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Forum » News, Politik & Wissenschaft » ThreadNein zur eingetragenen Diskriminierung!
02.11.2009 17:43
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0 Liebe UserInnen! Manchen politisch Interessierten dürfte die momentan sehr brisante Lage hinsichtlich eingetragener Partnerschaften/Eheöffnung in Österreich bekannt sein. Ich empfehle jedenfalls die neusten Beiträge zum Thema auf www.rainbow.or.at/news zu lesen, da steht alles schön drin und besser zusammengefaßt, als ich es könnte. Worum es mir in diesem Posting geht: Darauf aufmerksam zu machen und zur Solidarität von deutscher Seite her aufzufordern. Macht mit und bombardiert auch ihr die betreffenden Ministerien mit Emails (Adressen siehe Beiträge in den vorher erwähnten News) oder überlegt euch sonst was, das man tun könnte - vielleicht seid ihr ja in einem größeren Verein o.ä. und habt dort die Möglichkeit, auf die Sache einzugehen. So kann und darf es in Österreich einfach nicht weitergehen - wir sehen uns als eins der fortschrittlichsten Länder der Erde und sind auf diesem Gebiet in Europa bei den Schlußlichtern...nicht nur in Europa, sogar Uruguay ist uns voraus. Unsere Politiker meinen doch echt, sie stünden über geltendem EU-Recht! Seht euch als EU-BürgerInnen und unterstützt den Kampf um gleiches Recht für gleich viel Liebe! Ich stelle euch hier noch das Protestmail rein, das ich an unsere Justizministerin geschrieben habe - kann vlt als Inspiration dienen: Sg. Frau Justizministerin! Lange warten wir in Österreich schon darauf, als Homosexuelle nicht mehr Bürger zweiter Klasse zu sein und gleich viel Recht für gleich viel Liebe zu erhalten. Als "Betroffene" möchte ich Ihnen sagen, daß ich lieber noch etwas länger warte, dafür dann aber auch WIRKLICH gleiche Rechte erhalte. Denn nichts anderes verdiene ich als Bürgerin dieses Landes - der Staat ist schließlich für alle seine Bürger da. Wenn dieses Gesetz wirklich SO durchgeführt wird, werde ich meine Partnerschaft sicherlich nicht eintragen lassen - dabei bin ich längst mit meiner Frau verpartnert (diese ist Deutsche und so konnte sie über die dt. ELP wenigstens meinen Namen annehmen), gelte aber in meinem Heimatland vor dem Gesetz als Fremde vor ihr! Was haben die österr. Politiker eigentlich davon, daß sie ignorieren, daß (durch diverse Umfragen nachgewiesen) die große Mehrheit der österr. Bürger für die Möglichkeit der Eheschließung auch für Homosexuelle ist bzw. zumindest nichts dagegen hat? Wo wir in der gesellschaftlichen Realität schon ziemlich in der Normalität angekommen sind, konstruiert die Politik Probleme. Sollte man sich nicht schämen, zu den europäischen Schlußlichtern in dieser Causa zu gehören (und nicht nur zu den europäischen - selbst in Uruguay gibt es schon gleiches Recht für alle)? Ist Österreich "erhaben" über geltendes EU-Recht hinsichtlich Diskriminierung? Aus gutem Grund wurden Staat und Kirche vor geraumer Zeit getrennt - doch noch immer vermischen viele Politiker religiöse Überzeugungen mit rechtlichen/staatlichen/weltli chen Angelegenheiten. Die staatliche Ehe hat NICHTS mit der kirchlichen Ehe zu tun. Wenn der Verein Katholische Kirche eine homosexuelle Ehe nicht zuläßt, ist das deren Sache - steht halt in ihren Statuten, man muß ja auch nicht beitreten bzw. kann austreten. Aber der Staat ist für alle seine Bürger da und alle Bürger sind gleich viel wert. Und inwiefern zerstört es denn eigentlich irgendwelche anderen (heterosexuellen) Ehen oder gar Familien, wenn ich als Frau eine Frau heirate, in aller Konsequenz zu ihr und unseren künftigen Kindern in der Pflicht stehen will und dafür aber auch dieselben rechtlichen Absicherungen wie ein Heteropaar haben möchte? (Wer jetzt einwenden möchte, daß das Konzept der staatlichen Ehe an sich verstaubt und reformbedürftig und die Ehe daher für unsereins sowieso nicht erstrebenswert sei: Darum geht es mir hier gar nicht. Vorrangig ist die Gleichstellung - aus [humanistischem] Prinzip. Danach kann man von mir aus die Sache an sich überdenken.) Die sich momentan im Gespräch befindenden Varianten für eine Eingetragene Partnerschaft sind pure Augenauswischerei. Nichtmal eine Zeremonie vor dem Standesamt will man uns lassen - ein Brief vom Notar muß reichen. Damit uns auch jede Sekunde bewußt ist, daß wir Bürger zweiter Klasse sind und bleiben! Von der nichtvorhandenen Absicht, gleiche rechtliche Voraussetzungen zu schaffen, mal ganz zu schweigen! Pflichten - gerne, aber Rechte möglichst kleinhalten... Wenn so eine Pseudogleichstellung tatsächlich umgesetzt wird, wird sicherlich lange Zeit danach nichts mehr passieren. Deutschland ist das beste Beispiel dafür, daß eine graduelle Gleichstellung nicht so gut funktioniert bzw. es ewig dauert, bis man wirklich annähernd gleiche Recht hat. Ganz oder gar nicht! In Spanien hat das doch auch prima geklappt! Wenn diese Farce einer angeblichen Gleichstellung in einigen Monaten tatsächlich umgesetzt wird, werden wir auf die Straße gehen und protestieren! Gleich viel Recht für gleich viel Liebe - kürzer und prägnanter kann man die Sachlage gar nicht beschreiben. Abschließend möchte ich Ihnen, Frau Justizministerin, ans Herz legen, sich Ihrer Verantwortung in ihrem ganzen Ausmaß bewußt zu werden - es liegt u.a. in Ihrer Hand, das Leben zig-, wenn nicht hunderttausender Menschen, Bürger unseres Landes, nachhaltig zu beeinflussen. Ich kenne zuviele Menschen, die aus ihrem eigenen Heimatland auswandern, weil sie sich hier schlecht fühlen, als Bürger zweiter Klasse eben - wollen Sie soetwas verantworten? Oder möchte Sie doch lieber in die Geschichte eingehen als jemand, der Anteil hat an einer Veränderung, die man vergleichen kann mit der Abschaffung des Eheverbots für Schwarze und Weiße (das nämlich rückblickend genauso lächerlich und menschenverachtend war wie das Verbot für unsereins)? Mit freundlichen, jedoch sehr aufgebrachten Grüßen, xxx[/humanistischem]
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06.11.2009 08:08
03.11.2009 16:32
03.11.2009 16:10
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03.11.2009 13:40
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