
HiddenNickname
0 Also, Mädels ich möchte euch mitteilen, was mir passiert ist. Ich bin gerade auf der suche nach einem neuen Auto. Ein Gebrauchter, nicht zu wenig PS, gut in Schuss und nicht allzu teuer. Das übliche halt. Ich informierte mich im Internet, bei Freunden und Kollegen. Das übliche halt. Im Internet fand ich in einem Forum einen süßen kleinen Flitzer, ein Cabrio, silber, rote Ledersitze, 95 ps. Was soll ich sagen, es war liebe auf den ersten Blick. Ich sah mich schon mit offenem Verdeck über die Münchner Leopoldstrasse rauschen, fühlte den herbstlichen Wind in meinen Haaren, roch das Leder, das sich warm und weich an meinen Körper schmiegt. Hach es war wundervoll. Ich rief die Besitzerin an, es klingelte und ihr Klingelton wurde abgelöst von der Titelmelodie von "Sex in the City". Passt, dachte ich mir, zu der Vorbesitzerin dieses Wagens. Ich stellte mir Carry bradshaw in Schwesterntracht vor, denn sie sagte mir, sie arbeite Schicht im Krankenhaus. Aber es ging mir ja ums Auto. Ich schnappte mir einen Kollegen und gleich nach der Arbeit machten wir uns auf den Weg zu meinem bestimmt zukünftigen Wagen. Bereits von weitem sah ich ihn stehen, und als er da stand, genau vor mir, sah ich schon die erste Delle. Na ja, dachte ich mir, ist mir auch schon passiert. Und die roten Ledersitze strahlten in der Sonne. Okay, die Alufelgen sahen aus, als hätte ein Alufelgenmarder die Alufelgen angeknabbert. Bei näherer Inspektion erkannten wir, dass auch die Bremsen völlig runter waren. Nun, selbst das hätte ich hingenommen, denn es hatte ja rote Ledersitze. Nun, als Frau dann zu ihrem Auto kam, schmunzelte ich innerlich, denn die gute war nicht "Sex in The City" eher "Blair whitch Project!". Aber es ging na klar nicht um sie sondern um das Auto. Nun, auch wenn ich bereis schon lange nicht mehr bereit war, den geforderten Preis zu bezahlen, war ich nach wie vor geblendet von der Aussicht auf rote Ledersitze und Leopoldstrasse flanieren. Wir machten eine Probefahrt. Wenn man ein Auto anlässt, gehen im Amaturenbrett die Lämpchen für Batterie, Öl und Motor an, erlöschen jedoch sobald das Auto läuft wieder. Nicht jedoch bei meinem kleinen Silberpfeil. Die Motoranzeige erlosch nicht. Die brannte während der ganzen zeit. Meine Ledersitze fühlten sich plötzlich kalt und Klamm an. Mein Kollege schüttelte den Kopf. Auch die Spur konnte der Wagen nicht halten. Und irgendwas klapperte ganz bedrohlich. Die Worte "guter Zustand" hallten durch meinen Kopf und sie klangen irgendwie zynisch. Als wir die Probefahrt beendet hatten, sagte ich der Frau, dass die Motoranzeige leuchtete. Sie Log mit glatt ins Gesicht und sagte: "was? Gestern noch nicht!" der Wagen war seit Wochen nicht bewegt worden. Auch als ich ihr sagte dass ich unter diesen Umständen diesen Preis nicht bezahlen würde ging sie sofort im Preis über 1000 Euro runter. Und selbst dieser Preis war eine Unverschämtheit. Nun, wieder mal wurde mein Vertrauen in die Menschheit tief erschüttert. Was hat ein Mensch davon, wenn er für einen Haufen Schrott (unter die Motorhaube haben wir gar nicht gekuckt aus Angst vor Fledermäusen) eine Anzeige schaltet, in der das erste Wort "guter" und das zweite "Zustand" ist? Warum nicht das erste weglassen? Denken diese Menschen die Käufer sind blind? Oder taub? Oder doof? Hoffen sie auf mein Mitleid? Oder bin ich der Einfaltspinsel, der den Worten "guter Zustand" zu viel Bedeutung beigemessen hat? Nun, heute morgen hatten wir auf Arbeit viel zu lachen, Geschichten über noch schlimmere Autokaufgeschichten machten die Runde und deshalb beschloss ich euch an meiner Geschichte teilhaben zu lassen.
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11.11.2011 19:10
10.11.2011 12:51
09.11.2011 22:42
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HiddenNickname
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09.11.2011 19:03
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