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Forum » News, Politik & Wissenschaft » ThreadKrieg gegen Christen
18.09.2006 15:32
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0 ISLAM-REDE Al-Qaida droht dem Papst Aus Protest gegen die Islam-Rede des Papstes haben Demonstranten im Irak deutsche Fahnen und ein Abbild des Papstes verbrannt. Auch al-Qaida kündigte Vergeltung an. In Rom werden die Drohungen ernstgenommen: An den wichtigsten Monumenten wurden die Sicherheitsmaßnahmen verschärft. Rom/Bagdad/Dubai - "Wir sagen dem Diener des Kreuzes: Warte auf die Niederlage", hieß es in einer gestern im Internet veröffentlichten Erklärung der Qaida im Irak. "Wir sagen den Ungläubigen und Tyrannen: Wartet, was euch heimsuchen wird. Wir setzen unseren heiligen Krieg fort", hieß es weiter. "Wir werden das Kreuz zertrümmern." Demonstranten in Basra verbrannten heute aus Protest gegen Benedikt XVI. deutsche Fahnen und ein Abbild des Papstes. Die gut 500 Teilnehmer der Kundgebung in der südirakischen Stadt forderten eine Entschuldigung des Papstes. Sie waren einem Aufruf des einflussreichen Ayatollahs Machmud al-Hassani gefolgt. Auch Flaggen der USA wurden von den Demonstranten angezündet. Der Vatikan versucht inzwischen verstärkt, die Lage zu entschärfen. Die Botschafter des Kirchenstaates in den muslimischen Ländern seien angewiesen worden, den Text der Papst-Rede bekannt zu machen. Sie sollen die "bisher nicht beachteten Elemente hervorheben", sagte Kardinalstaatssekretär Tarcisio Bertone der italienischen Tageszeitung "Corriere della Sera". Bisher sei der Vatikan das Opfer einer "schweren Manipulation" des Textes geworden. Dieser sei so abgeändert worden, dass er nicht mehr den Absichten des Papstes entsprochen habe. "Ich hoffe, dass der Dialog mit dem Islam im Sinne der Absichten des Papstes und der Kirche wieder aufgenommen wird", sagte Bertone. Dies solle über die Vatikan-Diplomaten geschehen, über die kulturellen Eliten und über den vatikanischen Rat für den interreligiösen Dialog. "Die Welt toleriert nichts, was gegen den Propheten geht" Unterdessen eskaliert der Streit um die Äußerungen weiter. Nach einem Aufruf islamischer Politiker zum Proteststreik gegen die Äußerungen des Papstes sind im indischen Bundesstaat Kaschmir viele Läden und Behörden geschlossen geblieben. Der Verkehr in der muslimisch dominierten Sommerhauptstadt Srinagar war schwach, viele Geschäfte und Ämter folgten dem Aufruf. Aufgerufen hatte die Hurriyat-Konferenz, ein von islamischen Gruppierungen getragenes Parteienbündnis. Der Streik solle zeigen, dass "die Welt nichts toleriert, was sich gegen unseren Glauben und unseren Propheten richtet", stand in einer Erklärung der Organisation. Zuvor hatte schon der einflussreiche islamische Würdenträger Scheich Jussuf al-Kardawi weltweit zu einem "Tag des friedlichen Zorns" aufgerufen. Er rief im katarischen Fernsehsender al-Dschasira Muslime auf, mit Demonstrationen und Sit-ins nach der Freitagspredigt in den Moscheen gewaltlos gegen das katholische Kirchenoberhaupt zu protestieren. Der ägyptischstämmige katarische Geistliche verbot seinen Anhängern, Kirchen anzugreifen. Zugleich forderte er die Botschafter arabischer und islamischer Staaten im Vatikan dazu auf, beim Kirchenstaat schriftlich Protest gegen die umstrittenen Redeäußerungen Benedikt XVI. einzulegen und vom Heiligen Stuhl organisierte Veranstaltungen zu boykottierten. "Das sind keine Entschuldigungen, das ist ein Vorwurf" Kardawi warf dem Papst vor, sich mit seiner Klarstellung am Sonntag nicht wirklich entschuldigt zu haben. "Das sind keine Entschuldigungen. Das ist ein an die Moslems gerichteter Vorwurf, dass sie seine Worte nicht verstanden haben", sagte er al-Dschasira. Solange Benedikt XVI. seine Worte nicht zurückziehe, werde der Dialog zwischen Muslimen und Christen eingestellt. Kardawi, der als Chef der sogenannten Weltunion der moslemischen Ulama über Autorität bei sunnitischen Moslems verfügt, äußerte sich in einer beliebten wöchentlichen Religionssendung. Kardawi gehört zu jenen muslimischen Geistlichen, die sonst selbst nicht zimperlich sind: So hat der Gelehrte in der Vergangenheit gesagt, die Säkularisierung sei im Westen nötig gewesen (und nur dort), um den Menschen aus den Fesseln des Christentums zu befreien. Denn dieses sei unzulänglich, weil nicht wirklich auf Gott hingewandt. Das kann man als ziemlich fundamentalen Angriff auf das Christentum werten. Nach den Drohungen gegen den Papst hat die Stadt Rom die Sicherheitsmaßnahmen an den wichtigsten Monumenten verschärft. Rings um den Petersplatz bilden sich seit gestern lange Schlangen, weil die Besucher von Metalldetektoren durchleuchtet werden. Sporadisch würden Touristen jetzt auch aufgefordert, ihre Taschen zu öffnen und durchsuchen zu lassen, bevor sie in den Petersdom eingelassen werden, berichtet "Il Messaggero" heute. Gleichzeitig ist der Luftraum über dem Vatikan und der päpstlichen Sommerresidenz in Castel Gandolfo seit gestern für den Flugverkehr gesperrt. Der Papst hatte bei einem Vortrag in Regensburg am Dienstagabend unter anderem die Äußerung eines byzantinischen Kaisers zitiert, der Begründer des Islams, Mohammed, habe "nur Schlechtes und Inhumanes" in die Welt gebracht. Dies rief in der moslemischen Welt heftige Proteste hervor. Am Sonntag bekundete er erstmals persönlich Bedauern über seine missverständlichen Äußerungen. www.spiegel.de
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