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Forum » Literatur, Kunst & Philosophie » ThreadHilfe bei Mini-Facharbeit
15.10.2008 14:56
HiddenNickname
0 Hey, vielleicht hat jemand Lust, sich mal meine Mini-Facharbeit (ca. 4 Seiten) zum Thema "Wie offen homosexuell konnte Literatur im dritten Reich sein?Am Beispiel von Klaus Mann" durchzulesen. Wäre über Kritik sehr dankbar, da ich diese in 2 Wochen abgeben muss (Das noch Rechtschreibfehler drin sind, weiß ich)Vielen, vielen Dank im Voraus! 1.Homosexualitätsdarstellung in Klaus Manns Werken 1.1.Wie direkt wird Homosexualität in Klaus Manns Werken zwischen 1933 und 1945 dargestellt? Zwischen 1933 und 1945 schrieb Klaus Mann u.a. seine wohl bedeutendsten Romane “Flucht in den Norden”(1934), “Symphonie Pathétique”(1935), “Mephisto”(1936) und “Der Vulkan”(1939).Für Klaus Mann, der homosexuell war, gehörte seine “homoerotische Veranlagung zu den entscheidenden Voraussetzungen seiner Existenz als Schriftsteller”. In keinem der oben genannten Romane, die er zwischen 1933 und 1945, also während seiner Zeit im Exil schrieb, machte Klaus Mann Homosexualität zur Hauptthematik, doch beschäftigen sich alle, bis auf “Mephisto”, in einem solchen Maße mit Homosexualität, dass man diese in seinen Romanen nicht mehr vernachlässigen kann. In “Flucht in den Norden” nimmt neben heterosexuellen Liebesbeziehungen, wie der zwischen den Figuren Johanna und Ragnar, auch die Liebe der Figur Karin, Ragnars Schwester, zu Johanna einen Teil der Handlung ein. Manns Roman “Symphonie Pathétique” erzählt “die Geschichte eines homosexuellen Künstlers, den sein Eros zum Außenseiter machte” und “Der Vulkan” war nach “Der fromme Tanz” (1925) , welcher als einer der ersten Coming-Out-Romane gehandelt wird, einer der Romane, in denen die mann-männliche Liebe, hier zwischen den Figuren Martin und Kikjou, einen recht großen Teil des Werkes annimmt. “Mephisto” nimmt bezüglich der Darstellung von Homosexualität in Klaus Manns Romanen dieser Zeit eine Sonderrolle ein. Es ist die Geschichte eines Karriere-Mannes der NS-Zeit, welcher sich den Machthabern des Regimes zuwendet, um seinen beruflichen Erfolg als Schauspieler zu steigern. Klaus Mann wollte vermeiden, dass durch seinen Roman eine direkte Verbindung zwischen Homosexualität und einer Karriere, basierend auf der Zuwendung zum Faschismus, hergestellt wird. 1.2. Wie sah Klaus Mann selbst die Darstellung von Homosexualität in seinen Werken? Klaus Mann war sich sehr bewusst darüber, dass es für die Leserschaft seiner Romane einen Unterschied machen könnte, ob die Figuren in seinen Werken, homo- oder heterosexuell orientiert sind und diese Orientierung leicht im Zusammenhang mit den Thematik der Romane gesehen werden könne, welche z.B. Emigration und Antifaschismus, aber auch Drogensucht und Tod umfassten. So schrieb er in einem Brief an seine Mutter, Katja Mann, über die homoerotische Liebesbeziehung in seinem Roman “ Der Vulkan”: “Natürlich haben die Martin-Kikjou-Partien ihr Fragwürdiges, vom taktischen und wohl nicht nur taktischen Gesichtspunkt aus. [...] Und im nächsten Buch soll nun, wenn es irgend geht, auch gewisslich nichts hässlich Unnatürliches vorkommen.” 2. Der Stand Homosexueller in Deutschland zwischen 1933 und 1945 2.1. Staatlicher Umgang mit Homosexuellen Bei der Betrachtung der Situation von Homosexuellen im Dritten Reich, muss eindeutig zwischen der Situation von Schwulen und der der Lesben unterschieden werden, da über die Situation von homosexuellen Frauen in den Jahren 1933 und 1945 zum einen weniger bekannt ist und man zum anderen davon ausgeht, dass die Liebe zwischen Frauen, zu keinem Zeitpunkt der NS-Zeit wesentlicher Bestandteil staatlicher Unterdrückung gewesen ist. Homosexuelle Männer wurden bis zum 30. Juni 1934 nicht im großen Rahmen verfolgt, wenn auch viele leitende Nationalsozialisten eine homophobe Einstellung vertraten. Ein Jahr nach dem Mord am schwulen NS-Politiker Ernst Röhm, änderte sich die Situation für homosexuelle Männer in Deutschland jedoch drastisch. Am 28. Juni 1935 wurde der Paragraph 175 der homosexuelle Handlungen unter Strafe stellte verschärft, was zur Folge hatte das viele schwule Männer verfolgt und zum Teil auch auf brutale Art und Weise bestraft wurden. Die Verfolgung und der Umgang mit Homosexuellen im dritten Reich ist jedoch nicht zu vergleichen mit dem Umgang des NS-Regimes mit jüdischen Bürgern. Verfolgt wurde außerdem nicht die homosexuelle Neigung, sondern die homosexuelle Handlung. 3. Einfluss des Staates auf die Literatur des dritten Reiches 3.1 Wie viel Einfluss hatte der Staat auf die Literatur im dritten Reiches? Mit der Gründung des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda im April 1933 sowie der Eröffnung der Reichskulturkammer am 15.11.1933 (RKK), die aus sieben Unterabteilung bestand, von denen eine die Reichsschrifttumkammer (RSK) war, wurden im Dritten Reich die einflussreichsten Instanzen zur Lenkung von Literatur geschaffen. Die Schrifttumsabteilung des Ministeriums für Volksaufklärung und Propaganda überwachte das gesamte deutschsprachige Schrifttum im In- wie auch im Ausland und besaß ab 1942 alle Zensurvollmachmachen, von denen sie in Form von Buchverbotslisten ihren Gebrauch machte. Die RSK überwachte alle Schritte der Buchproduktion, und erteilte jedem an der Produktion der Bücher Mitwirkendem Berufsverbot, sofern er nicht Mitglied im RSK war. Jeder Beteiligte, dessen Weltanschauung oder Religion nicht den Vorstellungen der RKK unter Goebbels Leitung entsprach, wurde ausgeschlossen und somit an der Berufsausführung gehindert. Jedoch wurde das Berufsverbot recht unterschiedlich gehandhabt. So gab es Ausnahmefälle, in denen Autoren obwohl sie, was eigentlich (ab 1936) zum Berufsverbot geführt hätte, mit einer Volljüdin verheiratet waren, weiter ihren Beruf ausüben konnten. 4. Wie regierten Kritiker und Staat auf Klaus Mann Werke 4.1. Wie gingen Kritiker und Staat mit der Homoerotik in Klaus Manns Werken zwischen 1935 und 1945 um? Die Kritiken zu Klaus Manns Schriften waren nicht alle negativ. Gerade “Flucht in den Norden” in dem er die Homoerotik nicht ganz außen vor ließ, aber darum bemüht war Anstößiges zu vermeiden, war ein Erfolgsroman.Jedoch gab es eindeutig homophobe Kritiken zu seinen Romanen, in denen seine homosexuelle Neigung und die Homoerotik in seinen Romanen verspottet und belacht wurden. Kritiker wie z.B. Bertoholt Brecht, bedienten sich hierbei ihres Wissens über Homosexualität, verpackten ihre Kritik jedoch, in dem sie sich über die Homoerotik auf bedeckte Art und Weise lustig machten! Die NS-Kulturfunktionäre setzen Klaus Manns Werke auf jene “Schwarzen Listen”, mit denen sie die Bücherverbrennung vorbereiteten, wobei nicht eindeutig zu beurteilen ist, ob hiefür die Homoerotik in seinen Romanen verantwortlich ist, da seine Schriften im allgemeinen sehr antifaschistisch waren, so passte dem RSK auch das antifaschistische Emigrantenmagazin, welches er herausgab, von dem er aber nicht alleiniger Autor war, nicht. Diesbezüglich schrieb im Oktober 1933, der spätere Präsident der RSK, Hanns Johst, einen Brief an Heinrich Himmler (zu dieser Zeit Reichsführer-SS) , in dem er eben dieses Magazin mit folgenden Worten anprangerte: “In Amsterdam erscheint das derzeit unflätigste Emigrantenblatt “Die Sammlung”. Sie werden sich jederzeit Belegexemplare verschaffen können, sonst übersende ich Ihnen auch gern ein Exemplar dieses Schmutzes. Als Herausgeber zeichnet sich der hoffnungsvolle Sproß des Herrn Thomas Mann, Klaus Mann. Da dieser Halbjude schwerlich zu uns herüber wechselt, wir ihn also nicht auf’s Stühlchen setzen können, würde ich in dieser wichtigen Angelegenheit doch das Geiselverfahren vorschlagen. Könnte man nicht vielleicht Herrn Thomas Mann, München, für seinen Sohn ein wenig inhaftieren? Seine geistige Produktivität würde ja durch eine Herbstfrische nicht leiden.” Außerdem war Klaus Mann, wie im Brief erwähnt, Halbjude und es alleine schon auf Grund dessen in Deutschland vermutlich nicht möglich für ihn gewesen, seine Werke überhaubt legal zu veröffentlichen, jedoch verließ er Deutschland am 13. März 1933 und es wird davon ausgegangen, dass er damit die richtige Entscheidung getroffen habe. So wurde ihm im November 1934 die deutsche Staatsbürgerschaft aberkannt. Man kann davon ausgehen, dass auch, wenn er eine andere politische Einstellung gehabt hätte und kein Halbjude gewesen wäre, seine Bücher auf Grund der Homoerotik verboten worden wären, wenn man sich das Beispiel des Schriftstellers Frido Lampe ansieht, welcher in seinem Roman “Am Rande der Nacht” eindeutig homosexuelle Vorgänge schilderte, zwar weiter seinen Beruf ausüben durfte, dessen Roman jedoch auf Grund der Homoerotik beschlagnahmt wurde. Mit dem Einfluss, den der Staat auf die Literatur des dritten Reiches hatte und seiner Einstellung zur Homosexualität, welche, wie es im Gründungserlaß der Reichszentrale für Bekämpfung von Homosexualität und Abtreibung hieß eine der “größten Gefahren für die Jugend” darstellte, ist es zumindest sehr unwahrscheinlich, dass homoerotische Literatur, wie die von Klaus Mann, in Deutschland während der Zeit zwischen 1935 und 1945 einen legalen Absatzmarkt gefunden hat. [/...]
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18.10.2008 17:46
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