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Forum » News, Politik & Wissenschaft » ThreadLesbengerüchte
24.11.2004 09:08
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0 Schmutziger Machtkampf! Wer streut die üblen Lesben-Gerüchte über CDU-Ministerin Schavan? Von JULIA FISCHER, MEIKE SCHOLTEN und KATHARINA UGOWSKI Für CDU-Chefin Angela Merkel (50) ist Annette Schavan als Stellvertreterin an der Parteispitze eine wichtige Stütze Schmutziger Machtkampf in der CDU! Baden-Württembergs Kultusministerin Annette Schavan muß sich öffentlich gegen Gerüchte aus ihrer Partei wehren, sie sei lesbisch! Es geht um die Frage, wer im nächsten Jahr Nachfolger des baden-württembergischen Ministerpräsidenten Erwin Teufel (CDU) wird. Zwei Christdemokraten bewerben sich, ziehen gerade von Mitgliederversammlung zu Mitgliederversammlung im Ländle, um für sich zu werben: der Stuttgarter CDU-Fraktionschef Günther Oettinger und Annette Schavan, eine wichtige Beraterin von CDU-Chefin Angela Merkel. Doch plötzlich muß die unverheiratete, kinderlose CDU-Politikerin öffentlich gegen üble Lesben-Gerüchte kämpfen! Bei der CDU-Regionalkonferenz im schwäbischen Tuttlingen brach es jetzt förmlich aus Schavan heraus. Empört geißelte sie das Getuschel über ihre angeblichen gleichgeschlechtlichen Neigungen: „Das ist schäbig, absurd, das ist Rufmord!“ Dann sagte Schavan in die atemlose Spannung der 1200 anwesenden CDU-Mitglieder: „Wer es genau wissen will: Mir fehlen die Eignung, Lust und Neigung dazu.“ Tosender Applaus im Saal. Doch viele Christdemokraten fragten sich auch überrascht: Warum reagierte Schavan überhaupt öffentlich auf das miese Getuschel? Fakt ist: Seitdem Schavan angekündigt hat, sich um die Teufel-Nachfolge zu bewerben, gibt es die Gerüchte, sie lebe mit einer Frau zusammen und verberge diesen Umstand vor der Öffentlichkeit. Vor einer CDU-Regionalversammlung wurde ein Anti-Schavan-Flugblatt verteilt: Es gebe „neueste Gerüchte über angebliche gleichgeschlechtliche Beziehungen“ der Kultusministerin, deshalb müsse Oettinger neuer Ministerpräsident werden. Und die linke „taz“ räsonierte über die Frage, in welchem privaten Umfeld die Politikerin lebt: „Mit einem Lebensgefährten? Mit einer Lebensgefährtin?“ Schavan stellte deshalb schon vor drei Wochen in BILD am SONNTAG klar: „Ich lebe allein – und zwar aus unspektakulären Gründen.“ Dennoch wird der Politikerin immer ungenierter nachgestellt. Schavan: „Frauen, mit denen ich in der Nähe meiner Ferienwohnung am Bodensee spazierengehe, werden mit einschlägigen Fragen konfrontiert. Bis hin zu meiner eigenen Mutter.“ Wer steckt hinter den gemeinen Gerüchten? CDU-Landesvorstandsmitglied Edith Grupp zu BILD: „Da sind dieselben Typen von Schmutzfinken am Werk, die schon Erwin Teufel das Leben schwergemacht haben...“ Schavan-Rivale Oettinger verurteilt die Lesben-Attacken auf die Ministerin. Der Fraktions-Chef zu BILD: „Wir haben bisher einen sehr guten Stil im Wahlkampf gehabt. Solche Fragen, die in die Privatsphäre gehen, sind abwegig. Jeder hat das Recht auf eine Privatsphäre. Und ob jemand ein Kind hat oder nicht, darf für so eine Entscheidung keine Rolle spielen.“ Die Bundes-CDU reagiert alarmiert auf den Schmutz-Machtkampf. CDU-Präsidiumsmitglied Hermann Josef Arentz: „Solche Aktionen sind Gift. Sie schaden dem Gedanken des demokratischen Wettbewerbs. Leidtragende sind am Ende beide Kandidaten, Nutznießer nur die Linken.“ (Bild vom 24.11.2004)
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