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Forum » Literatur, Kunst & Philosophie » ThreadHistorisches Wissen / ZEIT ONLINE
27.06.2012 16:52
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0 DDR und Drittes Reich – Schüler ahnungslos Fast die Hälfte der Schüler sieht laut einer Studie kaum Unterschiede zwischen NS-Diktatur, DDR und Bundesrepublik. Die Merkmale einer Demokratie kennen viele nicht. http://images.zeit.de/pol [...] x304.jpg Besuch hilft nicht viel: Schüler an der Mauergedenkstätte Bernauer Straße in Berlin Viele deutsche Schüler können einer Studie zufolge nicht zwischen Demokratie und Diktatur unterscheiden. Etwa 40 Prozent sehen kaum Unterschiede zwischen Nationalsozialismus, der DDR sowie der Bundesrepublik vor und nach der Wiedervereinigung, ergab eine Untersuchung des Forschungsverbundes SED-Staat der Freien Universität Berlin. Die befragten Schüler glauben, Rechtsstaatlichkeit und Menschenrechte seien in allen vier Systemen etwa gleich ausgeprägt. Nur etwa die Hälfte der Schüler bezeichnete den NS-Staat zweifelsfrei als Diktatur, die DDR stufte nur gut ein Drittel als diktatorisches System ein. Zugleich schätzte nur etwa die Hälfte der Befragten die Bundesrepublik vor der Wiedervereinigung als demokratisch ein, lediglich etwa 60 Prozent halten das wiedervereinigte Deutschland für eine Demokratie. Viele der befragten Schüler wissen demnach gar nicht, was eine Demokratie auszeichne. Ursache dieser Fehleinschätzungen ist nach Einschätzung der Forscher um den Politikwissenschaftler Klaus Schroeder das geringe politisch-historische Wissen von Schülern. Im Interview mit der ZEIT bezeichnete er die Ergebnisse der Studie als "schockierend". Schroeder sagte: "Das sind Schüler, die fast überhaupt keine politischen Kenntnisse haben. Sie identifizieren sich mit der Bundesrepublik und ihrem Leben hier, können sich aber unter Begriffen wie Meinungsfreiheit, Wahlen oder Menschenrechte nichts vorstellen." DDR-Herkunft hat Einfluss Befragt wurden zwischen 2009 und 2012 knapp 5.000 Schüler der Klassenstufen neun und zehn in Baden-Württemberg, Bayern, Nordrhein-Westfalen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Außerdem basiert die Studie auf zusätzlichen Befragungen von mehr als 2.000 Schülern, die Gedenkstätten besuchten oder im Laufe eines Jahres mehrfach befragt wurden. Beim politisch-historischen Wissen schnitten Schüler aus Thüringen und Sachsen-Anhalt am besten ab, am schlechtesten Schüler aus Nordrhein-Westfalen. Die Studie belegt zudem, dass Kinder von Eltern, die in der DDR aufgewachsen sind, diese positiver bewerten, als Kinder von Eltern aus der Bundesrepublik. Schroeder erklärt dies damit, dass in den Familien aus der DDR die Alltagserfahrungen von den Älteren im Rückblick oft positiv dargestellt würden. Auffallend ist zudem, dass auch Schüler mit mindestens einem ausländischen Elternteil den Nationalsozialismus und die DDR positiver bewerteten, als Schüler, deren Eltern ihre Wurzeln in der Bundesrepublik haben. Die Bundesrepublik vor und nach der Wiedervereinigung sahen Jugendliche mit DDR-Eltern sowie Migrantenkinder dagegen negativer als ihre Altersgenossen mit BRD-Eltern. Allerdings sei der Einfluss von Schulform, Herkunft der Eltern oder Parteipräferenz bei der Beurteilung der Systeme deutlich geringer als Kenntnisse aus der Schule: "Und an dieser Stelle sind vor allem die Schulen gefragt", sagte Schroeder. Vier von fünf Schülern gaben an, ihr Geschichtswissen vor allem aus dem Unterricht zu beziehen. "Und generelles Interesse an Geschichte haben alle geäußert", sagte Schroeder. Als Konsequenz der Ergebnisse sei eine wertorientierte Kenntnisvermittlung im Sinne der freiheitlich-demokratischen Grundordnung im Schulunterricht dringend geboten, fordern die Autoren der Untersuchung. Nach Ansicht von Schroeder wird das Fach Geschichte oder Sozialkunde zu wenig oder nicht gut genug unterrichtet. Zusätzlich erforschten die Wissenschaftler den Einfluss von Besuchen in Gedenkstätten. Dabei stellten sie keinen eindeutig positiven Effekt dieser Besuche fest. Als Hauptgrund nannten die Forscher die mangelnde Einordnung der in den Gedenkstätten angebotenen Informationen in große Zusammenhänge. Hier seien vor allem die Schulen gefordert. Sie sollten statt auf ein "Gedenkstättenhopping&quo t; auf soliden Geschichtsunterricht setzten, der die gründliche Vor- und Nachbereitung von Gedenkstättenbesuchen einschließen müsse. Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) sagte, es müsse "alle Verantwortlichen in Deutschland wachrütteln", dass eine Mehrheit der befragten Jugendlichen nur über sehr geringe zeitgeschichtliche Kenntnisse verfüge. Der Bund habe aber in den vergangenen Jahren die Mittel für die Aufarbeitung beider Diktaturen in Deutschland um 50 Prozent erhöht, "um authentische Orte der NS-Terrorherrschaft und der SED-Diktatur zu erhalten und Gedenkstätten als außerschulische Lernorte auszubauen". Quelle: http://www.zeit.de/gesell [...] schueler
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