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Forum » News, Politik & Wissenschaft » ThreadHARTZ IV - im TV heute
12.01.2010 20:30
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0 SENDUNG VOM DIENSTAG, 12. JANUAR 2010, 22.45 UHR "Happy Birthday, Hartz IV: Verhasst, aber erfolgreich?" GÄSTE: Florian Gerster (ehem. Chef "Bundesagentur für Arbeit" ) Der ehemalige Chef der "Bundesagentur für Arbeit" gilt als einer der Wegbereiter der rot-grünen Arbeitsmarktreformen. Die Bilanz des früheren SPD-Ministers nach fünf Jahren Hartz IV ist positiv. "Hartz IV hat die Zahl der Arbeitslosen um eine Million gesenkt." Eines aber sieht der heutige Präsident eines Arbeitgeberverbandes kritisch: "Man kümmert sich um die Empfänger des Sozialstaates, aber nicht um die, die ihn finanzieren müssen." Michaela Kirschberger (ehem. Hartz IV-Empfängerin) Die Maßschneiderin zählt sich zu den Gewinnern der Hartz-Reformen: Durch ein Existenz-Gründungsprogramm konnte sich die ehemalige Arbeitslose selbstständig machen. Nun betreibt Michaela Kirschberger ein kleines Atelier für Korsetts und Abendmode. "Ich bin dankbar, dass ich meine Eigenständigkeit zurückerlangt habe und mich selber über Wasser halten kann", sagt die Kasselerin. Susanne Henning (Hartz IV-Empfängerin) Die 32-jährige Mutter von vier Kindern ist Hartz-IV-Empfängerin der ersten Stunde. "Seit Hartz IV habe ich deutlich weniger für mich und meine Kinder", sagt sie. Die Alleinerziehende nimmt an jeder Maßnahme der Arbeitsagentur teil und ist voller Hoffnung, noch einen Job zu bekommen. Die Thüringerin fordert eine deutliche Erhöhung der Hartz-IV-Sätze für Kinder, "denn am Monatsende weiß ich oft nicht, wie ich alle satt kriegen soll." Heiner Geißler (CDU, Hartz IV-Kritiker) Der frühere CDU-Generalsekretär bezeichnet die Hartz-IV-Reform als das "schlechteste Sozialgesetz", das es je in der Bundesrepublik Deutschland gegeben habe. "Hartz IV führt dazu, dass die Lebens- und Arbeitsleistung vieler nicht geachtet wird. Hier wird die Menschenwürde verletzt", sagt Heiner Geißler, der seit langem eine Anhebung der Regelsätze auf über 400 Euro im Monat fordert. Heinz Buschkowsky (SPD, Berliner Bezirksbürgermeister) Der Bürgermeister des Berliner Bezirks Neukölln geht von etwa 20 Prozent Missbrauch bei Hartz IV aus. "Ein Teil der Bezieher verfügt über einen beachtlichen Lebensstandard mit hochwertigen Konsumgütern wie Autos der Oberklasse." Eine generelle Erhöhung der Regelsätze lehnt Heinz Buschkowsky ab. Er befürchtet, gerade Jugendliche könnten sich daran gewöhnen, immer Geld vom Amt zu bekommen. Arno Dübel (Hartz IV-Empfänger) Seit über 30 Jahren hat der heutige Hartz IV-Empfänger nicht mehr gearbeitet – und fühlt sich damit sehr wohl. Mit Menschen, die täglich zur Arbeit gehen, hat Arno Dübel Mitleid: "Die sind nicht glücklich, sondern gezwungen zu arbeiten, damit sie gut leben können. Ich brauche das nicht." Ein schlechtes Gewissen, so lange von Staatsgeldern zu leben, hat der Hamburger nicht.
editiert am 12.01.2010 20:30
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