Mal eine Kurzgeschichte..
bin gespannt auf Feedbacks. Ist zwar echt lang, aber vllt liest's ja jemand
Die nackten Gleise unter meinen Füßen und die grellrote Tasche in meiner Hand. Monoton das Klatschen der Hageltropfen auf dem feuchten Kiesboden, als würde ein Becken voll von Silberkugeln über meinem Haupte geleert. Ich breite meine Arme aus, der Kittel hängt an mir wie ein nasser Lappen. Meine Füße gleiten, finden halt, und ich tanze in den Tag hinein, wirble meine Tasche um mich herum, schüttle mich vor Lachen. Dann höre ich das Grollen eines sich nahendes Automobiles, dann werfe ich mich auf die Schienen, der Kies reißt mir meine pergamentdünne Haut auf. Das erste mal nach Jahren spüre ich die spitzen, fernen Kiessteine. Das Auto rattert vorbei, der Regen drückt mich wie eine ferne Macht auf den Boden, kann mich nicht aufrichten. Ich klebe auf dem feuchten Boden, meine Haare hängen mir wirr ins Gesicht.
Weit, weit zurück liegt die Psychiatrische Anstalt, und ich fühle mich frei. Die Sonne küsst mein Gesicht; der Frühling hat seine grüne Decke ausgeworfen, ein Becken von gelb und rot hier und da. Die Weiden spielen mit den Schatten die die Grabsteine werfen. Wie sonderbar, dass der Tod jedes Jahr auf neue mit dem Leben ringt, und es gewinnt doch der Kreislauf. Keiner der beiden wird je siegen, aber sie geben doch nicht auf, und so wirft Mutter Erde jedes Jahr aufs Neue ihre Knospen und Blüten, und alles erstickt im Licht. Meine Füße tragen mich, ich weiß nicht wohin. Doch dann sehe ich wie sich ein Mann zu einem Grabe niederkniet, das Licht spielt auch mit seinem Haar. Er legt einen roten Strauß von Blumen nieder, sagt ein paar Worte und erstarrt, als er mich erblickt. Dann richtet er sich auf, langsam, wie ein schläfriges Chamäleon, und plötzlich sehe ich Mitleid in seinen Augen. Es sieht aus, als ob er bei einem Rehrücken auf eine Schrotkugel gebissen hätte, so verzieht er sein Gesicht. Es sind nur ein paar Schritte die uns trenne, dann steht er vor mir. Es sieht aus als ringe er nach Worten der Zuversicht. „Ach! Welch verkehrte Welt.“, sagt er betont sonderbar mitfühlend, als er meine Lumpen betrachtet. „Wie ist dein Name, junge Dame?“ Es ist seltsam wenn ein Mensch teilhaben will, an Dingen, die sonst niemanden interessieren. Ich ringe nach Worten, doch die Luft liegt schwer wie Blei. „Isabelle Lessing.“, erwidere ich zwitschernd wie ein Vögelchen und mache eine überhebliche Verbeugung. „Nummer 389 im Block der Unheilbaren."
Die nackten Gleise unter meinen Füßen und die grellrote Tasche in meiner Hand. Monoton das Klatschen der Hageltropfen auf dem feuchten Kiesboden, als würde ein Becken voll von Silberkugeln über meinem Haupte geleert. Ich breite meine Arme aus, der Kittel hängt an mir wie ein nasser Lappen. Meine Füße gleiten, finden halt, und ich tanze in den Tag hinein, wirble meine Tasche um mich herum, schüttle mich vor Lachen. Dann höre ich das Grollen eines sich nahendes Automobiles, dann werfe ich mich auf die Schienen, der Kies reißt mir meine pergamentdünne Haut auf. Das erste mal nach Jahren spüre ich die spitzen, fernen Kiessteine. Das Auto rattert vorbei, der Regen drückt mich wie eine ferne Macht auf den Boden, kann mich nicht aufrichten. Ich klebe auf dem feuchten Boden, meine Haare hängen mir wirr ins Gesicht.
Weit, weit zurück liegt die Psychiatrische Anstalt, und ich fühle mich frei. Die Sonne küsst mein Gesicht; der Frühling hat seine grüne Decke ausgeworfen, ein Becken von gelb und rot hier und da. Die Weiden spielen mit den Schatten die die Grabsteine werfen. Wie sonderbar, dass der Tod jedes Jahr auf neue mit dem Leben ringt, und es gewinnt doch der Kreislauf. Keiner der beiden wird je siegen, aber sie geben doch nicht auf, und so wirft Mutter Erde jedes Jahr aufs Neue ihre Knospen und Blüten, und alles erstickt im Licht. Meine Füße tragen mich, ich weiß nicht wohin. Doch dann sehe ich wie sich ein Mann zu einem Grabe niederkniet, das Licht spielt auch mit seinem Haar. Er legt einen roten Strauß von Blumen nieder, sagt ein paar Worte und erstarrt, als er mich erblickt. Dann richtet er sich auf, langsam, wie ein schläfriges Chamäleon, und plötzlich sehe ich Mitleid in seinen Augen. Es sieht aus, als ob er bei einem Rehrücken auf eine Schrotkugel gebissen hätte, so verzieht er sein Gesicht. Es sind nur ein paar Schritte die uns trenne, dann steht er vor mir. Es sieht aus als ringe er nach Worten der Zuversicht. „Ach! Welch verkehrte Welt.“, sagt er betont sonderbar mitfühlend, als er meine Lumpen betrachtet. „Wie ist dein Name, junge Dame?“ Es ist seltsam wenn ein Mensch teilhaben will, an Dingen, die sonst niemanden interessieren. Ich ringe nach Worten, doch die Luft liegt schwer wie Blei. „Isabelle Lessing.“, erwidere ich zwitschernd wie ein Vögelchen und mache eine überhebliche Verbeugung. „Nummer 389 im Block der Unheilbaren."