Um LESARION optimal zu gestalten und fortlaufend zu verbessern verwenden wir zur Auswertung Cookies. Mehr Informationen über Cookies findest du in unseren Datenschutzbestimmungen. Wenn du LESARION nutzst erklärst du dich mit der Verwendung von Cookies einverstanden.




Forum » Beziehung, Erotik & Liebe » Thread

Lesbischsein in Heterobeziehung, Entscheidung

10.08.2015 11:27
HiddenNickname
0

Mit diesem Thread möchte ich gerne die Diskussion in "Fast 9 Jahre lesarion, meine Bilanz II" fortsetzen, weil ich sie sehr interessant fand.

Zitat
Tehejekuetrheed
schrieb am 08.08.2015 um 20:33:
Identität ist das, womit sich das Individuum identifiziert.
Manche identifizieren sich mit dem lesbisch sein, andere mit ihrem Beruf und wieder andere, womit sie sich eben identifizieren.

Lesbisch zu sein hat sich keine von uns ausgesucht.
Ich z.B. bin nicht lesbisch, weil ich mich dagegen entschieden habe, Männer zu lieben, sondern einfach weil ich festgestellt habe, daß ich mich in Frauen verliebe und die Wahrscheinlichkeit, daß ich mich jemals in einen Mann verliebe, gegen minus Unendlich tendiert. Ausschließen tu ich es jedenfalls nicht, sondern ich gebe mich bei jedem Menschen der reinen Empirie hin.
Mein Bewusstsein hat da keinerlei Einfluss drauf gehabt und mein Unterbewusstsein, das nach und nach an die Oberfläche kam, hat eher mein Bewusstsein darüber, was ich kann, wen ich will und begehre, geformt.
Ob man da jetzt ne Schublade draus zimmern will, bleibt jeder selbst überlassen.

Wenn du schon das Höhlengleichnis anführst, dann sein bitte so konsequent und denke es zu Ende.
Denn zu wissen: eigentlich machen mich Männer sexuell nicht an und aus Trotz bin ich jetzt mit einem solchen als zweite Wahl zusammen, kommt einer Rückkehr in die Höhle gleich, obwohl man draußen eine zusätzliche Perspektive zur Wahrheit dazu gewonnen hat.
Wider besseres Wissen um das, wie man ist, gegen seine natürlichen Bedürfnisse unter Verleugnung der Existenz sexueller Vorlieben und Bedürfnisse zu handeln, das ist doch die Rückkehr in die Scheuklappen der Höhlenfinsternis.
Demnach hast du ein Beispiel angeführt, welches deiner Stellungnahme widerspricht, oder*?

The truth is: truth hits everybody. Es gibt kein Entrinnen vor der Wahrheit. auch nicht durch Selbstbetrug. Wie der entsprechende "Ersatzmann" das mit der Wahrhaftigkeit in seiner Beziehung sieht, das kann ich mir ja ausmalen.

Und der hinkende Verglich zwischen Nahrungsmitteln und sexuellen Vorlieben ist dermaßen hirnrissig wie unreflektiert*...
Ich bitte um Abstandnahme von derlei heuristischen Ergüssen.

Meine Ausführungen haben übrigens nichts mit Intoleranz der TE gegenüber zu tun, sondern mit meiner Intoleranz gegenüber Selbstbetrug und "zu kurz denken und sich daraus ein Argument basteln".
Nicht man selbst zu sein und im Sinne des fehlenden liebevollen Umgangs mit sich selbst ein Pseudoleben zu leben ist meines Erachtens der Ursprung allen Übels.

Im besten Fall hat die TE ihre bisexuelle Seite an sich entdeckt.


Dass es Menschen gibt, welche sich mit nur einer Sache sozusagen identifizieren, gibt es durchaus. Das habe ich vernachlässigt und stimme Dir dahingehend auch zu. Was ich persönlich jedoch äußerst schade und auch als kleingeistig empfinde.

Das Lesbischsein man sich nicht ausgesucht habe, stimmt meiner Ansicht nach nur bedingt. Zwar mag man sich den ersten Schritt (Neigung) nicht unbedingt bewusst ausgesucht haben, aber gewiss unbewusst. Ob man dieser Neigung nachgibt und ob man dem anderen Geschlecht dennoch eine Chance einräumt oder sich dieser Möglichkeit gänzlich verweigert, ist jedoch eher eine sehr bewusste Entscheidung.

Die Entscheidung der TE (Karlchenaufde) mit einem Mann zusammenzusein mag eine Rückkehr zur Höhle sein, jedoch mit mehr Erkentnis, was sie von den Höhlenmenschen die nie außerhalb der Höhle waren, unterscheidet. Wobei die Frage ist, was ihre Höhle war. Es könnte genausogut auch sein, da sie sich ja als Bio-Lesbe bzeichnet, dass sie aus der Lesbenhöhle herausging und feststellte, dass es noch andere Möglichkeiten gibt. Aufgrund ihrer schlechten Erfahrung war für sie die Entscheidung mit einem Mann zusammenzusein wohl die bessere und damit nicht die zweite Wahl. Bzw. die zweite Wahl wurde dadurch zur ersten. Ob das nun der Hit ist oder nicht, ist ne andere Sache und kann nur sie allein entscheiden. Und jede hier hat dazu ihre ganz persönliche eigene Meinung.
Es mag vielleicht gegen ihr natürliches Bedürfnis mit einer Frau zu verkehren sein, aber nicht gegen ihr natürliches Bedürfnis nach Liebe und Sicherheit (im Schutze der anhaltenden Beziehung), welches scheinbar das größere Bedürfnis war. Und so ist es ihre Form der Wahrheit.

Ich finde den Vergleich zu Abneigungen und Vorlieben gegenüber Nahrungsmitteln mit jenen der Sexualität durchaus nicht hirnrissig oder unreflektiert. Die Ablehnung von gewissen Nahrungs-Geschmäckern ist ebenso natürlich wie jene des sexuellen Geschmacks. Sie sind angeboren, anerzogen oder entwickelten sich.
Manch eine hier ist von Beginn an lesbisch oder bi gewesen, andere wurden es sozusagen aus "anerzogenen" Gründen (Missbrauchsopfer oder miese Erfahrungen mit dem Vater) und bei wieder anderen entwickelte sich das erst im Laufe des Lebens. Ebenso wie beim Geschmack von mochte noch nie Pilze, über bekam schlecht zubereitete Pilze serviert oder entdeckte den vorzüglichen Geschmack von Pilzen erst im Laufe ihres Lebens.

Ich bin jedoch weiterhin auch an Gegenargumenten interessiert, weshalb es keine Entscheidung sein soll.

Ebenso interessant fand ich die Diskussion über die Schuldfrage zur Halbwertszeit einer lesbischen Beziehung.

Zitat
Tehejekuetrheed
schrieb am 08.08.2015 um 21:15:
Ansonsten halte ich es bei der Fragestellung einfach mit der Logik:

Kann eine Frau sich lesbisch wahrnehmen und bezeichnen, wenn sie mit einem Mann eine Liebesbeziehung führt?

Natürlich kann sie das. Was sie fühlt und was sie tut, sind ja zwei unterschiedliche Dinge. Ganz abgesehen davon, dass wir ja gar nicht wissen, was sie mit ihm macht oder nicht macht ..

Wäre jede Frau, die mit einem Mann geschlechtlich verkehrt oder verkehrt hat grundsätzlich keine lesbische Frau, dann hätte es in früheren Zeiten (als es noch nicht möglich war, so zu leben), niemals auch nur eine einzige Lesbe oder einen Schwulen gegeben. Und da wir ja wissen, dass dem nicht so ist – muss an der Logik "Frau + Sex mit Mann ist-nicht-gleich lesbisch" irgendetwas falsch sein.

Oder die Frage umgestellt: Kann eine Frau, die sich lesbisch wahrnimmt mit einem Mann zusammenleben? Ja, kann sie. Denn das Zusammenleben mit einem Mann macht sie zu gar nichts weiter, als zu einer Frau, die mit einem Mann zusammen lebt. Wäre es anders, könnte sich ja fortan keine Frau mehr als lesbisch oder bi oder hetero bezeichnen, wenn sie mit niemandem zusammen lebt oder gar nicht geschlechtlich verkehrt ..

Vielleicht ist das "Problem", dass es in der heutigen Zeit ein gewisses Geschmäckle hat, wenn jemand nicht so lebt, wie es eigentlich längst möglich wäre. Aber möglich ist es in diesem Fall nur gesellschaftlich. In der TE selber ist diese Möglichkeit nicht ausgebildet. Es scheint ihr nicht gegeben zu sein.

Mein Fazit: Wir finden manches komisch oder gar befremdlich. Aber das heißt nicht, dass es das nicht gibt oder nicht geben darf.

Ist es jedoch nicht so, dass sobald eine Frau sowohl mit einem Mann als auch einer Frau Sex haben und eine Beziehung führen kann, sie nicht per Definition bisexuell ist? Denn was begründet die Bezeichnung der Lesbe noch, wenn eine Frau in einer Beziehung zu einem Mann lebt?

Und ist eine Frau, welche sich bisher nur in Frauen verliebte, aber dennoch Sex auch mit Männern hat, nicht eine Lesbe mit heterosexueller Neigung? Oder ist sie bisexuell, reduziert den Mann jedoch lediglich auf den Sex, den ihr eine Frau in dieser Form bisher nicht geben konnte?


Dieses Thema wurde geschlossen. (max. 200 Beiträge)

Seite: 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 |

12.08.2015 16:50
12.08.2015 16:49
editiert am 12.08.2015 16:50 melden kommentieren
12.08.2015 16:47
12.08.2015 16:45
12.08.2015 16:38
12.08.2015 16:32
12.08.2015 16:24
12.08.2015 16:19
12.08.2015 16:16
12.08.2015 16:13
12.08.2015 16:11
12.08.2015 16:10
12.08.2015 16:08
editiert am 12.08.2015 16:10 melden kommentieren
12.08.2015 16:06
12.08.2015 16:05
12.08.2015 16:04
12.08.2015 16:02
12.08.2015 16:00
12.08.2015 15:57

Dieses Thema wurde geschlossen. (max. 200 Beiträge)

Seite: 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 |








>>> Laufband-Message ab nur 5,95 € für 3 Tage! <<<