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Forum » Literatur, Kunst & Philosophie » ThreadJust another lovestory.
26.06.2011 12:55
HiddenNickname
0 Der Text ist schon älter. Falls jemand Kommentare abgeben möchte, bitte ![]() Die Chronologie der Ereignisse: Ich sehe dich. Zwei Jahre später: ich, wie ich mich in meiner Pfütze von Schmerz und Selbstmitleid suhle, pathetisch, lächerlich, noch immer. Ich sehe dich, die Musik ist laut, der Typ neben mir will wissen, was ich sonst so mache, das heißt, er will mich ficken, und ich starre dich an, du erzählst irgendwas, du denkst nicht daran, ein Blatt vor den Mund zu nehmen. Die Leute kotzen dich an, und alle lieben sie dich trotzdem, du beleidigst sie, und sie lachen. Die Wochenenden: mit dir trinken, tanzen, rauchen. Es macht mir Angst, dass ich dich ansehe und nur denke, dass du perfekt bist: auf eine Weise, die nicht langweilig wird, auf deine Weise, für mich. Es ist dein Geburtstag, du sagst zu einer Freundin, erinnerst du dich an ihn?, und grinst und nickst. Ich will das nicht. Ich will mir nicht anhören, dass du seinen verdammten Penis in den Mund nimmst. Wir gehen weg, jemand fragt mich, bist du gar nicht mit deiner Freundin da? Meine Freundin? Ja, ist sie es nicht? Ihr habt euch so angesehen, sagt er. Ich will keinen Kontakt zu dir und deinem Stecher. Ich sage, ich steh nicht einfach nur so ein bisschen auf dich, es geht nicht. Ein Jahr. Ich bin mit jemandem zusammen, und du meldest dich irgendwie, oder ich, wir gehen weg, du, dein Freund, ich, mein Freund. Er zieht mich von der Tanzfläche und sagt, ich hätte nie geglaubt, dass ich es mal sage, aber ich bin tatsächlich eifersüchtig auf eine Frau. Wirklich eifersüchtig. Das ist nur die Chronologie: noch ein Jahr, in dem du absagst, auf Distanz gehst, ich dich verfluche, ich dir wieder schreibe, ich beschließe, dich zu löschen, dich doch nicht lösche. Wir sind im selben Club, und du siehst mich, zu zerquetscht mich, du freust dich wie eine Wahnsinne auf Ecstasy, aber das ist wahrscheinlich, weil du es nie geschafft hast, irgendetwas zu tun, als würdest du nicht vor Leben explodieren. Die Chronologie also: du küsst mich, du drückst mich gegen die Wand. Ich habe so oft an dich gedacht, sagst du, ich konnte nicht mit dir befreundet sein. Du willst gehen, du willst wegrennen, ich halte dich fest. Ich sage, bleib hier. Ich bin zu verliebt in dich, sagst du. Wir liegen in meinem Bett. Ich denke oft daran. Ich denke zu oft daran. Ich schaue dir einfach nur in die Augen und streichele dir über die Haare. Wir sind in einem verdammten irrealen Traum, ich muss auf Koks sein, ich muss irgendwo anders sein, ich bin in einer verfickten Parallelwelt. Du sagst, ich hatte sowas noch nie mit einer Frau, ich hab sowas noch nie für eine Frau empfunden. Du bist trotzdem gut. Weißt du, ich bin eifersüchtig, auf alle, sagst du. Warum?, frage ich. Du sagst, weil sie dich sehen. Wir haben heute Nacht eine Zukunft. Kannst du mir versprechen, mich nicht so im Stich zu lassen wie er?, fragst du. Ja. Gerade in diesem Moment werde ich dich niemals im Stich lassen. Du schläfst in meinem Arm... Drei Tage nichts. Sehen wir uns? Ich weiß nicht, sagst du. Bereust du irgendetwas? Ich weiß nicht, sagst du. Was ist mit uns? Du sagst, ach, keine Ahnung, such dir am besten jemanden, der weiß, was er will, das ist wirklich nicht mein einziges Problem zur Zeit. Du sagst, ach, es ist sowieso alles falsch, was ich jetzt sage. Ich hab keinen Bock mehr, wirklich keinen. Das ist die Chronologie. Ich stehe mit einem Kerl an der Bar, er fragt mich, was ich sonst so mache. Mir fehlt ein Teil. Ich kannte dich nicht mal. Mein lächerlicher, pathetischer Schmerz. Du fehlst mir. Du fehlst mir. Du fehlst mir.
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