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Lexikon der christlichen Moral


22.04.2005 20:52
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Karl Hörmann
Lexikon der christlichen Moral
LChM 1976, Sp. 820-824

ZitatÜber den Ursprung der Homosexualität besteht keine restlose Klarheit. Sie erscheint als ein Stecken- oder Stehenbleiben des Menschen auf dem Weg der geschlechtlichen Reifung von der Auto- über die Homo- zur Heteroerotik oder als ein Rückschritt auf diesem Weg. Nach den Merkmalen unterscheidet man zw. eigentl. u. uneigentl. Homosexualität; körperl. Merkmale des anderen Geschlechtes (Intersexualität) sind für keine von beiden entscheidend.


ZitatDie uneigentl. H. ist durch erotisches Hingezogensein zum eigenen Geschlecht gekennzeichnet. Sie tritt in der Jugend od. in späteren Situationen, in denen die Gelegenheit zu heterosexuellem Verkehr fehlt (z.B. in Kasernen, auf Schiffen, in Gefängnissen), auf; es dürfte sich also um eine Entwicklungsschwierigkeit od. eine Mangelerscheinung handeln; in einem späteren Entwicklungsstadium od. bei Änderung der Situation wenden sich die Betreffenden dem anderen Geschlecht zu (fakultative od. gelegentl. H.). Ein Großteil der jugendl. männl. Prostituierten verhält sich je nach Gelegenheit hs. od. heterosexuell (bisexuell, ambivalent).


Für die eigentl. H. ist über das Hingezogensein zum eigenen Geschlecht hinaus die Abneigung (der Ekel) vor dem anderen kennzeichnend. Sie scheint in der psychophysischen Struktur des betreffenden Menschen so eingewurzelt ("konstitutionell" zu sein, daß sie ihm eine andere sexuelle Betätigung als die hs.e unmögl. macht (obligate H.). So erweckt sie den Eindruck des Angeborenseins. Vermutl. erklärt sie sich aber als ein Steckenbleiben in der geschlechtl. Reifung, die von der Ich-Einstellung (Autoerotik) zur Du-Beziehung (Heteroerotik) führen sollte; in der Zuwendung zum gleichgeschlechtl. Partner bleibt man dem eigenen Ich näher als in der Zuwendung zum andersgeschlechtl. (körperl.-hs. Betätigung als Ausdruck seelischer Homoerotik u. auf sie fixierend).

ZitatIn sittl. Beurteilung erscheint hs. Betätigung als Ausdruck einer unausgereiften Sexualität u. als Handlung, die geeignet ist, zur Fixierung der Unreife beizutragen od. auf sie zurückzuwerfen. Diese Fixierung steht der Ausreifung der Sexualität in der Gattenliebe u. in deren Krönung durch das Kind im Weg. Hs. Betätigung ist daher als Fehlform sexuellen Verhaltens anzusehen.



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22.04.2005 21:03

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