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Forum » Literatur, Kunst & Philosophie » ThreadKälte
18.10.2011 13:30
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0 Kälte Eisig kalt bläßt mir der Herbstwind ins Gesicht und meine Ohren sind schon ganz taub vor Kälte. Seit knapp einer Stunde bin ich nun unterwegs mit unserem süßen Hund. Wie beneide ich den kleinen Kerl, dem anscheinend weder Wind noch Wetter etwas anhaben können. Er trabt gemütlich vor sich hin, schnüffelt und freut ich über jedes Laubblatt das ihn angreift. Er ist der selbsternannte Hüter der Gehsteige, Verteidiger gegen böses Herbstlaub. Während wir so unsere Runde ziehen versuche ich mich durch gute Musik aus dem MP3-Player zusätzlich warm zu halten. Zwar bin ich dick und gut angezogen, aber mit der Zeit friert man doch bis auf die Knochen durch und das nass, kalt, graue Herbstwetter tut sein übriges dazu. Doch dann kommen auch wieder diese wärmenden Gedanken, denn sie wird zu Hause auf mich warten und vermutlich hat sie heiße Schokolade und einen leckeren Kuchen für unsere Rückkehr vorbereitet. Im Kamin wird das Feuer knistern und zusammen mit den Kerzen wird mich sofort die wohlige Wärme unserer Wohnung durchströmen. Wie wundervoll ist es nach Hause zu kommen und dann ihr hübsches Gesicht und das bezaubernde Lächeln zu sehen, zu wissen dass jemand auf Dich wartet und allein durch die Liebe in unseren Herzen alles frieren verschwindet. Sie hat auch eine ganz besonders innige Beziehung zu unserem Hund aufgebaut, geradezu beneidenswert. Tiere spüren eben ob ein Mensch ein gutes Herz hat und bei Gott, das hat sie. Irgendwie kann ich die Kälte hier sogar genießen, bei der Vorfreude auf das Heimkommen. Ich bin mir fast sicher, dass sie am Tisch wieder das Spiel Carcassonne aufgebaut hat, denn seit Tagen wurmt es sie, dass ich immer wieder gewinne. Mein Plan sie gewinnen zu lassen schlug leider kläglich fehl, da sie es sofort bemerkte und Wert darauf legte, dass ich mit allen Mitteln um den Sieg kämpfe. Ich muß leider immer lachen wenn sie sich dann beim verlieren ärgert, aufstampft und mich wüßt beschimpft, dann einen Kuss aufdrückt und auch sofort eine Revanche verlangt. Ein vorbeifahrender Wagen reißt mich aus den Träumen und ich merke, dass wir langsam zusehen sollten nach Hause zu kommen. "Komm" rufe ich zu unserem Hund der auch wie der Blitz neben mir steht. Ich bin ganz erstaunt, denn so schnell reagiert er bei mir nicht immer, denke aber, dass es auch ihm langsam kalt wird oder sollten ihn doch niedere Beweggründe, wie das zu erwartende Leckerli Richtung Heimat treiben? Egal ich freu mich und wir biegen an der nächsten Kreuzung nach links Richtung unserer Wohnung ab. Heute Abend werden wir uns einen netten Film ansehen, ich liebe ja nette romantische Filme.. Die auch gern ein wenig klischeehaft und kitschig sein dürfen. Sie mag diese Filme ja angeblich überhaupt nicht, ist aber immer sofort da und kuschelt sich zu mir auf Sofa unter die Decke. Sie hat ja so ein hartes weiches Herz. Genaugenommen hat der Herbst auf diese Weise schon auch etwas wundervolles. Durch sie kann ich dieses Wetter ausblenden oder sogar genießen. Endlich zu Hause angekommen schließe ich die Haustür auf und wir warten auf den Aufzug zum 6ten Stock. Wieder einmal muß ich feststellen der Hund ist klatschnass, denn er mußte ja unbedingt unter jedem Strauch durchschlüpfen, das heißt für mich erst mal vor der Wohnungstür den Hund trocken zu rubbeln. Er leibt das ja Gott sei Dank und läßt das lange und ausgiebig über sich ergehen. Ich schließe die Tür auf und sehe nichts, nur wieder eine kalte leere Wohnung. Niemanden der auf uns wartet, der sich freut dass wir wieder zu Hause sind, keine heiße Schokolade, keine Kerzen. Vorallem aber niemand der mich mit einem Lächeln begrüßt und umarmt. Ich gehe in die Küche und gebe meinem Hundchen sein Leckerli, außerdem muß er eine Knuddelattacke über sich ergehen lassen, aber das kennt er schon. Ich mache mir dann eine heiße Schokolade und stehe vor der Balkontüre , dann schaue ich wieder hinaus in den kühlen windigen Herbst und träume davon wie schön es ist unterwegs zu sein und zu wissen dass man zu Hause erwartet wird. Dann stelle ich fest, dass es besser ist sich der Kälte der Jahreszeit zu stellen, als der Kälte in der einsamen Wohnung. Alles Liebe Anna
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