Um LESARION optimal zu gestalten und fortlaufend zu verbessern verwenden wir zur Auswertung Cookies. Mehr Informationen über Cookies findest du in unseren Datenschutzbestimmungen. Wenn du LESARION nutzst erklärst du dich mit der Verwendung von Cookies einverstanden.




Forum » News, Politik & Wissenschaft » Thread

Neues gegen Krebs


22.03.2004 11:17
HiddenNickname
0

Strahlende Nano-Smarties

Mit Smarties gegen den Krebs?


Kommt bei Krebspatienten eine komplette Entfernung des Tumors nicht mehr in Frage und sind auch sonst alle kurativen Therapievarianten erschöpft, dann geht es darum, den Menschen die verbleibende Zeit möglichst beschwerdefrei zu gestalten und diese Zeit, wo das möglich ist, zu verlängern. Eingesetzt werden dazu palliative Operationen und komplizierte Bestrahlungs- und Chemotherapieprotokolle, die für die Patienten in ihrer ohnehin knappen Lebenszeit oft eine erhebliche Belastung bedeuten.


Fast so heiß wie tausend Sonnen: 40 Millionen strahlende Mikrosphären

Eine neue und sehr patientenfreundliche Krebstherapie wird seit Kurzem erstmals in Deutschland an den Universitäten Aachen und München eingesetzt, und zwar bei Patienten mit Lebermetastasen oder mit primärem, nicht mehr operablem Leberzellkarzinom. Die Idee: Winzige Harzkügelchen mit einem Durchmesser von etwa 350 Nanometern werden mit dem Element Yttrium 90 beladen. So ausgestattet senden die Kügelchen Betastrahlen aus, die nur wenige Millimeter tief ins umliegende Gewebe eindringen und in diesem Bereich die Zellen gewissermaßen weg brennen. Das Entscheidende dabei sei die doppelte Blutversorgung der Leber, wie Andrew Kennedy erläutert, Strahlentherapeut am Wake Radiology-Tumorzentrum in North Carolina in den USA, einer der Pioniere dieses Verfahrens. Bösartige Lebertumoren erhielten ihr Blut nämlich vor allem über die Arteria hepatica, während gesundes Lebergewebe weit überwiegend über die Pfortader versorgt werde.


Der tausendfache Gefäßverschluss ist therapeutisch gewollt

Das macht man sich bei der Therapie mit den von der Firma Sirtex produzierten Yttrium-Mikrosphären zunutze: Über eine Punktion der Arteria femoralis gelangt man mit einem Injektionskatheter in die Leberarterie, wo bei einer einmaligen Injektion etwa 40 Millionen strahlende Mikrosphären eingeleitet werden. Einmal in der Leberarterie, verteilen sich die Harzkügelchen im Gefäßbaum, und das heißt bei einer stark von Tumorgewebe durchsetzten Leber vor allem in den Blutgefäßen der Metastasen oder der maligne veränderten Leberzellen (Details). Die Kügelchen sind genau so groß, dass sie das Kapillarbett nicht passieren können, sondern kurz vorher hängen bleiben: Die Mikrosphärenbehandlung führt also zu Tausenden von kleinen Embolien. Das kann man auch angiografisch zeigen: Vor der Injektion zeichnet sich ein reichlich verzweigter Gefäßbaum ab. Nach der Behandlung sind fast alle kleineren Ästchen verschwunden. Entfernt werden die Kügelchen übrigens nicht: Wenn sie ihre Strahlkraft verloren haben, bleiben sie als biologisch inertes Material im Lebergewebe liegen.


Erste Daten: Wirksam und patientenfreundlich

Erstmals in Deutschland angewandt wurde das skizzierte Verfahren Ende vergangenen Jahres an der Ludwig Maximilian Universität München (Institut für Klinische Radiologie), wo inzwischen ein halbes Dutzend Patienten behandelt worden ist. Ende Februar kamen noch zwei Patienten des Universitätsklinikums Essen hinzu. Dr. Thomas Helmberger, der die Behandlungen in München durchführt, berichtet von einem starken Rückgang der computertomographisch abgeschätzten Tumormasse in der Leber bei mehreren seiner Patienten.

Während in Deutschland die Injektion bisher an einen kurzen stationären Aufenthalt gebunden ist, wird die Behandlung in den USA längst ambulant angeboten. Für die Patienten ist das sehr angenehm, zumal eine einzige Injektion ausreicht. Die Mikrosphärenbehandlung wird jetzt in größeren Studien untersucht. Angestrebt wird auch die Kombination mit anderen onkologischen Verfahren.


Quelle: Doccheck



0










>>> Laufband-Message ab nur 5,95 € für 3 Tage! <<<