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Forum » Literatur, Kunst & Philosophie » ThreadLSKH Frankfurt - Die Lesenacht
12.10.2014 22:30
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0 Gestern Abend im LSKH Frankfurt... Am Samstag, den 11.10.2014, um 20:00 Uhr (Eintritt 8 €) ...gab es, wie jedes Jahr, eine Lesenacht der lesbisch-schwulen Literaturszene - anlässlich der Frankfurter Buchmesse. Die Moderatorin und Organisatorin begrüßte das Publikum mit den einladenden Worten: "Warum tue ich mir das an...?" Die kleine Gruppe der 30 Gäste verstummte. War dies eine offizielle Lesung, die beworben wurde und für die der geneigte Gast Eintritt bezahlen musste, oder war dies eine ehrenamtliche Veranstaltung, die als kleiner Bonus für Lesehungrige als soziales Projekt ins Leben gerufen wurde? Wer nun glaubt, es handelte sich um eine klassische Lesung, der irrt vollkommen. Planlos, ohne Konzept führte die Moderatorin durch den Abend. Gefolgt von Verlegerinnen, die weder Ihre Autorinnen gebrieft hatten, noch wußten, wie Literatur der Zielgruppe näherzubringen ist. Wen wundert's, drei wahllos gewählte Seiten eines Buches machen nicht zwingend Lust auf mehr... Die Atmosphäre war auch alles andere als für eine "Lesenacht" geeignet. Man saß im EG der Einrichtung, unter heißen, Tageslicht spendeten Strahlern. Dabei hätte es durchaus Alternativen gegeben, wie der Filmraum im ersten OG, der sogar eine kleine Bühne besaß. Ideal für die Protagonisten. Stattdessen zwängte man die Vorleserinnen zwischen Wand und Mikrofon, auf ein Höckerchen. Das Mikrofon ohne Verrenkung war kaum erreichbar. Dementsprechend unentspannt waren sie auch. Das Ganze ging daher schnell über die Bühne. Zumindest der erste Teil. Auf weitere Autoren musste - mittels Pause - noch gewartet werden, denn man wusste nicht, wann sie sich nun einfänden würden. Konnte man nicht oder wollte man/frau nicht? Die ganze Veranstaltung hatte wenig mit einer Lesung zu tun. Schade, denn das Potential wäre durchaus da gewesen: Die Verlegerinnen vor Ort, die Autorinnen greif- und ansprechbar. Meine Empfehlung für das Lesbisch- schwule Kulturhaus (LSKH): Mehr sinnvolles Engagement, weniger Selbstverherrlichung, zeitgemäße Organisation bringen mehr Gäste, gar ein volles Haus, somit mehr Einnahmen und weitere Möglichkeiten für neue Events und vor allem besseren Ruf für das Haus.
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