Gewalt
Die Gewalt fängt nicht an wenn einer einen erwürgt.
Sie fängt an wenn einer sagt:"Ich liebe dich: Du gehörst mir!"
Die Gewalt fängt nicht an wenn Kranke getötet werden.
Sie fängt an wenn einer sagt:"Du bist krank: Du musst tun was ich sage!"
Die Gewalt fängt an wenn Eltern ihre folgsamen Kinder beherrschen und, wenn Päpste und Lehrer Selbstbeherrschung verlangen.
Die Gewalt herrscht wo irgendwer oder irgendetwas zu hoch ist oder zu heilig um kritisiert zu werden, oder wo Kritik nichts tun darf sondern nur reden und die Heiligen und die Hohen mehr tun dürfen als reden.
Die Gewalt herrscht dort wo es heißt:"Du darfst Gewalt anwenden", aber oft auch dort wo es heißt:"Du darfst keine Gewalt anwenden"!
Die Gewalt herrscht dort wo sie ihre Gegner einsperrt und sie verleumdet als Anstifter zur Gewalt. Das Grundgesetz der Gewalt lautet: "Recht ist, was wir tun. Und was andere tun das ist Gewalt"!
Die Gewalt kann man vielleicht nie mit Gewalt überwinden, aber vielleicht auch nicht immer ohne Gewalt.
(Erich Fried)
Wenn man darüber nachdenkt, wie oft man demnach "Gewalt" anwendet - erschreckend.
Sie fängt an wenn einer sagt:"Ich liebe dich: Du gehörst mir!"
Die Gewalt fängt nicht an wenn Kranke getötet werden.
Sie fängt an wenn einer sagt:"Du bist krank: Du musst tun was ich sage!"
Die Gewalt fängt an wenn Eltern ihre folgsamen Kinder beherrschen und, wenn Päpste und Lehrer Selbstbeherrschung verlangen.
Die Gewalt herrscht wo irgendwer oder irgendetwas zu hoch ist oder zu heilig um kritisiert zu werden, oder wo Kritik nichts tun darf sondern nur reden und die Heiligen und die Hohen mehr tun dürfen als reden.
Die Gewalt herrscht dort wo es heißt:"Du darfst Gewalt anwenden", aber oft auch dort wo es heißt:"Du darfst keine Gewalt anwenden"!
Die Gewalt herrscht dort wo sie ihre Gegner einsperrt und sie verleumdet als Anstifter zur Gewalt. Das Grundgesetz der Gewalt lautet: "Recht ist, was wir tun. Und was andere tun das ist Gewalt"!
Die Gewalt kann man vielleicht nie mit Gewalt überwinden, aber vielleicht auch nicht immer ohne Gewalt.
(Erich Fried)
Wenn man darüber nachdenkt, wie oft man demnach "Gewalt" anwendet - erschreckend.